28. März 2019

Verkaufte Auflage der OZ seit 1991

9. Januar 2014

In eigener Sache

Nach fast neun Jahren Bloggerei, fast 11800 Einträgen, zwei Pausen und mittlerweile unerträglicher Langeweile, die mir das Lesen der OZ bereitet, lege ich ab morgen bis voraussichtlich zum Jahresende eine Pause ein.
Die Kommentarfunktion schalte ich morgen ab.

Die Zeit werde ich nutzen, um zusammenzutragen, was ich über mich, die Leute um mich herum und über Ereignisse erinnern kann, eine Art Familiengeschichte. Sie wird nicht veröffentlicht werden, sondern ist für meine Enkel gedacht, egal, ob und wenn ja, wann sie das lesen/anschauen wollen.

Wenn ich damit fertig bin, melde ich mich wieder. Bis dahin wünsche ich allen meinen treuen Lesern Gesundheit und Wohlergehen.

Zufallslesern wünsche ich zusätzlich Erhellung, falls sie Alteinträge lesen möchten. Da sich in der OZ nichts zum Besseren geändert hat und auch nicht ändern wird (Meine Beobachtungen zeigen, es geht abwärts mit der Qualität und der Zahl der OZ-Käufer.), bleiben die Einträge im Archiv aktuell. Nutzen Sie auch die Suchfunktion ganz oben links und die Blogliste rechts.

Lassen Sie sich nicht verblöden, wünscht Ihnen
lupe

Wertloses

Das Blättle käst sich mit dieser zu 100 Prozent wertlosen Spekulation eine Blickpunktseite lang aus, ohne auch nur einen Autoren der Machwerke zu nennen:

Sommer- oder Wintermärchen?
Die Fußball-WM 2022 in Katar findet vermutlich im Winter statt. Offiziell ist das noch nicht, ein Wunsch der Fifa aber wohl schon. ...

Der Aufmacher endet so:
Und die ganzen Korruptionsvorwürfe (Gibt es auch halbe Vorwürfe?)? Dass sogar europäische Regierungschefs ihren Stimmberechtigten Mitgliedern im Fifa-Exekutivkomitee aufgrund wirtschaftlichen Interessen empfohlen haben, für Katar zu stimmen, wie Sepp Blatter im September in einem „Zeit“-Interview einräumte? Kann ja immer noch mal Thema werden.
Thema in der OZ? Dass ich nicht lache. Anderswo ist es seit Jahren Thema, z.B. hier.

8. Januar 2014

Vorläufiger Höhepunkt der Widerlichkeiten

Bekanntlich hat sich auch das kritische Hochwertblatt an Schumachers Sturz hochgezogen und tut es Tag für Tag unverdrossen weiter, auch schrottline. Allein heute sind schrottline 15 Einträge zu finden, Gestern waren es sieben Einträge.
Vorläufiger Höhepunkt der Widerlichkeiten war gestern schrottline dies, (Ich verlinke den Schrott ausnahmsweise.):
Appell von Corinna Schumacher: Verlassen Sie die Klinik
Michael Schumachers Ehefrau hat die Medien eindringlich zur Zurückhaltung aufgerufen.
Dazu wurde schrottline ein Foto gestellt, das Frau Schumacher zeigt, wie sie die Medienmeute durchquert. Heute auf einer Sportseite ein Text unter der Schlagzeile:
Schumachers Frau appelliert
Michael Schumachers Ehefrau hat in einem unmissverständlichen Appell die Medien zur Zurückhaltung aufgerufen.
Dazu ein Foto, das zeigt, wie sich Frau Schumacher durch die Medienmeute kämpft mit der Bildunterschrift:
Corinna Schumacher bittet die Medien um Zurückhaltung.
Damit wird der falsche Eindruck erzeugt, sie hätte mit dem Medienpack gesprochen; hat sie aber nicht, sondern sie hatte ein schriftliche Erklärung abgegeben.

Alles dazu hat Stefan Niggemeier aufgeschrieben, unbedingt lesenswert:
Corinna Schumachers Bitte um Ruhe und die grenzenlose Ungemeintheit der Medien 

Augen zu und schönschreiben

Das Blättle weigert sich weiterhin, den tatsächlichen Umfang der Arbeitslosigkeit darzustellen, denn das ist
1. nicht Aufgabe der Systempresse und
2. zu viel verlangt, da mit Arbeit verbunden.

Stattdessen wird das von der Arbeitsagentur gelieferte Schöngefärbte noch einmal schöngefärbt.
Und das geht so:
Im Keller der Titelseite wird die offizielle, also viel zu geringe Zahl genannt:
Wieder mehr als 100 000 Arbeitslose in MV
Auf der Landesseite wird dann losgelegt mit der Schönschriftelei:
Milder Winter, viele Aufträge: Gute Stimmung in den Firmen
Gewerkschaften setzen in diesem Jahr auf den Ausbau der Tarifbindung.
Unternehmer wollen ihre qualifizierten Mitarbeiter halten. 
...
Das heißt was?
Gute Stimmung ist noch kein guter Umsatz und erst recht noch kein guter Gewinn.
Dass die Gewerkschaften auf irgendetwas setzen, besagt gar nichts.
Wenn Unternehmer etwas wollen, heißt das nicht, dass sie es tun werden oder tun können.

Nirgendwo in dem Text konnte ich erfahren, wie viele (wohl eher wenige) Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben arbeiten. (M-V ist in D. das Land mit dem geringsten Lohnniveau, was auch etwas über Tarifverträge aussagt.)
Stattdessen:
Die Gewerkschaften im Nordosten wollen die Tarifbindung weiter stärken. So in der Metall- und Elektroindustrie mit mehr als 26 000 Mitarbeitern.
... In den letzten Jahren seien für über 2000 Mitarbeiter Tarifverträge durchgesetzt worden ...
Und was ist mit den restlichen 24000 Mitarbeitern?
Dann noch diese Ankündigung, die ebenfalls nichts besagt, sondern nichts als Erwartung ist:
Höhere Löhne erwarten auch die Beschäftigten im Baugewerbe. 
Natürlich dürfen Unternehmer in dem Artikel wieder wegen fehlender Fachkräfte jammern, eine der schlechten Traditionen im unternehmerfreundlichen Blättle:
Hagen Reinhold, Geschäftsführer der Baugesellschaft Reinhold mbH in Barth. Dass die Arbeitslosenzahlen im Dezember geringer waren als ein Jahr zuvor, liege für ihn jedoch nicht an den milden Temperaturen. Reinhold sieht den demografischen Wandel als Hauptursache. Es gebe im Land immer weniger junge Fachkräfte.
Es ist eine der häufig strapazierten, verlogenen Redewendungen geworden, die vom demografischen Wandel. Es handelt sich vor allem um Abwanderung und die Folgen der früheren Abwanderung, also nicht um ein Naturgesetz (Wir werden immer älter.).  Das wird seit Jahren im kritischen Hochwertblatt OZ verschleiert, wo es nur geht, jede Verschleierung eine Sternstunde des OZ-Journalismus, für die Sie Geld ausgeben.
Hier noch etwas Jammerei wegen fehlender Lehrlinge:
Ein gravierendes Problem, mit dem auch das Gastgewerbe in MV zu kämpfen hat. Es gibt jedoch Ausnahmen. 
Die Lösung auf der Insel Usedom wurde gefunden: Arbeitskräfte aus Swinemünde.

Wer einen Überblick über das ganze Ausmaß der Arbeitslosigkeit in D. wünscht, findet ihn z.B. hier, kostenlos, u.a. diesen Hinweis:
Von 6,937634 Millionen „hilfsbedürftigen“ Leistungsempfängern im Dezember 2013 erhielten nur 887’801 Millionen ALG 1, alle anderen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 4,358362 Millionen mussten sich mit ALG 2 begnügen 
Das macht etwa 5,2 Millionen erwerbsfähige Arbeitslose.
Oder:
Bereinigt um die Zahl der etwa 102.000 sog. Aufstocker/Parallelbezieher (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Dezember 2013 etwa 5,144 Millionen erwerbsfähige Frauen und Männer Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II,etwa genauso viele wie ein Jahr zuvor. 
Die OZ behauptet hochwertig und gegen Geld:
Bundesweit waren 2,95 Millionen Menschen ohne Arbeit  
Hier die Schlussfolgerung aus der umfangreichen Analyse:
... mehr Erwerbstätigen stehen deutlich weniger geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen gegenüber, was klar eine kritische Sicht auf die Qualität des deutschen Arbeitsmarktes stärkt. Primär zeichnet der Erfolg am Arbeitsmarkt prekäre und atypische Beschäftigung, Millionen von Unterbeschäftigten, Teilzeit, Befristung, Leiharbeit oder geringfügiger Beschäftigung. Selbst in der Metallindustrie, primär Exportsektor, malochen bereits ein Drittel aller Arbeitnehmer via Leiharbeiterbuden oder Werksverträgen, im erfolgreichsten Segment der deutschen Industrie, dem Fahrzeugbau sogar jeder Zweite!Es gibt wenig Grund in Deutschland auf das Erreichte selbstgefällig stolz zu sein, denn hinter den Headlines zum Arbeitsmarktbericht, die in die breite Öffentlichkeit gelangen, verbirgt sich viel Beschämendes.
Reines Datenmaterial finden Sie hier:
http://biaj.de/images/stories/2014-01-07_alo1213t.pdf

Erdgeschöpftes

Rostocker Ausgabe:
Watt bringt datt? Das kann sich doch nur um Erdwärme handeln. Natürlich nicht, denn:
Das hochmoderne Kraftwerk im Rostocker Seehafen hat im letzten Jahr 2,9 Terawatt Strom und 400 Gigawatt Fernwärme produziert. Dafür wurden eine Millionen Tonnen russische und polnische Kohle verbraucht.
Es ist also laut Hochwertblättle hochmodern, eine Million Tonnen Steinkohle in einem Jahr zu verbrennen. So werden Leser verdummt. Welche Schadstoffmengen mit den Verbrennungsgasen rund um das Kraftwerk verteilt wurden, hat die Leser nicht zu interessieren. Dabei könnte das Blättle einfach vergleichen, ob mehr oder weniger Schadstoffe in die Luft geblasen wurden, als in früheren Jahren. Doch selbst solch primitive Recherche geht über das weit hinaus, was Leser von der OZ erwarten können.

Stattdessen erfahren die Leser u.a.:
CDU enthüllt beim Neujahrsempfang ihre sportliche Seite

Usedom wird geteilt ...

... fragt sich nur, längs oder quer oder diagonal. Das Blättle lässt die Antwort wie üblich offen:

Nicht genug damit, dass die Insel an heißen Sommertagen zu kentern droht, wenn nämlich die meisten Urlauber sich am Strand aufhalten. Nun also auch noch die schnöde Teilung dessen, was seit Jahrtausenden zusammengehört. Was solch ein Biber zuwege bringt; die Leser kommen aus dem Staunen nicht heraus, auch nicht jener, der mich auf die Schlagzeile des 6. Januars hinwies (Danke!) und riet:
Bitte seien Sie auch achtsam
Bleibt die Frage: Was soll ich tun? Soll ich die Teilung aufhalten oder gar beschleunigen? Aber wie? Soll ich, bis der Biber sich durchgenagt hat, die Insel verlassen, weil zu befürchten ist, dass ein Teil der Insel aus dem Gleichgewicht kommt und ohne Zutun der Urlaubermassen kentert?
Ich bin achtsam aber ratlos.
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