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9. Januar 2014

Wertloses

Das Blättle käst sich mit dieser zu 100 Prozent wertlosen Spekulation eine Blickpunktseite lang aus, ohne auch nur einen Autoren der Machwerke zu nennen:

Sommer- oder Wintermärchen?
Die Fußball-WM 2022 in Katar findet vermutlich im Winter statt. Offiziell ist das noch nicht, ein Wunsch der Fifa aber wohl schon. ...

Der Aufmacher endet so:
Und die ganzen Korruptionsvorwürfe (Gibt es auch halbe Vorwürfe?)? Dass sogar europäische Regierungschefs ihren Stimmberechtigten Mitgliedern im Fifa-Exekutivkomitee aufgrund wirtschaftlichen Interessen empfohlen haben, für Katar zu stimmen, wie Sepp Blatter im September in einem „Zeit“-Interview einräumte? Kann ja immer noch mal Thema werden.
Thema in der OZ? Dass ich nicht lache. Anderswo ist es seit Jahren Thema, z.B. hier.

30. Dezember 2013

"Dann hört verdammt nochmal auf mit euren Posts"

Damit Sie sich selbst ein Bild davon machen können, was in der OZ unter einer Sternstunde des Journalismus verstanden wird, unter Recherche gar, hier der volle Wortlaut eines Textes von der Landesseite, der fast ausnahmslos aus Spekulationen (Rote Buchstaben) besteht:

Vor wenigen Tagen posierte (?) Stefanie G. mit ihrer kleinen Tochter vor einem Weihnachtsbaum. Stolz veröffentlichte sie das Foto im sozialen Online-Netzwerk Facebook und ließ die Welt an ihrem Glück teilhaben. Jetzt ist sie tot. Und viele fragen sich: Hätte das Drama am Sonnabendmorgen im Greifswalder Puschkinring 25 nicht verhindert werden können?
Auf Facebook steht ein Hilferuf. „Jedem, dem du dein Herz schenkst, schenkst du auch ein Messer, mit dem er dich entweder beschützen oder verletzen kann“ – heißt es in einem Beitrag von Stefanie G. vom 16. August. Welche tragische Bedeutung dieser Satz hat, wird nun deutlich: Ihr Ex-Freund Andy W. hat die 33-jährige allem Anschein nach am Sonnabend mit mehreren Messerstichen getötet. Der Verdächtige hat offenbar nicht verkraftet, dass die Frau ihn im Sommer verlassen hat.
Andy W. gilt in Greifswald als stadtbekannter Schläger. Auf Fotos brüstet er sich mit seinen Muskeln und seinen Tattoos. Auf seinem Unterarm steht: „Outlaw“ – „Gesetzesloser“. Der 36-Jährige ist wegen Gewalttaten vorbestraft und saß bereits im Gefängnis, wie die Polizei bestätigt. Ein Bekannter des Verdächtigen sagt: „Wenn Andy rot sieht, kennt er weder Freund noch Feind.“ 
Als die Eltern des Opfers am Sonnabend von dem Tod ihrer Tochter erfuhren, soll es für sie keinen Zweifel gegeben haben: Andy W. sei der Täter. Im Oktober drehte er angeblich schon einmal durchEs heißt, er habe Stefanie G. verprügelt. Bei der Polizei soll deswegen ein Verfahren wegen Körperverletzung gegen ihn laufen.
Doch obwohl Stefanie G. Anzeige erstattet hat, soll Andy W. weiter einen Schlüssel für ihre Wohnung gehabt haben. „Für sie war es zwar vorbei. Aber er wollte das nicht wahrhaben und spielte eine heile Welt vor“, sagt ein Bekannter. Es soll immer wieder zum Streit zwischen den beiden gekommen sein.
Bevor der Konflikt am Samstag eskalierte, wurde Stefanie G. am Mittwoch auf einer Weihnachtsparty in der Greifswalder Stadthalle gesehen. Sie konnte angeblich nicht ausgelassen feiern. Zu groß sei die Angst gewesen, dass Andy W. dort auftauchen könnte. 
Die Freunde sind fassungslos, dass es nun so weit gekommen ist. Die Anteilnahme auf Facebook ist riesig (siehe Grafik rechts oben). Viele leiden vor allem mit der fünf Jahre alten Tochter, die nun ohne ihre Mutter aufwachsen muss.Doch nicht jedem gefallen die Einträge. Eine junge Frau schreibt unter dem Pseudonym „Vivi En“: „Herzliches Beileid an die Familie? Dann hört verdammt nochmal auf mit euren Posts und Kommentaren! Denn die stechen uns allen noch einmal direkt ins Herz. Konntet ihr sie vor diesem Verbrecher schützen? Nein! Kümmert euch um euren Scheiß!!!“
Bloß gut, dass es Facebook gibt; sonst wären die Aufschreiber aufgeschmissen gewesen, und die OZ hätte nicht viel, was sie den Lesern verscheuern könnte. So ist es zwar viel Text geworden, der allerdings wertlos ist, weil er vor allem aus Spekulationen besteht.

Wozu der letzte Abschnitt gut sein soll, bleibt mir unverständlich. Nähme die OZ nämlich die Schreiberin Vivi En ernst, hätte das Blättchen den Artikel nicht veröffentlicht, denn die OZ hat die Frau auch nicht geschützt, dafür lang und breit getextet, allerdings nur, um damit Geld zu verdienen - - als Herzstecher.

23. Dezember 2013

Woran sich das Hochwertblatt hochzieht

Schon wieder veralbert das Blättle die Leser mit müden Spekulationen um einen Minister.
Schlagzeile:
Backhaus-Anwalt brüskiert MV mit hochnäsigem Brief
Das ist Quatsch, denn es war kein offener Brief. In diesem eingestreuten Zitat kommt die ganze Tücke der Redaktion zu Tage:
Backhaus scheint keine hohe Meinung von seinem Bundesland zu haben.“
Rechtsanwalt Benjamin Richert
Das ist Unsinn, denn den Brief schrieb nicht Backhaus, sondern ein Anwalt. Falls hier überhaupt jemand abgewertet werden sollte, war es nicht M-V, sondern der angeschriebene Anwalt. Besonders eklig finde ich, das angepinkelt Fühlende nichts Besseres zu tun hat, als die OZ einzuschalten. Kann er sich nicht wehren?

Hier der Anlass für den mit Spekulationen und Füllstoff aufgeblasenen Text:
In einem Brief an die Kanzlei von Peter-Michael Diestel verortet der Backhaus-Beistand Mecklenburg-Vorpommern in der tiefsten Provinz. Wörtlich schreibt Granzin: „Gerne höre ich wieder von Ihnen aus der Peripherie.“ Adressat ist der für Diestel arbeitende Anwalt Benjamin Richert. 
Die Peripherie ist ein Randgebiet, eine Randzone. Ist M-V das etwa nicht? Natürlich ist es das. Nun sind Provinz und Peripherie nicht dasselbe, für die OZ schon, kommt nicht drauf an, wenn man jemand in Grund und Boden schrieben möchte, kommt auch sonst nicht so drauf an. Denn Provinz ist eine:
(oft abwertend) Gegend, in der (mit großstädtischem Maßstab gemessen) in kultureller, gesellschaftlicher Hinsicht im Allgemeinen wenig geboten wird

Und so geht das weiter, dazu den schon früher aufgeblasenen Mist wiedergekäut. Ich höre hier auf, damit ich nicht mein Abendbrot zur allgemeinen Besichtigung auf dem Tisch ausbreiten muss.

19. Dezember 2013

Informationsnebel

Das ist so wichtig für OZ-Leser, dass sie es per Schlagzeile zu wissen bekommen:
Vater von Uwe Mundlos beschimpft Richter
Dies las ich in der taz:
... Immer wieder versuchte der frühere Professor zu betonen, dass vor allem Tino Brandt, V-Mann und Führer des „Thüringer Heimatschutzes“, Leute in die rechtsextreme Szene gezogen hatte. Auch seinen Sohn Uwe. Mit dem Geld des Verfassungsschutzes habe er sie gewinnen können: Er bezahlte Fahrten und richtete Konzerte aus. ... 
Heißt ja wohl, der Verfassungsschutz habe Mundlos in die rechte Szene geworben. Ob irgendwer dieser Aussage einmal nachgeht? Nein, nicht die OZ, die ist weder in der Lage noch willens, hier zu recherchieren; sie hat ja sogar diese Aussage verschwiegen und sich auf eine Beschimpfung konzentriert.

Erst gegen Ende des fürs Blättle Aufgeschriebenen Nebulöses:
Ähnlich wie vor wenigen Wochen die Mutter des NSU-Mannes Uwe Böhnhardt gab auch der Vater von Uwe Mundlos den Sicherheitsbehörden die Hauptschuld für die rechtsradikalen Straftaten (zehn Morde) seines Sohnes, die er zugleich verharmloste. ...

17. Dezember 2013

Gephrastes

Die OZ hat Phrasendrescherin Schwesig drei Fragen gestellt. Nach der ersten Antwort haben das Lesen beendet. Darum:
Welche Themen wollen Sie in Berlin zuerst anpacken? 
Ich werde mich weiterhin für eine moderne Frauen- und Familienpolitik, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und gegen Kinderarmut einsetzen. Ich war fünf Jahre Ministerin in einem Land, in dem nicht alles rosig ist, wo Menschen etwa zu Niedriglöhnen arbeiten und wo Frauen im Pflegedienst unter großem Druck stehen. Ich freue mich auf die Chance, auf Bundesebene Verbesserungen mit auf den Weg zu bringen. ...
Ich begreife nicht, dass sich ein Journalist, ein kritisch-hochwertiger sogar, so etwas gefallen lässt. Ich begreife auch nicht, dass sich die Leser so etwas von einem Journalisten bieten lassen und dafür auch noch Geld ausgeben.
Es wird im bösenbösen Internet anders über Schwesig berichtet.

Zitat des Tages

Zitat des Tages:
Über nichts philosophieren die deutschen Medien lieber als über Personalfragen und über nichts schweigen sie lieber als über Sachfragen. ...
Deshalb brauchen Sie nicht zu erwarten, dass das Blättle z.B. so etwas anbietet.

Natürlich trifft das Zitat auf die OZ zu, denn heute befüllte sie eine Seite mit Geschichten über Panzer-Uschi, der einstigen Zersursula unter dieser Schlagzeile, die zugleich ein Blick in die Glaskugel ist, also Spekulation:
Eine Frau auf dem Weg nach oben

16. Dezember 2013

Das geht doch keinen etwas an

Das hat für OZ-Leser laut Titelgeschichte besonders wichtig zu sein, was ich für unbedeutend halte:
Neue Bundesregierung wird weiblicher und ostdeutscher
Die Bekanntgabe der Regierungszusammensetzung ist für die OZ, na?, naklar, Anlass für weitere Spekulationen auf der Titelseite, sog. Sternstunden kritischen Hochwertjournalismus.
Wer folgt auf Schwesig?
Mit dem Wechsel der Schweriner Sozialministerin Manuela Schwesig nach Berlin beginnt die Suche nach ihrer Nachfolgerin. 
Wer hätte das gedacht, wobei ich darauf wette, dass bereits zuvor gesucht wurde.
Als Kandidaten wurden zuletzt die Stralsunder Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen (50), Nordwestmecklenburgs Landrätin Birgit Hesse (38), Energie-Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich (40) und die Juristin Stefanie Drese (37) genannt. Ambitionen werden auch der stellvertretenden SPD-Landesvorsitzenden Ulrike Lehmann-Wandschneider (33) nachgesagt.
Auch diese Spekulationen sind vor allem komplett wertlos, rauben den Lesern Lebenszeit, müssen aber bezahlt werden, wie alle weiteren Texte über die neue Regierung - wertvoll sind sie für die Bunkerbewohner, die nun erfahren, dass die Kanzlerin Kanzlerin bleibt usw. und die erfahren, wie oft sich die Hochwertjournalisten beim Voraussagen der Postenbesetzung verspekuliert haben.

Einer Personalie, die OZ-Leser so gut wie nichts anzugehen hatte, jedoch von großer Bedeutung ist, widmete das Hochwertblatt zwei Sätze auf der Blickpunktseite:
Mit dem Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, holt sich die SPD externen Sachverstand. Er wird Staatssekretär im Arbeitsministerium.
Sachverstand wofür und für wen? Ich setze dies dagegen:
... Kurz und leicht zugespitzt könnte man Jörg Asmussen wohl am ehesten als mittelmäßigen Ökonomen bezeichnen, der durch und durch von der marktliberalen Ideologie überzeugt ist und über seine gesamte Karriere hinweg die Interessen der deutschen Finanzinstitute vertreten hat. Asmussens Vermächtnis sind die 480 Mrd. Euro, mit denen der Steuerzahler für die Verluste deutscher Banken haftet. ...
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet ein Einfallstor für die neoliberale Axt, die sich über die noch vorhandenen Reste des Sozialstaates hermachen will. So gesehen ist Jörg Asmussen der richtige Mann am richtigen Ort. Wofür brauchen die Wirtschaftsverbände eigentlich noch Lobbyisten, wenn sie ihre überzeugtesten Eiferer auch direkt in den Schlüsselpositionen der Ministerien positionieren können? ... 
Dazu gehört dies als Hintergrund:
... kein Zufall, dass die Bundesregierung laut einer Meldung des Handelsblatts nun die bisherige Bundesbank-Vizechefin Sabine Lautenschläger als Nachfolgerin für Jörg Asmussen im EZB-Direktorium vorschlagen will. Lautenschläger hat zwar – das gibt sie selbst zu – keine Ahnung von Geldpolitik, als ehemalige oberste Aufseherin für Großbanken bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist sie jedoch auf dem Papier die Topbesetzung für die vakante Stelle der stellvertretenden Leitung der EZB-Bankenaufsicht. Und ihr Geschlecht dürfte im „Männerverein“ EZB bei der Besetzung des Postens sicher auch kein Nachteil sein. Ob Frau Lautenschläger nicht nur auf dem Papier die richtige Frau für den Posten ist, darf jedoch bezweifelt werden. Ihre Funktion als Leiterin der Abteilung „Aufsicht über Großbanken und ausgewählte Kreditbanken“ hatte Lautenschläger von 2005 bis 2008 inne. Unter ihrer Überwachung konnten die deutschen Banken also erst die toxischen Papiere in ihre Bilanzen nehmen, die ihnen am Ende von Lautenschlägers Amtseid in diesem Ressort um die Ohren flogen und den Steuerzahler eine dreistellige Milliardensumme kosten werden. Dafür gilt Lautenschläger jedoch als „gut vernetzt“ mit den deutschen Banken und darum geht es ja offenbar letzten Endes. ...
Wozu wird dieses chice Hauptstadtbüro benötigt, wenn all das und so vieles mehr nicht vermeldet wird?

Noch ein Nachwort: Sie können auch in Zukunft für Spekulationen der OZ, die nicht eintreffen, Geld ausgeben. Sie können aber auch Lebenszeit retten, indem Sie auf das Lesen dieser nutzlosen und damit wertlosen Spekulationen verzichten - es sei denn, Sie geben gern Geld für Märchen aus.

14. Dezember 2013

Wie wäre es mit einfach bis morgen warten?

Wie viele OZ-Leser mag es geben, die so gründlich mit Langeweile ausgestattet sind, dass sie unbedingt die sinn- und wertlosen aber kostenpflichtigen Spekulationen kritischer Hochwertjournalisten nötig haben?

Allein diese Blickpunktseite wäre für mich ein Grund, ein OZ-Abo zu kündigen:

13. Dezember 2013

Hauptsache, es steht was drüber

Verstehen Sie die Schlagzeile?
Streichung von Ein-Euro-Jobs: 5400 Hartz-IV-Empfänger in MV
Ich habe sie nicht verstanden; macht aber nichts, denn jetzt geht es erst richtig los:
... Ein Grund für den Rückgang der Erwerbstätigenzahl sei der Abbau von Ein-Euro-Jobs, teilte das Statistische Landesamt mit. ...
Es ist schon wieder an der Zeit mitzuteilen, dass sog. Ein-Euro-Sklaven keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, sondern dass es es sich um eine Arbeitsgelegenheit mit Aufwandsentschädigung handelt. Die Sklaven erhalten also kein Geld für ihre Tätigkeit, sondern:
Zusätzlich zum Arbeitslosengeld II wird eine „Mehraufwandsentschädigung“ (MAE) gezahlt. Sie soll dem Alg-II-Empfänger die durch Ausübung des Zusatzjobs zusätzlich entstehenden Aufwendungen ersetzen, weil sie in der Regelleistung nicht berücksichtigt sind.
Obwohl das so ist, hat die Bundesagentur für Arbeit kein Problem damit, diese Arbeitssklaven aus der Arbeitslosenstatistik auszuklammern und die Statistik so zu schönen. Deshalb hat das Landesamt kein Problem damit, entsprechend zu berechnen und die OZ kein Problem, das alles zu kopieren und den Lesern als Sternstunde des Journalismus zu verscheuern.

Dass die OZ nichts hinzugelernt hat, mag dieser Eintrag verdeutlichen, dieser auch und etliche andere.

11. Dezember 2013

Was das Blatt besonders gut kann

Fast eine halbe Seite vergeudet das kritische Hochwertblatt für Spekulationen um Personalien, also genau für das, was das Blättle besonders gut kann:
Sellerings Kabinettsumbildung
Mit dem Rücktritt von Energieminister Volker Schlotmann (SPD) beginnt das große Stühlerücken in der Landesregierung.
Das mag ja für Beteiligte und deren Umkreis interessant sein, ist ihnen jedoch auch ohne OZ bekannt. Und wen interessieren die Spekulationen sonst noch?

Viel Spaß mit Ihrem Hochwert-Abo!

7. Dezember 2013

Spekulatives Getöse

Der Schweriner Hochwertkorrespondent spekulierte:
Wen interessiert das, abgesehen von jenen, die auch gern Staatssekretär würden, abgesehen von den Bonzen um ihn herum, abgesehen von Familie und Bekannten?
Interessiert das die Leser so sehr, dass ihnen ein bildlich ungelegtes Ei unbedingt verscheuert werden musste? Dafür machen sich die Austräger/innen in aller Herrgottsfrühe auf den Weg durch Sturm und demnächst durch Schnee und Eis?
Oder wusste der Korrespondent nichts Wichtiges zu berichten?

Dies gab der Hochwertjournalist bekannt, ohne auch nur darüber nachzudenken, was er da abließ:
... Seit wenigen Tagen ist Rehberg außerdem Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im neu gebildeten Hauptaussschuss des Bundestages. Dieses 47-köpfige Elite-Gremium, dem nur die jeweiligen Spitzenleute der Fraktionen angehören, regiert zurzeit Deutschland. Es erlässt sämtliche Gesetze – und zwar so lange, bis die neue Bundesregierung vereidigt ist. ...
Daraus ergeben sich allerlei Fragen, die dem Autor egal waren. Oder falls er nachgedacht hatte, eine Idee hatte: Sollen sich doch die im chicen Hauptstadtbüro um Tatsachen kümmern; ich habe mit dem Spekulieren ausreichend zu tun.

Wo im Grundgesetz und/oder in den Vorschriften des Bundestages ist von einem Hauptausschuss die Schreibe? Nirgends.

Warum wurde der Ausschuss gebildet? Weil es sich bei den wohl zukünftigen Regierungsfraktionen um reines Stimmvieh handelt, das abwarten muss, ehe eine Regierung mit entsprechenden Ministerien gebildet. Vorher kann die Herde nicht blöken, weil niemand den Ton vorgibt. Das kommt einer verkehrten Welt gleich, nicht jedoch in der Bananarepublik. Kann jetzt endlich jemand verstehen, dass ich mich vor Bundestagswahlen ekle und ihnen deshalb fernbleibe?

Es gibt also ein Truppe im Bundestag, die es nicht geben dürfte, die aber munter Gesetze erlässt? Gibt es keiner amtierende Regierung mehr, über deren Gesetzentwürfe der Bundestag abstimmt? Was ist das für ein Durcheinander? Und da schreit niemand im Blättle auf, wo doch in den Redaktionen so getan wird, als wäre ihnen die Scheindemokratie heilig. Wozu veröffentlicht das Blättle irgendwelche Wahlergebnisse, wenn so etwas dabei herauskommt? Na klar, es tut es, weil sich damit bequem, weil anstrengungsarm ganze Seiten befüllen lassen.
Und dann auch noch Elite-Gremium, Rehberg und Elite, der Beste der Besten? Wer soll denn das aushalten?

Warum des Getöse um diesen Mann, etwa weil er auch vonne Küste is, wie der Bundesgrüßaugust?

29. Oktober 2013

Offene Fragen

Immer wieder lustig sind seltsame Sätze im Blättle, heute:
Dass Geld sexy macht, ist bekannt. Dank eines Greifswalder Forscherteams wissen wir jetzt zudem, dass großzügige Männer auch mehr Kinder bekommen – zumindest bei Spinnen. ...
Wie das wohl gemeint ist?
Geht es um Männer, die Spinnen in ihrer Nähe halten, um großzügiger zu wirken?
Geht es darum, dass Männer schwanger werden, wenn sie sich von Spinnen begatten lassen?
Geht es darum, dass Männer mehr Kinder gebären, wenn Spinnen dabei sind?

Lassen Sie sich vom Chefredakteur aufklären; schließlich haben Sie für den Schwachsinn bezahlt.

11. Oktober 2013

Ahnungslos? Frag die zahlenden Leser

Die OZ fragt heute per Schlagzeile über der Titelgeschichte, Rostocker Ausgabe:
Wetten, dass keiner der zahlenden Leser die Frage beantworten wird, denn die OZ ist dazu da, Fragen zu beantworten, statt sie den zahlenden Lesern zu stellen - hat das Blättle nur noch nicht gemerkt.

30. September 2013

Ganz schön öde

Heute Titelgeschichte:
Die Geschichte besteht aus Spekulationen um eine der schlimmsten Phrasendrescherinnen, von der ich je las, wie so viele Geschichten, seit ich das Hochwertblatt beobachte. Hinzu kommt, dass es mir piepegal ist ob Schwesig, Hesse oder sonstwer Sozialminister/in ist. Einzig die Posten-Erhascher dürften die Spekulationen interessieren, wenn sie sie nicht schon lange kennen.

18. September 2013

Seitenweise Spekulationen

Woran sich die OZ (und leider nicht nur sie) heute hochzieht, ist geradezu lächerlich.
Da wird per Titelgeschichte spekuliert, ob ein Minister einen Traktor gestohlen hat oder nicht:
Prozessbetrug? Backhaus gerät weiter unter Druck
Rosenkrieg mit der Ex-Geliebten: Im Tauziehen um einen Trecker soll der Agrarminister vor Gericht einen gefälschten Kaufvertrag vorgelegt haben.
Und was haben die Minister sonst so getan und gelassen, ich meine als Minister, nicht als Privatpersonen? Dazu erfahren Sie gut schlecht wie nichts aus der Hochwertzeitung.

Ansonsten nichts als Spekulatives über den Wahlausgang:
Jetzt geht’s um alles oder nichts
Der Wahlkampf ist auf den letzten Metern noch richtig spannend.
Achja?
Noch 72 Stunden: Parteien erhöhen Wahlkampf-Einsatz
Ultimativer Kampf im Internet, mit Plakaten, Zeitungsanzeigen – und Angst vor Umfragen.
Wer wollte das wissen, und was nützt den Lesern das?
Rückkehr zu den hessischen Verhältnissen?
Dramatische Landtagswahl am Sonntag: Umfrage-Patt zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün.
Für wen ist das dramatisch?

Was das üble Vorwahlgequatsche per Medien nicht mit Demokratie und auch nicht mit Journalismus zu tun hat, wird hier gezeigt:
JOURNALISMUS FÖRDERT WAHLVERDRUSS
Dies wird dagegen nur kurz gemeldet:
Einem Drittel der Menschen in MV geht es schlechter
Gründe, gar Hintergrund der die Diskussion um Auswege? Das alles verursachte nur Arbeit, das Kopieren aus anderen Zeitungen ist dagegen Alltag in der Redaktion, macht nämlich so gut wie keine Arbeit und wird als kritischer Hochwertjournalismus angepriesen.

28. August 2013

Vorsicht, Kentergefahr

Die alltägliche Spekulation im Blättle, heute u.a.:
Investor für Usedomer Airport: Wollen die Russen nur das Öl?
In dem Text ist zu lesen:
... Das mögliche Interesse der Russen am Usedomer Öl ist nicht unbegründet.
Ist es dann begründet, oder was ist es sonst?
Schließlich soll die Insel regelrecht auf dem Rohstoff schwimmen, hieß es in den vergangenen Wochen aus Medienberichten. ...
Ja? Welche Medien veröffentlichten denn solchen Schwachsinn?
Zur Klarstellung: Die Insel schwimmt weder regelrecht noch regelwidrig, und sie schwimmt weder auf Öl noch auf der Ostsee.

Zugabe: Es gibt auch keine Wasseradern.

Nun noch eine Spekulation von mir: Sollte die Kreisverwaltung tatsächlich den Flughafen verscheuern, wird sie sich bildlich über den Löffel balbieren lassen.

24. August 2013

Sternstunde des Schönschriftlichen

Auf der sog. Wirtschaftsseite:
Neue Jobs für Grimmen: Firma holt jetzt Eiweiß aus der Blume
Prominenz weiht Werk am westlichen Stadtrand ein. Die neue Produktionsstätte schafft zunächst neun Arbeitsplätze. Der Eigentümer steckt 2,5 Millionen Euro in den Betrieb. ...
Nicht ganz klar ist, ob dieses Geld die Landesfördermittel enthält, denn:
Gefördert wurde das Projekt – mit etwas mehr als einer Million Euro – von der Landesregierung. ...
Wahrscheinlich ist aber die Million in den 2,5 Millionen enthalten:
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ... Die Investition von zweieinhalb Millionen Euro werde sich lohnen, sagte er. ...
Der Minister durfte weiter schwelgen und einen weiteren Fördergeldabkassierer schönreden, was das Blättle selbstverständlich regierungsergeben nachplapperte; wieder so eine Sternstunde des Journalismus der OZ-eigenen Art:
Bei der Einweihung von Prolupin kündigte Harry Glawe für den 9. September eine weitere Firmeneröffnung an: Dann werde Biosanica am Pommerndreieck sein Werk einweihen, in dem Trockenfrüchte hergestellt werden sollen. Als gute Chance, „gesunde Produkte aus MV auf den Gaumen zu legen“, schätzt Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) ein.
(Gemeint war wohl: Als gute Chance, die Leute ordentlich ausbeuten zu können und den Steuerzahler auszunehmen.)

Komisches Schönschreib-Deutsch ließ der Grimmener Lokalchef ab, schätze ich ein. Davon abgesehen reißen die Bedenken gegen Biosanica nicht ab, von denen das Schönschreiborgan OZ nichts zu ahnen scheint, also auch nicht die Leser.

Hier ein wenig Nachhilfe in Sachen Ehepaar Nätscher (Die Ehefrau ist Chefin von Biosanica.):

1. In einer Mail, die ich vor einem Monat erhielt, behauptete jemand:
Herr Nätscher hat seit Jahren immer wieder Firmen aufgebaut, aufgepuscht Mitarbeiter eingestellt und diese in kurzer Zeit wieder entlassen, wie bzw. ein Tenniscenter, irgendwelche Versicherungsberatungsfirmen, Maritime Investitionen, Simple Fond, Biosanica usw. verstehen kann ich das nicht, da sich Herr Nätscher in Insolvenz befindet. Irgendwann muss das ein Ende finden.
2. informierte mich eine andere Person darüber, dass die Staatsanwaltschaft Würzburg eine Anzeige gegen Monika Nätscher zur Verfolgung der Ordnungsdwidrigkeit an die Verwaltungsbehörde abgegeben hat.

20. April 2012

Ganz unten angekommen: Statt Journalismus mit Tierrätseln Geld verdienen

Tiere? Das geht immer. Deshalb hat die OZ unter der Seitenrubrik "Wissen" für ein mehrteiliges Tierrätsel zwei Seiten eingerichtet und wird damit endgültig zum Rätselblättchen.

Interessant sind die Teilnahmebedingungen, denn
1. ist die Teilnahme kostenpflichtig, die OZ verdient also mit Ihrer Teilnahme Geld
und
2. kann die Teilnahme gefährlich werden, wie aus dem Abschnitt "Vorsicht" abzulesen ist:

Auf der zweiten Seite sind die Preise in Wort und Bild beschrieben. Daran können Sie leicht ablesen, welche preisspendenden Unternehmen zumindest während der Rätselzeit von jedem bildlichen Hauch einer kritischen Berichterstattung verschont bleiben, allen voran das Unternehmen Aida Cruises, das den Hauptpreis liefert. Doch das Unternehmen hat sowieso nichts zu befürchten, denn die OZ ist schon seit Jahren das treu dienende Vervielfältigungsorgan von Aida-Cruises.

14. April 2012

Dokument des Hinterherhechelns

Jetzt hat es sogar die OZ mitbekommen:
Filz und Mauschelei um die Gentechnik?
Ich weiß es auch nicht. Ein Ja ist aber eher möglich als ein Nein.
Rostocker Forscher sollen Steuergelder verschwendet und dem BASF-Konzern Freilandtests auf Staatskosten ermöglicht haben. ...
Vor über einem Jahr hatte ich zu genau den Vorwürfen eingetragen, weil dazu umfassende Recherchen vorlagen. Es ist ein Jammer, dass die OZ nicht schon vor einem Jahr, besser noch früher, nämlich auf Grundlage eigener Recherche, darüber berichtete. Andererseits dokumentiert der Nachzieher den Normalzustand in der OZ.

31. März 2012

Langweiler des Tages

Sternverleihung, das ist natürlich etwas für die Heimatzeitung:
Heringsdorf hat jetzt ein Fünf-Sterne-Haus 
Dehoga-Vizepräsident lobt die große Detailliebe im Hotel „Oasis“. 
Jetzt hat auch das Seebad Heringsdorf ein Fünf-Sterne-Hotel. Als drittes Haus auf Usedom nach dem „Palace“ in Zinnowitz und dem „Ahlbecker Hof“ erhielt gestern das Hotel „Oasis“ in Heringsdorf den prestigeträchtigen fünften Stern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) verliehen.
Valentin Resetarits, Vizepräsident des Dehoga Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, kam eigens aus Schwerin, um die Plakette samt Urkunde an das Hotelierspaar Carmen Hannemann und Hendrik Kralle zu überreichen. Er wies darauf hin, dass das Bundesland mit 152 Vier-Sterne- und 51 Vier-Sterne-Superior-Häusern anteilig die meisten Vier-Sterne-Hotels in ganz Deutschland aufzuweisen hat. Die Spitze erreichen aber wiederum nur die wenigsten Hotels, manche auch bewusst nicht, obwohl sie die Voraussetzungen für fünf Sterne erfüllen. ... (Und warum nicht?)
Ich habe den langweiligen Text komplett gelesen, aber nichts darüber gefunden, ob die Hotelbetreiber dem Personal nun auch Fünf-Sterne-Löhne zahlen. Das ist typisch OZ, wenn es ums Thema Tourismusgeschäft geht: oberflächlich, langweilig.
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