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8. Januar 2014

Augen zu und schönschreiben

Das Blättle weigert sich weiterhin, den tatsächlichen Umfang der Arbeitslosigkeit darzustellen, denn das ist
1. nicht Aufgabe der Systempresse und
2. zu viel verlangt, da mit Arbeit verbunden.

Stattdessen wird das von der Arbeitsagentur gelieferte Schöngefärbte noch einmal schöngefärbt.
Und das geht so:
Im Keller der Titelseite wird die offizielle, also viel zu geringe Zahl genannt:
Wieder mehr als 100 000 Arbeitslose in MV
Auf der Landesseite wird dann losgelegt mit der Schönschriftelei:
Milder Winter, viele Aufträge: Gute Stimmung in den Firmen
Gewerkschaften setzen in diesem Jahr auf den Ausbau der Tarifbindung.
Unternehmer wollen ihre qualifizierten Mitarbeiter halten. 
...
Das heißt was?
Gute Stimmung ist noch kein guter Umsatz und erst recht noch kein guter Gewinn.
Dass die Gewerkschaften auf irgendetwas setzen, besagt gar nichts.
Wenn Unternehmer etwas wollen, heißt das nicht, dass sie es tun werden oder tun können.

Nirgendwo in dem Text konnte ich erfahren, wie viele (wohl eher wenige) Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben arbeiten. (M-V ist in D. das Land mit dem geringsten Lohnniveau, was auch etwas über Tarifverträge aussagt.)
Stattdessen:
Die Gewerkschaften im Nordosten wollen die Tarifbindung weiter stärken. So in der Metall- und Elektroindustrie mit mehr als 26 000 Mitarbeitern.
... In den letzten Jahren seien für über 2000 Mitarbeiter Tarifverträge durchgesetzt worden ...
Und was ist mit den restlichen 24000 Mitarbeitern?
Dann noch diese Ankündigung, die ebenfalls nichts besagt, sondern nichts als Erwartung ist:
Höhere Löhne erwarten auch die Beschäftigten im Baugewerbe. 
Natürlich dürfen Unternehmer in dem Artikel wieder wegen fehlender Fachkräfte jammern, eine der schlechten Traditionen im unternehmerfreundlichen Blättle:
Hagen Reinhold, Geschäftsführer der Baugesellschaft Reinhold mbH in Barth. Dass die Arbeitslosenzahlen im Dezember geringer waren als ein Jahr zuvor, liege für ihn jedoch nicht an den milden Temperaturen. Reinhold sieht den demografischen Wandel als Hauptursache. Es gebe im Land immer weniger junge Fachkräfte.
Es ist eine der häufig strapazierten, verlogenen Redewendungen geworden, die vom demografischen Wandel. Es handelt sich vor allem um Abwanderung und die Folgen der früheren Abwanderung, also nicht um ein Naturgesetz (Wir werden immer älter.).  Das wird seit Jahren im kritischen Hochwertblatt OZ verschleiert, wo es nur geht, jede Verschleierung eine Sternstunde des OZ-Journalismus, für die Sie Geld ausgeben.
Hier noch etwas Jammerei wegen fehlender Lehrlinge:
Ein gravierendes Problem, mit dem auch das Gastgewerbe in MV zu kämpfen hat. Es gibt jedoch Ausnahmen. 
Die Lösung auf der Insel Usedom wurde gefunden: Arbeitskräfte aus Swinemünde.

Wer einen Überblick über das ganze Ausmaß der Arbeitslosigkeit in D. wünscht, findet ihn z.B. hier, kostenlos, u.a. diesen Hinweis:
Von 6,937634 Millionen „hilfsbedürftigen“ Leistungsempfängern im Dezember 2013 erhielten nur 887’801 Millionen ALG 1, alle anderen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 4,358362 Millionen mussten sich mit ALG 2 begnügen 
Das macht etwa 5,2 Millionen erwerbsfähige Arbeitslose.
Oder:
Bereinigt um die Zahl der etwa 102.000 sog. Aufstocker/Parallelbezieher (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Dezember 2013 etwa 5,144 Millionen erwerbsfähige Frauen und Männer Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II,etwa genauso viele wie ein Jahr zuvor. 
Die OZ behauptet hochwertig und gegen Geld:
Bundesweit waren 2,95 Millionen Menschen ohne Arbeit  
Hier die Schlussfolgerung aus der umfangreichen Analyse:
... mehr Erwerbstätigen stehen deutlich weniger geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen gegenüber, was klar eine kritische Sicht auf die Qualität des deutschen Arbeitsmarktes stärkt. Primär zeichnet der Erfolg am Arbeitsmarkt prekäre und atypische Beschäftigung, Millionen von Unterbeschäftigten, Teilzeit, Befristung, Leiharbeit oder geringfügiger Beschäftigung. Selbst in der Metallindustrie, primär Exportsektor, malochen bereits ein Drittel aller Arbeitnehmer via Leiharbeiterbuden oder Werksverträgen, im erfolgreichsten Segment der deutschen Industrie, dem Fahrzeugbau sogar jeder Zweite!Es gibt wenig Grund in Deutschland auf das Erreichte selbstgefällig stolz zu sein, denn hinter den Headlines zum Arbeitsmarktbericht, die in die breite Öffentlichkeit gelangen, verbirgt sich viel Beschämendes.
Reines Datenmaterial finden Sie hier:
http://biaj.de/images/stories/2014-01-07_alo1213t.pdf

3. Januar 2014

Aus der Agitprop-Werkstatt (aktualisiert)

Sie könnten die OZ auch Regierungsecho nennen, zumindest, wenn Sie dies gelesen haben:
So viel Beschäftigte wie nie zuvor
... klingt wie: so viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit. Oder war gemeint: so viele Beschäftigte ...? 
Nachgeplapperte Regierungspropaganda, Ihnen als Sternstunde des Journalismus verscheuert.

Anzumerken wäre zumindest:
Vergleicht man allerdings eine lange Zeitreihe so zeigt sich, dass das Arbeitsvolumen der beschäftigten Arbeitnehmer (also der nicht selbstständigen Erwerbstätigen) seit 1991 von 51.768 Millionen Stunden auf 48.779 Millionen Stunden im Jahre im Jahre 2012 verringert hat und das Volumen dürfte auch 2013 nicht wesentlich höher liegen. ...
 Zu bedenken ist auch, wer als erwerbstätig angesehen wird:
Erwerbstätig im Sinne der ILO-Definition ist jede Person ab 15 Jahren, die im Berichtszeitraum gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet hat, unabhängig vom zeitlichen Umfang. Auch wer sich in einem Beschäftigungsverhältnis befindet, das er im Berichtszeitraum vorübergehend nicht ausgeübt hat oder in einem Familienbetrieb mitgeholfen hat, gilt als erwerbstätig.

Nachtrag:
Da hat einer genauer hingeschaut:
Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt zum Jahresbeginn. Was will man mehr? Vielleicht etwas genauer hinschauen
Die OZ etwa? Nie und nimmer.

27. Dezember 2013

Der sparsame Herr Weise

Nur eine kurze Meldung wurde daraus:
Arbeitsagenturen haben Überschuss erwirtschaftet
... Als Grund nannte Weise „gezieltere Ausgaben“ für die Förderung von Arbeitslosen.



Dazu aus einem Kommentar:
... Wunder gibt es immer wieder. Mann muss nur daran glauben. Dran glauben musste im Fall von Herrn Weise auch einige. Die Arbeitslosen zum Beispiel. Denn sein Supersparergebnis von 715 Millionen Euro entstand in Wirklichkeit eben nicht durch ein Wunder. Was Herr Weise gezieltere Ausgaben für die Förderung von Arbeitslosen nennt, ist nichts anderes als die Kürzung der Maßnahmen für Arbeitsmarktpolitik um 800 Millionen Euro. Wenn wir also ehrlich sind, hat er mal fast 85 Millionen Euro mehr in seine Verwaltung gesteckt und die Arbeitslosen wie schon immer im Regen stehen lassen. ...
Wer möchte, kann hier haufenweise Hintergrund zu den sog. Hartzgesetzen nachlesen:
"Keynesianismus für die Reichen"Werner Seppmann über Hartz IV und die politisch gewollte Armut in Deutschland - Teil 3
Vor der Bundestagswahl im April 2002 war im Wahlprogramm der SPD zu lesen: "Wir bekennen uns zur besonderen Verantwortung gegenüber den Schwächeren in unserer Gesellschaft. Deswegen wollen wir im Rahmen der Reform der Arbeitslosen- und Sozialhilfe keine Absenkung der zukünftigen Leistungen auf Sozialhilfeniveau." Nach der Wahl wurde im Dezember des gleichen Jahres mit Hartz IV genau das Gegenteil beschlossen. Begründet wurde dieser jähe Umschwenk der Sozialdemokratie seinerzeit mit wegbrechenden Steuereinnahmen. Nicht abgerückt wurde hingegen von dem Vorhaben, den Spitzensteuersatz von 53 auf 42 Prozent zu senken. Hierfür war im Haushalt offenbar genug Spielraum vorhanden. Was also auf der einen Seite weggenommen wird, wächst auf der anderen Seite hinzu. ... 

20. Dezember 2013

Das Pferd von hinten aufgezäumt

Das Hochwerblatt wusste zu kopieren:
... Die nominalen Bruttomonatsverdienste stiegen zwar in den ersten drei Quartalen dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden berichtete. Die Verbraucherpreise kletterten im gleichen Zeitraum mit 1,6 Prozent aber etwas schneller. ...
Alles klar: Wenn der Preisanstieg nicht wäre, lebten wir im Schlaraffenland. Gehts noch? Dazu dies:

Es sind vor allen die seit zwei Jahrzehnten kaum gestiegenen Reallöhne, die viel zu gering sind (Spitzenreiter in Sachen Niedriglohn ist in der Bananarepublik das Armenhaus M-V.), nicht die Verbraucherpreise. Sie liegen seit Jahren unter der von der EU vorgeschriebenen Grenze.

Dazu auch dies:
Die deutschen Reallöhne selbst für Fachkräfte stagnieren seit 2007 bei 0,2 %/Jahr

16. Dezember 2013

Das geht doch keinen etwas an

Das hat für OZ-Leser laut Titelgeschichte besonders wichtig zu sein, was ich für unbedeutend halte:
Neue Bundesregierung wird weiblicher und ostdeutscher
Die Bekanntgabe der Regierungszusammensetzung ist für die OZ, na?, naklar, Anlass für weitere Spekulationen auf der Titelseite, sog. Sternstunden kritischen Hochwertjournalismus.
Wer folgt auf Schwesig?
Mit dem Wechsel der Schweriner Sozialministerin Manuela Schwesig nach Berlin beginnt die Suche nach ihrer Nachfolgerin. 
Wer hätte das gedacht, wobei ich darauf wette, dass bereits zuvor gesucht wurde.
Als Kandidaten wurden zuletzt die Stralsunder Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen (50), Nordwestmecklenburgs Landrätin Birgit Hesse (38), Energie-Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich (40) und die Juristin Stefanie Drese (37) genannt. Ambitionen werden auch der stellvertretenden SPD-Landesvorsitzenden Ulrike Lehmann-Wandschneider (33) nachgesagt.
Auch diese Spekulationen sind vor allem komplett wertlos, rauben den Lesern Lebenszeit, müssen aber bezahlt werden, wie alle weiteren Texte über die neue Regierung - wertvoll sind sie für die Bunkerbewohner, die nun erfahren, dass die Kanzlerin Kanzlerin bleibt usw. und die erfahren, wie oft sich die Hochwertjournalisten beim Voraussagen der Postenbesetzung verspekuliert haben.

Einer Personalie, die OZ-Leser so gut wie nichts anzugehen hatte, jedoch von großer Bedeutung ist, widmete das Hochwertblatt zwei Sätze auf der Blickpunktseite:
Mit dem Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, holt sich die SPD externen Sachverstand. Er wird Staatssekretär im Arbeitsministerium.
Sachverstand wofür und für wen? Ich setze dies dagegen:
... Kurz und leicht zugespitzt könnte man Jörg Asmussen wohl am ehesten als mittelmäßigen Ökonomen bezeichnen, der durch und durch von der marktliberalen Ideologie überzeugt ist und über seine gesamte Karriere hinweg die Interessen der deutschen Finanzinstitute vertreten hat. Asmussens Vermächtnis sind die 480 Mrd. Euro, mit denen der Steuerzahler für die Verluste deutscher Banken haftet. ...
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet ein Einfallstor für die neoliberale Axt, die sich über die noch vorhandenen Reste des Sozialstaates hermachen will. So gesehen ist Jörg Asmussen der richtige Mann am richtigen Ort. Wofür brauchen die Wirtschaftsverbände eigentlich noch Lobbyisten, wenn sie ihre überzeugtesten Eiferer auch direkt in den Schlüsselpositionen der Ministerien positionieren können? ... 
Dazu gehört dies als Hintergrund:
... kein Zufall, dass die Bundesregierung laut einer Meldung des Handelsblatts nun die bisherige Bundesbank-Vizechefin Sabine Lautenschläger als Nachfolgerin für Jörg Asmussen im EZB-Direktorium vorschlagen will. Lautenschläger hat zwar – das gibt sie selbst zu – keine Ahnung von Geldpolitik, als ehemalige oberste Aufseherin für Großbanken bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist sie jedoch auf dem Papier die Topbesetzung für die vakante Stelle der stellvertretenden Leitung der EZB-Bankenaufsicht. Und ihr Geschlecht dürfte im „Männerverein“ EZB bei der Besetzung des Postens sicher auch kein Nachteil sein. Ob Frau Lautenschläger nicht nur auf dem Papier die richtige Frau für den Posten ist, darf jedoch bezweifelt werden. Ihre Funktion als Leiterin der Abteilung „Aufsicht über Großbanken und ausgewählte Kreditbanken“ hatte Lautenschläger von 2005 bis 2008 inne. Unter ihrer Überwachung konnten die deutschen Banken also erst die toxischen Papiere in ihre Bilanzen nehmen, die ihnen am Ende von Lautenschlägers Amtseid in diesem Ressort um die Ohren flogen und den Steuerzahler eine dreistellige Milliardensumme kosten werden. Dafür gilt Lautenschläger jedoch als „gut vernetzt“ mit den deutschen Banken und darum geht es ja offenbar letzten Endes. ...
Wozu wird dieses chice Hauptstadtbüro benötigt, wenn all das und so vieles mehr nicht vermeldet wird?

Noch ein Nachwort: Sie können auch in Zukunft für Spekulationen der OZ, die nicht eintreffen, Geld ausgeben. Sie können aber auch Lebenszeit retten, indem Sie auf das Lesen dieser nutzlosen und damit wertlosen Spekulationen verzichten - es sei denn, Sie geben gern Geld für Märchen aus.

14. Dezember 2013

Chefkorrespondentische Sternstunde

Der OZ-Chefkorrespondent setzt fort, was er hier begann:
Er zählt allerlei Familienverhältnisse in der Landesverwaltung/im Landtag auf, etwas, das es überall auf der Welt so oder so ähnlich gibt. Posten sind nun einmal dazu da, an Verwandte und Bekannte vergeben zu werden. Warum sollte das in M-V anders sein?

Nirgendwo in der Aufzählung ist zu lesen, dass irgendjemand gesetzwidrig einen Posten zugeschachert bekam. Also, warum der Quark? Soll das kritischer Hochwertjournalismus sein, eine Sternstunde gar?
Richtig fies und eine bösartige Unterstellung ist natürlich die Schlagzeile, wenn ich das Wort Bande richtig verstanden habe.

13. Dezember 2013

Hauptsache, es steht was drüber

Verstehen Sie die Schlagzeile?
Streichung von Ein-Euro-Jobs: 5400 Hartz-IV-Empfänger in MV
Ich habe sie nicht verstanden; macht aber nichts, denn jetzt geht es erst richtig los:
... Ein Grund für den Rückgang der Erwerbstätigenzahl sei der Abbau von Ein-Euro-Jobs, teilte das Statistische Landesamt mit. ...
Es ist schon wieder an der Zeit mitzuteilen, dass sog. Ein-Euro-Sklaven keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, sondern dass es es sich um eine Arbeitsgelegenheit mit Aufwandsentschädigung handelt. Die Sklaven erhalten also kein Geld für ihre Tätigkeit, sondern:
Zusätzlich zum Arbeitslosengeld II wird eine „Mehraufwandsentschädigung“ (MAE) gezahlt. Sie soll dem Alg-II-Empfänger die durch Ausübung des Zusatzjobs zusätzlich entstehenden Aufwendungen ersetzen, weil sie in der Regelleistung nicht berücksichtigt sind.
Obwohl das so ist, hat die Bundesagentur für Arbeit kein Problem damit, diese Arbeitssklaven aus der Arbeitslosenstatistik auszuklammern und die Statistik so zu schönen. Deshalb hat das Landesamt kein Problem damit, entsprechend zu berechnen und die OZ kein Problem, das alles zu kopieren und den Lesern als Sternstunde des Journalismus zu verscheuern.

Dass die OZ nichts hinzugelernt hat, mag dieser Eintrag verdeutlichen, dieser auch und etliche andere.

9. Dezember 2013

Vorsicht, dummes Zeug

Ich waren dringend davor, diesen Artikel zu lesen:
Rente mit 63: Debatte spaltet Parteien und Generationen
Es steht nur dummes Zeug darin. Sie vergeuden Lebenszeit und geraten in Gefahr zu verblöden. Ignorieren Sie bitte auch den Kommentar dazu; er ist keinen Deut besser. Schade um das Geld, das sie dafür ausgegeben haben.

Ich habe über fast neun Jahre hinweg zum Thema eingetragen und habe deshalb keine Lust, das alles nun zu wiederholen.

7. Dezember 2013

Wertlose Rangfolge - außer für Aida Cruises

Endlich wieder Aida Cruises, egal wie, auch wenn es eine sinnlose und nicht einmal repräsentative Rangfolge von Unternehmen ist:
In dem gestern von der Nord/LB vorgestellten Ranking der 100 größten Unternehmen in MecklenburgVorpommern belegt Aida Cruises mit 6000 Beschäftigten den ersten Platz ...
Jaund? Was haben die Leser davon, etwas Wertloses gekauft zu haben?

Würde die OZ wenigstens zugleich zeigen, welches Unternehmen wie viel Steiern im Land zahlt und das zur Größe ins Verhältnis setzen. Aber von vielen Unternehmen der aufgeführten Unternehmen ist nicht einmal der Jahresumsatz bekannt, natürlich auch nicht von Aida Cruises. Ich gehe davon aus, dass das Unternehmen keinen Cent Steuern an das Land abführt.
Nicht einmal repräsentativ ist die Rangfolge deshalb:
Eingang finden allerdings nur Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligen. Die in der Rangliste aufgeführten Unternehmen haben entweder ihren Hauptsitz in MV oder sind in der Lage, Daten für ihre Aktivitäten in MV anzugeben (zum Beispiel Rossmann).
Nicht berücksichtigt werden nationale oder internationale Firmen, die keine landesbezogenen Daten zur Verfügung stellen. Das gilt den Angaben zufolge etwa für private Geschäftsbanken oder Einzelhandelsketten.
Öffentliche Arbeitgeber wie Bundeswehr oder Universitäten werden ebenfalls nicht berücksichtigt.
Erhebt sich die Frage, welchen Sinn die Erhebung hat. Doch danach fragt kein kritischer Hochwertredakteur, wahrscheinlich, weil es nicht einmal ihn interessiert - Hauptsache der Dreispalter war befülllt, und es konnte wieder ein wenig PR-Bude für Aida Cruises gespielt werden

30. November 2013

Scheinheilig mindestens bis Weihnachten

Weiterhin vertuscht die OZ kritisch-hochwertig, wie viele Menschen in der Bananarepublik D. von Sozialleistungen abhängig sind. Gestern war dieses Nachgeplapper zu lesen:
... Bundesweit gab es mit 2,806 Millionen (plus 5000) fast so viele Arbeitslose wie im Oktober. ...
Hier Zahlen, die OZ-Lesern vorenthalten werden:
November 2013: 6.864.062 Leistungsbezieher
... Rechnet man noch die 465.000 Menschen hinzu, die im November auf die Altersgrundsicherung angewiesen waren, so erhöht sich die Zahl der Leistungsbezieher gar auf 7.329.062. Doch selbst diese Zahl zeigt noch nicht das wahre Ausmaß, denn hinzu kommen noch die Bezieher von Wohn­geld, von Kinderzuschlag oder von Sozi­al­hilfe nach SGB XII. Ganz abgesehen davon, daß im BA-Bericht ständig von Untererfassung, Schätzung und Hochrechnungen gefußnotet wird.Hinzu kommen weitere 3,1 bis 4,9 Millionen Menschen, die laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Hartz-IV-Leistungen erhielten, wenn sie sie beantragen würden – es aus Scham oder aus Angst vor den entwürdigenden Prozeduren in den ARGEN aber unterlassen. Die offiziellen Zahlen der BA sind also ganz offensichtlich nur die berühmte Spitze des Eisberges.
Weitere 3.768.122 Menschen waren laut BA-Bericht im November “unterbeschäftigt” (Oktober 2013: 3.748.761), und 865.335 nahmen an sogenannten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik teil (Oktober 2013: 842.900) – fließen also nicht in die offizielle Jubel-Arbeitslosenzahl ein. Den Millionen von Arbeitslosen standen laut BA im November mal gerade  431.000 Arbeitsstellen gegenüber, über deren Qualität sich in vielen Fällen sicherlich trefflich streiten läßt. ... 
Die OZ hat jahrelang über Alg 2-Berechtigte hergezogen, hat Märchen verbreitet, Gesetzesbruch nicht erkannt ... Ich habe bis zum Erbrechen darüber eingetragen. Deshalb passen solche Zahlen nicht in das Konzept der OZ, das einem Anzeigenblättchen immer ähnlicher wird, abgesehen vom Preis.

Zum Konzept des Blättchens gehört aber diese alljährliche Vorweihnachts-Heuchelei:

Alle elf Lokalredaktionen fördern soziale Projekte? Richtig ist, das die OZ aufruft zu spenden, selbst aber nichts spendet. Sie zehrt sogar von der Bedürftigkeit anderer, indem sie wochenlang Spalten füllen wird und verdient damit Geld. 

Überhaupt ist das Grundprinzip solcher Medien, sich am Leid von Menschen gesundstoßen und natürlich Bonzengeschwätz nachplappern/kopieren - alles, was kostenlos zu haben ist, wird verwurstet und dann verscheuert.

Nirgendwo werden die Hintergründe genannt werden, die es nötig machen, um Spenden zu betteln, sich von Almosen abhängig zu machen. Vielen würde ein bildliches Licht aufgehen; sie würden nicht spenden, sondern verlangen, die sozialen Verhältnisse zu ordnen.

So viel Scheinheiligkeit in der Vorweihnachtszeit und auch sonst.

29. November 2013

Arbeit für Journalisten

Im Gegensatz zu OZ-Schreibern haben andere Leute im sog. Koalitionsvertrag gründlich gelesen. Was dabei herauskam? Ein Beispiel:
Koalitionsvertrag und die Verwaltungskosten der Jobcenter - Haushaltswahrheit?
Hier könnten Journalisten nach einer Antwort suchen.

Kein Wunder weit und breit

Ganz selbstverständlich verscheuerte das Blättle den Lesern ein Jobwunder, ganz Regierungs-/Unternehmenspropagandist.

Es gibt kein Wunder, wie überall nachgelesen werden kann, z.B. hier:
Nie zuvor hatten so viele Menschen einen Job. Dennoch: Heute sind mehr Menschen von Armut bedroht und mehr Menschen dauerhaft arm - das sei die zentrale Botschaft des Sozialberichts für Deutschland 2013, den das Statistische Bundesamt gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin und der Bundeszentrale für politische Bildung erarbeitet hat, so Gerhard Schröder in seinem Bericht für Deutschlandradio Kultur

Schönschwärmerei

Nach längerer Pause zeigt das Hochwertblättle wieder, dass es eine sPD-Zeitung ist. Der Kommentator aus dem chicen Hauptstadtbüro schwärmt nicht nur von der Verräterpartei sPD:
Die SPD wagt mehr Mitsprache
Einfach clever
Er hält jene sPD-Mitglieder, die gegen eine große Koalition stimmen werden, für nicht ganz richtig im Kopf. Er beleidigt sie:
Die 475 000 Sozialdemokraten müssten von allen guten Geistern verlassen sein, sollten sie den erzielten Kompromiss ablehnen. ...
Offensichtlich kann der Autor die gemeinsame Absichtserklärung (Es ist kein Vertrag, lassen Sie sich solch einen Blödsinn nicht einschreiben, und vor allem, bezahlen Sie nicht für Beleidigungen und Märchen.) auswendig und hat nichts gegen die vorgesehene Vorratsdatenspeicherung. Allein dieser eine Punkt ist ein Grund, die Koalition abzulehnen. Gründe gibt es überreichlich und Klagen werden schon jetzt vorbereitet, von wegen Bürgerrechten und so. Das Thema kommt aber in der gedruckten OZ-Ausgabe gar nicht vor; ist wohl auch unwichtig.
Hauptsache Mindestlohn, der schon jetzt ein Hungerlohn ist, und 2018, wenn er zum ersten Mal angepasst werden kann, voraussichtlich weitere zehn Prozent weniger wert sein wird - ein zweiter Grund die Koalition abzulehnen.

Dazu wurde noch diese Jammerei verscheuert:
Die Mindestlohn-Einigung wird die Tourismusbranche in MV nach Meinung ihres Landesgeschäftsführers Bernd Fischer vor große Herausforderungen stellen. Zu befürchten sei, dass einige Firmen in ihrer Existenz bedroht werden. Jedoch seien viele Unternehmer überzeugt, dass auskömmliche Löhne gezahlt werden müssten. ...
1. Warum zahlt die Branche denn trotz Steuererleichterungen für Hoteliers (Mövenpicksteuer) keine auskömmlichen Löhne und hat sie auch noch nie bezahlt? Absichtserklärungen gab es ja. Das Märchen stand jedenfalls im Blättle. Doch dass sich Redakteure an ihr Kopiertes von gestern erinnern und das auch noch verwerten, ist entschieden zu viel verlangt.

2. Wenn Firmen in vier Jahren Pleite gehen wegen des lächerlichen Mindestlohnes, ist das nichts als die Bereinigung des Markes von Steuergeldabsahnern, von jenen, die ihr Personal indirekt zu den Jobcentern schicken, damit sie ihr jämmerliches Gehalt mit unserem Steuergeld aufstocken können.

Wer nun immer noch meint, die sPD sei die Partei der kleinen Leute, wie es deren Vorsitzender vorlügt, lese ganz kurz, was der Linke Gysi dazu weiß:
Union und SPD haben sich bei ihren Koalitionsverhandlungen in der Gesundheitspolitik geeinigt: Der Pflegebeitrag wird erhöht. Der Arbeitgeberanteil bei der Krankenversicherung bleibt bei 7,3 Prozent eingefroren. Arbeitnehmer zahlen schon heute 8,2 Prozent. Die Möglichkeit, ihnen weitere Pauschalen als Zusatzbeiträge aufzudrücken, fällt weg. Die Krankenkassen dürfen aber nur den Anteil der Arbeitnehmer erhöhen, das heißt von 8,2 Prozent auf 8,5 oder 8,8… Die Arbeitgeber werden nie beteiligt. ...
Der Beispiele gibt es viele; das Blättle verschweigt sie.

Hier nur eine Gegenmeinung zum sog. Mitgliederentscheid der sPD:
Der Mitgliederentscheid der SPD wird zur Groteske, und die Behauptung der Parteiführung, es gehe bei der Abstimmung um mehr innerparteiliche Demokratie, wird als Farce entlarvt. ...

Schönschrift-Schlagzeile

Die OZ vermeldet:
Wirtschaft trotzt der Krise: Weniger Pleiten in MV
Immer und überall in diesem Blättle die Trotzreaktionen, jeder trotzt allem; es ist ein Elend.

In dem Artikel mit 358 Wörtern war keine Zeile Platz für die Information, ob die Zahl der durch Firmenpleiten vernichteten Arbeitsplätze auch geringer ausfällt als im Vergleichszeitraum, denn die Zahl der geschlossenen Unternehmen sagt nichts über die Zahl de Arbeitsplätze aus. Ist ja auch nicht so wichtig. Stattdessen durfte ein Kleinbonze dies absondern:
„Die Wirtschaft im Land kommt voran“, betont der Schweriner Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Das sei vor allem an Unternehmensansiedlungen und -erweiterungen zu merken. Glawe nannte als Beispiele den Produktionsstart der Firmen Prolupin in Grimmen, Deutsche Ölwerke in Lubmin und Biosanica im Pommerndreieck. ...
Biosanica? Da war doch was. Richtig, maximal 15 Arbeitsplätze wurden geschaffen, u.a. mit über einer Million Euro Steuergeld, das die Landesregierung dem Unternehmerpaar vorwarf, damit sie ihren Betrieb in Franken schließen können - ein Irrsinn.
Normal ist, dass der Minister sich über den bildlichen grünen Klee lobt; so sind Bonzen nun einmal. Journalistisch verwerflich ist jedoch, das Gesülze recherchefrei nachzuplappern und die Leser für diese Propaganda auch noch bezahlen zu lassen, als wäre die Million Euro nicht mehr als genug gewesen.

28. November 2013

Agitprop

Gestern berichtete die OZ über einen der vielen Rekorde, den das Armenhaus Deutschlands, M-V, hält:
Arme sterben elf Jahre früher als Reiche
Datenreport 2013: In Mecklenburg-Vorpommern ist die Lebenserwartung bundesweit am geringsten.
Darin steht:
... Laut Datenreport gehen in Deutschland zurzeit 41,5 Millionen Menschen einer Beschäftigung nach – so viele wie nie zuvor. Gleichzeitig arbeitet heute jeder etwa 150 Stunden im Jahr weniger als 1990. Was dazu führt, dass trotz des Jobwunders der vergangenen Jahre der Wohlstand abnimmt. ...
Offenbar geht der Autor davon aus, es habe tatsächlich ein Jobwunder stattgefunden, erklärt aber nicht, was er oder sonstwer unter dem Begriff versteht. Er plappert reine Propaganda nach, regierungsergebenes Gewäsch, typisch für die selbsternannte kritische Hochwertzeitung, die auch noch vorgibt, über den Tellerrand zu schauen (, ob dort etwas zum Kopieren zu finden ist).

Es gibt kein Wunder auf dem Arbeitsmarkt und schon gar nicht in M-V. Das ergibt sich schon aus diesem Satz:
MV liegt in weiteren Negativ-Rankings vorn. Der Brutto-Stundenlohn ist mit 14,78 Euro am geringsten
Da werden viele Beschäftigte, z.B. im Gastgewerbe, aber staunen, wie hoch die Löhne in M-V sind, falls sie denn das Blättle lesen. Diese Leute werden mit sechs Euro pro Stunde abgespeist und sitzen im Winter zu Hause, wenn sie nicht in Österreich oder der Schweiz Geld verdienen.
Ein Wunder ist, dass sich die Masse diese Hungerlöhne gefallen lässt, wie alle Steuerzahler, die solche Unternehmer subventionieren, weil deren Beschäftigte aufstocken müssen.

Dem Autor ist völlig entgangen, wie die hohe Beschäftigungsrate zustande gekommen ist: Armutslöhne, Aufstocker, Teilzeitarbeiter, Wanderarbeiter. Ich habe (gefühlt) endlos dazu eingetragen. OZ-Redakteure sind übrigens auch nicht imstande mitzubekommen, wie die Arbeitslosenzahlen schöngerechnet werden - morgen werden sie wie gewohnt das arbeitsamtliche Gequake nachgeplapperen, und Sie werden als Leser für den Quatsch bezahlen.

Dem Autor ist sogar entgangen, dass 1956 in der BR Deutschland ein Film aufgeführt wurde, mit dem Titel: Weil du arm bist, mußt du früher sterben, woran sich sehr einfach erklären ließe, dass sich seit mindestens 57 Jahren in D. nichts geändert hat.

22. November 2013

Chicer Informationsschrott

Das Hochwertblättle verscheuert den Lesern heute eine Seite voller Informationsschrott unter dieser Schlagzeile:

Es ist wie immer, wie z.B. vor der hochgejubelten Inthronisierung des späteren Nobelpreisträgers und heutigen Mörders vom Schreibtisch aus: Statt den Bonzen irgendwelches Geschwätz nachzuplappern, Binsenweisheiten als Information auszugeben und im Kaffeesatz zu lesen, sollten die Herrschaften im chicen Hauptstadtbüro Hintergrund liefern.

Hintergrund erhalten Sie kostenlos im bösenbösen Internet, z.B.:
Koalitionsgespräche im Visier der Lobbyisten
Wie die Lobbyisten Einfluss auf die Koalitionsverhandlungen nehmen ...
Auf Hintergrund, den OZ-Leser nicht kennen, wird auch hier hingewiesen.

Nichts erfahren OZ-Leser hierüber:
Neoliberales Rollback
In Brüssel kehrt langsam wieder Business as usual ein. Die Eurokrise scheint abgehakt, neue EU-Gesetze sind wegen der ablaufenden Legislatur kaum noch zu erwarten. Ohne die neue Regierung in Berlin läuft ohnehin nichts, oder? Irrtum! Brüssel ist Schauplatz eines gigantischen Rollbacks. ...
Macht nichts, gehen Sie ruhig, das EU-Parlament zu wählen; es kann nichts ausrichten, aber prima kassieren und Steuergeld verballern, die Stimmviehherde im Bundestag ebenso.

Auch habe ich zu diesem Thema nichts im Blättle gefunden, denn Ruhe sei die 1. Bürgerpflicht:
3. Quartal gegenüber Vorjahr: Stagnierende Löhne bei kräftig steigenden Unternehmens- und Vermögenseinkommen 
... Gegenüber dem Jahr 2000 lagen die Nettolöhne je Arbeitnehmer bei minus 1 %, die Unternehmens- und Vermögenseinkommen dagegen bei plus 38 % - Realitäten der deutschen Verteilungsarithmetik (Abb. 14849). ...
Daran haben die beiden Parteioberbonzen gehörigen Anteil. Das Blättle hat gehörigen Anteil daran, dass der Fakt verschleiert und die Schuldigen unbenannt bleiben. Auch deshalb lässt sich der bildliche teutsche Michel das alles und viel mehr gefallen. Deshalb wird in den nächsten Jahren von Bonzen noch viel unternommen werden, um den finanziellen Niedergang des Blättles aufzuhalten. Der journalistische Niedergang ist weit fortgeschritten und nicht mehr zu bremsen, schon gar nicht von Bonzen.

21. November 2013

Gegen Sanktionen

Angesichts der bevorstehenden Heucheleiorgie, der OZ-Weihnachtsaktion, sollten Sie sich diese
Petition 46483
Arbeitslosengeld II - Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen (SGB II und SGB XII) vom 23.10.2013
anschauen. Ich meine mit Sie natürlich nicht OZ-Redakteure. Die werden ausgelastet sein, scheinheilig für Spenden zu werben. Außerdem haben sie mehrfach bewiesen, dass ihnen das Verständnis für das Abschaffen von Sanktionen abgeht.

Eingereicht hat die Petition die den OZ-Lesern unbekannte Inge Hannemann. Übrigens hatte sich das Blättle nicht so zickig, als es um eine Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen ging.

Wer die Petition unterzeichnet, tut mehr als mancher Spender. Denken Sie darüber nach.
Weitere Informationen erhalten Sie z.B. hier.

Schönschrift oder nicht

Halleluja! Die OZ hat es mitbekommen:
... Nach der Wiedervereinigung (Es gab keine Wiedervereinigung, denn sie war gar nicht möglich, sondern Kolonisierung, im Bonzendeutsch Beitritt genannt.) waren über Jahre hinweg vor allem junge, gut ausgebildete Menschen in die alten Länder gegangen. (Sie tun es immer noch, s.u.) Insgesamt rund zwei Millionen Menschen. ...
Watdenn, watdenn, keine hochwertige Schönfärberei, wie sonst üblich? Das Blättle kopierte zwar:
Die Abwanderung aus den neuen Ländern ist im Saldo gestoppt, (für alle Zeiten?) vermerkt der Einheitsbericht ebenfalls positiv. ...
berichtete aber auch:
Zunehmend kehrten Menschen in ihre alte Heimat zurück, vor allem wenn sie dort Arbeit und soziale Bindungen vorfänden, sagte Bergner. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete 2012 allerdings immer noch ein Wanderungsminus: Den 91 806 Zuzügen standen 92 421 Wegzüge gegenüber. ...
Doch das wars dann.

Das mit dem Wanderungsminus stimmt, doch die Zahlen sind falsch, denn es wurden auch die Umzüge innerhalb M-V mitgezählt. Macht aber nichts, ist ja nur für zahlende OZ-Leser geschrieben worden; und die können manches ab. Sonst gäbe es sie nicht mehr.

Die OZ versagte zumal kläglich, denn es sind weiterhin vor allem junge Leute, die abwandern und viele Ältere, die zurückkehren oder als Wessis im Rentenalter in den Nordosten ziehen, wie die Zahlen des Statistischen Landesamtes für 2012 zeigen:
Die ganze Tragweite der Abwanderung kommt hier zum Ausdruck:
Mecklenburg-Vorpommern hat in den Jahren 1990 bis 2012 durch Wanderungsverluste insgesamt 186 137 Personen, davon 84 368 Personen männlichen und 101 769 Personen weiblichen Geschlechts verloren.
Die Zahl der alten Rückkehrer (803 älter als 50 Jahre, 2012) zeigt,
1. dass es weiterhin viel zu wenige Arbeitsmöglichkeiten im Nordosten gibt und
2. welch verheerende Wirkung die Kolonialisierung mit dem Untergang ganzer Wirtschaftszweige hatte. Es war indirekt eine Art Vertreibung, voll unermesslicher Tragik.
Das verschwieg das kritische Hochwertblatt regierungsergeben.

Wer in dem Zusammenhang dann auch noch vertuscht, dass u.a. wegen der Abwanderung mehr Leute sterben als geboren werden, den kann ich als selbsternannte kritische Hochwertzeitung nicht ernst nehmen. Der Bevölkerungsschwund hält weiterhin an:

Die Folgen der Abwanderung werden sich noch Jahrzehnte lang auswirken.

Nun entscheiden Sie selbst, ob schöngeschrieben wurde oder nicht.

19. November 2013

Aufgeblasen

Einen Dreispalter kopierte das Blättle aus der Nachricht zusammen, es sei vorgeschlagen worden, börsennotierte Unternehmen müssten ab 2016 30 Prozent der Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, wenn Neubesetzungen erforderlich sind.
Warum bläst das Blättle diese Winzigkeit auf? Keine Ahnung, vielleicht, um sPD-Phrasendrescherin Schwesig weiter hochzuschreiben, is ja eine vonne Küste, wie schon der Grüßaugust.

Das ist nach meiner Meinung nicht einmal eine Kurzmeldung wert. Dazu auch dies aus einem Kommentar:
Dieses Thema ist doch ein reines Luxusproblem der Oberschicht. Den Frauen, die etwa für Hungerlöhne bei Lidl oder Netto an den Kassen sitzen hilft das ungeheuer.
Wenn ich bedenke, wer im Aufsichtsrat der nicht börsennotierten Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH saß, dann sollte es piepe sein, wer da mit Zusatzeinkommen versorgt wird, außer denen, die solch einen Posten haben möchten.

Dazu noch dieses Zitat.

14. November 2013

Es darf wieder gejammert werden

Seit Jahren jammern Hoteliers und Gastronomen wegen Personalmangels. Und nun?

Wer hätte das gedacht?
Hoteliers und Gastronomen im Land lehnen die Bettensteuer und neue Tourismusabgaben ab. Die Branche beklagt außerdem steigende Energiekosten. Investitionen werden zurückgestellt. ...
Wäre ich Hotelier/Gastronom, lehnte ich die Steuer auch ab.

Alle Branchen, ja, fast alle Verbraucher beklagen steigende Energiekosten.
Beide Sätze enthalten keine Neuigkeit, keine Nachricht.

Investitionen werden zurückgestellt. Das ist eine einfache Drohung, die sich ausschließlich gegen die Drohenden wenden wird. Kann natürlich auch sein, dass das Gewerbe vorerst genug investiert hat, nachdem die Schwarz/Geld-Regierung die Mehrwertsteuer auf Übernachtungen von 19 auf sieben Prozent gesenkt hatte. Erinnert sich noch jemand an die sog. Mövenpick-Steuer? Die wollten doch investieren (wurde hoch und heilig versprochen), weshalb von dem zusätzlichen Gewinn (die Übernachtungspreise wurden nämlich nicht gesenkt) nichts für Lohnerhöhungen fürs Personal übrig blieb.
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