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8. Januar 2014

Vorläufiger Höhepunkt der Widerlichkeiten

Bekanntlich hat sich auch das kritische Hochwertblatt an Schumachers Sturz hochgezogen und tut es Tag für Tag unverdrossen weiter, auch schrottline. Allein heute sind schrottline 15 Einträge zu finden, Gestern waren es sieben Einträge.
Vorläufiger Höhepunkt der Widerlichkeiten war gestern schrottline dies, (Ich verlinke den Schrott ausnahmsweise.):
Appell von Corinna Schumacher: Verlassen Sie die Klinik
Michael Schumachers Ehefrau hat die Medien eindringlich zur Zurückhaltung aufgerufen.
Dazu wurde schrottline ein Foto gestellt, das Frau Schumacher zeigt, wie sie die Medienmeute durchquert. Heute auf einer Sportseite ein Text unter der Schlagzeile:
Schumachers Frau appelliert
Michael Schumachers Ehefrau hat in einem unmissverständlichen Appell die Medien zur Zurückhaltung aufgerufen.
Dazu ein Foto, das zeigt, wie sich Frau Schumacher durch die Medienmeute kämpft mit der Bildunterschrift:
Corinna Schumacher bittet die Medien um Zurückhaltung.
Damit wird der falsche Eindruck erzeugt, sie hätte mit dem Medienpack gesprochen; hat sie aber nicht, sondern sie hatte ein schriftliche Erklärung abgegeben.

Alles dazu hat Stefan Niggemeier aufgeschrieben, unbedingt lesenswert:
Corinna Schumachers Bitte um Ruhe und die grenzenlose Ungemeintheit der Medien 

Augen zu und schönschreiben

Das Blättle weigert sich weiterhin, den tatsächlichen Umfang der Arbeitslosigkeit darzustellen, denn das ist
1. nicht Aufgabe der Systempresse und
2. zu viel verlangt, da mit Arbeit verbunden.

Stattdessen wird das von der Arbeitsagentur gelieferte Schöngefärbte noch einmal schöngefärbt.
Und das geht so:
Im Keller der Titelseite wird die offizielle, also viel zu geringe Zahl genannt:
Wieder mehr als 100 000 Arbeitslose in MV
Auf der Landesseite wird dann losgelegt mit der Schönschriftelei:
Milder Winter, viele Aufträge: Gute Stimmung in den Firmen
Gewerkschaften setzen in diesem Jahr auf den Ausbau der Tarifbindung.
Unternehmer wollen ihre qualifizierten Mitarbeiter halten. 
...
Das heißt was?
Gute Stimmung ist noch kein guter Umsatz und erst recht noch kein guter Gewinn.
Dass die Gewerkschaften auf irgendetwas setzen, besagt gar nichts.
Wenn Unternehmer etwas wollen, heißt das nicht, dass sie es tun werden oder tun können.

Nirgendwo in dem Text konnte ich erfahren, wie viele (wohl eher wenige) Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben arbeiten. (M-V ist in D. das Land mit dem geringsten Lohnniveau, was auch etwas über Tarifverträge aussagt.)
Stattdessen:
Die Gewerkschaften im Nordosten wollen die Tarifbindung weiter stärken. So in der Metall- und Elektroindustrie mit mehr als 26 000 Mitarbeitern.
... In den letzten Jahren seien für über 2000 Mitarbeiter Tarifverträge durchgesetzt worden ...
Und was ist mit den restlichen 24000 Mitarbeitern?
Dann noch diese Ankündigung, die ebenfalls nichts besagt, sondern nichts als Erwartung ist:
Höhere Löhne erwarten auch die Beschäftigten im Baugewerbe. 
Natürlich dürfen Unternehmer in dem Artikel wieder wegen fehlender Fachkräfte jammern, eine der schlechten Traditionen im unternehmerfreundlichen Blättle:
Hagen Reinhold, Geschäftsführer der Baugesellschaft Reinhold mbH in Barth. Dass die Arbeitslosenzahlen im Dezember geringer waren als ein Jahr zuvor, liege für ihn jedoch nicht an den milden Temperaturen. Reinhold sieht den demografischen Wandel als Hauptursache. Es gebe im Land immer weniger junge Fachkräfte.
Es ist eine der häufig strapazierten, verlogenen Redewendungen geworden, die vom demografischen Wandel. Es handelt sich vor allem um Abwanderung und die Folgen der früheren Abwanderung, also nicht um ein Naturgesetz (Wir werden immer älter.).  Das wird seit Jahren im kritischen Hochwertblatt OZ verschleiert, wo es nur geht, jede Verschleierung eine Sternstunde des OZ-Journalismus, für die Sie Geld ausgeben.
Hier noch etwas Jammerei wegen fehlender Lehrlinge:
Ein gravierendes Problem, mit dem auch das Gastgewerbe in MV zu kämpfen hat. Es gibt jedoch Ausnahmen. 
Die Lösung auf der Insel Usedom wurde gefunden: Arbeitskräfte aus Swinemünde.

Wer einen Überblick über das ganze Ausmaß der Arbeitslosigkeit in D. wünscht, findet ihn z.B. hier, kostenlos, u.a. diesen Hinweis:
Von 6,937634 Millionen „hilfsbedürftigen“ Leistungsempfängern im Dezember 2013 erhielten nur 887’801 Millionen ALG 1, alle anderen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 4,358362 Millionen mussten sich mit ALG 2 begnügen 
Das macht etwa 5,2 Millionen erwerbsfähige Arbeitslose.
Oder:
Bereinigt um die Zahl der etwa 102.000 sog. Aufstocker/Parallelbezieher (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Dezember 2013 etwa 5,144 Millionen erwerbsfähige Frauen und Männer Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II,etwa genauso viele wie ein Jahr zuvor. 
Die OZ behauptet hochwertig und gegen Geld:
Bundesweit waren 2,95 Millionen Menschen ohne Arbeit  
Hier die Schlussfolgerung aus der umfangreichen Analyse:
... mehr Erwerbstätigen stehen deutlich weniger geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen gegenüber, was klar eine kritische Sicht auf die Qualität des deutschen Arbeitsmarktes stärkt. Primär zeichnet der Erfolg am Arbeitsmarkt prekäre und atypische Beschäftigung, Millionen von Unterbeschäftigten, Teilzeit, Befristung, Leiharbeit oder geringfügiger Beschäftigung. Selbst in der Metallindustrie, primär Exportsektor, malochen bereits ein Drittel aller Arbeitnehmer via Leiharbeiterbuden oder Werksverträgen, im erfolgreichsten Segment der deutschen Industrie, dem Fahrzeugbau sogar jeder Zweite!Es gibt wenig Grund in Deutschland auf das Erreichte selbstgefällig stolz zu sein, denn hinter den Headlines zum Arbeitsmarktbericht, die in die breite Öffentlichkeit gelangen, verbirgt sich viel Beschämendes.
Reines Datenmaterial finden Sie hier:
http://biaj.de/images/stories/2014-01-07_alo1213t.pdf

7. Januar 2014

Was gaaanz wichtig ist

Bisher hatte die OZ großzügig darauf verzichtet, Hinweise und Missbilligungen des Presserates wegen Verstößen der kritischen (Sie ist weder kritisch noch selbstkritisch.) Hochwertzeitung gegen den Pressekodex zu veröfffentlichen. Die Rüge, die das Hochwertblättle einst erhielt, musste sie abdrucken, tat es in einer winzigen Meldung.

Ganz anders reagiert das Blättle und zeigt damit, dass es nichts als ein Blättle ist, wenn der Presserat eine Beschwerde als unberechtigt ansieht:
Presserat weist Beschwerde der Polizei gegen OZ zurück
Darauf verwendete das Blättle 69 Wörter.

Ich betone nochmals, dass ich mich nicht mehr beim Presserat beschwere, weil es nur Arbeit macht und sinnlos ist, denn die Hinweise, Missbilligungen und Rügen bleiben absolut folgenlos. Erst wenn empfindliche Geldbußen gegen die Verlage ausgesprochen würden, riete ich dazu sich zu beschweren.

Splitter-Parteitagsgewäsch als Aufmacher

Im Stillen ist der Hochwertjournalist aus dem chicen Hauptstadtbüro wohl ein Verehrer der Splitterpartei FDP, die OZ-Mantelredaktion auch. Sonst hätte sie nicht das Parteitagsgewäsch zum Aufmacher auf der Politikseite gemacht.
Lindner macht der FDP Mut: „So unabhängig wie nie zuvor“
Interessiert das tatsächlich die Mehrheit der OZ-Leser? Wenn nicht, hätte das Parteitagsgeschwafel nichts im Blättle verloren - es sei denn, siehe oben.

Nur so nebenbei: Der Europäische Gewerkschaftsbund hat auch getagt. Darüber war keine Zeile im Blättle zu lesen. Zumindest dies dürfte aber alle Steuerzahler und Europaparlament-Wähler interessieren:
... Im Zentrum der Debatte stand aber eine aufsehenerregende neue Studie zum Vorgehen der so genannten „Troika“ in den Krisenstaaten. Die Hauptaussage der Studie: Die Beteiligung der EU an der Troika-Politik des sozialen Kahlschlages ist nicht nur unsozial und ökonomisch widersinnig, sondern verstößt gegen EU-Recht und die Menschenrechte. Mit anderen Worten: Die EU-Institutionen ignorieren ihr eigenes Recht und verstoßen gegen die sozialen Grundrechte. ...
OZ-Leser haben dagegen die Märchenstunden eine Splitterpartei und der Sturz der Kanzlerin zu interessieren.
Viel Spaß mit Ihrem Abo!

Der Verblödung nächster Teil

Die Kanzlerin stürzte, und die OZ befüllt damit und mit Uraltfotos fast eine ganze Seite; den Rest liefert Steuervermeider Schummel-Schumi, der immer noch im Koma um sein Leben kämpft.
Auf der Titelseite wird das so angekündigt:
... Jetzt wird Deutschland weitgehend im Liegen regiert.
Offensichtlich sind noch nicht alle Texter in der OZ von Silvester ausgenüchtert. Oder sollte es möglich sein, dass jemand bei klarem Verstand so etwas ablässt?

Auf der Blickpunktseite:
Skiunfall: Merkel muss sich schonen
Nach ihrem Sturz muss die Bundeskanzlerin mehr von zu Hause arbeiten. Treffen mit Regierungschefs wurden abgesagt.
...
Das also ist liegend regieren?

Und dann die Zwischenüberschriften (Merkel, die Heldenhafte):
Nach dem Sturz bewies Merkel Durchhaltewillen 
Die Sternsinger dürfen trotzdem kommen
Und sonst? Gehts danke? Ich meine, den Aufschreibern.
Den Text habe ich mir natürlich geschenkt.

Andere machen sich Gedanken und geben Ratschläge, die Merkel garantiert nicht beherzigen wird.

6. Januar 2014

Verspätet, dafür ahnungsarm

Am 4. Januar hatte die OZ auf der Politikseite mit dieser Schlagzeile und einem großen Vierspalter darunter aufgemacht, zusammenkopiertes Zeug:
Spähaffäre: NSA entwickelt einen neuen Super-Computer
Dieser soll auch besonders geschützte Rechner von Regierungen knacken können.
Bereits am 3. Januar war von Auskennern ein kurzer Text zu einem sich daraus ergebenden Aspekt veröffentlicht worden. Da darüber nichts im zu kopierenden Agenturmaterial stand, hole ich es hier nach:
Echt jetzt? Wirklich? Die NSA forscht am Quantencomputer

4. Januar 2014

Unterirdisches Niveau

Nachdem die OZ gestern eine Titelgeschichte über den Sonnenschein verscheuert hat, nun eine über Luft, als Aufmacher auf einer Landesseite:
Einmal abgesehen davon, dass mir piepegal ist, ob die Kanzlerin oder nicht - fragen Sie sich doch selbst, was für Sie an der Schlagzeile und der Unterzeile an Neuigkeitswert zu entnehmen ist. Ich finde nichts.

Die Spezialjournalistin (die Sonnenscheingeschichte ist ebenfalls ihr Machwerk) muss bisher völlig ahnungslos in M-V herumgelaufen sein, wo die OZ zu Hause zu sein vorgibt, wenn ihr neu vorkommt, was sie unters zahlende Volk bringen lässt. Doch so lange die Leser dafür ohne Widerstand Geld ausgeben, mag es funktionieren. Allerdings werden es immer weniger Leser.

3. Januar 2014

Nachgeplappertes

Wenn Regierungsmenschen etwas absondern, wird es von der OZ zumeist nachgeplappert und Ihnen als journalistische Sternstunde verscheuert, so auch heute das Geschwafel des Minipräsidenten Sellering:
... Mecklenburg-Vorpommern wolle Energieexporteur werden. „Die Zahlen sprechen
dafür, dass das sehr schnell passieren kann.“
...
Das ist schon vor Jahren passiert, haben der Minipräsident und das Blättle nur nicht mitbekommen (wollen). Ich zitiere mich deshalb selbst:
Im Zusammenhang mit der Rolle der OZ, die immer wieder die Lügengeschichte von der Stromlücke in M-V als Begründung für die Notwendigkeit einer Giftschleuder am Bodden nachplapperte und an Sie verkaufte, sei noch erwähnt, dass in M-V im Jahr 2009 rund 7.372.326 MWh erzeugt wurden und 6.488.815 MWh an Verbraucher in M-V abgegeben wurden. Wer aus dem Überschuss von 883511 MWh ableitet, in M-V müsse deutlich mehr Strom erzeugt werden, egal, was aus der Umwelt wird, ist ein Lügner. Und was ist der, der das ungeprüft an Sie verkaufte?
Der Minipräsident hat es natürlich mitbekommen; doch mit der Ankündigung von bereits Erreichtem ist er auf der sicheren Seite.

Sonnenschein-Schönschrift

Irgendwie muss das Armenhaus D.s schöngeschrieben werden. Da sich nichts findet, muss das Wetter des vergangenen Jahres herhalten - als Titelgeschichte:
Ranglisten sind der Schwachsinn, der sich in Medien verwursten lässt. Ihr Wert besteht allein darin, die Leser zu verblöden und von Wichtigem abzuhalten.
Kostenlos können Sie das Wetter des vergangenen Jahres (allein das dürfte höchstens Meteorologen interessieren) hier kostenlos nachlesen. Lassen Sie es lieber sein, denn es bringt nichts.

2. Januar 2014

Allererster Quark

Alle Jahre wieder muss dieser Quark im Blättle stehen:
Rabia ist das erste Baby an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern
Wie bitte, an der Küste geboren, zwischen all den Knallkörpern?
Als Küste bezeichnet man nach Kelletat (1999) das Gebiet zwischen der obersten und äußersten landeinwärtigen und der untersten und äußersten seewärtigen Brandungseinwirkung. ...
Der Schlagzeilenschmied hatte natürlich einen Grund für die Eierei, die zum Ende des Textes fortgesetzt wurde:
Das allererste Kind in MV war um 0.10 Uhr im Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg zur Welt gekommen.
Erster ist Erster. Allererster ist journalistischer Quark, denn das Adjektiv wirkt
verstärkend  
Hier wurde es allerdings verschleiernd eingesetzt, also für kritischen Hochwertjournalismus nach Art des Hauses, denn:
Name und Geschlecht wollte die Mutter nicht preisgeben. 
Gratulation an die Mutter, weil sie die Meinung vertritt, dass die Geburt des Babys nichts für die Zeitung ist.

31. Dezember 2013

Weiterhin nichts Neues zum Lebenskampf im Koma (aktualisiert)

Die OZ hatte schrottline über den angeblich im Koma Kämpfenden geschwätzt, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, wie das funktioniert und damit einen Nutzwert zu schaffen.
Heute befüllte irgendwer eine ganze Seite über den beim Skifahren verunglückten, einst besonders schnellen Autofahrer. Unerwähnt bleibt weiterhin, wie der Patient das anstellt, im Koma um sein Leben zu kämpfen. Der Nutzwert der Seite beträgt null.

In Syrien werden täglich Menschen ermordet, einfach nur, weil sie in Syrien wohnen. Darüber als ich schon lange nichts mehr im Blättle, wahrscheinlich weil es dort niemanden gibt, der vor langer Zeit schnell Auto fahren konnte und im Koma um sein Leben kämpft.

Hier ein Eintrag, der die mediale Verwurstung des Themas allgemein beschreibt. Schumacher wurde von der Hochwertpostille OZ allen Ernstes als Sympathieträger beschrieben.
... Herr Schumacher ist weder bei seinen „Kollegen“, noch bei anderen kritischeren Medien beliebt. Er war immer schon der „Schummel-Schumi, soweit mir das als nicht-Formel 1-Fan in Erinnerung geblieben ist!Herr Schumacher ist ein bekennender Steuerflüchtling! Von daher kann ich die offizielle Trauerbekundung des Regierungssprechers und seiner Kanzlerin nicht nachvollziehen.Empathie ja, aber diese pseudo-populistische Tränen- Drüsen-Drückerei ist meiner dummen Meinung nach völlig unangebracht! ...

28. Dezember 2013

2. Schlagzeile des Tages

Das verbreitet die OZ gegen Geld:
So schön ist es im Norden zwischen den Feiertagen
Das Armenhaus D.s ist auch nach den Feiertagen schön, an manchen Stellen hässlich. Gemeint hat der Schlagzeilenschmied u.a. jedoch dies und damit bildlich daneben gegriffen:
... Auf der Insel Usedom ist zwischen den Dünen hinterm Ostseestrand und der Strandpromenade in Heringsdorf eine Winterwelt am Meer entstanden. ...
Ich habe nachgeschaut; es ist eine Budenwelt - geschenkt.

Auch das soll laut OZ schön sein:
Im Ostseebad Boltenhagen können die Gäste noch in Weihnachtserinnerungen schwelgen. Bis zum 5. Januar gibt es im Kurpark aber nicht nur Glühwein und Lebkuchen, sondern auch Fahrgeschäfte, Fackelwanderung und Ponyreiten. ...
Usw.

Schlagzeile des Tages

Dies verscheuert das Blättle als kritischen Hochwert:
Sie dürfen das natürlich glauben, schließlich haben Sie dafür bezahlt. Ich rate jedoch dringend davon ab zu glauben, denn selbst im Text steht nichts von einem gemeinsamem Kampf, noch nicht einmal etwas von einem Kampf. Es ist lediglich davon die Schreibe, dass ADAC und Grüne Gründe gegen die Maut nennen, jeder für sich, nicht gemeinsam, also außer in der Hochwert-Unschlagzeile.

27. Dezember 2013

Wenn Heuchler geheuchelten Trost nachplappern

Da wir gerade Weihnachten hinter uns haben und damit die wochenlange Heuchelei des Blattes, genannt Weihnachtsaktion, passt dies zur OZ und natürlich zur Landrätin, wie die bildliche Faust aufs Auge:
Wenn die Landrätin unbedingt Trost spenden muss, warum wird dazu die OZ eingeladen? Und wozu muss dann noch solch ein elendes Gruppenfoto gemacht werden? Doch nicht etwa, weil das Blättle mindestens ebenso viel Heuchelerfahrung hat wie sie? Und warum gibt sich das Blättle für solch eine miese Show her? Heuchler und Heuchler gesellt sich gern? 

Ich erinnere an die Sparmaßnahmen der Kreisbehörde im Sozialbereich. Ich erinnere daran, lang ist es her, dass der Landrätin piepegal war, wie viel Gift das Steinkohlekraftwerk, wäre es auch nach ihrem Willen gebaut worden, in die Umgebung geblasen hätte, um wie viel der Bodden in der Umgebung des Werkes aufgeheizt worden wäre. 
Wäre sie dann auch durch die Gegend gezogen und hätte Trost gespendet, Teddy und Gänsekeule inklusive? Ich stelle mir vor, wie sie von Bett zu Bett zöge, einen fotografierenden Aufschreiber vom kritischen Hochwertblatt im bildlichen Schlepptau.
"Trösten Sie sich, Ihre Quecksilbervergiftung und Ihr damit verbundenes vorzeitiges Ende dienen einem guten Zweck, dem, dass ich einen schönen Posten im Werk habe. 
Ach, die Urlauber bleiben weg? Trösten Sie sich, denn nun brauchen Sie nicht länger für einen Hungerlohn zu arbeiten. Außerdem dient das Werk einem guten Zweck; Sie wissen schon.
Soso, Sie haben sich im warmen Bodden mit Vibrio vulnificus infiziert? Ja, was müssen Sie auch mit einer Wunde an der Wade im Bodden planschen. Doch es wird Sie trösten, dass Ihnen nur ein Bein und das auch nur bis zum Knie amputiert werden wird. Außerdem dient das Werk einem guten Zweck; Sie wissen schon."

23. Dezember 2013

Woran sich das Hochwertblatt hochzieht

Schon wieder veralbert das Blättle die Leser mit müden Spekulationen um einen Minister.
Schlagzeile:
Backhaus-Anwalt brüskiert MV mit hochnäsigem Brief
Das ist Quatsch, denn es war kein offener Brief. In diesem eingestreuten Zitat kommt die ganze Tücke der Redaktion zu Tage:
Backhaus scheint keine hohe Meinung von seinem Bundesland zu haben.“
Rechtsanwalt Benjamin Richert
Das ist Unsinn, denn den Brief schrieb nicht Backhaus, sondern ein Anwalt. Falls hier überhaupt jemand abgewertet werden sollte, war es nicht M-V, sondern der angeschriebene Anwalt. Besonders eklig finde ich, das angepinkelt Fühlende nichts Besseres zu tun hat, als die OZ einzuschalten. Kann er sich nicht wehren?

Hier der Anlass für den mit Spekulationen und Füllstoff aufgeblasenen Text:
In einem Brief an die Kanzlei von Peter-Michael Diestel verortet der Backhaus-Beistand Mecklenburg-Vorpommern in der tiefsten Provinz. Wörtlich schreibt Granzin: „Gerne höre ich wieder von Ihnen aus der Peripherie.“ Adressat ist der für Diestel arbeitende Anwalt Benjamin Richert. 
Die Peripherie ist ein Randgebiet, eine Randzone. Ist M-V das etwa nicht? Natürlich ist es das. Nun sind Provinz und Peripherie nicht dasselbe, für die OZ schon, kommt nicht drauf an, wenn man jemand in Grund und Boden schrieben möchte, kommt auch sonst nicht so drauf an. Denn Provinz ist eine:
(oft abwertend) Gegend, in der (mit großstädtischem Maßstab gemessen) in kultureller, gesellschaftlicher Hinsicht im Allgemeinen wenig geboten wird

Und so geht das weiter, dazu den schon früher aufgeblasenen Mist wiedergekäut. Ich höre hier auf, damit ich nicht mein Abendbrot zur allgemeinen Besichtigung auf dem Tisch ausbreiten muss.

21. Dezember 2013

"Verblödung und plumpe Propaganda"

Es nervt schon seit Jahren, diese Art der Leserverblödung:
Konsumklima steigt auf höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren
Deutschlands Verbraucher gehen voller Optimismus ins neue Jahr. Das von der GfK gemessene Konsumklima wird im Januar auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren steigen, erklärte das Marktforschungsinstitut in Nürnberg gestern. ...
Das Konsumklima werde im Januar weiter steigen, von 7,4 Punkten im Dezember auf 7,6 Punkte, erklärte die GfK. Das sei der höchste Stand seit August 2007 vor dem Ausbruch der Finanzkrise. 2013 werde der private Konsum um etwa ein Prozent zulegen, erklärte die GfK. Das Bruttoinlandsprodukt werde dagegen nur auf ein Plus von knapp einem halben Prozent kommen - der Konsum werde also „die entscheidende Stütze“ der Konjunktur sein. Der gute Start ins neue Jahr signalisiere eine solche Entwicklung auch 2014.
1. Noch ist niemand ins neue Jahr gestartet.
2. Seit Jahren wird der Konsum als Stütze beschworen, ist es aber nicht geworden.
3. Seit Jahren ist der Konsum etwa gleich geblieben. Wie sollte er auch zunehmen, wenn die Reallöhne nicht steigen? Die Nürnberger Kaffeesatzleser erwarten tatsächlich, dass der Konsum kreditgetrieben zunehmen wird.
4. Es ist völlig unerheblich, was an Kauflaune aus dem Kaffeesatz gelesen wird, weil sie nichts mit dem tatsächlichen Konsum zu tun hat.
5. Allein diese ewige Nachplapperei wäre ein Grund, das OZ-Abo zu kündigen.

Ansonsten hier ein par Sätze:
Wie es zu erwarten war, berichtete die GfK erneut, das “Konsumklima legt weiter zu”. Monat für Monat klettert angeblich die Stimmung der Verbraucher und deren Konsum. Die üblichen Verdächtigen springen wie jeden Monat unkritisch auf diesen Zug auf, u.a. SPON und setzen sogar noch einen drauf: “Deutschland im Kaufrausch”. Die Verblödung und die plumpe Propaganda scheinen keine Grenzen mehr zu kennen. Armes Deutschland! Dumm nur, dass harte belastbare Fakten die gemessene Stimmung nicht bestätigen und dies bereits seit vielen Monaten.

19. Dezember 2013

Zugemutete Einschlafhilfe

Die OZ verscheuerte gestern spaltenweise solch ergötzliche Geschichte aus dem chicen Hauptstadtbüro:
... Ein monatelanger Wahlkampf ist vorbei, 86 Tage sind seit der Bundestagswahl vergangen, Sigmar Gabriel heißt „ihr Neuer“ an der linken Seite. Die Kanzlerin ruht in diesen Minuten der Neueinstellung in sich selbst. Die Regierungsbank ist der ihr angemessen erscheinende Platz. Der Kopf dreht nach links – da sitzt CSU-Chef Horst Seehofer mit Ministerpräsidentenkollegen auf der Bundesratsbank. Der Blick schweift nach rechts – da ist mittlerweile das Nichts. Die FDP ist nichtmehr da. ...
Ich halte es für eine Zumutung, 832 Wörter lang Müll anzubieten und zugleich für eine Ablenkung von dem, das für die Leser wichtig wäre. Wer die Schlagzeile über der Einschlafhilfe gelesen hatte, hätte wissen müssen, was für ein Käse ihn erwartet - den er zu bezahlen hat:
Mit einer Kurzmeldung tat das Blättle in derselben Ausgabe diese, für das immer wieder beschworene reiche D. skandalöse Mitteilung ab:
Knapp jeder Fünfte von Armut betroffen
... Etwa 16 Millionen Menschen (so viele Menschen lebten einst in der DDR) oder 19,6 Prozent der Bevölkerung zählten dazu – 2011 waren es mit 19,9 Prozent noch etwas mehr. Das ist das Ergebnis der Untersuchung „Leben in Europa 2012“, die das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden gestern vorstellte ...
Das ist der einzige Hinweis, den das Blättle zu dem Fakt gibt, dass es um Europa ging. Hier ein Blick über den Tellerrand, von dem der OZ-Geschäftsführer einst schwafelte, der hier aber nicht erfolgte:
Deutschlands Armut höher als sonst in W-Europa ohne Belgien, Großbritannien und Euro-Krisenländer 
Hatte nicht Merkel rotzfrech und allen Ernstes behauptet, Deutschland gehe es so gut wie noch nie? Allerdings hätten sie Journalisten fragen sollen, wen genau sie mit D. meinte. Aber stattdessen siehe oben die Blumengeschichte.

17. Dezember 2013

Gephrastes

Die OZ hat Phrasendrescherin Schwesig drei Fragen gestellt. Nach der ersten Antwort haben das Lesen beendet. Darum:
Welche Themen wollen Sie in Berlin zuerst anpacken? 
Ich werde mich weiterhin für eine moderne Frauen- und Familienpolitik, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und gegen Kinderarmut einsetzen. Ich war fünf Jahre Ministerin in einem Land, in dem nicht alles rosig ist, wo Menschen etwa zu Niedriglöhnen arbeiten und wo Frauen im Pflegedienst unter großem Druck stehen. Ich freue mich auf die Chance, auf Bundesebene Verbesserungen mit auf den Weg zu bringen. ...
Ich begreife nicht, dass sich ein Journalist, ein kritisch-hochwertiger sogar, so etwas gefallen lässt. Ich begreife auch nicht, dass sich die Leser so etwas von einem Journalisten bieten lassen und dafür auch noch Geld ausgeben.
Es wird im bösenbösen Internet anders über Schwesig berichtet.

Zitat des Tages

Zitat des Tages:
Über nichts philosophieren die deutschen Medien lieber als über Personalfragen und über nichts schweigen sie lieber als über Sachfragen. ...
Deshalb brauchen Sie nicht zu erwarten, dass das Blättle z.B. so etwas anbietet.

Natürlich trifft das Zitat auf die OZ zu, denn heute befüllte sie eine Seite mit Geschichten über Panzer-Uschi, der einstigen Zersursula unter dieser Schlagzeile, die zugleich ein Blick in die Glaskugel ist, also Spekulation:
Eine Frau auf dem Weg nach oben

16. Dezember 2013

Schwesigs Propagandablättchen

Das ist ohne jedes Maß übertrieben und durch nichts zu begründen:
Die Jeanne d’Arc aus Schwerin
Gemeint ist die Phrasendrescherin Schwesig (sPD), die wieder einmal im sPD-Blättle hochgelobt wird.
Aber gesetzt den Fall, das mit der Jungfrau von Orléans wäre nicht übertrieben, wäre ihre Amtszeit als Bundesministerin kurz und sie würde lebendigen Leibes auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden.
Noch dies aus der frei erfundenen Lobpreisung, die natürlich auch etwas Kritisches enthalten musste:
Schwesig legte sich eine Sprache zu, die ihr das böse Anhängsel „Sprechautomat“ eintrug. Gleichzeitig ließ sie nichts unversucht, um medial auf sich aufmerksam zu machen. Ein Titel-Cover folgte dem nächsten. ...
Die OZ tut so, als wären es andere Medien gewesen, die sie hochgespielt hätten. Neinnein, die OZ hat wie besoffen mitgespielt, jede Hemmung verloren, ihr Propagandagefasel nachgeplappert, hat den Rummel um die Person mitgemacht (Ich fand eine Ausnahme.) und setzt genau das Theater fort, die OZ, die sich die Unabhängige nennt.
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