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9. Januar 2014

Wertloses

Das Blättle käst sich mit dieser zu 100 Prozent wertlosen Spekulation eine Blickpunktseite lang aus, ohne auch nur einen Autoren der Machwerke zu nennen:

Sommer- oder Wintermärchen?
Die Fußball-WM 2022 in Katar findet vermutlich im Winter statt. Offiziell ist das noch nicht, ein Wunsch der Fifa aber wohl schon. ...

Der Aufmacher endet so:
Und die ganzen Korruptionsvorwürfe (Gibt es auch halbe Vorwürfe?)? Dass sogar europäische Regierungschefs ihren Stimmberechtigten Mitgliedern im Fifa-Exekutivkomitee aufgrund wirtschaftlichen Interessen empfohlen haben, für Katar zu stimmen, wie Sepp Blatter im September in einem „Zeit“-Interview einräumte? Kann ja immer noch mal Thema werden.
Thema in der OZ? Dass ich nicht lache. Anderswo ist es seit Jahren Thema, z.B. hier.

7. Januar 2014

Splitter-Parteitagsgewäsch als Aufmacher

Im Stillen ist der Hochwertjournalist aus dem chicen Hauptstadtbüro wohl ein Verehrer der Splitterpartei FDP, die OZ-Mantelredaktion auch. Sonst hätte sie nicht das Parteitagsgewäsch zum Aufmacher auf der Politikseite gemacht.
Lindner macht der FDP Mut: „So unabhängig wie nie zuvor“
Interessiert das tatsächlich die Mehrheit der OZ-Leser? Wenn nicht, hätte das Parteitagsgeschwafel nichts im Blättle verloren - es sei denn, siehe oben.

Nur so nebenbei: Der Europäische Gewerkschaftsbund hat auch getagt. Darüber war keine Zeile im Blättle zu lesen. Zumindest dies dürfte aber alle Steuerzahler und Europaparlament-Wähler interessieren:
... Im Zentrum der Debatte stand aber eine aufsehenerregende neue Studie zum Vorgehen der so genannten „Troika“ in den Krisenstaaten. Die Hauptaussage der Studie: Die Beteiligung der EU an der Troika-Politik des sozialen Kahlschlages ist nicht nur unsozial und ökonomisch widersinnig, sondern verstößt gegen EU-Recht und die Menschenrechte. Mit anderen Worten: Die EU-Institutionen ignorieren ihr eigenes Recht und verstoßen gegen die sozialen Grundrechte. ...
OZ-Leser haben dagegen die Märchenstunden eine Splitterpartei und der Sturz der Kanzlerin zu interessieren.
Viel Spaß mit Ihrem Abo!

Der Verblödung nächster Teil

Die Kanzlerin stürzte, und die OZ befüllt damit und mit Uraltfotos fast eine ganze Seite; den Rest liefert Steuervermeider Schummel-Schumi, der immer noch im Koma um sein Leben kämpft.
Auf der Titelseite wird das so angekündigt:
... Jetzt wird Deutschland weitgehend im Liegen regiert.
Offensichtlich sind noch nicht alle Texter in der OZ von Silvester ausgenüchtert. Oder sollte es möglich sein, dass jemand bei klarem Verstand so etwas ablässt?

Auf der Blickpunktseite:
Skiunfall: Merkel muss sich schonen
Nach ihrem Sturz muss die Bundeskanzlerin mehr von zu Hause arbeiten. Treffen mit Regierungschefs wurden abgesagt.
...
Das also ist liegend regieren?

Und dann die Zwischenüberschriften (Merkel, die Heldenhafte):
Nach dem Sturz bewies Merkel Durchhaltewillen 
Die Sternsinger dürfen trotzdem kommen
Und sonst? Gehts danke? Ich meine, den Aufschreibern.
Den Text habe ich mir natürlich geschenkt.

Andere machen sich Gedanken und geben Ratschläge, die Merkel garantiert nicht beherzigen wird.

4. Januar 2014

Unterirdisches Niveau

Nachdem die OZ gestern eine Titelgeschichte über den Sonnenschein verscheuert hat, nun eine über Luft, als Aufmacher auf einer Landesseite:
Einmal abgesehen davon, dass mir piepegal ist, ob die Kanzlerin oder nicht - fragen Sie sich doch selbst, was für Sie an der Schlagzeile und der Unterzeile an Neuigkeitswert zu entnehmen ist. Ich finde nichts.

Die Spezialjournalistin (die Sonnenscheingeschichte ist ebenfalls ihr Machwerk) muss bisher völlig ahnungslos in M-V herumgelaufen sein, wo die OZ zu Hause zu sein vorgibt, wenn ihr neu vorkommt, was sie unters zahlende Volk bringen lässt. Doch so lange die Leser dafür ohne Widerstand Geld ausgeben, mag es funktionieren. Allerdings werden es immer weniger Leser.

3. Januar 2014

Nachgeplappertes

Wenn Regierungsmenschen etwas absondern, wird es von der OZ zumeist nachgeplappert und Ihnen als journalistische Sternstunde verscheuert, so auch heute das Geschwafel des Minipräsidenten Sellering:
... Mecklenburg-Vorpommern wolle Energieexporteur werden. „Die Zahlen sprechen
dafür, dass das sehr schnell passieren kann.“
...
Das ist schon vor Jahren passiert, haben der Minipräsident und das Blättle nur nicht mitbekommen (wollen). Ich zitiere mich deshalb selbst:
Im Zusammenhang mit der Rolle der OZ, die immer wieder die Lügengeschichte von der Stromlücke in M-V als Begründung für die Notwendigkeit einer Giftschleuder am Bodden nachplapperte und an Sie verkaufte, sei noch erwähnt, dass in M-V im Jahr 2009 rund 7.372.326 MWh erzeugt wurden und 6.488.815 MWh an Verbraucher in M-V abgegeben wurden. Wer aus dem Überschuss von 883511 MWh ableitet, in M-V müsse deutlich mehr Strom erzeugt werden, egal, was aus der Umwelt wird, ist ein Lügner. Und was ist der, der das ungeprüft an Sie verkaufte?
Der Minipräsident hat es natürlich mitbekommen; doch mit der Ankündigung von bereits Erreichtem ist er auf der sicheren Seite.

Sonnenschein-Schönschrift

Irgendwie muss das Armenhaus D.s schöngeschrieben werden. Da sich nichts findet, muss das Wetter des vergangenen Jahres herhalten - als Titelgeschichte:
Ranglisten sind der Schwachsinn, der sich in Medien verwursten lässt. Ihr Wert besteht allein darin, die Leser zu verblöden und von Wichtigem abzuhalten.
Kostenlos können Sie das Wetter des vergangenen Jahres (allein das dürfte höchstens Meteorologen interessieren) hier kostenlos nachlesen. Lassen Sie es lieber sein, denn es bringt nichts.

2. Januar 2014

Er hat es schon wieder getan

Das ist eines der Themen, zu dem sich der grinsende Verkäufer Chefredakteur unbedingt äußern musste (Wenn er es doch gelassen hätte.):
Falschparker-App geplant
Spitzelei mit Folgen
Zumindest hat er richtig erkannt, dass damit der Denunziation bildlich Tür und Tor geöffnet würde.
... Mit seinem technischen Hilfsmittel schafft er ein Heer von Hilfspolizisten und stellt das staatliche Gewaltmonopol in Frage. Allein der Staat spürt Gesetzesbrecher auf und ahndet ihr Fehlverhalten. Und das sollte auch so bleiben. ...
Genau an dieser Stelle vergaß (?) der Cheffi das Weiterdenken. Stattdessen plapperte er:
Zwang und Bevormundung bringen gar nichts. Sie wirken im Gegenteil kontraproduktiv.
Einmal abgesehen davon, dass die OZ die Leser zwingt, für jeden noch so öden Langweiler in der gedruckte Ausgaben zu zahlen, sie bevormundet, indem das Blättle bestimmt, was für die Leser wichtig zu sein hat, wäre ein Gedanke daran zu verschwenden gewesen, warum das Gewaltmonopol ausgehöhlt werden soll. Wer allerdings weiß, dass der Landesinnenminister die Zahl der Pulliseier weiter verringern will, kommt ganz von allein zu Schlüssen - außer dem regierungsergebenen Cheffi.

Achso, wie ist das mit der Arbeitsteilung zwischen Politessen und Pulisseiern?

Und noch etwas: Sollte ich etwa darauf verzichten, einen Behindertenparkplatz zu nutzen, weil ich eine behinderte Person befördere, ein Parkplatz, den jemand ohne Behindertenschild belegt hat und ich keinen anderen zumutbaren Parkplatz finde? Ist das auch Petzerei? Soll ich dann warten, bis irgendwann in drei Tagen ein Pulliseier oder eine Politesse vorbeikommt? Nein, ich lasse eigeninitiativ abschleppen.

Das mit der Melderei ist nicht neu, wenn auch nicht als Anwendung für das Smartphone.
Außerdem bieten im bösenbösen Internet haufenweise Anwaltskanzleien ihre Dienste in der Angelegenheit an.

Grenzwertig gelangweilt

Die OZ präsentiert heute mehrere Langweiler des Tages. Hier noch einer:
Um den „Grenzöffner“ ist es still geworden
Der ehemalige DDR-Spitzenfunktionär Günter Schabowski wird Sonnabend 85 Jahre alt. ...
Es ist völlig zu Recht um ihn still geworden, denn er hat nichts Neues beizutragen. Stattdessen belästigt das Blättle die Leser gegen Geld mit diesem Müll:
... Zuletzt lieferte sich Schabowski im Jahr 2009 eine Kontroverse mit dem einstigen SED-Generalsekretär Egon Krenz – beide sind sich spinnefeind. Er habe die Maueröffnung nicht im Alleingang und aus Versehen verkündet, sagte Schabowski damals der Nachrichtenagentur dpa. In der Sitzung des SED-Zentralkomitees am 9. November 1989 zum neuen DDR-Reisegesetz habe SED-Generalsekretär Krenz ihn gebeten, darüber am Abend die internationale Presse zu informieren. Krenz meinte hingegen, Schabowski habe die Öffnung der DDR-Grenzen „aus Unkonzentriertheit im Alleingang“ um Stunden zu früh (angeblich gab es eine Sperrfrist bis 4 Uhr morgens – die
Red.) verkündet und damit die DDR an den Rand einer Katastrophe gebracht. „Das trifft absolut nicht zu“, konterte Schabowski. Nach seiner Auffassung sollte mit der Erlaubnis für DDR-Bürger, ins westliche Ausland zu reisen, die DDR gerettet werden.
...

Von einem, der witzig sein wollte

Eine Seite Schwachsinn von einem, der witzig sein wollte:
Sonderbar finde ich lediglich, dass sich OZ-Leser so etwas gefallen lassen für ihr Geld.

Allererster Quark

Alle Jahre wieder muss dieser Quark im Blättle stehen:
Rabia ist das erste Baby an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern
Wie bitte, an der Küste geboren, zwischen all den Knallkörpern?
Als Küste bezeichnet man nach Kelletat (1999) das Gebiet zwischen der obersten und äußersten landeinwärtigen und der untersten und äußersten seewärtigen Brandungseinwirkung. ...
Der Schlagzeilenschmied hatte natürlich einen Grund für die Eierei, die zum Ende des Textes fortgesetzt wurde:
Das allererste Kind in MV war um 0.10 Uhr im Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg zur Welt gekommen.
Erster ist Erster. Allererster ist journalistischer Quark, denn das Adjektiv wirkt
verstärkend  
Hier wurde es allerdings verschleiernd eingesetzt, also für kritischen Hochwertjournalismus nach Art des Hauses, denn:
Name und Geschlecht wollte die Mutter nicht preisgeben. 
Gratulation an die Mutter, weil sie die Meinung vertritt, dass die Geburt des Babys nichts für die Zeitung ist.

31. Dezember 2013

Weiterhin nichts Neues zum Lebenskampf im Koma (aktualisiert)

Die OZ hatte schrottline über den angeblich im Koma Kämpfenden geschwätzt, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, wie das funktioniert und damit einen Nutzwert zu schaffen.
Heute befüllte irgendwer eine ganze Seite über den beim Skifahren verunglückten, einst besonders schnellen Autofahrer. Unerwähnt bleibt weiterhin, wie der Patient das anstellt, im Koma um sein Leben zu kämpfen. Der Nutzwert der Seite beträgt null.

In Syrien werden täglich Menschen ermordet, einfach nur, weil sie in Syrien wohnen. Darüber als ich schon lange nichts mehr im Blättle, wahrscheinlich weil es dort niemanden gibt, der vor langer Zeit schnell Auto fahren konnte und im Koma um sein Leben kämpft.

Hier ein Eintrag, der die mediale Verwurstung des Themas allgemein beschreibt. Schumacher wurde von der Hochwertpostille OZ allen Ernstes als Sympathieträger beschrieben.
... Herr Schumacher ist weder bei seinen „Kollegen“, noch bei anderen kritischeren Medien beliebt. Er war immer schon der „Schummel-Schumi, soweit mir das als nicht-Formel 1-Fan in Erinnerung geblieben ist!Herr Schumacher ist ein bekennender Steuerflüchtling! Von daher kann ich die offizielle Trauerbekundung des Regierungssprechers und seiner Kanzlerin nicht nachvollziehen.Empathie ja, aber diese pseudo-populistische Tränen- Drüsen-Drückerei ist meiner dummen Meinung nach völlig unangebracht! ...

27. Dezember 2013

100 Prozent wertlos

Ein Kommentator meinte heute im Blättle, in dem es u.a. um diese Kaffeesatzleserei zur Konjunktur im nächsten Jahr geht:
Da erwarten die Wirtschaftsforscher in Deutschland 2014 eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von rund zwei Prozent. Der Osten schafft den Prophezeiungen zufolge einen halben Prozentpunkt weniger. ...
Die genannten Wirtschaftsforscher (?) sind keine Propheten, sondern Propagandamaschinen. Sie sind zudem Spekulanten, Kaffeesatzleser, deren Drohung natürlich nicht im Hochwertblatt fehlen durfte, für den Fall, ihre Spekulationen gingen nicht auf:
... Hüther warnte vor höheren Arbeitskosten durch den Mindestlohn oder die Begrenzung der Zeitarbeit. Auch der Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide, spricht von einem „falschen Signal“. Die „gutgemeinte Sozialpolitik“ werde unter dem Strich Geld kosten. ...
Das verfehlte Spekulieren haben diese Leute jahrelang bewiesen, was wiederum weder die OZ noch den Kaffeesatzinterpreten/Kommentator daran hinderte, sich daran abzuarbeiten, wobei das Abarbeiten der Feiertagsredaktion im Kopieren bestanden haben dürfte.

24. Dezember 2013

Ultralangweiler des Tages

Die Leser der Usedom-Ausgabe werden nicht verschont vor diesem Ultralangweiler, nachdem sie diesen Informationsmüll ertragen mussten:

23. Dezember 2013

"Dieses unterirdische Klippschulniveau, diese dumme, selbstzufriedene, unreflektierte Kaltschnäuzigkeit"

Wer ist Chodorkowski? Aus dem chicen Hauptstadtbüro kommt per Kommentar diese Kunde:
Michail Chodorkowski ist und bleibt eine schillernde Persönlichkeit. ...
der russische Ex-Staatsfeind Nr. 1 ...
Der geschäftstüchtige Ex-Komsomol-Funktionär machte unter Jelzin schnell und brutal Karriere, wurde zum reichsten Mann Russlands und einer der mächtigsten Oligarchen. ...
Der asketische Geschäftsmann ...
der Fall des in zwei politisch motivierten Prozessen verurteilten Managers ...
In einer Meldung auf der Titelseite ist er:
Der russische Regierungsgegner Michail Chodorkowski ...
Im aufgeblasenen Aufmacher auf der Politikseite ist er :
Der einstige Kremlgegner 
Ich habe bisher darauf verzichtet, die OZ zur sog. Systempresse zu zählen. Damit ist jetzt Schluss. Ich rate Ihnen, hier kostenlos nachzulesen:
... Es ist wirklich zum Verzweifeln. Dieses unterirdische Klippschulniveau, diese dumme, selbstzufriedene, unreflektierte Kaltschnäuzigkeit der deutschen Medien. Seit langem gibt dies allein bei wirtschaftlichen und wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen unablässigen Anlass zur kritischen Aufklärung. Das aktuelle Theater rund um die Freilassung Chodorkowskis, das selbst öffentlich-rechtliche Medien wie der Deutschlandfunk ernsthaft als seriöse Berichterstattung präsentieren bzw. zu präsentieren versuchen, setzt dem katastrophalen Zustand der Medien in Deutschland die Krone auf – weitere Steigerungen nicht ausgeschlossen. ... 
Auch hier lesen Sie kostenlos:
Die Akte Chodorkowski
Der Ex-Oligarch und Ex-Yukos-Chef ist begnadigt worden. Es ist damit allerdings kein "politisch Verfolgter" wieder auf freiem Fuß, sondern ein Wirtschaftskrimineller ...
 Ebenso kostenlos und hintergrundreich:
Viktor Timtschenko beleuchtet Aufstieg und Fall des vermeintlichen Putin-Opfers
P.S.:
Übrigens passt der Propagandaartikel über Panzer-Uschis Aufenthalt in Afghanistan genau zu dem Obigen:
Feuertaufe in Afghanistan: Von der Leyen besucht Truppe
Da werden sich all jene, die eine tatsächliche Feuertaufe erlebten, an den Kopf fassen. Zu denen gehöre ich.

21. Dezember 2013

"Verblödung und plumpe Propaganda"

Es nervt schon seit Jahren, diese Art der Leserverblödung:
Konsumklima steigt auf höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren
Deutschlands Verbraucher gehen voller Optimismus ins neue Jahr. Das von der GfK gemessene Konsumklima wird im Januar auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren steigen, erklärte das Marktforschungsinstitut in Nürnberg gestern. ...
Das Konsumklima werde im Januar weiter steigen, von 7,4 Punkten im Dezember auf 7,6 Punkte, erklärte die GfK. Das sei der höchste Stand seit August 2007 vor dem Ausbruch der Finanzkrise. 2013 werde der private Konsum um etwa ein Prozent zulegen, erklärte die GfK. Das Bruttoinlandsprodukt werde dagegen nur auf ein Plus von knapp einem halben Prozent kommen - der Konsum werde also „die entscheidende Stütze“ der Konjunktur sein. Der gute Start ins neue Jahr signalisiere eine solche Entwicklung auch 2014.
1. Noch ist niemand ins neue Jahr gestartet.
2. Seit Jahren wird der Konsum als Stütze beschworen, ist es aber nicht geworden.
3. Seit Jahren ist der Konsum etwa gleich geblieben. Wie sollte er auch zunehmen, wenn die Reallöhne nicht steigen? Die Nürnberger Kaffeesatzleser erwarten tatsächlich, dass der Konsum kreditgetrieben zunehmen wird.
4. Es ist völlig unerheblich, was an Kauflaune aus dem Kaffeesatz gelesen wird, weil sie nichts mit dem tatsächlichen Konsum zu tun hat.
5. Allein diese ewige Nachplapperei wäre ein Grund, das OZ-Abo zu kündigen.

Ansonsten hier ein par Sätze:
Wie es zu erwarten war, berichtete die GfK erneut, das “Konsumklima legt weiter zu”. Monat für Monat klettert angeblich die Stimmung der Verbraucher und deren Konsum. Die üblichen Verdächtigen springen wie jeden Monat unkritisch auf diesen Zug auf, u.a. SPON und setzen sogar noch einen drauf: “Deutschland im Kaufrausch”. Die Verblödung und die plumpe Propaganda scheinen keine Grenzen mehr zu kennen. Armes Deutschland! Dumm nur, dass harte belastbare Fakten die gemessene Stimmung nicht bestätigen und dies bereits seit vielen Monaten.

Kritisch-hochwertig, oder so

Alle Jahre wieder dieser oder ähnlicher Informationsmüll (Im Sommer: Wo machen Bonzen Urlaub?):

19. Dezember 2013

Hier geht die Langeweile ab

Die OZ traut sich, drei Viertel einer Seite hier mit befüllen:
Andere Tische, andere Sitten: Wir zeigen Ihnen, was in Mecklenburg-Vorpommern zum Weihnachtsfest gegessen wird.
Alle Jahre wieder Gans?
Weihnachten ist das Fest der Liebe – und des Essens. 
Wenn ich mich recht erinnere, ist Weihnachten das Fest zu Christi Geburt.
Die einen mögen es klassisch mit Gans, Ente oder Kartoffelsalat mit Würstchen. 
Was die OZ alles an Wissen zu vermitteln weiß!
Andere kochen lieber exotisch.
Jede Familie hat ihre eigene Tradition beim Festtagsmenü.
Gut, dass es die OZ gibt; von allein wäre ich nie darauf gekommen
Die OSTSEE-ZEITUNG hat bei bekannten Mecklenburgern und Vorpommern nachgefragt, was bei ihnen an den Feiertagen auf den Teller kommt. ...
Darauf verschwendet die OZ Arbeitszeit?

Auf der nächsten Seite ein Fünfspalter mit diesen Neuigkeiten:
Vor Weihnachten geht die Post ab
Hochsaison für Zusteller: 150 000 Pakete verteilt die Post zurzeit täglich im Land. ...
Geht Pleite.

17. Dezember 2013

Gephrastes

Die OZ hat Phrasendrescherin Schwesig drei Fragen gestellt. Nach der ersten Antwort haben das Lesen beendet. Darum:
Welche Themen wollen Sie in Berlin zuerst anpacken? 
Ich werde mich weiterhin für eine moderne Frauen- und Familienpolitik, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und gegen Kinderarmut einsetzen. Ich war fünf Jahre Ministerin in einem Land, in dem nicht alles rosig ist, wo Menschen etwa zu Niedriglöhnen arbeiten und wo Frauen im Pflegedienst unter großem Druck stehen. Ich freue mich auf die Chance, auf Bundesebene Verbesserungen mit auf den Weg zu bringen. ...
Ich begreife nicht, dass sich ein Journalist, ein kritisch-hochwertiger sogar, so etwas gefallen lässt. Ich begreife auch nicht, dass sich die Leser so etwas von einem Journalisten bieten lassen und dafür auch noch Geld ausgeben.
Es wird im bösenbösen Internet anders über Schwesig berichtet.

Zitat des Tages

Zitat des Tages:
Über nichts philosophieren die deutschen Medien lieber als über Personalfragen und über nichts schweigen sie lieber als über Sachfragen. ...
Deshalb brauchen Sie nicht zu erwarten, dass das Blättle z.B. so etwas anbietet.

Natürlich trifft das Zitat auf die OZ zu, denn heute befüllte sie eine Seite mit Geschichten über Panzer-Uschi, der einstigen Zersursula unter dieser Schlagzeile, die zugleich ein Blick in die Glaskugel ist, also Spekulation:
Eine Frau auf dem Weg nach oben

15. Dezember 2013

Danke, Markus Neugebauer!

Tatsächlich hatte das Blättle am Freitag eine dreiviertel Seite über die Eröffnung einer Autobahnraststätte verscheuert:
Darin durften sich die Leser an diesen Bildunterschriften erfreuen:

Wenigstens ein Leser fand diese unternehmerfreundliche, aufgeblasene PR-Kampagne so unmöglich, dass er sich zu einem Leserbrief aufraffte:
Gibt es denn in bzw. aus Mecklenburg-Vorpommern mittlerweile wirklich so wenig Interessantes zu berichten, dass eine Tankstellen- bzw. McDonalds-Filialeröffnung fast eine ganze Seite einnimmt? Irgendwie kommt das Gefühl auf, da musste "auf Teufel komm raus" noch irgendwie das Blatt gefüllt werden.
Ich wohne in Schleswig-Holstein, lese als ehemaliger Rüganer aber täglich das OZ-Epaper. Teilweise auch im Büro, wo mir Kollegen ab und an über die Schulter gucken und mitlesen. Heute musste ich mir schallendes Gelächter anhören, als ein Kollege das Foto mit dem Kommentar "Marianne Bentin bewundert eine Toilette." sah und meinte: "Ach, Toiletten sind immernoch was Bewundernswertes im Osten?".
Mal ganz ehrlich, der Knaller ist dieser aufgepustete Bericht nicht wirklich, oder? Vor allem, weil mittendrin auch nochmals geschrieben wird, dass auch den dänischen Durchreisenden die Toiletten besonders gefallen haben. Ich dachte bisher immer, MV punktet mit seiner tollen Landschaft, den Tourismusangeboten und den netten "Fischköppen", aber offensichtlich haben die Rasthoftoiletten einen höheren Stellenwert? Dieser Bericht war doch mal im wahrsten Sinne des Wortes ein "Griff ins Klo"!
Markus Neugebauer
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