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9. Januar 2014

Wertloses

Das Blättle käst sich mit dieser zu 100 Prozent wertlosen Spekulation eine Blickpunktseite lang aus, ohne auch nur einen Autoren der Machwerke zu nennen:

Sommer- oder Wintermärchen?
Die Fußball-WM 2022 in Katar findet vermutlich im Winter statt. Offiziell ist das noch nicht, ein Wunsch der Fifa aber wohl schon. ...

Der Aufmacher endet so:
Und die ganzen Korruptionsvorwürfe (Gibt es auch halbe Vorwürfe?)? Dass sogar europäische Regierungschefs ihren Stimmberechtigten Mitgliedern im Fifa-Exekutivkomitee aufgrund wirtschaftlichen Interessen empfohlen haben, für Katar zu stimmen, wie Sepp Blatter im September in einem „Zeit“-Interview einräumte? Kann ja immer noch mal Thema werden.
Thema in der OZ? Dass ich nicht lache. Anderswo ist es seit Jahren Thema, z.B. hier.

8. Januar 2014

Augen zu und schönschreiben

Das Blättle weigert sich weiterhin, den tatsächlichen Umfang der Arbeitslosigkeit darzustellen, denn das ist
1. nicht Aufgabe der Systempresse und
2. zu viel verlangt, da mit Arbeit verbunden.

Stattdessen wird das von der Arbeitsagentur gelieferte Schöngefärbte noch einmal schöngefärbt.
Und das geht so:
Im Keller der Titelseite wird die offizielle, also viel zu geringe Zahl genannt:
Wieder mehr als 100 000 Arbeitslose in MV
Auf der Landesseite wird dann losgelegt mit der Schönschriftelei:
Milder Winter, viele Aufträge: Gute Stimmung in den Firmen
Gewerkschaften setzen in diesem Jahr auf den Ausbau der Tarifbindung.
Unternehmer wollen ihre qualifizierten Mitarbeiter halten. 
...
Das heißt was?
Gute Stimmung ist noch kein guter Umsatz und erst recht noch kein guter Gewinn.
Dass die Gewerkschaften auf irgendetwas setzen, besagt gar nichts.
Wenn Unternehmer etwas wollen, heißt das nicht, dass sie es tun werden oder tun können.

Nirgendwo in dem Text konnte ich erfahren, wie viele (wohl eher wenige) Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben arbeiten. (M-V ist in D. das Land mit dem geringsten Lohnniveau, was auch etwas über Tarifverträge aussagt.)
Stattdessen:
Die Gewerkschaften im Nordosten wollen die Tarifbindung weiter stärken. So in der Metall- und Elektroindustrie mit mehr als 26 000 Mitarbeitern.
... In den letzten Jahren seien für über 2000 Mitarbeiter Tarifverträge durchgesetzt worden ...
Und was ist mit den restlichen 24000 Mitarbeitern?
Dann noch diese Ankündigung, die ebenfalls nichts besagt, sondern nichts als Erwartung ist:
Höhere Löhne erwarten auch die Beschäftigten im Baugewerbe. 
Natürlich dürfen Unternehmer in dem Artikel wieder wegen fehlender Fachkräfte jammern, eine der schlechten Traditionen im unternehmerfreundlichen Blättle:
Hagen Reinhold, Geschäftsführer der Baugesellschaft Reinhold mbH in Barth. Dass die Arbeitslosenzahlen im Dezember geringer waren als ein Jahr zuvor, liege für ihn jedoch nicht an den milden Temperaturen. Reinhold sieht den demografischen Wandel als Hauptursache. Es gebe im Land immer weniger junge Fachkräfte.
Es ist eine der häufig strapazierten, verlogenen Redewendungen geworden, die vom demografischen Wandel. Es handelt sich vor allem um Abwanderung und die Folgen der früheren Abwanderung, also nicht um ein Naturgesetz (Wir werden immer älter.).  Das wird seit Jahren im kritischen Hochwertblatt OZ verschleiert, wo es nur geht, jede Verschleierung eine Sternstunde des OZ-Journalismus, für die Sie Geld ausgeben.
Hier noch etwas Jammerei wegen fehlender Lehrlinge:
Ein gravierendes Problem, mit dem auch das Gastgewerbe in MV zu kämpfen hat. Es gibt jedoch Ausnahmen. 
Die Lösung auf der Insel Usedom wurde gefunden: Arbeitskräfte aus Swinemünde.

Wer einen Überblick über das ganze Ausmaß der Arbeitslosigkeit in D. wünscht, findet ihn z.B. hier, kostenlos, u.a. diesen Hinweis:
Von 6,937634 Millionen „hilfsbedürftigen“ Leistungsempfängern im Dezember 2013 erhielten nur 887’801 Millionen ALG 1, alle anderen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 4,358362 Millionen mussten sich mit ALG 2 begnügen 
Das macht etwa 5,2 Millionen erwerbsfähige Arbeitslose.
Oder:
Bereinigt um die Zahl der etwa 102.000 sog. Aufstocker/Parallelbezieher (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Dezember 2013 etwa 5,144 Millionen erwerbsfähige Frauen und Männer Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II,etwa genauso viele wie ein Jahr zuvor. 
Die OZ behauptet hochwertig und gegen Geld:
Bundesweit waren 2,95 Millionen Menschen ohne Arbeit  
Hier die Schlussfolgerung aus der umfangreichen Analyse:
... mehr Erwerbstätigen stehen deutlich weniger geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen gegenüber, was klar eine kritische Sicht auf die Qualität des deutschen Arbeitsmarktes stärkt. Primär zeichnet der Erfolg am Arbeitsmarkt prekäre und atypische Beschäftigung, Millionen von Unterbeschäftigten, Teilzeit, Befristung, Leiharbeit oder geringfügiger Beschäftigung. Selbst in der Metallindustrie, primär Exportsektor, malochen bereits ein Drittel aller Arbeitnehmer via Leiharbeiterbuden oder Werksverträgen, im erfolgreichsten Segment der deutschen Industrie, dem Fahrzeugbau sogar jeder Zweite!Es gibt wenig Grund in Deutschland auf das Erreichte selbstgefällig stolz zu sein, denn hinter den Headlines zum Arbeitsmarktbericht, die in die breite Öffentlichkeit gelangen, verbirgt sich viel Beschämendes.
Reines Datenmaterial finden Sie hier:
http://biaj.de/images/stories/2014-01-07_alo1213t.pdf

Erdgeschöpftes

Rostocker Ausgabe:
Watt bringt datt? Das kann sich doch nur um Erdwärme handeln. Natürlich nicht, denn:
Das hochmoderne Kraftwerk im Rostocker Seehafen hat im letzten Jahr 2,9 Terawatt Strom und 400 Gigawatt Fernwärme produziert. Dafür wurden eine Millionen Tonnen russische und polnische Kohle verbraucht.
Es ist also laut Hochwertblättle hochmodern, eine Million Tonnen Steinkohle in einem Jahr zu verbrennen. So werden Leser verdummt. Welche Schadstoffmengen mit den Verbrennungsgasen rund um das Kraftwerk verteilt wurden, hat die Leser nicht zu interessieren. Dabei könnte das Blättle einfach vergleichen, ob mehr oder weniger Schadstoffe in die Luft geblasen wurden, als in früheren Jahren. Doch selbst solch primitive Recherche geht über das weit hinaus, was Leser von der OZ erwarten können.

Stattdessen erfahren die Leser u.a.:
CDU enthüllt beim Neujahrsempfang ihre sportliche Seite

7. Januar 2014

Pullisei, hier ist dein Freund und Helfer (aktualisiert)

Ich zitiere aus dem kopierten Nachgeplapper zu der Demonstration für den Erhalt der Roten Flora in Hamburg, das die OZ am 23. Dezember verscheuerte:
... Die Meinungen über den Polizeieinsatz gingen allerdings auseinander. Während Linke und Grüne das Vorgehen der Beamten teilweise kritisierten, dankten SPD, CDU und FDP den Polizisten für ihren Einsatz. ...
Typisch; wieder kamen fast nur Bonzen und Pullisei zu Wort, wie üblich im Hochwertblatt.
Die gewalttätigen Auseinandersetzungen hatten kurz nach Beginn der Demonstration begonnen. Noch vor der „Roten Flora“ warfen Randalierer aus dem sogenannten Schwarzen Block Böller und Gegenstände in Richtung der Polizei, nachdem diese den Zug gestoppt hatte. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Wasserwerfern sowie Schlagstöcken und drängten den Demonstrationszug zurück. ...
Fällt Ihnen auch auf, dass die Böller nach dem Stopp der Demonstranten geworfen worden sein sollen? Wie auch immer, der Kopierer merkte nichts, war zu sehr mit kopieren beschäftigt, dass dies im Widerspruch dazu steht:
Die Organisatoren der Demonstration kritisierten hingegen einen „massiven Einsatz von Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern“. Dies sei der skandalöse Versuch, die politische Auseinandersetzung um die „Rote Flora“, die „Esso-Häuser“ und das Bleiberecht von Flüchtlingen hinter Rauchschwaden und Wasserwerfern unsichtbar zu machen.
Der Polizeisprecher wies diese Kritik zurück. Der Zug sei gestoppt worden, nachdem Demonstranten losgerannt und die Einsatzkräfte sofort massiv angegriffen hätten. „Das war keine spontane Reaktion“, sagte Streiber.
...
Aber es ist alles in Ordnung, der Fall geklärt, war auf OZ schrottline über einem dpa-Text zu lesen:
Debatte über Krawalle: Hamburger Senator verteidigt Polizeitaktik
Jedenfalls waren die Vorgänge Grund genug, einen Hamburger Stadtteil unter Pulliseiherrschaft zu stellen - so einfach ist das.

Dagegen ist z.B. dies nicht veröffentlicht worden, auch nicht schrottline:
... Seitens der Polizei Hamburg gab es in der nachfolgenden Aneinanderreihung mindestens  drei  Begründungen für ihr rechtswidriges Vorgehen gegen die angemeldete Versammlung vom 21.12.2013:
1. Die Demonstranten seien zu früh losgegangen,
2. Die Demonstranten hätten Gewalt ausgeübt (Steine von einer Eisenbahnbrücke Nähe des Bahnhofes Sternschanze), und
3. Weil in der Demonstration ohnehin Gewalttäter waren, wollte man die genehmigte Demonstration nicht in die Innenstadt gehen lassen.
Die  beiden  ersten  „Begründungen“  stellen  glatte  Lügen  dar  und  wurden schnell widerlegt; sie schliefen dann gewissermaßen ein.
Die dritte Begründung ist hier einschlägig. Nur ist genau diese „Begründung“ rechts- und verfassungswidrig; deshalb auch die beiden ersten Schutzbehauptungen („zu früh losmarschiert“ bzw. „Gewalt gegen PolizeibeamtInnen“) zuvor.
Dazu sollte man wissen, dass polizeiliche „Pressestellen“ seit dem Drama um das Gladbecker Geiseldrama 1988 professionell aufgestellt sind. Vorher nicht! Und dass es unzählige Kontakte zwischen dem sog. höheren Dienst bei den Polizeien zu JournalistInnen gibt, weil mittlerweile zur Ausbildung auch eine Hospitation bei Medien gehört.
Auch darum ist so klar, dass die beiden ersten „Begründungs“ziffern nichts anderes als Idiotentests darstellten. Es scheint bedauerlicherweise viel zu viele „Idioten“ zu geben.
...
Unbedingt lesenswert ist dieser Blogeintrag:
Gefahrengebiet
Die Hamburger Polizei hat in mehreren Vierteln der Stadt eine Art Kriegsrecht verhängt. Verzeihung, wir haben uns im Ton vergriffen, sie hat natürlich ein G.eingerichtet. Die Auswirkungen sind allerdings ähnlich: grundlose Ausweiskontrollen und Durchsuchungen, Platzverweise wegen Nichtigkeiten, Generalverdacht, Versammlungsverbot, keine rechtsstaatliche Kontrolle der Schikanen. Begründet wird diese Verletzung von Grundrechten mit einem Hamburger Polizeigesetz. ...
Und da wagt es ein OZ-Kommentator heute, die Ausrüstung der Pullisei im Armenhaus D.s., in M-V, mit Tasern zu befürworten:
... Für extreme Ernstfälle könnte es nicht schaden, wenn die Polizei ein paar Taser mehr hätte. Sie könnte dafür ja ein paar ihrer über 1000 Maschinenpistolen ausmustern. Die Polizei braucht keine armeeartigen Bestände an solchen Massenmord-Waffen. Dann schon lieber Taser.
Ich weiß nicht, ob der Mann gewöhnlich auf dem Mond lebt. Sein Wunsch wird nämlich nicht erfüllt werden, denn die Pullisei wird sowohl Taser als auch Maschinenpistolen haben, hat sie sogar schon. Mit solch einem Kommentar macht sich der Redakteur zum Pulliseihelfer, damit sie bei Gelegenheit wieder haufenweise Unheil anrichten kann, wie z.B. während des G 8-Gipfels in Heiligendamm oder während der Blockaden des Atommülls ins Lager bei Lubmin.

Nachtrag:
... Was noch fehlt, was ich auch hier nur in dem Raum stellen kann, ist die immer zentrale Frage: Wozu? Wem nützt das? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Reihe der durch Polizeigewalt geprägten Demonstrationen in die nächste Stufe gegangen ist, diesmal gegen einen ernstzunehmenden Gegner und mit anschließender Notstandssimulation. Ein Freilandexperiment eben. Oder hat jemand eine bessere Erklärung?

Nachtrag, 8. Januar:
“Anschlag” auf Davidwache: Was bislang bekannt ist
In fast allen Medien ist die Rede davon, es habe am letzten Dezember-Wochenende einen geplanten und gezielten Angriff von 30 bis 40 vermummten Personen auf die Davidwache in Hamburg gegeben. Eine Darstellung, die zunehmend fraglich wird. Auch die Polizei korrigierte eigene Angaben – auch im Innenausschuss der Hamburger Bürgerschaft. ...
Mehr als deutlich geworden ist jedenfalls wieder einmal, wie irreführend eine Medienkampagne ist, die auf einer komplett unhinterfragten Pressemitteilung der Polizei beruht – und die darüber hinaus noch lauter Dinge dazu erfindet, die noch nicht mal in eben jener Meldung stehen – so zum Beispiel die Verortung der Täter im Umfeld der Flora – was nach derzeitigem Ermittlungsstand selbst nach Angaben der Polizei reine Spekulation ist. Es ist nach wie vor kein einziger Tatbeteiligter ermittelt.

6. Januar 2014

Verspätet, dafür ahnungsarm

Am 4. Januar hatte die OZ auf der Politikseite mit dieser Schlagzeile und einem großen Vierspalter darunter aufgemacht, zusammenkopiertes Zeug:
Spähaffäre: NSA entwickelt einen neuen Super-Computer
Dieser soll auch besonders geschützte Rechner von Regierungen knacken können.
Bereits am 3. Januar war von Auskennern ein kurzer Text zu einem sich daraus ergebenden Aspekt veröffentlicht worden. Da darüber nichts im zu kopierenden Agenturmaterial stand, hole ich es hier nach:
Echt jetzt? Wirklich? Die NSA forscht am Quantencomputer

4. Januar 2014

Eine Seite voller Wertlosem

Die OZ befüllte eine komplette Seite mit Gequake um das Pofalla-Gerücht, wobei nichts Neues verscheuert wurde, das nicht schon am Tag zuvor überall zu lesen und zu hören war.

Das vergaß das Blättle ebenso komplett mitzuteilen, obwohl das kein Gerücht ist:
Pofalla tut, was er selbst anprangerte
Die Oberspezis aus dem chicen Hauptstadtbüro haben mal wieder voll versagt. Oder sind sie noch im Jahresendurlaub?

Unterirdisches Niveau

Nachdem die OZ gestern eine Titelgeschichte über den Sonnenschein verscheuert hat, nun eine über Luft, als Aufmacher auf einer Landesseite:
Einmal abgesehen davon, dass mir piepegal ist, ob die Kanzlerin oder nicht - fragen Sie sich doch selbst, was für Sie an der Schlagzeile und der Unterzeile an Neuigkeitswert zu entnehmen ist. Ich finde nichts.

Die Spezialjournalistin (die Sonnenscheingeschichte ist ebenfalls ihr Machwerk) muss bisher völlig ahnungslos in M-V herumgelaufen sein, wo die OZ zu Hause zu sein vorgibt, wenn ihr neu vorkommt, was sie unters zahlende Volk bringen lässt. Doch so lange die Leser dafür ohne Widerstand Geld ausgeben, mag es funktionieren. Allerdings werden es immer weniger Leser.

3. Januar 2014

Aus der Agitprop-Werkstatt (aktualisiert)

Sie könnten die OZ auch Regierungsecho nennen, zumindest, wenn Sie dies gelesen haben:
So viel Beschäftigte wie nie zuvor
... klingt wie: so viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit. Oder war gemeint: so viele Beschäftigte ...? 
Nachgeplapperte Regierungspropaganda, Ihnen als Sternstunde des Journalismus verscheuert.

Anzumerken wäre zumindest:
Vergleicht man allerdings eine lange Zeitreihe so zeigt sich, dass das Arbeitsvolumen der beschäftigten Arbeitnehmer (also der nicht selbstständigen Erwerbstätigen) seit 1991 von 51.768 Millionen Stunden auf 48.779 Millionen Stunden im Jahre im Jahre 2012 verringert hat und das Volumen dürfte auch 2013 nicht wesentlich höher liegen. ...
 Zu bedenken ist auch, wer als erwerbstätig angesehen wird:
Erwerbstätig im Sinne der ILO-Definition ist jede Person ab 15 Jahren, die im Berichtszeitraum gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet hat, unabhängig vom zeitlichen Umfang. Auch wer sich in einem Beschäftigungsverhältnis befindet, das er im Berichtszeitraum vorübergehend nicht ausgeübt hat oder in einem Familienbetrieb mitgeholfen hat, gilt als erwerbstätig.

Nachtrag:
Da hat einer genauer hingeschaut:
Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt zum Jahresbeginn. Was will man mehr? Vielleicht etwas genauer hinschauen
Die OZ etwa? Nie und nimmer.

Nachgeplappertes

Wenn Regierungsmenschen etwas absondern, wird es von der OZ zumeist nachgeplappert und Ihnen als journalistische Sternstunde verscheuert, so auch heute das Geschwafel des Minipräsidenten Sellering:
... Mecklenburg-Vorpommern wolle Energieexporteur werden. „Die Zahlen sprechen
dafür, dass das sehr schnell passieren kann.“
...
Das ist schon vor Jahren passiert, haben der Minipräsident und das Blättle nur nicht mitbekommen (wollen). Ich zitiere mich deshalb selbst:
Im Zusammenhang mit der Rolle der OZ, die immer wieder die Lügengeschichte von der Stromlücke in M-V als Begründung für die Notwendigkeit einer Giftschleuder am Bodden nachplapperte und an Sie verkaufte, sei noch erwähnt, dass in M-V im Jahr 2009 rund 7.372.326 MWh erzeugt wurden und 6.488.815 MWh an Verbraucher in M-V abgegeben wurden. Wer aus dem Überschuss von 883511 MWh ableitet, in M-V müsse deutlich mehr Strom erzeugt werden, egal, was aus der Umwelt wird, ist ein Lügner. Und was ist der, der das ungeprüft an Sie verkaufte?
Der Minipräsident hat es natürlich mitbekommen; doch mit der Ankündigung von bereits Erreichtem ist er auf der sicheren Seite.

Journalistisch verkürzte Verknappung

Wie üblich macht die OZ hochwertig aus einer Möglichkeit Wirklichkeit:
Merkels Vertrauter Pofalla geht zur Bahn
... oder auch nicht. Wer weiß das schon? Die OZ weiß es natürlich.

Dazu meint fefe dies.
Hier die Geschichte zur Geschichte.

Blitzmerker

Ein OZ-Kommentator stellte fest:
Es ist ein unwürdiges (??) Geschacher, das sich Kommunen und Land um die Zukunft des Flughafens Rostock-Laage derzeit liefern. Beide schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, wer denn der Schuldige ist, wenn der drohende Insolvenzfall tatsächlich eingetreten ist ...
Dann blitzte diese Erkenntnis auf, die ich in 20 Jahren kritisch-hochwertiger Berichterstattung über den Flughafen Laage noch nicht gelesen hatte:
Die Städte Rostock und Laage sowie der Landkreis Rostock sind mit ihrer Rolle als Gesellschafter überfordert. Da hat einer ausgeschlafen, nach 20 Jahren. ...
Da hat aber einer ausgeschlafen, nach 20 Jahren. Er macht sogar einen Vorschlag:
Ein klares Zeichen des Landes ist überfällig. ...
Einerseits könnte das Land dieses Zeichen geben: Wir geben nichts, denn wir sind vor allem mit dem Sparen beschäftigt.
Andererseits werden Möchtegern-Unternehmer vom Land mit Millionen Euro beschenkt. Da sollte es auf ein paar Hundertausend für Laage nicht ankommen.

30. Dezember 2013

"Dann hört verdammt nochmal auf mit euren Posts"

Damit Sie sich selbst ein Bild davon machen können, was in der OZ unter einer Sternstunde des Journalismus verstanden wird, unter Recherche gar, hier der volle Wortlaut eines Textes von der Landesseite, der fast ausnahmslos aus Spekulationen (Rote Buchstaben) besteht:

Vor wenigen Tagen posierte (?) Stefanie G. mit ihrer kleinen Tochter vor einem Weihnachtsbaum. Stolz veröffentlichte sie das Foto im sozialen Online-Netzwerk Facebook und ließ die Welt an ihrem Glück teilhaben. Jetzt ist sie tot. Und viele fragen sich: Hätte das Drama am Sonnabendmorgen im Greifswalder Puschkinring 25 nicht verhindert werden können?
Auf Facebook steht ein Hilferuf. „Jedem, dem du dein Herz schenkst, schenkst du auch ein Messer, mit dem er dich entweder beschützen oder verletzen kann“ – heißt es in einem Beitrag von Stefanie G. vom 16. August. Welche tragische Bedeutung dieser Satz hat, wird nun deutlich: Ihr Ex-Freund Andy W. hat die 33-jährige allem Anschein nach am Sonnabend mit mehreren Messerstichen getötet. Der Verdächtige hat offenbar nicht verkraftet, dass die Frau ihn im Sommer verlassen hat.
Andy W. gilt in Greifswald als stadtbekannter Schläger. Auf Fotos brüstet er sich mit seinen Muskeln und seinen Tattoos. Auf seinem Unterarm steht: „Outlaw“ – „Gesetzesloser“. Der 36-Jährige ist wegen Gewalttaten vorbestraft und saß bereits im Gefängnis, wie die Polizei bestätigt. Ein Bekannter des Verdächtigen sagt: „Wenn Andy rot sieht, kennt er weder Freund noch Feind.“ 
Als die Eltern des Opfers am Sonnabend von dem Tod ihrer Tochter erfuhren, soll es für sie keinen Zweifel gegeben haben: Andy W. sei der Täter. Im Oktober drehte er angeblich schon einmal durchEs heißt, er habe Stefanie G. verprügelt. Bei der Polizei soll deswegen ein Verfahren wegen Körperverletzung gegen ihn laufen.
Doch obwohl Stefanie G. Anzeige erstattet hat, soll Andy W. weiter einen Schlüssel für ihre Wohnung gehabt haben. „Für sie war es zwar vorbei. Aber er wollte das nicht wahrhaben und spielte eine heile Welt vor“, sagt ein Bekannter. Es soll immer wieder zum Streit zwischen den beiden gekommen sein.
Bevor der Konflikt am Samstag eskalierte, wurde Stefanie G. am Mittwoch auf einer Weihnachtsparty in der Greifswalder Stadthalle gesehen. Sie konnte angeblich nicht ausgelassen feiern. Zu groß sei die Angst gewesen, dass Andy W. dort auftauchen könnte. 
Die Freunde sind fassungslos, dass es nun so weit gekommen ist. Die Anteilnahme auf Facebook ist riesig (siehe Grafik rechts oben). Viele leiden vor allem mit der fünf Jahre alten Tochter, die nun ohne ihre Mutter aufwachsen muss.Doch nicht jedem gefallen die Einträge. Eine junge Frau schreibt unter dem Pseudonym „Vivi En“: „Herzliches Beileid an die Familie? Dann hört verdammt nochmal auf mit euren Posts und Kommentaren! Denn die stechen uns allen noch einmal direkt ins Herz. Konntet ihr sie vor diesem Verbrecher schützen? Nein! Kümmert euch um euren Scheiß!!!“
Bloß gut, dass es Facebook gibt; sonst wären die Aufschreiber aufgeschmissen gewesen, und die OZ hätte nicht viel, was sie den Lesern verscheuern könnte. So ist es zwar viel Text geworden, der allerdings wertlos ist, weil er vor allem aus Spekulationen besteht.

Wozu der letzte Abschnitt gut sein soll, bleibt mir unverständlich. Nähme die OZ nämlich die Schreiberin Vivi En ernst, hätte das Blättchen den Artikel nicht veröffentlicht, denn die OZ hat die Frau auch nicht geschützt, dafür lang und breit getextet, allerdings nur, um damit Geld zu verdienen - - als Herzstecher.

28. Dezember 2013

Rotzfrech und regierungsergeben

Rotzfrech und regierungsergeben aus einer Pressemitteilung kopiert - kritischer Hochwertjournalismus der OZ-eigenen Art:
Kuder: 2013 war ein wegweisendes Jahr
Über der Pressemitteilung steht:
2013 war ein wegweisendes Jahr für die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern

27. Dezember 2013

Wenn Heuchler geheuchelten Trost nachplappern

Da wir gerade Weihnachten hinter uns haben und damit die wochenlange Heuchelei des Blattes, genannt Weihnachtsaktion, passt dies zur OZ und natürlich zur Landrätin, wie die bildliche Faust aufs Auge:
Wenn die Landrätin unbedingt Trost spenden muss, warum wird dazu die OZ eingeladen? Und wozu muss dann noch solch ein elendes Gruppenfoto gemacht werden? Doch nicht etwa, weil das Blättle mindestens ebenso viel Heuchelerfahrung hat wie sie? Und warum gibt sich das Blättle für solch eine miese Show her? Heuchler und Heuchler gesellt sich gern? 

Ich erinnere an die Sparmaßnahmen der Kreisbehörde im Sozialbereich. Ich erinnere daran, lang ist es her, dass der Landrätin piepegal war, wie viel Gift das Steinkohlekraftwerk, wäre es auch nach ihrem Willen gebaut worden, in die Umgebung geblasen hätte, um wie viel der Bodden in der Umgebung des Werkes aufgeheizt worden wäre. 
Wäre sie dann auch durch die Gegend gezogen und hätte Trost gespendet, Teddy und Gänsekeule inklusive? Ich stelle mir vor, wie sie von Bett zu Bett zöge, einen fotografierenden Aufschreiber vom kritischen Hochwertblatt im bildlichen Schlepptau.
"Trösten Sie sich, Ihre Quecksilbervergiftung und Ihr damit verbundenes vorzeitiges Ende dienen einem guten Zweck, dem, dass ich einen schönen Posten im Werk habe. 
Ach, die Urlauber bleiben weg? Trösten Sie sich, denn nun brauchen Sie nicht länger für einen Hungerlohn zu arbeiten. Außerdem dient das Werk einem guten Zweck; Sie wissen schon.
Soso, Sie haben sich im warmen Bodden mit Vibrio vulnificus infiziert? Ja, was müssen Sie auch mit einer Wunde an der Wade im Bodden planschen. Doch es wird Sie trösten, dass Ihnen nur ein Bein und das auch nur bis zum Knie amputiert werden wird. Außerdem dient das Werk einem guten Zweck; Sie wissen schon."

100 Prozent wertlos

Ein Kommentator meinte heute im Blättle, in dem es u.a. um diese Kaffeesatzleserei zur Konjunktur im nächsten Jahr geht:
Da erwarten die Wirtschaftsforscher in Deutschland 2014 eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von rund zwei Prozent. Der Osten schafft den Prophezeiungen zufolge einen halben Prozentpunkt weniger. ...
Die genannten Wirtschaftsforscher (?) sind keine Propheten, sondern Propagandamaschinen. Sie sind zudem Spekulanten, Kaffeesatzleser, deren Drohung natürlich nicht im Hochwertblatt fehlen durfte, für den Fall, ihre Spekulationen gingen nicht auf:
... Hüther warnte vor höheren Arbeitskosten durch den Mindestlohn oder die Begrenzung der Zeitarbeit. Auch der Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide, spricht von einem „falschen Signal“. Die „gutgemeinte Sozialpolitik“ werde unter dem Strich Geld kosten. ...
Das verfehlte Spekulieren haben diese Leute jahrelang bewiesen, was wiederum weder die OZ noch den Kaffeesatzinterpreten/Kommentator daran hinderte, sich daran abzuarbeiten, wobei das Abarbeiten der Feiertagsredaktion im Kopieren bestanden haben dürfte.

23. Dezember 2013

"Dieses unterirdische Klippschulniveau, diese dumme, selbstzufriedene, unreflektierte Kaltschnäuzigkeit"

Wer ist Chodorkowski? Aus dem chicen Hauptstadtbüro kommt per Kommentar diese Kunde:
Michail Chodorkowski ist und bleibt eine schillernde Persönlichkeit. ...
der russische Ex-Staatsfeind Nr. 1 ...
Der geschäftstüchtige Ex-Komsomol-Funktionär machte unter Jelzin schnell und brutal Karriere, wurde zum reichsten Mann Russlands und einer der mächtigsten Oligarchen. ...
Der asketische Geschäftsmann ...
der Fall des in zwei politisch motivierten Prozessen verurteilten Managers ...
In einer Meldung auf der Titelseite ist er:
Der russische Regierungsgegner Michail Chodorkowski ...
Im aufgeblasenen Aufmacher auf der Politikseite ist er :
Der einstige Kremlgegner 
Ich habe bisher darauf verzichtet, die OZ zur sog. Systempresse zu zählen. Damit ist jetzt Schluss. Ich rate Ihnen, hier kostenlos nachzulesen:
... Es ist wirklich zum Verzweifeln. Dieses unterirdische Klippschulniveau, diese dumme, selbstzufriedene, unreflektierte Kaltschnäuzigkeit der deutschen Medien. Seit langem gibt dies allein bei wirtschaftlichen und wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen unablässigen Anlass zur kritischen Aufklärung. Das aktuelle Theater rund um die Freilassung Chodorkowskis, das selbst öffentlich-rechtliche Medien wie der Deutschlandfunk ernsthaft als seriöse Berichterstattung präsentieren bzw. zu präsentieren versuchen, setzt dem katastrophalen Zustand der Medien in Deutschland die Krone auf – weitere Steigerungen nicht ausgeschlossen. ... 
Auch hier lesen Sie kostenlos:
Die Akte Chodorkowski
Der Ex-Oligarch und Ex-Yukos-Chef ist begnadigt worden. Es ist damit allerdings kein "politisch Verfolgter" wieder auf freiem Fuß, sondern ein Wirtschaftskrimineller ...
 Ebenso kostenlos und hintergrundreich:
Viktor Timtschenko beleuchtet Aufstieg und Fall des vermeintlichen Putin-Opfers
P.S.:
Übrigens passt der Propagandaartikel über Panzer-Uschis Aufenthalt in Afghanistan genau zu dem Obigen:
Feuertaufe in Afghanistan: Von der Leyen besucht Truppe
Da werden sich all jene, die eine tatsächliche Feuertaufe erlebten, an den Kopf fassen. Zu denen gehöre ich.

21. Dezember 2013

Hochwert-Service (aktualisiert)

Vor ein paar Tagen hatte das Hochwertblatt berichtet, ab Januar dürfen nur noch 300 Zigaretten pro Tag und Person aus Polen ausgeführt werden. Kurz darauf kam die Berichtigung: April, April, das treffe nicht für Polen zu; es bleibe bei 800 Zigaretten. Heute nun im Serviceteil:
Ab dem 1. Januar dürfen Reisende nur noch 300 Zigaretten zollfrei aus einigen Ländern Osteuropas mitbringen. 800 Stück waren bislang erlaubt. Von der neuen Regelung betroffen sind Polen ...
Die Raucher werden sich für solch ein Durcheinander hoffentlich bedanken.

Nachtrag:
Am 24. Dezember hat das Hochwertblatt auf einer Landesseite die mittlerweile vierte Meldung zur Sache gebracht:
800 Zigaretten dürfen aus Polen eingeführt werden

Über "Klassensolidarität" und die Mitmacher

Zwei Drittel der Politikseite widmete das kritische Hochwertblatt Chordokowski:
Ausreise wie im Agententhriller
Nur Stunden nach der Begnadigung von Kremlchef Putin landet sein Erzfeind Chodorkowski in Berlin. ...
Da ich Informationsmüll vermutete, schenkte ich mir den Kram. Mit diesem Text ist über den Fall alles geschrieben:
Nur um das mal klarzustellen. Michail Borissowitsch Chodorkowski ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende des heute insolventen Ölkonzerns Yukos. DerEuropäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Vorgehen Russlands gegen Chodorkowski wegen Steuerhinzerziehung für rechtmäßig erkannt.
Warum macht sich Genscher die Mühe, den steinreichen Ex-Kapitalisten loszueisen, während die deutschen Blockparteien für Edward Snowden keinen Finger rühren? Das nennt man Klassensolidarität.
Viel Spaß mit Ihrem OZ-Abo.

Nachtrag:
Übrigens ist die Ausreisegeschichte stinklangweilig gegen diese, und die gibts kostenlos:
... Einer der für den Klimawandel zuständigen Bosse bei der US-Umweltbehörde EPA hat sich jahrelang sein Gehalt auszahlen lassen, ohne zur Arbeit zu erschienen. Wie hat er das gemacht? ...
Einfach die beiden folgenden Sätze lesen, haarsträubend, herrlich.

20. Dezember 2013

Das Pferd von hinten aufgezäumt

Das Hochwerblatt wusste zu kopieren:
... Die nominalen Bruttomonatsverdienste stiegen zwar in den ersten drei Quartalen dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden berichtete. Die Verbraucherpreise kletterten im gleichen Zeitraum mit 1,6 Prozent aber etwas schneller. ...
Alles klar: Wenn der Preisanstieg nicht wäre, lebten wir im Schlaraffenland. Gehts noch? Dazu dies:

Es sind vor allen die seit zwei Jahrzehnten kaum gestiegenen Reallöhne, die viel zu gering sind (Spitzenreiter in Sachen Niedriglohn ist in der Bananarepublik das Armenhaus M-V.), nicht die Verbraucherpreise. Sie liegen seit Jahren unter der von der EU vorgeschriebenen Grenze.

Dazu auch dies:
Die deutschen Reallöhne selbst für Fachkräfte stagnieren seit 2007 bei 0,2 %/Jahr

Die Natur in ihrem Lauf ...

Die OZ berichtet:
Getrickst: Koalition verhindert sinkende Rentenbeiträge
Mit den eingesparten Milliarden sollen Renten mit 63 und für Mütter finanziert werden. ...
Dazu verfasste jemand aus dem chicen Hauptstadtbüro einen jämmerlichen Kommentar:
Aus dem Vollen geschöpft
Die Rentenpläne sind populär, gehen aber zu Lasten der Jungen.
...
Nur wer die Rentengesetze für Naturgesetze hält, schreibt solchen Unsinn.

Ich empfehle, Hintergrund zu lesen, denn:
... Keiner redet mehr über die Zerstörung der gesetzlichen Rente, die mit den Rentenreformen insgesamt und zusätzlich mit der Rente mit 67 politisch ausgelöst wurde. Dass 2011 gerade einmal 12,5 Prozent der 63-Jährigen tatsächlich noch vollzeitbeschäftigt waren, darüber spricht niemand. ... 
Dass mit dem Koalitionsvertrag die mit den Rentenreformen verbundene Zerstörung der gesetzlichen Rente vor allem mit der Senkung des Rentenniveaus auf 42 Prozent und der Rente mit 67 festgeschrieben wurde, darf aus Sicht der Tugendwächter der neoliberalen „Reformpolitik“ nicht ins allgemeine öffentliche Bewusstsein vordringen. Um von dieser „Schuld“ gegenüber sämtlichen Rentnern abzulenken, hat die SPD im Koalitionsvertrag (auf Drängen der Gewerkschaften) darauf gepocht, dass die „kleinen Leute“ (Sigmar Gabriel) ab dem 1. Juli 2014 nach 45 „Beitragsjahren“ (wohlgemerkt nicht „Versicherungszeit“) im Alter von 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können sollten. ...
Noch dies aus dem OZ-Kommentar:
... Dass die Mütterrente der Rentenkasse aufgedrückt wurde, ist ein Ärgernis. Wenn schon, dann müsste sie aus Steuergeldern bezahlt werden. ...
Da die OZ vor allem für Bunkerbewohner zu schreiben scheint, wäre die Gelegenheit gewesen, darauf hinzuweisen, was die gesetzlich Rentenversicherten an versicherungsfremden Leistungen bereits zu zahlen haben, wäre zugleich der Hinweis angebracht versicherungsfremde Leistungen der anderen Sozialkassen zu nennen, alles Leistungen, die aus dem Staasthaushalt und nicht aus Versicherungen zu zahlen wären. Nicht zu verachten wäre dann die Antwort auf die Frage gewesen, wer denn die tatsächlichen Nutznießer dieser Regelungen sind.
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