7. März 2012

Gauck reduziert umfassende Kritik auf ein Thema und zwei Figuren

Mitunter ist es schwierig zu erkennen, was jemand gemeint hat, schwierig, weil niemand nachfragte:
Gauck: „Ein oder zwei Figuren sind gegen mich“
Der Bundespräsidenten-Kandidat besucht den Schweriner Landtag. Auf Kritik reagiert das künftige Staatsoberhaupt dünnhäutig. Die breite Mehrheit sei für ihn — auch im Osten. ...
Woher weiß Gauck das? Keine Nachfrage. Vielleicht weiß er es aus der OZ, die ihn als unsern Joochen vonne Küste, einer von uns, bejubelte, als wäre sie Gaucks PR-Büro.
„Ein oder zwei Figuren sind gegen mich“, sagt der designierte Bundespräsident im Schweriner Schloss. Er sagt „Figuren“ — Gauck meint seine Kritiker im Osten. Ein bis zwei. Dieser Mann hat Nerven — und provoziert. Das bleibt hängen. ...
Vor allem ist dieser Mann hochgradig arrogant, genau, wie er im Internet von all den vielen Figuren kritisiert wird.
Merke: Er meint nur Bürgerrechtler, die gegen ihn sind, obwohl er gar nicht weiß, ob sie tatsächlich gegen ihn sind, oder ob sie nur dagegen sind, dass er der nächste Grüßaugust wird. Das ist ein Unterschied, nicht für den Autor und nicht für Gauck, denn wer dagegen ist, dass er Grüßaugust wird, ist gegen ihn - scheuklappige Arroganzia.
Dann antwortet er doch auf eine Frage: warum ihn der Westen auf einer Sympathie-Welle trägt, während sich im Osten hartnäckig Skepsis hält?
Häh? Der Westen? Schon mal im bösenbösen Internet nachgeschaut, wie dort massenweise Skepsis verbreitet wird, egal aus welcher Himmelsrichtung? Gauck trägt Scheuklappen zur Schau, wie sie größer nicht sein können.
Übrigens kann auch der OZ-Korrespondent nicht nachgeschaut haben, denn hier wäre nachfragen Pflicht gewesen.
Skepsis? Kritik? Im Osten? Gauck will davon nichts hören. Bei der Kritik ehemaliger DDR-Bürgerrechtler handele es sich um die „Meinung einer kleinen Minderheit“. 90 Prozent seiner ehemaligen Weggefährten seien „froh und glücklich“ über seine Kandidatur. Und die „ein bis zwei Figuren“? Da könne jeder selbst recherchieren, warum das so sei. Die Kritik rühre möglicherweise daher, dass er die gleichen Themen besetzt habe. „Ich muss da nicht sagen, entschuldigt bitte, ich habe zu spät daran gedacht, Oppositioneller zu werden.“ ...
Wieder negieren Gauck und der Korrespondent die massenweise und berechtigte Kritik im Internet - Scheuklappenträger. Es sind keineswegs allein die Hinweise darauf, dass Gauck 1989 bildlich auf einen fahrenden Zug aufsprang. Natürlich muss er nicht dafür um Entschuldigung bitten. Was von ihm verlangt wird, ist lediglich, sich dem Märchen entgegenzustellen, er sei Oppositioneller gewesen, was er ja indirekt getan hat, wenn die OZ richtig berichtet hat. Bloß - wer liest schon OZ?

Ansonsten ist mir piepegal, wer Grüßaugust der Nation ist und wird. Ich bedarf solch einer Person nicht. Schafft den Posten ab und den Verfassungsschutz gleich mit, denn der ist sogar gefährlich fürs Land.
Und Medien wie die OZ sollten sich lieber um das kümmern, was für Land und Leute wichtig ist und nicht um das, was sich am einfachsten in der OZ verbraten lässt.

Kommentare:

  1. Manfred Peters7.3.12

    Hätte der Redakteur das Synonymwörterbuch zur Hand genommen, hätte er für „Figuren“ auch „Arschgesichter“
    gefunden.
    Dem OZ-Redakteur muss ich zugute halten, dass er diese bewusste Provokation überhaupt im Beitrag erwähnt hat. In der SVZ wird gesäuselt "Ich bin und bleibe Mecklenburger"!

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    1. Ja, nachdem die OZ anfangs über uns Joochen jubelte, dass mir davon schlecht wurde, hat sich mit Schorlemmers Kritik in der OZ und nun mit dem Bericht über den Auftritt des Arroganzlers in Schwerin ein wenig Normalität eingestellt. Vielleicht haben OZ-Leute doch mitbekommen, dass es harsche und zugleich berechtigte Kritik an Gauck gibt. Jedoch sind diese Kritiker zumeist nicht gegen Gauck, sondern gegen seine Wahl zum Grüßaugust, und die Kritik ist breit und eben nicht monothematisch wie in der OZ. Das wollte ich zeigen.

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  2. Anonym7.3.12

    Schafft den Posten ab, richtig, denn

    wer soll den bezahlen?
    wer hat ihn bestellt?
    wer hat so viel pinke pinke?
    wer hat so viel geld?

    es reicht, wenn dem wulff der zapfen gestreichelt wird.

    bei *duckhome* gestöbert

    tragen wir es mit humor, so lässt es sich aushalten.

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  3. Anonym7.3.12

    Tja, früher hatten Fürsten auch Ga(u)kler an ihren Burgen und Herrenhäusern, die wurden aber auch als Gau(c)kler bezahlt und nicht wie Füsrsten.

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