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8. Januar 2014

Augen zu und schönschreiben

Das Blättle weigert sich weiterhin, den tatsächlichen Umfang der Arbeitslosigkeit darzustellen, denn das ist
1. nicht Aufgabe der Systempresse und
2. zu viel verlangt, da mit Arbeit verbunden.

Stattdessen wird das von der Arbeitsagentur gelieferte Schöngefärbte noch einmal schöngefärbt.
Und das geht so:
Im Keller der Titelseite wird die offizielle, also viel zu geringe Zahl genannt:
Wieder mehr als 100 000 Arbeitslose in MV
Auf der Landesseite wird dann losgelegt mit der Schönschriftelei:
Milder Winter, viele Aufträge: Gute Stimmung in den Firmen
Gewerkschaften setzen in diesem Jahr auf den Ausbau der Tarifbindung.
Unternehmer wollen ihre qualifizierten Mitarbeiter halten. 
...
Das heißt was?
Gute Stimmung ist noch kein guter Umsatz und erst recht noch kein guter Gewinn.
Dass die Gewerkschaften auf irgendetwas setzen, besagt gar nichts.
Wenn Unternehmer etwas wollen, heißt das nicht, dass sie es tun werden oder tun können.

Nirgendwo in dem Text konnte ich erfahren, wie viele (wohl eher wenige) Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben arbeiten. (M-V ist in D. das Land mit dem geringsten Lohnniveau, was auch etwas über Tarifverträge aussagt.)
Stattdessen:
Die Gewerkschaften im Nordosten wollen die Tarifbindung weiter stärken. So in der Metall- und Elektroindustrie mit mehr als 26 000 Mitarbeitern.
... In den letzten Jahren seien für über 2000 Mitarbeiter Tarifverträge durchgesetzt worden ...
Und was ist mit den restlichen 24000 Mitarbeitern?
Dann noch diese Ankündigung, die ebenfalls nichts besagt, sondern nichts als Erwartung ist:
Höhere Löhne erwarten auch die Beschäftigten im Baugewerbe. 
Natürlich dürfen Unternehmer in dem Artikel wieder wegen fehlender Fachkräfte jammern, eine der schlechten Traditionen im unternehmerfreundlichen Blättle:
Hagen Reinhold, Geschäftsführer der Baugesellschaft Reinhold mbH in Barth. Dass die Arbeitslosenzahlen im Dezember geringer waren als ein Jahr zuvor, liege für ihn jedoch nicht an den milden Temperaturen. Reinhold sieht den demografischen Wandel als Hauptursache. Es gebe im Land immer weniger junge Fachkräfte.
Es ist eine der häufig strapazierten, verlogenen Redewendungen geworden, die vom demografischen Wandel. Es handelt sich vor allem um Abwanderung und die Folgen der früheren Abwanderung, also nicht um ein Naturgesetz (Wir werden immer älter.).  Das wird seit Jahren im kritischen Hochwertblatt OZ verschleiert, wo es nur geht, jede Verschleierung eine Sternstunde des OZ-Journalismus, für die Sie Geld ausgeben.
Hier noch etwas Jammerei wegen fehlender Lehrlinge:
Ein gravierendes Problem, mit dem auch das Gastgewerbe in MV zu kämpfen hat. Es gibt jedoch Ausnahmen. 
Die Lösung auf der Insel Usedom wurde gefunden: Arbeitskräfte aus Swinemünde.

Wer einen Überblick über das ganze Ausmaß der Arbeitslosigkeit in D. wünscht, findet ihn z.B. hier, kostenlos, u.a. diesen Hinweis:
Von 6,937634 Millionen „hilfsbedürftigen“ Leistungsempfängern im Dezember 2013 erhielten nur 887’801 Millionen ALG 1, alle anderen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 4,358362 Millionen mussten sich mit ALG 2 begnügen 
Das macht etwa 5,2 Millionen erwerbsfähige Arbeitslose.
Oder:
Bereinigt um die Zahl der etwa 102.000 sog. Aufstocker/Parallelbezieher (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Dezember 2013 etwa 5,144 Millionen erwerbsfähige Frauen und Männer Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II,etwa genauso viele wie ein Jahr zuvor. 
Die OZ behauptet hochwertig und gegen Geld:
Bundesweit waren 2,95 Millionen Menschen ohne Arbeit  
Hier die Schlussfolgerung aus der umfangreichen Analyse:
... mehr Erwerbstätigen stehen deutlich weniger geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen gegenüber, was klar eine kritische Sicht auf die Qualität des deutschen Arbeitsmarktes stärkt. Primär zeichnet der Erfolg am Arbeitsmarkt prekäre und atypische Beschäftigung, Millionen von Unterbeschäftigten, Teilzeit, Befristung, Leiharbeit oder geringfügiger Beschäftigung. Selbst in der Metallindustrie, primär Exportsektor, malochen bereits ein Drittel aller Arbeitnehmer via Leiharbeiterbuden oder Werksverträgen, im erfolgreichsten Segment der deutschen Industrie, dem Fahrzeugbau sogar jeder Zweite!Es gibt wenig Grund in Deutschland auf das Erreichte selbstgefällig stolz zu sein, denn hinter den Headlines zum Arbeitsmarktbericht, die in die breite Öffentlichkeit gelangen, verbirgt sich viel Beschämendes.
Reines Datenmaterial finden Sie hier:
http://biaj.de/images/stories/2014-01-07_alo1213t.pdf

Erdgeschöpftes

Rostocker Ausgabe:
Watt bringt datt? Das kann sich doch nur um Erdwärme handeln. Natürlich nicht, denn:
Das hochmoderne Kraftwerk im Rostocker Seehafen hat im letzten Jahr 2,9 Terawatt Strom und 400 Gigawatt Fernwärme produziert. Dafür wurden eine Millionen Tonnen russische und polnische Kohle verbraucht.
Es ist also laut Hochwertblättle hochmodern, eine Million Tonnen Steinkohle in einem Jahr zu verbrennen. So werden Leser verdummt. Welche Schadstoffmengen mit den Verbrennungsgasen rund um das Kraftwerk verteilt wurden, hat die Leser nicht zu interessieren. Dabei könnte das Blättle einfach vergleichen, ob mehr oder weniger Schadstoffe in die Luft geblasen wurden, als in früheren Jahren. Doch selbst solch primitive Recherche geht über das weit hinaus, was Leser von der OZ erwarten können.

Stattdessen erfahren die Leser u.a.:
CDU enthüllt beim Neujahrsempfang ihre sportliche Seite

4. Januar 2014

Unterirdisches Niveau

Nachdem die OZ gestern eine Titelgeschichte über den Sonnenschein verscheuert hat, nun eine über Luft, als Aufmacher auf einer Landesseite:
Einmal abgesehen davon, dass mir piepegal ist, ob die Kanzlerin oder nicht - fragen Sie sich doch selbst, was für Sie an der Schlagzeile und der Unterzeile an Neuigkeitswert zu entnehmen ist. Ich finde nichts.

Die Spezialjournalistin (die Sonnenscheingeschichte ist ebenfalls ihr Machwerk) muss bisher völlig ahnungslos in M-V herumgelaufen sein, wo die OZ zu Hause zu sein vorgibt, wenn ihr neu vorkommt, was sie unters zahlende Volk bringen lässt. Doch so lange die Leser dafür ohne Widerstand Geld ausgeben, mag es funktionieren. Allerdings werden es immer weniger Leser.

3. Januar 2014

Aus der Agitprop-Werkstatt (aktualisiert)

Sie könnten die OZ auch Regierungsecho nennen, zumindest, wenn Sie dies gelesen haben:
So viel Beschäftigte wie nie zuvor
... klingt wie: so viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit. Oder war gemeint: so viele Beschäftigte ...? 
Nachgeplapperte Regierungspropaganda, Ihnen als Sternstunde des Journalismus verscheuert.

Anzumerken wäre zumindest:
Vergleicht man allerdings eine lange Zeitreihe so zeigt sich, dass das Arbeitsvolumen der beschäftigten Arbeitnehmer (also der nicht selbstständigen Erwerbstätigen) seit 1991 von 51.768 Millionen Stunden auf 48.779 Millionen Stunden im Jahre im Jahre 2012 verringert hat und das Volumen dürfte auch 2013 nicht wesentlich höher liegen. ...
 Zu bedenken ist auch, wer als erwerbstätig angesehen wird:
Erwerbstätig im Sinne der ILO-Definition ist jede Person ab 15 Jahren, die im Berichtszeitraum gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet hat, unabhängig vom zeitlichen Umfang. Auch wer sich in einem Beschäftigungsverhältnis befindet, das er im Berichtszeitraum vorübergehend nicht ausgeübt hat oder in einem Familienbetrieb mitgeholfen hat, gilt als erwerbstätig.

Nachtrag:
Da hat einer genauer hingeschaut:
Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt zum Jahresbeginn. Was will man mehr? Vielleicht etwas genauer hinschauen
Die OZ etwa? Nie und nimmer.

Nachgeplappertes

Wenn Regierungsmenschen etwas absondern, wird es von der OZ zumeist nachgeplappert und Ihnen als journalistische Sternstunde verscheuert, so auch heute das Geschwafel des Minipräsidenten Sellering:
... Mecklenburg-Vorpommern wolle Energieexporteur werden. „Die Zahlen sprechen
dafür, dass das sehr schnell passieren kann.“
...
Das ist schon vor Jahren passiert, haben der Minipräsident und das Blättle nur nicht mitbekommen (wollen). Ich zitiere mich deshalb selbst:
Im Zusammenhang mit der Rolle der OZ, die immer wieder die Lügengeschichte von der Stromlücke in M-V als Begründung für die Notwendigkeit einer Giftschleuder am Bodden nachplapperte und an Sie verkaufte, sei noch erwähnt, dass in M-V im Jahr 2009 rund 7.372.326 MWh erzeugt wurden und 6.488.815 MWh an Verbraucher in M-V abgegeben wurden. Wer aus dem Überschuss von 883511 MWh ableitet, in M-V müsse deutlich mehr Strom erzeugt werden, egal, was aus der Umwelt wird, ist ein Lügner. Und was ist der, der das ungeprüft an Sie verkaufte?
Der Minipräsident hat es natürlich mitbekommen; doch mit der Ankündigung von bereits Erreichtem ist er auf der sicheren Seite.

Sonnenschein-Schönschrift

Irgendwie muss das Armenhaus D.s schöngeschrieben werden. Da sich nichts findet, muss das Wetter des vergangenen Jahres herhalten - als Titelgeschichte:
Ranglisten sind der Schwachsinn, der sich in Medien verwursten lässt. Ihr Wert besteht allein darin, die Leser zu verblöden und von Wichtigem abzuhalten.
Kostenlos können Sie das Wetter des vergangenen Jahres (allein das dürfte höchstens Meteorologen interessieren) hier kostenlos nachlesen. Lassen Sie es lieber sein, denn es bringt nichts.

28. Dezember 2013

Rotzfrech und regierungsergeben

Rotzfrech und regierungsergeben aus einer Pressemitteilung kopiert - kritischer Hochwertjournalismus der OZ-eigenen Art:
Kuder: 2013 war ein wegweisendes Jahr
Über der Pressemitteilung steht:
2013 war ein wegweisendes Jahr für die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern

27. Dezember 2013

Wenn Heuchler geheuchelten Trost nachplappern

Da wir gerade Weihnachten hinter uns haben und damit die wochenlange Heuchelei des Blattes, genannt Weihnachtsaktion, passt dies zur OZ und natürlich zur Landrätin, wie die bildliche Faust aufs Auge:
Wenn die Landrätin unbedingt Trost spenden muss, warum wird dazu die OZ eingeladen? Und wozu muss dann noch solch ein elendes Gruppenfoto gemacht werden? Doch nicht etwa, weil das Blättle mindestens ebenso viel Heuchelerfahrung hat wie sie? Und warum gibt sich das Blättle für solch eine miese Show her? Heuchler und Heuchler gesellt sich gern? 

Ich erinnere an die Sparmaßnahmen der Kreisbehörde im Sozialbereich. Ich erinnere daran, lang ist es her, dass der Landrätin piepegal war, wie viel Gift das Steinkohlekraftwerk, wäre es auch nach ihrem Willen gebaut worden, in die Umgebung geblasen hätte, um wie viel der Bodden in der Umgebung des Werkes aufgeheizt worden wäre. 
Wäre sie dann auch durch die Gegend gezogen und hätte Trost gespendet, Teddy und Gänsekeule inklusive? Ich stelle mir vor, wie sie von Bett zu Bett zöge, einen fotografierenden Aufschreiber vom kritischen Hochwertblatt im bildlichen Schlepptau.
"Trösten Sie sich, Ihre Quecksilbervergiftung und Ihr damit verbundenes vorzeitiges Ende dienen einem guten Zweck, dem, dass ich einen schönen Posten im Werk habe. 
Ach, die Urlauber bleiben weg? Trösten Sie sich, denn nun brauchen Sie nicht länger für einen Hungerlohn zu arbeiten. Außerdem dient das Werk einem guten Zweck; Sie wissen schon.
Soso, Sie haben sich im warmen Bodden mit Vibrio vulnificus infiziert? Ja, was müssen Sie auch mit einer Wunde an der Wade im Bodden planschen. Doch es wird Sie trösten, dass Ihnen nur ein Bein und das auch nur bis zum Knie amputiert werden wird. Außerdem dient das Werk einem guten Zweck; Sie wissen schon."

100 Prozent wertlos

Ein Kommentator meinte heute im Blättle, in dem es u.a. um diese Kaffeesatzleserei zur Konjunktur im nächsten Jahr geht:
Da erwarten die Wirtschaftsforscher in Deutschland 2014 eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von rund zwei Prozent. Der Osten schafft den Prophezeiungen zufolge einen halben Prozentpunkt weniger. ...
Die genannten Wirtschaftsforscher (?) sind keine Propheten, sondern Propagandamaschinen. Sie sind zudem Spekulanten, Kaffeesatzleser, deren Drohung natürlich nicht im Hochwertblatt fehlen durfte, für den Fall, ihre Spekulationen gingen nicht auf:
... Hüther warnte vor höheren Arbeitskosten durch den Mindestlohn oder die Begrenzung der Zeitarbeit. Auch der Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide, spricht von einem „falschen Signal“. Die „gutgemeinte Sozialpolitik“ werde unter dem Strich Geld kosten. ...
Das verfehlte Spekulieren haben diese Leute jahrelang bewiesen, was wiederum weder die OZ noch den Kaffeesatzinterpreten/Kommentator daran hinderte, sich daran abzuarbeiten, wobei das Abarbeiten der Feiertagsredaktion im Kopieren bestanden haben dürfte.

24. Dezember 2013

Schönschreiber können nicht schönschrifteln?

Das Blättle versucht, mit Lesern in Kontakt zu kommen. Dabei ergibt sich Erstaunliches:
OZ freut sich auf positive Geschichten
... Was Sie vorschlagen, Herr Gögge, klingt interessant. An „Positiv-Ausgaben“ haben sich in den vergangenen 20 Jahren einige Zeitungen versucht. Für uns Redakteure ist das eine Herausforderung, jede Nachricht und jeden Bericht in ausschließlich positiver Grundhaltung zu formulieren. Nur: Würde dies nicht der kritisierten Negativ-Berichterstattung ähneln, nur von der anderen Seite gesehen? ...
Das ist ja wohl ein einziger Witz, denn OZ-Redakteuren geht neben dem Kopieren nichts leichter von der Hand und ist mehrhundertfach erprobt, als das Verfassen von Schönschriften.

Hier mein Verzeichnis aus mehreren Jahren Schönschreibgewerbe.

23. Dezember 2013

"Dieses unterirdische Klippschulniveau, diese dumme, selbstzufriedene, unreflektierte Kaltschnäuzigkeit"

Wer ist Chodorkowski? Aus dem chicen Hauptstadtbüro kommt per Kommentar diese Kunde:
Michail Chodorkowski ist und bleibt eine schillernde Persönlichkeit. ...
der russische Ex-Staatsfeind Nr. 1 ...
Der geschäftstüchtige Ex-Komsomol-Funktionär machte unter Jelzin schnell und brutal Karriere, wurde zum reichsten Mann Russlands und einer der mächtigsten Oligarchen. ...
Der asketische Geschäftsmann ...
der Fall des in zwei politisch motivierten Prozessen verurteilten Managers ...
In einer Meldung auf der Titelseite ist er:
Der russische Regierungsgegner Michail Chodorkowski ...
Im aufgeblasenen Aufmacher auf der Politikseite ist er :
Der einstige Kremlgegner 
Ich habe bisher darauf verzichtet, die OZ zur sog. Systempresse zu zählen. Damit ist jetzt Schluss. Ich rate Ihnen, hier kostenlos nachzulesen:
... Es ist wirklich zum Verzweifeln. Dieses unterirdische Klippschulniveau, diese dumme, selbstzufriedene, unreflektierte Kaltschnäuzigkeit der deutschen Medien. Seit langem gibt dies allein bei wirtschaftlichen und wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen unablässigen Anlass zur kritischen Aufklärung. Das aktuelle Theater rund um die Freilassung Chodorkowskis, das selbst öffentlich-rechtliche Medien wie der Deutschlandfunk ernsthaft als seriöse Berichterstattung präsentieren bzw. zu präsentieren versuchen, setzt dem katastrophalen Zustand der Medien in Deutschland die Krone auf – weitere Steigerungen nicht ausgeschlossen. ... 
Auch hier lesen Sie kostenlos:
Die Akte Chodorkowski
Der Ex-Oligarch und Ex-Yukos-Chef ist begnadigt worden. Es ist damit allerdings kein "politisch Verfolgter" wieder auf freiem Fuß, sondern ein Wirtschaftskrimineller ...
 Ebenso kostenlos und hintergrundreich:
Viktor Timtschenko beleuchtet Aufstieg und Fall des vermeintlichen Putin-Opfers
P.S.:
Übrigens passt der Propagandaartikel über Panzer-Uschis Aufenthalt in Afghanistan genau zu dem Obigen:
Feuertaufe in Afghanistan: Von der Leyen besucht Truppe
Da werden sich all jene, die eine tatsächliche Feuertaufe erlebten, an den Kopf fassen. Zu denen gehöre ich.

21. Dezember 2013

"Verblödung und plumpe Propaganda"

Es nervt schon seit Jahren, diese Art der Leserverblödung:
Konsumklima steigt auf höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren
Deutschlands Verbraucher gehen voller Optimismus ins neue Jahr. Das von der GfK gemessene Konsumklima wird im Januar auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren steigen, erklärte das Marktforschungsinstitut in Nürnberg gestern. ...
Das Konsumklima werde im Januar weiter steigen, von 7,4 Punkten im Dezember auf 7,6 Punkte, erklärte die GfK. Das sei der höchste Stand seit August 2007 vor dem Ausbruch der Finanzkrise. 2013 werde der private Konsum um etwa ein Prozent zulegen, erklärte die GfK. Das Bruttoinlandsprodukt werde dagegen nur auf ein Plus von knapp einem halben Prozent kommen - der Konsum werde also „die entscheidende Stütze“ der Konjunktur sein. Der gute Start ins neue Jahr signalisiere eine solche Entwicklung auch 2014.
1. Noch ist niemand ins neue Jahr gestartet.
2. Seit Jahren wird der Konsum als Stütze beschworen, ist es aber nicht geworden.
3. Seit Jahren ist der Konsum etwa gleich geblieben. Wie sollte er auch zunehmen, wenn die Reallöhne nicht steigen? Die Nürnberger Kaffeesatzleser erwarten tatsächlich, dass der Konsum kreditgetrieben zunehmen wird.
4. Es ist völlig unerheblich, was an Kauflaune aus dem Kaffeesatz gelesen wird, weil sie nichts mit dem tatsächlichen Konsum zu tun hat.
5. Allein diese ewige Nachplapperei wäre ein Grund, das OZ-Abo zu kündigen.

Ansonsten hier ein par Sätze:
Wie es zu erwarten war, berichtete die GfK erneut, das “Konsumklima legt weiter zu”. Monat für Monat klettert angeblich die Stimmung der Verbraucher und deren Konsum. Die üblichen Verdächtigen springen wie jeden Monat unkritisch auf diesen Zug auf, u.a. SPON und setzen sogar noch einen drauf: “Deutschland im Kaufrausch”. Die Verblödung und die plumpe Propaganda scheinen keine Grenzen mehr zu kennen. Armes Deutschland! Dumm nur, dass harte belastbare Fakten die gemessene Stimmung nicht bestätigen und dies bereits seit vielen Monaten.

19. Dezember 2013

Schwingt euch auf, kauft, Leute kauft

Ein wenig Kaffeesatzleserei gefällig?
Die deutsche Wirtschaft erwartet einen kräftigen Aufschwung im kommenden Jahr. Im Dezember verbesserte sich die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen nach einem satten Anstieg im Vormonat noch einmal leicht. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte von 109,3 Punkten im Vormonat auf 109,5 Punkte, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung gestern mitteilte. Das ist der höchste Stand seit über eineinhalb Jahren. „Es wird ein reich gedeckter Gabentisch erwartet“, erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.
Nun könnte jeder zahlende OZ-Leser in der Redaktion nachfragen: "Und was erhalte ich von dem Gabentisch?" Darauf wird er vom Blättle keine brauchbare Antwort erhalten.

Hier ein Hinweis:
... das Statistische Bundesamt stellt lapidar fest: „Für das Jahr 2013 zeichnet sich nach den Ergebnissen der ersten drei Quartale 2013 ein geringer Reallohnverlust ab. Die Nominallöhne sind in diesem Zeitraum im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2012 um 1,4 % gestiegen, die Verbraucherpreise um 1,6 %.“ Die Nominallöhne sind um 1,4 Prozent gestiegen? Man fragt sich, was die Gewerkschaften verhandelt haben, die doch dauernd Erfolge melden mit einer drei vor dem Komma. Man sieht daran, dass das ganze System verrottet ist und die sogenannte soziale Marktwirtschaft in Deutschland nur noch daraus besteht, den Unternehmer zu finden, der am geschicktesten darin ist, die Löhne seiner Mitarbeiter zu drücken.Und das wird sich fortsetzen. ...
Hier ein ganz kurzer Hinweis:
Die “Reallohn-Hausse” beim Exportmeister Deutschland schnurrt auch in Q3 2013 in alt bewährter Manier, um -0,3% zum Vorjahresmonat sank der Reallohnindex, wie heute das Statistische Bundesamt mitteilte. Ungebrochen partizipieren im Durchschnitt deutsche Arbeitnehmer NICHT an den Produktivitätsfortschritten und der enormen Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft und selbst verminderte offizielle Preissteigerungen bei den Verbraucherpreisen werden nicht mal kompensiert. Hinter den heutigen Daten verbirgt sich ein gern verschwiegener Skandal und damit die hässliche Fratze des deutschen Geschäftsmodells, denn faktisch haben seit über zwei Jahrzehnten keine Reallohnsteigerungen in Deutschland stattgefunden. Hervorhebung von mir
Themen gibts.

Zugemutete Einschlafhilfe

Die OZ verscheuerte gestern spaltenweise solch ergötzliche Geschichte aus dem chicen Hauptstadtbüro:
... Ein monatelanger Wahlkampf ist vorbei, 86 Tage sind seit der Bundestagswahl vergangen, Sigmar Gabriel heißt „ihr Neuer“ an der linken Seite. Die Kanzlerin ruht in diesen Minuten der Neueinstellung in sich selbst. Die Regierungsbank ist der ihr angemessen erscheinende Platz. Der Kopf dreht nach links – da sitzt CSU-Chef Horst Seehofer mit Ministerpräsidentenkollegen auf der Bundesratsbank. Der Blick schweift nach rechts – da ist mittlerweile das Nichts. Die FDP ist nichtmehr da. ...
Ich halte es für eine Zumutung, 832 Wörter lang Müll anzubieten und zugleich für eine Ablenkung von dem, das für die Leser wichtig wäre. Wer die Schlagzeile über der Einschlafhilfe gelesen hatte, hätte wissen müssen, was für ein Käse ihn erwartet - den er zu bezahlen hat:
Mit einer Kurzmeldung tat das Blättle in derselben Ausgabe diese, für das immer wieder beschworene reiche D. skandalöse Mitteilung ab:
Knapp jeder Fünfte von Armut betroffen
... Etwa 16 Millionen Menschen (so viele Menschen lebten einst in der DDR) oder 19,6 Prozent der Bevölkerung zählten dazu – 2011 waren es mit 19,9 Prozent noch etwas mehr. Das ist das Ergebnis der Untersuchung „Leben in Europa 2012“, die das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden gestern vorstellte ...
Das ist der einzige Hinweis, den das Blättle zu dem Fakt gibt, dass es um Europa ging. Hier ein Blick über den Tellerrand, von dem der OZ-Geschäftsführer einst schwafelte, der hier aber nicht erfolgte:
Deutschlands Armut höher als sonst in W-Europa ohne Belgien, Großbritannien und Euro-Krisenländer 
Hatte nicht Merkel rotzfrech und allen Ernstes behauptet, Deutschland gehe es so gut wie noch nie? Allerdings hätten sie Journalisten fragen sollen, wen genau sie mit D. meinte. Aber stattdessen siehe oben die Blumengeschichte.

17. Dezember 2013

Gephrastes

Die OZ hat Phrasendrescherin Schwesig drei Fragen gestellt. Nach der ersten Antwort haben das Lesen beendet. Darum:
Welche Themen wollen Sie in Berlin zuerst anpacken? 
Ich werde mich weiterhin für eine moderne Frauen- und Familienpolitik, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und gegen Kinderarmut einsetzen. Ich war fünf Jahre Ministerin in einem Land, in dem nicht alles rosig ist, wo Menschen etwa zu Niedriglöhnen arbeiten und wo Frauen im Pflegedienst unter großem Druck stehen. Ich freue mich auf die Chance, auf Bundesebene Verbesserungen mit auf den Weg zu bringen. ...
Ich begreife nicht, dass sich ein Journalist, ein kritisch-hochwertiger sogar, so etwas gefallen lässt. Ich begreife auch nicht, dass sich die Leser so etwas von einem Journalisten bieten lassen und dafür auch noch Geld ausgeben.
Es wird im bösenbösen Internet anders über Schwesig berichtet.

15. Dezember 2013

Danke, Markus Neugebauer!

Tatsächlich hatte das Blättle am Freitag eine dreiviertel Seite über die Eröffnung einer Autobahnraststätte verscheuert:
Darin durften sich die Leser an diesen Bildunterschriften erfreuen:

Wenigstens ein Leser fand diese unternehmerfreundliche, aufgeblasene PR-Kampagne so unmöglich, dass er sich zu einem Leserbrief aufraffte:
Gibt es denn in bzw. aus Mecklenburg-Vorpommern mittlerweile wirklich so wenig Interessantes zu berichten, dass eine Tankstellen- bzw. McDonalds-Filialeröffnung fast eine ganze Seite einnimmt? Irgendwie kommt das Gefühl auf, da musste "auf Teufel komm raus" noch irgendwie das Blatt gefüllt werden.
Ich wohne in Schleswig-Holstein, lese als ehemaliger Rüganer aber täglich das OZ-Epaper. Teilweise auch im Büro, wo mir Kollegen ab und an über die Schulter gucken und mitlesen. Heute musste ich mir schallendes Gelächter anhören, als ein Kollege das Foto mit dem Kommentar "Marianne Bentin bewundert eine Toilette." sah und meinte: "Ach, Toiletten sind immernoch was Bewundernswertes im Osten?".
Mal ganz ehrlich, der Knaller ist dieser aufgepustete Bericht nicht wirklich, oder? Vor allem, weil mittendrin auch nochmals geschrieben wird, dass auch den dänischen Durchreisenden die Toiletten besonders gefallen haben. Ich dachte bisher immer, MV punktet mit seiner tollen Landschaft, den Tourismusangeboten und den netten "Fischköppen", aber offensichtlich haben die Rasthoftoiletten einen höheren Stellenwert? Dieser Bericht war doch mal im wahrsten Sinne des Wortes ein "Griff ins Klo"!
Markus Neugebauer

7. Dezember 2013

Wertlose Rangfolge - außer für Aida Cruises

Endlich wieder Aida Cruises, egal wie, auch wenn es eine sinnlose und nicht einmal repräsentative Rangfolge von Unternehmen ist:
In dem gestern von der Nord/LB vorgestellten Ranking der 100 größten Unternehmen in MecklenburgVorpommern belegt Aida Cruises mit 6000 Beschäftigten den ersten Platz ...
Jaund? Was haben die Leser davon, etwas Wertloses gekauft zu haben?

Würde die OZ wenigstens zugleich zeigen, welches Unternehmen wie viel Steiern im Land zahlt und das zur Größe ins Verhältnis setzen. Aber von vielen Unternehmen der aufgeführten Unternehmen ist nicht einmal der Jahresumsatz bekannt, natürlich auch nicht von Aida Cruises. Ich gehe davon aus, dass das Unternehmen keinen Cent Steuern an das Land abführt.
Nicht einmal repräsentativ ist die Rangfolge deshalb:
Eingang finden allerdings nur Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligen. Die in der Rangliste aufgeführten Unternehmen haben entweder ihren Hauptsitz in MV oder sind in der Lage, Daten für ihre Aktivitäten in MV anzugeben (zum Beispiel Rossmann).
Nicht berücksichtigt werden nationale oder internationale Firmen, die keine landesbezogenen Daten zur Verfügung stellen. Das gilt den Angaben zufolge etwa für private Geschäftsbanken oder Einzelhandelsketten.
Öffentliche Arbeitgeber wie Bundeswehr oder Universitäten werden ebenfalls nicht berücksichtigt.
Erhebt sich die Frage, welchen Sinn die Erhebung hat. Doch danach fragt kein kritischer Hochwertredakteur, wahrscheinlich, weil es nicht einmal ihn interessiert - Hauptsache der Dreispalter war befülllt, und es konnte wieder ein wenig PR-Bude für Aida Cruises gespielt werden

Die Falschen gewürdigt

Die OZ erscheint auf dem Gebiet des früheren Bezirkes Rostock der DDR. Das merkt man dem Blättle immer noch an, wenn wie einst die Sprechblasen von Politbonzen nachplappert und an die Leser verscheuert, so wie heute zum Tod Mandelas, allerdings zugeliefert aus dem chicen Hauptstadtbüro und darum so beliebig, überflüssig und damit wertlos wie so vieles aus dem Hause.
Ob den Nachplapperern und Kopierern klar ist, dass sie mit dem Gewäsch von Politbonzen nicht Mandela würdigen, sondern das schwätzende Politpack eben diese Schwätzer, die sich damit hervortun. Etliche von ihnen sind außerdem Heuchler. Mir ist es völlig piepe, was der Bundesgrüßaugust abgelassen hat, oder der britische Premier. Wenn sie tatsächlich trauern, sollen sie die Klappe halten und still trauern und die Welt mit ihrem Gewäsch verschonen.

Apropos Premier. Lesen Sie mal nach, was z.B. die Süddeutsche kostenlos zu vermelden hat über das Verhältnis der Premierministerin Thatcher zu Mandela, über das des Parlamentes zu ihm. Lesen Sie nach, was das Bayerische Fernsehen drauf hatte, wie verhasst Mandela dem cSU-Bonzen Strauß und dessen Umgebung war. Lesen Sie nach, dass Mandela noch 2008 auf der Terrorliste der Amis stand. Wer Mandela wohl damals verraten hat?

Oder lesen Sie nach, wie das in der DDR war mit dem Verhältnis zu Mandela:
Diese Empathie für Unterdrückte, Gefolterte, Gefangene überall in der Welt war eine Seite der DDR, die ich immer noch richtig finde. 
Nein, steht auch nicht in der OZ. Das überall Bekannte, somit Überflüssige im Hochwertblättle, kam ja aus Berlin.
Übrigens ist die Frau, die den Satz in dem Artikel schrieb, Korrespondentin der taz im Parlamentsbüro - in Berlin. Sie kann mehr als nachplappern und kopieren.

6. Dezember 2013

Kneifzangenkommentar

Über einem Kommentar steht diese Schlagzeile:
Außer Kontrolle geraten
Sie ist dem Text entnommen:
... Doch die neuesten Enthüllungen über die National Security Agency zeigen einmal mehr: Washingtons aufgeblähter Sicherheitsapparat ist außer Kontrolle geraten. ...
Es ist ja schon ein Fortschritt, wenn die OZ nicht nur darüber lamentiert, dass Merkels Handy abgehört worden sein soll. Jedoch erkenne ich eine der in der OZ üblichen Verniedlichungen, denn wäre der Satz richtig, hieße das, der Ami-Geheimdienst wurde bis zu einem bestimmten Zeitpunkt kontrolliert. Wer das schreibt und wer das Geschriebene glaubt, zieht sich auch die Hosen mit der Kneifzange an.
Ansonsten kann das, was zur Zeit an Abschnorchelei passiert, nie und nimmer kontrolliert werden.

Mein Tipp: Statt für Verniedlichtes Geld auszugeben, lesen Sie lieber, was der Chefredakteur des Guardian mitzuteilen hat, auch wenn es lang geraten ist:
Die Regierungsvertreter waren sich der Ironie nicht bewusst, dass die einzige Organisation, die bislang die Kontrolle über ihre Daten verloren hatte, keine Zeitung, sondern die NSA gewesen war. ...
An dieser Stelle muss ich gestehen: Ich habe diese in den NSA- und GCHQ-Dokumenten versteckte Geschichte – dass die Strafverfolgungsbehörden die Möglichkeiten der privaten Verschlüsselung unterminieren – nicht selbst aufgespürt; selbst als sie mir junge, auf diese Technologien spezialisierte Reporter, die ihre Bedeutung erkannt hatten, zu erklären versuchten, verstand ich sie nicht sofort. Peinlicherweise musste ich eine Art Kinderzeichnung anfertigen, um mir bestätigen zu lassen, was ich glaubte, von ihnen erzählt bekommen zu haben.
Verfügen US-amerikanische und britische ParlamentarierInnen über ein besseres Verständnis darüber, was die heutige Technologie vermag? Können sie, als angebliche RegulatorInnen, solche Dokumente ebenfalls entziffern? 
...
Ich kann nicht anders; mir fällt die bundesdeutsche Stimmviehherde ein, besonders des vorpommersches Mitglied Lietz.
Das ist wenigstens ein Chefredakteur, dazu auch noch einer, der gut schreiben kann, einer, der dem Parlamentsausschuss die Leviten las - und der kein Verkäufer ist.

5. Dezember 2013

Aufgeschäumter Informationsnebel

Seit 24 Jahren wandern vor allem junge Leute aus dem Armenhaus D.s ab und seit ein paar Jahren wandern Ältere wieder zu. Nach 23 Jahren hatte der Landtag in Schwerin mitbekommen, dass das Auswirkungen auf das Wohnen hat - Blitzmerker:
Im Land fehlen schon jetzt 35 000 Wohnungen für Senioren
Gemeint sind altersgerechte Wohnungen. Dass die Situation z.B. in der Gemeinde Heringsdorf nach meiner Erfahrung katastrophal ist, habe ich vorgestern angemerkt, hat aber jahrelang niemanden interessiert, sonst hätte sich etwas geändert.

Der 1. Satz ist ein Märchen, nachgeplappertes Bonzendeutsch:
Die Wohnungen in Mecklenburg-Vorpommern sollen altersgerechter werden ...
Was bedeuten würde, dass sie bereits altersgerecht sind, und zwar alle und nun noch gerechter werden sollen. Journalisten, die so etwas gedankenlos aufschreiben, sollten eine andere Betätigung suchen, in Parteizentralen oder PR-Buden von Unternehmen.

Schon im 2. Absatz wird im Kaffeesatz gelesen:
... Auch wenn die Bevölkerung im Land laut Studie der Uni Rostock bis 2030 um weitere zwölf Prozent – oder 83 000 Haushalte – abnehmen soll, fehlt es künftig an geeigneten Unterkünften. ...
Kann so kommen, muss aber nicht. Wer die Bevölkerungsentwicklung 16 Jahre im Voraus zu kennen glaubt, ist mir verdächtig. Aber selbst wenn einträfe, was aus dem Kaffeesatz herausgelesen wurde, erhebt sich doch auch die Frage, warum das so ist. Wie gewohnt, umgeht die OZ das Thema Dauer-Abwanderung und ihre Ursachen kritisch-hochwertig.

Die OZ fand dann noch heraus:
Mecklenburg-Vorpommern wird immer älter
Was jetzt kommt, liest sich wie die Folgen eines Naturgesetzes, es ist aber keines:
1990 lag das Durchschnittsalter in MV noch bei 35,8 Jahren. 2011 war es bereits um 9,7 auf 45,5 gestiegen. Bis 2030 soll es voraussichtlich auf 50,5 Jahre klettern. Besonders bei den 25-bis 34-Jährigen wird ein Rückgang erwartet: Bis 2030 sinkt die Zahl um 40 Prozent. Die Altersgruppe 65 bis 79 wächst indes um 34 Prozent, die Generation 80+ sogar um 53 Prozent. ...
Nach jedem Satz fragte ich mich, warum das so ist, weiß aber, dass kein Naturgesetz im Spiel ist, sondern dass längst hätte Abhilfe hätte geschaffen werden müssen, alle Landesregierungen jedoch kläglich versagten. Die OZ schafft keine Aufklärung, sondern macht ein riesiges Gewese (447 Wörter) um diese einzige nachprüfbare Maßnahme:
Allein in den Einbau von Aufzügen sollen 2014 und 2015 jeweils fünf Millionen Euro als Zuschüsse fließen. ...
... wenn die EU zustimmt und wenn den Hauseigentümern die Zuschüsse ausreichen.
Wo die 35000 Wohnungen (s. Schlagzeile) herkommen sollen, wird nicht weiter erklärt, wozu auch, OZ-Leser sind genügsam. Oder ist etwa eine Wohnung altersgerecht, wenn das Haus einen Fahrstuhl hat?
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