Eine ungläubige Redakteurin, die nicht in der Lage ist, Kommentar von Bericht zu unterscheiden, schrieb:
Greifswalder Zähne sind die gesündesten
Zwölfjährige Kinder in Bayern haben mehr Karies als Gleichaltrige am Ryck. Das ergab eine Erhebung.
Das wäre ja, jedenfalls im Prinzip (dazu etwas weiter unten), in Ordnung, hätte die Redakteurin das Geschriebene einfach wiederholt, damit der zahlende Leser nicht vergisst, worum es geht und damit schon ein paar Zeilen gefüllt sind. Doch sie brachte ihre Ungläubigkeit ins Spiel:
Unglaublich, aber wahr: Zwölfjährige Greifswalder Schüler haben bessere Zähne als gleichaltrige Schüler in Bayern. Das ergab die jährliche vergleichende Erhebung auf Bundesebene.
Es dürfte den meisten Lesern piepegal sein, ob die Redakteurin glaubt, was sie da
nachplappert. Und wenn nicht, ist es dennoch die
Meinung der Redakteurin, mit der sie den Bericht entwertete. Sie verstieß gegen eine journalistische
Grundregel:
Die Trennung von Meinungen und Informationen soll Transparenz für den Leser herstellen. Vor allem im Boulevardjournalismus werden nachrichtliche (Bericht) und meinungsorientierte Darstellungsweise (Kommentar) jedoch auch innerhalb eines Beitrages vermischt.
Da es aber nicht um Transparenz sondern um Spaltenfüllung geht, ist das nicht so wichtig.
Mal nebenbei gefragt: Was hat der zahlende Leser davon zu wissen, dass Kinder aus Greifswald weniger von Karies befallene Zähne haben als Kindern in Bayern? Ist ein Vergleich zwischen einer
Stadt und einem
Bundesland überhaupt sinnvoll? Und wenn ja, welchen Nutzen könnten die OZ-Leser daraus ziehen?
Und was ist mit dieser Aussage:
Heute liegt der Kariesbefall bei den Zwölfjährigen in Greifswald bei 0,6 Zähnen und damit unter dem Landesdurchschnitt (ein Zahn) und sogar unter dem Bundesdurchschnitt (0,7 Zähne).
0,6 zu 0,7, ist das ein so großer Unterschied?
Und was ist mit dieser Aussage am Artikelende:
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Kinder, die keine Zähneputzen oft auch nicht geimpft sind, zu Hause kein Frühstück bekommen und die Eltern keine Präventionsbesuche beim Arzt wahrnehmen. Durch Prävention schon in der Krippe und im Kindergarten kann die Zahnmedizin kann den Zugang zu Problemfamilien finden.
Aha, wer seine Kinder nicht impfen lässt, weil vielleicht in der Bekanntschaft oder Verwandtschaft Menschen mit Impfschäden leben, wer sich von Impfärzten nicht ausreichend aufgeklärt fühlt, lebt also in einer Problemfamilie.
Nur so nebenbei: Gewöhnlich dürfen Kinder
nie wieder geimpft werden, wenn sich der Verdacht auf einen Impfschaden verdichtet; er braucht noch nicht einmal staatlich anerkannt zu sein. Wurden diese Fälle in die Statistik einbezogen? Und sind jene Familien, die sich der Schweinegrippe-Impfung entzogen, ebenfalls Problemfamilien, weil ihretwegen in D. überflüssiger Impfstoff im
Anschaffungswert von 250 Millionen Euro vernichtet werden muss, der übrigens
ausschließlich dem Hersteller nutzte, den wir aber alle bezahlten?
Was Medien wie die OZ monatelang nicht wahrhaben wollten: Auch die verimpften Dosen waren nicht nur sinnlos, sondern stellten natürlich auch eine mögliche Gefahr für die Geimpten dar. Es gab ja auch eine Vielzahl gemeldeter
Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen und Impfkomplikationen, denen die OZ wie nachging?
Frage ich mich schließlich, wer denn wohl tatsächlich eine Problemfamilie sein könnte.