Posts mit dem Label Kohlekraftwerk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kohlekraftwerk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

30. März 2012

Ergänztes

Eine Agenturkorrespondentin lieferte einen Text ab und die Greifswalder Redaktion fügte keinen Fakt hinzu - steht ja schon alles drin. Stimmt das?
Millionen-Investition für Pipeline-Lager
480 Spezialrohre sollen ab Herbst in Lubmin gelagert werden — für den Fall, dass die 1200 Kilometer lange Erdgastrasse beschädigt wird. Der Betreiber Nord Stream investiert 5,5 Millionen Euro in das Depot.
Der Betreiber der Ostseepipeline Nord Stream steuert künftig vom deutschen Anlandepunkt in Lubmin aus die Offshore-Wartungs- und Reparaturmaßnahmen an der Erdgastrasse. 1200 Kilometer ist diese Leitung lang. Für rund 5,5 Millionen Euro soll bis zum Herbst in Lubmin ein Depot entstehen, in dem 480 Ersatzrohre und wichtige Ersatzteile gelagert werden, sagte der Betriebsmanager von Nord Stream, Peter Massny, gestern in Lubmin. ...
Der Betreiber steuert das Unternehmen vor allem nicht aus M-V, wo das Gas auf dem Festland ankommt, sondern von der Schweiz aus. Daraus ergibt sich kein Hinweis, an wen das Unternehmen Steuern zahlt? Oder müssen nun wieder alle Armenhausbewohner auf die Knie fallen, weil Gasprom massig Arbeitsplätze in Lubmin schaffen ließ?
Für den Betrieb der Halle wurde die Firma Gascade — ehemals Wingas Transport — beauftragt, die mit sechs Mitarbeitern bereits am Standort arbeitet, wie Massny sagte. Weitere Arbeitsplätze seien nicht geplant. ...
Die Korrespondentin teilte auch mit, was sonst noch (nicht) los ist nahe Lubmin:
Ob am Standort des stillgelegten Atomkraftwerks in Lubmin ein Gaskraftwerk entsteht, ist noch nicht absehbar. Der Energiekonzern EnBW halte zwar an seinen Plänen zum Bau eines 1200 Megawatt-Kraftwerks fest, die Entscheidung stehe aber weiterhin aus, sagte der Geschäftsführer der Energiewerke Nord, Jürgen Ramthun. Die EWN, Rechtsnachfolger des früheren DDR-Atomkraftwerks, hatten die Projektunterlagen für das geplante und 2010 gescheiterte Steinkohlekraftwerk übernommen und die Anträge für ein Gaskraftwerk modifiziert. Die Papiere seien inzwischen bei den Genehmigungsbehörden eingereicht worden. „Nach bescheinigter Genehmigungsfähigkeit soll das Projekt verkauft werden“, sagte Ramthun. ...
EWN hatte einfach so übernommen? Das ist journalistischer Nebel. Die Unterlagen wurden Dong Energy abgekauft (für wie viel Steuergeld?), als Trostpflaster für die verhinderte Giftschleuder. Sie sind für den Bau eines Gaskraftwerkes unbrauchbar. Da die Unterlagen (für wie viel Steuergeld?) modifiziert wurden, muss das Genehmigungsverfahren komplett von vorn beginnen, Bürgerbeteiligung inkl. (Geht das schon wieder los?)

Und was ist sonst noch los nahe Lubmin? Hat sonst niemand die Absicht, ein paar Mauern zu bauen, um dahinter zu produzieren? Weiß die OZ nichts davon, die von sich behauptet, hier zu Hause zu sein?

24. März 2012

Als gäbe es nichts Wichtiges

Es war klar, dass die OZ die Vereidigung des Grüßaugusts Gauck mit einer Blickpunktseite begehen wird, angefüllt mit dem bedeutungslosen aber ebenso gefährlichen Geschwätz des Mannes und seiner Vorgänger. Doch schon auf der Titelseite erschien eine Bildnachricht:

Einmal abgesehen davon, dass der Grüßaugust schon seit einer halben Ewigkeit in Berlin wohnt, ist seine offizielle Bezeichnung Bundespräsident. Es grenzt an Leserverblödung, ihm zu unterstellen, er sei der Präsident der Bürger, nur weil er vor seiner Rede bildlich Kreide gefressen hatte.

Dann dieses Zitat über einer Reihe von Zitaten aus des Grüßaugusts Rede:
„Ihr seid nicht nur Konsumenten, ihr seid Bürger, das heißt: Gestalter“
Das ist Volksverblödung, tut Gauck doch so, als würden sich Bürger nicht einmischen, um mitzugestalten. Ich erinnere daran, wie der Versuch, das Projekt Stuttgart 21 mitzugestalten zuerst mit Wasserwerfern, Prügel und hochgefährlichem Spray beendet wurde, um dessen Fortsetzung mit dem Mittel der Volksverblödung, Schlichtungsverfahren genannt, zu beenden. Immer wieder kommen unfassbare Informationen über den Lug und Trug an die Öffentlichkeit, zu dem die Medien kaum etwas beitragen die OZ gar nicht beiträgt.

Ich erinnere daran, wie versucht wurde, die Bürgerbeteiligung am Projekt Giftschleuder am Bodden zu behindern, wie Bürger vom damaligen Lügner und Minipräsidenten Ringstorff als nicht ganz zurechnungsfähig beurteilt wurden, weil sie mitgestalten wollten. Ich erinnere daran, dass die OZ allergrößten Unsinn über das Projekt verbreitete. Märchenstunde reihte sich an Märchenstunde.

Ich erinnere daran, wie über Jahrzehnte hinweg die Antiatomkraftbewegung von Regierenden und deren Bütteln behandelt wurde, damit Großkonzerne in aller Stille gewaltige Gewinne aus der Nutzung der kreuzgefährlichen Atomkraft ziehen konnten. Die Warnungen von mitgestaltungswilligen Bürgern nach Tschernobyl wurden abgetan, war doch der Supergau den doofen Russen passiert. Erst seitdem in Japan ganze Landstriche und der Ozean verseucht sind und weiter verseucht werden, bequemte sich die Regierung umzulenken, aber doch nicht wegen der gestaltungswilligen Bürger.

Und dann noch:
„Mir macht allerdings auch die Distanz vieler Bürgerinnen und Bürger zu den demokratischen Institutionen Angst: die geringe Wahlbeteiligung, auch die Geringschätzung oder gar Verachtung von politischem Engagement, von Politik und Politikern. (...) Für die politisch Handelnden heißt das: Redet offen und klar, dann kann verloren gegangenes Vertrauen wiedergewonnen werden. ..."
Das also ist das Hohelied des Schwätzers. Demokratie ist wählen gehen und Bonzen achten. Und wenn Bonzen nur offen reden, könne Vertrauen wiedergewonnen werden. Das ist noch nicht einmal ein frommer Wunsch, das ist einfach lächerlich, aber eben auch gefährlich für jene, die, eingestimmt auf die Jubelorgien der OZ, meinen, was Gauck ablässt, sei der Weisheit letzter Schluss. Er lullt sie ein (und die OZ lullt wie besoffen mit) und zeigt, wessen Präsident er ist, der der Regierenden und jener, die die Regierungsmarionetten lenken.

Es ist ausgesprochen verlogen, was Gauck schwätzte. Bürger können nur gestalten, wenn sie gelassen werden und nur schwerlich, wenn das Gestalten mit allen Tricks oder mit Gewalt behindert wird. War davon auch die Rede? Oder war davon gar in der OZ die Schreibe?
Nun ist die OZ nicht mehr nur regierungsergeben und krämerhörig, sondern auch noch gauckergeben.

Doch eine Seite Lobhudelei für etwas so Überflüssiges wie das Amt des Grüßaugusts und dessen Geschwätz reichte nicht. Ein Kommentar musste auch sein:
Mehr Vertrauen wagen
Die erste Rede des neuen Präsidenten macht Lust auf mehr. ...
Ich schaffte nicht einmal, eine einzige weitere Zeile des Kommentars zu lesen.
Natürlich machte die Rede Lust auf mehr, können doch sog. Journalisten damit anstrengungsarm und recherchefrei ganze Seiten verfüllen. Wer den Quark lesen soll, ist dabei egal. Oder tut sich das wirklich die Mehrheit der Leser an? Wenn nicht, hat sie gerade bildlich Geld zum Fenster hinaus- und in die Kasse der OZ hineingeworfen.

Viel Spaß mit Ihrem Abo!

28. Februar 2012

Erinnerung

Landesseite:
Naturschützer Succow sucht Verbündete gegen Massentierhaltung 
Industrielle Tiermast passt nicht in ein Tourismusland, kritisiert der Alternative Nobelpreisträger aus Greifswald. ...
Richtig ist: Er ist Träger des sog. Alternativen Nobelpreises.
Der prominente Landschaftsökologe Prof. Michael Succow will ein Bündnis gegen industrielle Agrarnutzung schmieden. ...
Der als „Vater des ostdeutschen Nationalpark-Programms“ geltende Wissenschaftler ...
Aus Sicht des international anerkannten Wissenschaftlers ...
Dieser Succow ist derselbe Mann, den die OZ während der gesamten Geschichte um die Giftschleuder am Bodden nicht zu Wort kommen ließ, obwohl er sich zu Wort gemeldet hatte, warum wohl nicht? Sein Kernsatz zu dem damals geplanten Steinkohlekraftwerk war:
Das von Dong Energy geplante Kohlekraftwerk ... verstößt gegen alle ökologische und ökonomische Vernunft. ...
Hat die OZ etwa dazugelernt?

30. Januar 2012

Dehoga Rügen war gegen Giftschleuder, Dehoga OVP ein wenig dafür (aktualisiert)

Hier hatte ich mein Unwissen gezeigt über die Rolle des Dehoga während des Versuches von Dong, eine Giftschleuder am Bodden zu errichten. Inzwischen erhielt ich ausführlich Antwort, neinnein, nicht von der OZ, von dort liest ja kaum jemand hier mit, sondern von einem Stammleser des Blogs. Dafür danke ich.

Der Kreisverband Rügen des Dehoga, war von Anfang an gegen die Giftschleuder (und blieb dabei), denn zu den Erstunterzeichnern der Volksinitiative gehörte ein Dehoga-Vorstandsmitglied:

Dagegen eierte der Kreisverband Ostvorpommern herum:
Dehoga will Klarheit von Dong Energy
Der Kreisverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) hat sich schriftlich an Dong Energy, den Investor des Steinkohlekraftwerkes in Lubmin, gewandt, um eine Klärung der momentan noch offenen Fragen und über mögliche Risiken zu bekommen. Außerdem ist ein vorläufiger Forderungskatalog erstellt worden, um kein Gefährdungspotential für den Tourismus jetzt und in Zukunft zu bekommen. ... Der Kreisverband habe ... eine Umfrage unter seinen Mitgliedern gestartet. Da jedoch weniger als 20 Prozent ihre Stimmen abgegeben haben, lasse sich daraus kein abschließendes Urteil bilden, so Hanusch. ... Aufgrund der fehlenden Informationen zu möglichen Risiken sieht der Dehoga- Kreisverband das Projekt Steinkohlekraftwerk als sehr kritisch an, würde sich aber nicht komplett ablehnend verhalten. Man gehe davon aus, dass in einem rechtsstaatlichen System die Genehmigungsfähigkeit mit hoher Fachkompetenz geprüft werde. Der Verband fordert indes klare Aussagen darüber, ob durch den Kraftwerksbau Risiken für die Wasser-, Luft- und Lebensqualität in der Region dauerhaft ausgeschlossen werden. Wie Hanusch mitteilt, gäbe es auch Hoteliers, die durch das Vorhaben deutlich profitieren könnten. Auch diese Interessen seien deshalb in die vorläufige Abwägung mit eingeflossen. Hervorhebungen vom Zusender und von mir

Auch hier (S. 58, rechts) wurde der Dehoga Rügen erwähnt:
Aus der Rede von Wolfgang Methling vor dem Landtag Mecklenburg-Vorpommern
5. Wahlperiode – 40. Sitzung am 24. April 2008
Antrag der Fraktion der FDP:
Rechtsstaatliches Verfahren für Energiestandort Lubmin sichern
– Drucksache 5/1338 –
Die Befürworter des Kraftwerkes mahnen Sachlichkeit in der Diskussion an. Ist es unsachlich, wenn die DEHOGA Rügen offenlegt, dass es im Tourismusbereich auf der Insel mit Blick auf das noch nicht einmal genehmigte Kraftwerk bereits jetzt Kreditabsagen gibt? Ist es unsachlich, wenn Dr. Matthes vom Bremer Energie Institut auf der Grundlage von Studien darauf hinweist, dass der Einfluss von Dong Energy auf die Energiepreise des Kartells der großen Vier nicht einmal messbar sein wird? Nein, das ist nicht unsachlich! Es gehört zu einer Vielzahl von Argumenten. Gerade deshalb ist es dringend notwendig, diese aus unserer Sicht klimapolitisch und wirtschaftspolitisch wahnsinnige Unternehmung zu stoppen. Hervorhebungen vom Zusender und von mir
Wie sich wohl die beiden Kreisverbände in Sachen polnisches Atomkraftwerk in Grenznähe verhalten?

28. Januar 2012

Zusammenhänge

Da es nicht gegen eine Unternehmung in M-V geht, hat die OZ frühzeitig das Thema polnische Atomkraftwerke in der Nähe der M-V-Grenze als brauchbar erkannt - ganz anders als einst, als es um den Bau der Giftschleuder am Bodden ging - und schlägt sich neuerdings auf  die Seite derer, die dagegen protestierten, hatte es aber versäumt, auf die Möglichkeit eines Protestes hinzuweisen (Ruhe ist die 1. Bürgerpflicht). Außerdem hatte die OZ im Jahr 2010 noch versucht, die Gemüter hiermit zu beruhigen.
Und nun:
Polen baut Atommeiler: Proteststurm im Norden
Unmittelbar an der Grenze zu MV soll ein AKW entstehen. Umweltschützer sprechen von „nationalen Egoismen“. ...
Besonders witzig fand ich dies:
Das wäre eine Katastrophe für die Tourismus in der Grenzregion, klagt der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Ostvorpommern, Peter Drechsler. Er erinnert zudem daran, dass die polnische Seite „vehement gegen den Bau des Kohlekraftwerks in Lubmin gewesen“ sei. ...
Nun weiß ich nicht mehr, ob und was vom Verband damals in Sachen Giftschleuder geäußert wurde. (Im OZ-Archiv nachzuschauen, kam dem Redakteur nicht in den Sinn.) Ich weiß aber noch, dass ein Touristikverband nichts gegen die Giftschleuder hatte und sich das sogar durch ein Gefälligkeitsgutachten bestätigen ließ. Der müsste nun wieder befragt werden. Was dabei wohl herauskäme?

13. Dezember 2011

Dochdoch, den Umweltrat der Regierung gibt es

Die OZ und der Umweltschutz ist ein spezielles Kapitel, wie sich besonders während der Zeit der verhinderten Giftschleuder am Bodden zeigte.
Ich kann mich an einen Text in der OZ erinnern, in dem auf Veröffentlichungen des Sachverständigenrates für Umweltfragen zurückgegriffen wurde, was sehr gut in das Kapitel OZ und Umweltschutz passt. Wesentliche Dinge erfuhren die Bunkerbewohner unter den OZ-Lesern nicht.
Deshalb ist auch absehbar, dass diese Nachricht nicht an die OZ-Leser verkauft wird:
Der Sachverständigenrat für Umweltfragen droht seine Unabhängigkeit zu verlieren
Politische Einflussnahme ist der Koalition über 7.000 Euro monatlich Wert.
Die Bundesregierung zeigt sich derzeit großzügig. Nicht nur mit Steuersenkungen will sie punkten, auch für den öffentlichen Dienst fallen ein paar Wohltaten ab. So soll der Bund bei der Anwerbung von Fachkräften konkurrenzfähig mit der Wirtschaft werden. Bei dieser Gelegenheit wird auch eine Stelle neu geschaffen, die es bisher noch nicht gab. Gerade in Zeiten klammer Kassen regt sich darüber oft Unmut. Eine Seltenheit ist es jedoch, dass auch jene, die mit dem neuen Posten beglückt werden sollen, protestieren. Doch genau das ist passiert. ...
Kleiner Zusatz, obwohl es soooo weit weg ist von M-V, als Warnung, was alles möglich ist:
Japanischer Reaktor nach Leck abgeschaltet
Damit liefern 46 von 54 Reaktoren keinen Strom mehr
Laut einem Bericht der japanischen Rundfunkgesellschaft NHK ist gestern einer der drei Reaktoren am Standort Mihama abgeschaltet worden. Als Grund wird ein leckendes Ventil im Druckbehälter angegeben, aus dem radioaktiv verseuchtes Wasser austritt. Das Problem sei bereits seit Anfang November aufgetreten.Mit dem Abschalten des Reaktors durch den Betreiber Kensai Electric sind nun 46 von 54 Reaktoren - also 85 Prozent - der japanischen Reaktoren vom Netz genommen.Nach dem Protest von Fischerverbänden erklärte Tepco, nun doch kein radioaktiv belastetes Wasser aus Fukushima 1 ins Meer abzulassen,Nach einer Überprüfung von mehr als 1.700 Bewohnern der Präfektur Fukushima war mehr als die Hälfte nach vier Monaten einer Strahlenbelastung von mehr als 1 Millisievert ausgesetzt. 1 Millisievert ist der offizielle Grenzwert für eine gesundheitlich unbedenkliche Belastung während eines Jahres. ...
Und:
Fukushima: Kernschmelze schlimmer als bisher zugegeben
Neue Tepco-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass im Reaktor 1 der geschmolzene Kern aus dem Druckbehälter geflossen ist 

6. Dezember 2011

Das wars

Erinnern Sie sich noch, mit welch wortreichem Aufwand die OZ die CO2-Verpressung bildlich in den Himmel geschrieben hatte, als sei im Versenken von Kohlendioxid in den Untergrund das Heil der Atmosphäre zu finden?
Mit ganz wenigen Wörtern gab die OZ bekannt:
Vattenfall gibt Pläne auf für Test zur CO2-Speicherung
Der schwedische Energieriese gibt seine milliardenschweren Pläne für ein Demonstrations-Kraftwerk für die umstrittene Kohlenstoffdioxid-Speicherung auf.
Die Pläne für das Projekt in Jänschwalde (Brandenburg) werden doch nicht umgesetzt, wie Vattenfall gestern mitteilte. Bei der CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) wird das klimaschädliche CO2 aus Abgasen von Industrieanlagen abgetrennt und unterirdisch gespeichert, um es von der Atmosphäre fernzuhalten.

29. November 2011

Lehrstück

Hier hatte ich auf den Märchenerzähler Kretschmann hingewiesen. Heute zieht die OZ mit einer Stuttgart 21-Seite nach. Dort ist u.a. Kretschmanns neues Märchen zu lesen:
... Bei der Kostenfrage blieben jedoch „massive Differenzen“. Sollten die veranschlagten 4,5 Milliarden Euro nicht reichen, werde das Land darüberhinaus kein weiteres Geld zuschießen. Dann stehe die Bahn in der Pflicht. ...
Nun hatte die OZ ja schon zu Zeiten der verhinderten Giftschleuder das Verkaufen von Bonzen-Märchen zur bildlichen vollen Blüte entfaltet. Wen wunderts also, wenn das immer so weitergeht. Aber auch ein eigenes Määrchen mischte die OZ auf die Blickpunktseite:
Hintergrund der Ankündigung sind Prognosen, wonach der Bahnhof im Extremfall doppelt so teuer werden könnte. Die Bahnmanager reagierten auf den Einwand gelassen. Von neun Milliarden Euro Kosten könne überhaupt keine Rede sein. Große Infrastrukturprojekte stünden zwar immer unter Risikovorbehalt. Aber sie vertrauten auf die eigenen Berechnungen und ein rigoroses Kostenmanagement. ...
Nun entstammen die etwa zehn Milliarden Euro Kosten nicht irgendeiner Schätzung von Bahnhofsgegnern (mit deren sachkundigen Argumenten gegen das Projekt sich die OZ so wenig auseinandersetzte, wie einst mit denen zu Zeiten der Giftschleuder am Bodden), sondern einem Gutachten für die Landesregierung:
Verschwiegene Kosten
Stuttgart 21 vor der Entscheidung
Die ehemalige baden-württembergische Landesregierung und die Deutsche Bahn haben der Öffentlichkeit offenbar die wahren Kosten für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 verschwiegen. Das legen Dokumente aus dem Landesverkehrsministerium vom Herbst 2009 nahe, die Frontal21 vorliegen. ...
Und uralt, aber den OZ-Lesern ebenso unbekannt:
Bahn soll Kosten für S21 verschwiegen haben

Die Bahn hat nach Medienberichten jahrelang die wahren Kosten für ihr Prestigeprojekt Stuttgart 21 verheimlicht. Es geht um eine Differenz von 1,3 Milliarden Euro. ...
Noch etwas zum OZ-Kommentar:
... Der Streit um Stuttgart 21 mag ein Lehrbeispiel sein für manch andere Fälle, in denen auch gegen Infrastrukturprojekte gekämpft wird, egal, ob es sich dabei um eine Stromtrasse in Mecklenburg-Vorpommern, einen Radweg in Hamburg oder Flugrouten in Berlin handelt. Die Front der Widerständler speist sich zumeist aus Eigeninteresse, nicht aus Gemeinschaftssinn. Die „Nimbys“ — Not in my Backyard, zu Deutsch so viel wie: Nicht vor meiner Haustür — sind auch hier im Schlepptau der Proteste gegen S 21 zur Massenbewegung geworden. ...
Das halte ich für Blödsinn, abgesehen davon, dass es zuerst die Stuttgarter anging. Offensichtlich hat der Kommentator nicht einmal die Vorschläge für Kopfbahnhof zur Kenntnis genommen.
Lesen Sie hier nach, was andere kommentieren:
Die Abstimmung zu Stuttgart 21 hat das Kernproblem unserer Scheindemokratie sichtbar gemacht: Wer Geld hat und publizistische Macht, kann bestimmen, wo es lang geht. ...
Die Grünen haben ihren Frieden mit diesen Verhältnissen gemacht – sie klammern aus, dass die demokratische Willensbildung nicht mehr funktioniert.
Sie haben auf die Volksabstimmung gesetzt, so als gäbe es auf diesem Weg eine ehrliche objektive Entscheidung der Menschen und nicht eine von Propaganda und Filz gesteuerte Entscheidung. Sie erkennen kein Demokratieproblem mehr. Insofern sind sie weit weg von ihren Ursprüngen und ihren eigenen Erfahrungen. Die Stigmatisierung der Grünen durch ihre Konkurrenten und die Medien in den ersten zehn oder 15 Jahren ihres Bestehens hätte eigentlich eine fortwährende Erfahrung sein müssen. Jetzt haben sie diese Erfahrung verdrängt und tun so, als würde die demokratische Willensbildung funktionieren. ...
Das stand über dem OZ-Kommentar:
Das Votum zu Stuttgart 21 ist ein Lehrstück in Sachen Demokratie.
Richtig. Es lehrt, und das schon seit 2500 Jahren, dass mit Geld, Märchen, Versprechen und Verschweigen die Masse gefügfig gemacht wird und von ziemlich allem zu überzeugen ist.

28. November 2011

Hinter die grüne Maske geschaut

So kurz wie möglich berichtete die OZ:
Volksentscheid Stuttgart 21: Bahnhofsgegner scheitern
Ministerpräsident besteht auf Kostengrenze. ...
Dieses Bestehen ist so lächerlich und zugleich wählerverblödend wie die große Klappe vor den Wahlen, den unterirdischen Bahnhof verhindern zu wollen. Es erinnert zudem an die peinliche Großmäuliglkeit der Hamburger Grünen, die vor den Wahlen versprochen hatten, mit ihnen gäbe es kein Kohlekraftwerk Moorburg.

Ansonsten dies, da es um mehr ging als um einen Bahnhof:
S21-Volksabstimmung
Der Filz siegt

Bei der Volksabstimmung über Stuttgart 21 haben die Gegner des Projekts eine herbe Niederlage eingesteckt. Das war die Rache der CDU, sie mobilisierte alle Seilschaften.
Kurz vor der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 war ich in Königsbronn, meinem Heimatdorf, auf der Schwäbischen Alb. In einer großen Anzeige des "Käsbläddles", also des örtlichen Gemeindeblattes, hatten viele Gewerbetreibende einen Aufruf für S21 unterzeichnet, der Gemeinderat hatte eine Resolution für S21 verabschiedet, und mein Metzger sagte zu mir: "Was soll ich machen, wenn der Bürgermeister des will? Ich hab des auch unterschrieben. Vielleicht war's ein Fehler."

Die CDU war im März in Baden-Württemberg abgewählt worden – nach 58 Jahren eine historische Wahlschlappe. Jetzt, mit der Abstimmung zu Stuttgart 21, war für sie die Stunde der Rache gekommen. Und die CDU hat sie genutzt. ...

die S21-Gegner ... sind nun frustriert. Sie fühlen sich durch die Volksabstimmung gedemütigt – wie in der gesamten Geschichte von Stuttgart 21. Am Anfang hat die Politik ihren Protest erst ignoriert, dann belächelt und verhöhnt, schließlich diffamiert, als Nörgler, Blockierer, Freizeitanarchisten, Altersegoisten, Wohlstandsverwahrloste wurden die Bürger am Ende entwürdigt. Und in der von den meisten Medien bejubelten Geißlerschen Schlichtungsrunde wurden sie nochmals vorgeführt. Dieser runde Tisch im Scheinwerferlicht der TV-Kameras war eine Seifenoper, die Mitbestimmung simulierte und die Bürger einseifte. Heiner Geißler verdrehte im November 2010 charmant-lächelnd im Sinne von Bahn und Politik die Befunde der Anhörung, befand: "Ich halte die Entscheidung, S21 fortzuführen, für richtig". ...

Die engagierten Bürger haben eben bitter gelernt, dass ihr Engagement nichts bringt, weil sie mit allen Mitteln der politischen Kunst vorgeführt wurden. ...
Kretschmann ist ... ein Verlierer. Innerhalb von nur wenigen Monaten hat er sich vom strahlenden Wahlhelden zum Maulhelden entzaubert. Das ist keine Polemik. Sein wichtiges Wahlversprechen, die Zahlungen des Landes an die Bahn einzustellen, weil sie "verfassungswidrig" seien, hat er kurz nach Amtsantritt gebrochen mit den Worten: "Da habe ich den Mund zu voll genommen". Politisch und moralisch entzaubert steht er jetzt da. ...

Verkehrsminister Herrmann ... Versprechen, einen Stresstest für den alten Kopfbahnhof zu machen – und das wäre der essenzielle, objektive Vergleich zum geplanten Tiefbahnof gewesen – hielt er nicht ein.

Diesen Stresstest veranlassten dann engagierte Stuttgarter Bürger. Sie zahlten ihn aus eigener Tasche. Er zeigte, was man seit der Schlichtungsrunde wusste: Der alte Bahnhof ist zukunftsfähiger als der Tiefbahnhof. Er leistet mühelos mehr als der Tiefbahnhof nach der Investition von vielen Milliarden Euros jemals schaffen kann.

Falls S21 kommt, hatte Hermann versprochen, trete er als Verkehrsminister zurück. Ob er sich an dieses Versprechen halten wird? Er ist eine tragische Figur. ...
Dieser 27. November 2011 ist für niemanden ein Tag der Freude. Er bringt der Stadt keinen Frieden. Die S21-Gegner fühlen sich betrogen, vorgeführt, entmündigt, ausgetrickst, sie fühlen sich weiterhin im Recht. Für sie bleibt der geplante Kellerbahnhof der größtmögliche Unfug.

Die S21-Befürworter können auch nicht wirklich triumphieren – zwar werden sie in den kommenden Tagen und Wochen mit Häme über die Grünen und die S21-Gegner herziehen. Aber auch ihnen ist bewusst, dass die Kosten des Bahnhofs explodieren werden, dass Betrugsvorwürfe in Sachen Stresstest für den Bahnhof da sind, dass es für den für S21 notwendigen Bahnhof unter der Messe noch keine Planfeststellung gibt, dass vieles ungeklärt ist – und dass da weiterhin die Bürger sind, die vor dem Bahnhof stehen. Keine schöne Perspektive, einen Bahnhof abzureißen und in der Tiefe neu zu bauen unter massivem Polizeischutz mitten in einer Großstadt.
Die geplante Privatisierung der Bahn scheiterte 2008 an der Finanzkrise. Wahrscheinlich scheitert der wahrhaft babylonische S21-Bau an der aktuellen Euro-Krise. Man sieht ja an Griechenland, Italien und Spanien, und vielleicht müssen das die Schwaben noch lernen: Es ist nicht wirklich gut, über seine Verhältnisse zu leben.

17. November 2011

Erinnerung

Dies kopiere ich, weil es mich an die Anhörung zum Projekt Giftschleuder am Bodden erinnert, eine zweiwöchige Anhörung, von der OZ weitgehend geschwänzt. Ich kopiere es auch, weil die OZ das Thema Stuttgart 21 bildlich abgehakt hat:
Gefälligkeitsgutachten der Bahn für Baumverpflanzungen

Die Bahn hat ein Gutachten zu den geplanten Baumverpflanzungen im Mittleren Schlossgarten anfertigen lassen. Dieses Gutachten hat sich der Arbeitskreis "Baumpaten" der Parkschützer vorgenommen und kommt zu drastischen Ergebnissen. ...
Wenn es Sie interessiert, lesen Sie bitte selbst nach. Ansonsten:
Den Parkschützern wurde bekannt, dass Herr Siegert als Gutachter eine Ingenieursprovision im zweistelligen Prozentbereich des Auftragsvolumens erhält, die gesamte Großbaumverpflanzung ist mit einem Millionenbetrag angesetzt.

"Der Gutachter der Bahn missachtet verbindliche Vorschriften wie die ZTV-Großbaumverpflanzung und erhält dafür auch noch eine kräftige Provision", sagt Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Parkschützer. ...
Dieses Missachten wurde den DONG-Gutachtern dutzendweise nachgewiesen.

26. Oktober 2011

"Klimaschutz-Kompensationsgeschäfte sind am Ende"

Eine Zusammenfassung, die die OZ nie und nimmer bietet, finden Sie hier kostenlos wie in jeder Woche:
Die Klimaschutz-Kompensationsgeschäfte sind am Ende
Die Energie- und Klimawochenschau: Keine Brennelementesteuer, geschenkten CO2-Zertifikate, kein CCS und keine neuen Kohlekraftwerke mehr

Umweltschädigende Geschäftsmodelle von Staat und Energiekonzernen haben ausgedient und das Geschacher um Brennelementesteuer, CCS-Kohlendioxidabscheidung, CO2-Handel mit geschenkten Verschmutzungsrechten, CDM-Klimakompensationsgeschäften in den Entwicklungsländern beginnt sich allmählich in nichts aufzulösen. Der neoliberale Glaube an "den Markt" als Instrument der Klimapolitik verliert seinen Appeal. ...

Aber auch:
Das deutsche Vorbild
Andere Länder könnten sich an Deutschland ein Beispiel nehmen und demnächst ebenfalls im großen Maßstab die besonders klimaschädliche Braunkohle abbauen. ...

21. September 2011

Aufruf gegen CCS-Speicherung

Das CCS-Gesetz (CO2 aus Kohlekraftwerken inden Untergrund pressen) steht im Bundesrat auf der Kippe: Bei einer Probeabstimmung letzte Woche gab es keine Mehrheit für den Gesetzentwurf. Einige Bundesländer zögern noch, wie sie sich verhalten sollen. (Wie verhält sich die M-V-Regierung? Fragen Sie den Redakteur Ihres Vertrauens; ich gehe inzwischen zum Lachen vor die Tür.).) Deshalb gilt es jetzt, den Druck noch einmal zu erhöhen: Die Bundesländer müssen dieses Gesetz bei der entscheidenden Abstimmung diesen Freitag ablehnen! 

Diesen Freitag wollen wir den Protest von mehr als 12.000 Menschen vor dem Bundesrat übergeben. Alle Unterschriften, die uns bis Donnerstag erreichen sind mit dabei.

Fordern auch Sie die MinisterpräsidentInnen auf, dem CCS-Gesetz nicht zuzustimmen:
Jetzt unterschreiben!

30. August 2011

Am Bröckchenjournalismus darf gezweifelt werden

Entweder haben OZ-Redakteure enorme Erinnerungslücken, oder können/wollen Zusammenhänge nicht erkennen, was fast täglich zu Bröckchenjournalismus führt: Den Lesern werden Informationsbrocken bildlich vorgeworfen, heute vom Umstrukturierer:
Studie: Atomlager Lubmin bedroht 500 Jobs im Tourismus
Experten-Gutachten belegt ein Umsatzminus von jährlich 148 Millionen Euro und einen Gäste-Rückgang um zehn Prozent, sollte auf Dauer Atommüll in Lubmin gelagert werden.

Die Erweiterungspläne für das atomare Zwischenlager Nord (ZLN) in Lubmin bei Greifswald bedrohen massiv die Tourismuswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.

Dies geht aus einem Gutachten der Berliner Dicon Marketing- und Beratungsgesellschaft hervor, das der OZ vorliegt.

In dem Papier warnen die Experten vor drastischen Folgen, sollte in Lubmin in Zukunft Atomschrott aus der gesamten Bundesrepublik auf unbestimmte Zeit untergestellt werden dürfen. In diesem Fall müsse die Tourismuswirtschaft mit einem Umsatzminus von 148 Millionen Euro pro Jahr rechnen, weil rund zehn Prozent weniger Gäste im Urlaub die Ostseeküste inklusive der Inseln Rügen und Usedom ansteuern würden ...
Das alles (Vor allem die 148 Millionen Euro; warum nicht 151 oder 145 Millionen?) ist genauso anzuzweifeln wie das Gutachten anderer sog. Experten, die einst feststellten, dass ein Kohlekraftwerk am Bodden ein Segen für den Tourismus wäre. Ist das niemandem in der OZ eingefallen?

Wenn ich daran denke, wie die OZ das Vorhaben, eine Giftschleuder an den Bodden zu bauen, bis auf Ausnahmen schönschrieb, wie Touristiker meinten, dass ginge sie gar nichts an, wundere ich mich nun darüber, dass Auszüge aus einem anzuzweifelnden Gutachten als Titelgeschichte erscheinen. (Ich zweifle es nicht im Grundsatz an, jedoch in der Aussage auf eine Million Euro pro Jahr genau. Das Vortäuschen von Genauigkeit gilt übrigens ebenso für die Wahlprognosen und alle Umfragen, die die OZ so gern veröffentlicht, ohne nachzufragen.). Es ist Expertengläubigkeit, die aus der Wiedergabe der Zahlen spricht. Oder hat der Autor gegenrecherchiert? Ich las nichts darüber in dem Artikel.

25. August 2011

"Klägerin und Verklagter in trauter Umschlungenheit"

Merkel war in Greifswald, um ihre Vorwahlparolen abzulassen. Mehrere Menschen müssen sich das angehört haben, z.B. jemand von der Lokalredaktion, dessen Artikel jedoch nicht der Erwähnung wert ist (Warum geht da überhaupt jemand von der OZ hin?). Einer der Zuschauer/hörer berichtete mir (Danke!):

Merkel lobte die Wirtschaftspolitik in MV, die Seidel nicht gemacht hat, sondern die SPD. Seidel war ja trotz Befehl von der Kanzlerin nicht einmal fähig, ein Kohlekraftwerk nach Lubmin zu holen. 

Mich hätte z.B. in diesem Zusammenhang interessiert, wie viel Fördergeld das Wirtschaftsministerium warum an wen verteilte in den vergangenen Rumsteher-Jahren.

Fas Foto zeigte:
Klägerin und Verklagter in trauter Umschlungenheit.
Das bezieht sich auf die erneute Klage des Staatsbetriebes EWN gegen das Land M-V, der so viel wie möglich Atommüll im Zwischenlager am Bodden einlagern zu dürfen.

In dem Zusammenhang berichtete der Zuschauer, was die OZ einen feuchten Kehricht interessiert, weil sie hier zu Hause ist oder so:

Die Vollständigkeitsprüfung der Antragsunterlagen der EWN zum GuD 3 Lubmin durch das StALU Stralsund ergab: Die Antragsunterlagen waren nicht vollständig. Die EWN wurden Ende Mai aufgefordert, diverse Unterlagen nachzureichen, bisher ist nichts beim StALU eingegangen.

Das ist kein Wunder. EWN-Chef Cordes muss für seinen Brötchengeber (Finanzministerium) Kohle machen und Atommüll aus aller Herren Länder in Lubmin einlagern. Deshalb verklagt er Caffier und Schlotmann.

Nunja, nichts für die OZ. Die plappert lieber Vorwahlparolen nach und lässt sich dafür bezahlen.

Zum Zwischenlager passt diese Meldung:

Castor-Transport in diesem Jahr gefährdet
Der für dieses Jahr geplante Castor-Transport nach Gorleben ist gefährdet. Radioaktivitäts-Messungen im Auftrag des niedersächsischen Umweltministeriums haben ergeben, dass die Strahlenbelastung am Zaun des Zwischenlagers oberhalb der geltenden Jahresgrenzwerte liegen könnte. Nach Informationen des NDR Regionalmagazins Hallo Niedersachsen heißt es in einem Vermerk des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), es sei nicht auszuschließen, dass die Jahresdosis bis Ende 2011 überschritten sein könnte. "Eine Einlagerung weiterer Behälter wäre dann nicht zulässig."

13. Juli 2011

"Konzerne beschenkt: Bundestag für CO2-​Speicherung"

Hier noch ein Nachtrag zum Gesetz über die CO2-Speicherung:

Konzerne beschenkt: Bundestag für CO2-​Speicherung
Dank konnten die Abge­ord­neten, die dem Koh­len­di­oxid­spei­che­rungs­ge­setz am Don­nerstag abend im Bun­destag ihren Segen gaben, nicht erwarten. Denn den Ener­gie­kon­zernen, für die das Regel­werk zur Legi­ti­mie­rung des CCS-​Verfahrens (Carbon Dioxide Cap­ture and Sto­rage) geschrieben wurde, geht es nicht weit genug. ...

1. Juli 2011

Gelockt und Altschnee gekauft

Mit dieser Schlagzeile mag die Greifswalder OZ manche Leser in diese Brümmerei gelockt haben:
Neuer Investor für den Lubminer Industriepark
Mehr erfahren die Leser nicht über den neuen Investor:
EWN-Fachbereichsleiter Manfred Häger wollte am Donnerstagabend den Kreistagsabgeordneten des Wirtschaftsausschusses allerdings nicht konkret sagen, um welches Unternehmen es sich handelt. ...
Das ist kritischer Hochwertjournalismus nach Art des Hauses: Leser verscheißernalbern.

Hier ein wenig Spekulation:

Auf 2,4 ha kann es kein großes Objekt sein. Heute sind 20 Firmen aus Österreich bei Wirtschaftsminister Seidel. Vielleicht will eine davon nach Lubmin. Es wollte ja schon mal Klausner ein Holzwerk errichten, wozu der Hafen gebraucht wurde.
Dann zählte der Autor den OZ-Lesern gegen Geld die bereits ansässigen Unternehmen auf. Dass sich Abonnenten da verscheißertveralbert vorkommen, kann ich verstehen.

Dann:
Nach dem Bau der Gaspipeline ist das Thema Gaskraftwerke aktueller denn je.
Ja, seit Jahren wird darüber in der OZ berichtet, gebaut wurde noch keines.
„Unsere Entscheidung, das Kraftwerks-Genehmigungsverfahren (ehemals Dong, d. Red.) erfolgreich abzuschließen, wird sich noch auszahlen“, prophezeite Häger. Derzeit arbeite das Energieunternehmen EnBW daran, sein geplantes Gaskraftwerk leistungsmäßig zu erweitern. Eine separate Gasleitung nur für den Standort bauen die EWN. ...
Sind die EWN mit dem Abbau der Atomruinen nicht ausgelastet? Wer zahlt wem aus welcher Kasse für die separate Gasleitung?

Unvorstellbar, dass der Autor auch nur eine Nachfrage gestellt hat, z.B. auch die nach der Wirtschaftlichkeit solch eines Gaskraftwerkes. Um nachzufragen, hätte er sich Hintergrund verschaffen können, z.B. diesen (Danke!): 
Hier etwas zur Glaubwürdigkeit von CEO Vahrenholt. Ich hatte ihn auf seiner FES-Veranstaltung in Greifswald gefragt, ob in Lubmin ein Gaskraftwerk wirtschaftlich betrieben werden kann. Er meinte, ohne Subventionen sei das nicht machbar. Sellering und Cordes durften (mussten) seine Antwort anhören.
Die Veranstaltung des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung fand am 31.03.2011 im Greifswalder Technologiezentrum statt. Moderiert hat Pöker, im Podium saßen Vahrenholt und Sellering. Cordes und Ramthun waren wie wir Zuschauer. Es ging um den Energiemix der Zukunft.

Auch hierzu erhielt ich Hintergrund (Danke!):
Die Informationen des EWN-Fachbereichsleiters zur Standortentwicklung des Industrieparks waren durchweg optimistisch ... Zudem sei die Standortentwicklung eine freiwillige Aufgabe, während dem Rückbau der kerntechnischen Anlage Priorität eingeräumt werde.
Freiwillig?
Manfred Häger tritt kürzer, indem er die Falschaussage trifft, die Entwicklung ders Standortes sei eine "freiwillige" Leistung. In Wirklichkeit sind die EWN vom Gesellschafter dazu verpflichtet worden. Diese Verpflichtung deckt auch die Steuerverschwendung für den Einstieg in das DONG-Verfahren. (Die EWN hatten eine nicht genannte Summe für die Projektunterlagen der geplanten Giftschleuder bezahlt. Alles schon vergessen in der OZ?)

Jetzt, wo die EWN merken, dass sie nichts, aber auch gar nichts gekonnt haben, ist das alles angeblich freiwillig.

Schließlich durfte noch gejammert werden:
Ein sich verstärkendes Problem seien laut Häger fehlende gute Facharbeiter. „Besonders im Bereich der Schweißtechnik suchen Unternehmen händeringend nach geeigneten Leuten.“ ...
Nicht die Hände ringen, sondern besser zahlen und das Problem löst sich auf der Stelle.

25. Juni 2011

Was mich woran erinnert (Aktualisierung)

Titelgeschichte: Das Wendelstein-Experiment
Landesseite:
„Wendelstein-Aus wäre eine Katastrophe“
Absurd und fahrlässig: Die Grünen-Forderung sorgt in MV für einen Proteststurm bei Vertretern aus Politik und Wirtschaft. ...
Nur ganz nebenbei: Einen jahrelangen Proteststurm aus genau den Kreisen gab es auch, als die Giftschleuder am Bodden gebaut werden sollte und sich Bürger gegen das Projekt zusammentaten. Die unternehmerfreundliche OZ war sich nicht zu schade, die Märchen der Giftschleuder-Befürworter im Dutzend an die Leser zu verkaufen.

Darum geht es:

Der Investitionsbedarf stieg gegenüber der Planung um 56 %. Finanziert wird Wendelstein 7-X durch die Europäische Union (33 %) zusammen mit dem Bund (60 %) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern (7 %), das Budget beträgt rund 423 Millionen Euro.
Das sind die Argumente dafür, das Steuergeld zu verbrauchen und ein Einstellen des Experimentes als absurd und fahrlässig darzustellen:
... Durch einen Wendelstein-Stopp würden Stadt und Land hochqualifizierte Arbeitsplätze verloren gehen, befürchtet Hochschild. An dem Projekt sind in Greifswald derzeit rund 400 Mitarbeiter beschäftigt — darunter Wissenschaftler aus aller Welt. ...
Wir kennen das, die bildliche Arbeitsplatzkeule, die grundsätzlich herhalten muss, um etwas durchzudrücken.
Einen erheblichen Verlust an Renommee für ganz MV befürchtet der Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände MV, Lothar Wilken. Es „schmücke das Land“, sich an einem europäischen Leuchtturmprojekt zu beteiligen. ...
Für diesen Schmuck so viel Geld auszugeben, sollte sich jeder gut überlegen. Das Argument ist keines.
Laut dem Greifswalder FDP- Kreisvorsitzenden André Bleckmann sind ins Wendelstein-Projekt rund 380 Millionen Euro investiert worden, darunter 30 Millionen aus Landesmitteln. „Es wäre nicht ökonomisch und eine Verschwendung von Steuergeldern, ITER und damit Wendelstein einfach einzustampfen“ ...
Da ist etwas dran. Doch nicht zu vergessen: Die Kosten für das Projekt wurden einst, wie die aller Großprojekte, kleingerechnet, um es durchzudrücken.
(Die Grünen) würden verschweigen, „dass allein in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) jedes Jahr Einspeisevergütungen in Höhe von rund 4,5 Milliarden Euro für Energie aus Wind und Sonne gezahlt werden“. Das Greifswalder Experiment brauche mit 380 Millionen Euro nur einen Bruchteil der jährlichen EEG-Umlage. ...
Das ist eines der blödesten Argumente. Die Vergütung wird für eingespeisten Strom gezahlt, also für erzeugten Strom. Das Wendelstein-Projekt hat bisher nur Strom verbraucht.
„Deshalb müsse Deutschland im Verbund mit internationalen Partnern weiter forschen, „bis die Frage der Energiegewinnung aus Kernfusion entschieden werden kann". ...
Lasse ich gelten.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow betont: „Aus der Grundlagenforschung auszusteigen, wäre absurd und fahrlässig.“ Ein Wendelstein-Stopp wäre für den Wissenschaftsstandort Greifswald „ganz schlimm“, sagt CDU-Politiker Hochschild. ...
Das ist Kleinstbonzen-Blabla.

Anmerkung:
Ich bin weder für noch gegen das Experiment, weil ich es nicht beurteilen kann. Ich habe den Eintrag nur geschrieben, um an die hanebüchenen Argumente für die Giftschleuder am Bodden zu erinnern, die von der OZ nachplappert, vervielfältigt und verkauft wurden.

Nachtrag:
Beachten Sie bitte meinen Kommentar.

21. April 2011

Über Verschwiegenheit

In den Jahren des Widerstandes gegen die Giftschleuder am Bodden kam Prof. Succow in der OZ zwei Mal mit einem Satz zu Wort. Sie verbreitete lieber Unsinn über den Mann. In der Schweriner Volkszeitung erschien damals ein ganzseitiges Interview (nicht mehr zu finden) mit ihm über die geplante Giftschleuder:
Das von Dong Energy geplante Kohlekraftwerk ... verstößt gegen alle ökologische und ökonomische Vernunft. ...

Nun hat Succow Geburtstag, und die OZ veröffentlicht lokal und auf der Landesseite bildlich Lobgesänge über ihn, nennt ihn Wanderprediger und Öko-Papst, beides Blödsinn. Jedoch hält die OZ an der einmal gefassten Richtung fest: Kein Wort über sein Engagement gegen die Giftschleuder. Von Umstrukturierung ist in diesem Fall nichts zu merken.

15. April 2011

Was OZ-Leser nichts anzugehen hat

Es gibt so Sachen, für die sich OZ-Leser nur nebenbei zu interessieren haben:
Greenpeace übergibt Energiekonzept an Sellering
Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ein Konzept zum Ausstieg aus der Atomenergie übergeben.

„Wir fordern darin die Stilllegung aller deutschen Atomkraftwerke bis 2015. Dafür soll Herr Sellering sich persönlich in Berlin einsetzen“, sagte Greenpeace-Energieexperte Alexander von Sehlen gestern.
Das also ist der Inhalt des Konzeptes?

1. Greenpeace hat das Konzept allen Ministerpräsidenten übergeben. Das hat natürlich einen Grund. Den und den Inhalt des Konzeptes können Sie kostenlos im bösenbösen Internet lesen.

2. Die OZ verschweigt weiterhin, dass der Sachverständigenrat für Umweltfragen vor einem Jahr Vorschläge und vor Monaten ein ähnliches Konzept vorlegte.

3. Die OZ verschweigt seit 2009, dass Mitglieder der Bürgerinitiativen gegen das Steinkohlekraftwerk Lubmin ein Konzept zur Zukunft der Energieversorgung in M-V vorgelegt haben,
das Kompatible Regulative Energiekonzept Deutsche Ostseeküste MV (KREDO). Ich habe es mehrfach erwähnt.

Und dies vorbeugend, für den Fall, dass die OZ das Geschwafel über Energieknappheit an Sie verkauft:

Energiewende
Die Stromlücke ist eine Mär

Für den Ausstieg aus der Atomenergie brauchen wir keine neuen Kohlekraftwerke. Wie die Energiewende zum Klimaschutz beitragen kann. ...

14. April 2011

Neue, chice Ahnungslosigkeit

Wenn aus dem neuen, chicen Hauptstadtbüro berichtet wird, sind die Texte mit Politikergewäsch angereichert, auch heute:
Erprobung für unterirdische Abgas-Speicher kann beginnen. Aber die Bundesländer dürfen diese für ihr Gebiet verbieten. Viele Orte in MV kämen als Standorte infrage. ...
Das Bundeskabinett hat gestern eine gesetzliche Grundlage für das Erproben der sogenannten CCS-Technologie beschlossen. Dabei wird aus den Abgasen von Kohlekraftwerken das klimaschädliche Kohlendioxid abgeschieden, verflüssigt und unter die Erde gepresst. ...
Bauminister Volker Schlotmann (SPD) stuft die Risiken als zu hoch ein ...
Brüderle pries gestern die Zukunftschancen der Abscheide- und Ablagertechnik ...
Was von solchem Gequake zu halten ist, wissen inzwischen viele Leute ganz ohne OZ.
Aber das ist denn doch Leserverblödung:
In der Bevölkerung sind solche Lager höchst umstritten. ...
Das ist Verharmlosung, Ahnungslosigkeit, denn nicht nur ein Großteil der Bevölkerung, die in Gebieten wohnt, in denen solche Lager entstehen könnten, ist gegen die CO2-Einlagerung. Umweltverbände und Wissenschaftler haben sich gegen die blödsinnige und gefährliche Einlagerung ausgesprochen. Die OZ hat dagegen in den vergangenen Jahren solche Stimmen weitgehend missachtet und stattdessen zeitweilig Reklame für die CO2-Einlagerung gemacht. Ich habe vielfach dazu eingetragen, muss es also nicht wiederholen.
Google