25. Februar 2012

"Welcher Teufel reitet diese Type?"

Während die OZ in Sachen Gauck nach seitenlangen Lobeshymnen und einer kritischen Stimme nichts mehr veröffentlicht (Er will ja nichts sagen; da können wir nichts machen.), recherchieren andere, machen sich Gedanken und gelangen dadurch zu Schlussfolgerungen, z.B. in diesem Blog:
... Wer sich (wie Gauck) wider die Fakten zum Edelrecken inszenieren lässt, zum hehren, reinen, fleckenlosen Helden, der sollte vielleicht einmal in sich gehen. So ganz protestantisch. Aber wirklich übel wirds jetzt.
Gauck hat, niemand zwang ihn, als Beauftragter (“Gauck-Behörde”) die Politik der Erbarmungslosigkeit durchgezockt. Und genau das disqualifiziert ihn final! Mir liegen diverse Berichte vor. Der deprimierendste: X hatte ein Gespräch mit der Stasi, Anwerbeversuch. X sagte “Nein”, und nahm dafür Nachteile in Kauf. Nach der Wende wurde angefragt, ob X (X = im öffentlichen Dienst; nicht politisch, sondern Stadtreinigung o.ä.) Stasi-Kontakte gehabt habe. Xsens wahrheitsgemäße Antwort: Nein! Da es aber diesen Anwerbeversuch gegeben hat, wurde mit der Erbarmungslosigkeit, mit der in den 90ern Stasi-Kontakte bewertet wurden, X eine “Glaubwürdigkeitslücke” attestiert (der Kerl hatte ja doch Stasi-Kontakte…stimmt: den einen, wo er “nein” sagte!) und X entlassen. X hat natürlich geklagt und selbstredend Recht bekommen. Aber selbst solche Stasi-”kontakte” haben einen damals disqualifiziert. Verantwortlich für diese Erbarmungslosigkeit war niemand anderes als Gauck. Und hier verknüpfen sich Punkt (1) und Punkt (2). Dass Gauck kein Hans Scholl, sondern ein Lavierer war – geschenkt! Aber dass ein Lavierer (kein Vorwurf!) wie Gauck allen anderen den Hans resp die Sophie Scholl abfordert – das ekelt mich an! Nach seinen erbarmungslos durchgezockten Kriterien hätte zB Brigitte Reimann keinen öffentlichen Posten, etwa als Lehrerin, haben dürfen. Deswegen, und nur deswegen, ist Joachim Gauck in meinen Augen ein Charakterlump.
Und da wüsste ich schon gerne, welcher Teufel diese Type reitet.
...
Gauck ist nicht ungeeignet, weil er vor 89 kein Hans Scholl war.
Er ist ungeeignet weil er nach 89
a) so tat, als sei er selber vor 89 ein Hans Scholl gewesen
b) jede/r andere/r, die/der irgendwie mit dem MfS Kontakt hatte so, wie Gauck es auch hatte, erbarmungslos dem Hans/Sophie-Scholl-Kriterium ausgesetzt wurde.
Konklusio:
Gauck hat zu verschwinden. Nicht wg vor 89. Sondern wg danach.
Oder auch hier, aus dem Jahr 1997, böse charkterisiert:
... Der Mann weiß nichts, kennt nichts, kann keinen einzigen geraden Satz aufsagen und ist, wg. seines vormaligen Daseins als »Larve«, sowieso befangen, erpreßbar, unaufrichtig, unglaubwürdig und beschränkt genug, den Bundesbeauftragten für die 180 Kilometer von Akten zu geben, die seit sieben Jahren über Wohl und Wehe von Millionen Menschen, vornehmlich DDR-Bürgern, entscheiden. Und wird's vermutlich noch bis ins 2 1. Jahrhundert hinein munter weitertreiben. Sein pastorales Weltbild, dem einzelnen, der nicht den Mut hatte, »Nein zu sagen«, »Citoyen zu sein«, »die Begeisterung zu verweigern«, alle Schuld und Sühne, Buße und Bürde, Reue und Rache aufzuladen, sowie seine nach »Freiheit, Recht oder Gott« - und jetzt Achtung - »‘wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser’ suchende Sehnsucht« prädestinieren ihn wie keinen andern zum Blockwart der deutschen Vereinigung, der er ist und der es versteht, zur rechten Zeit die rechten historischen Parallelen zu ziehen. ...

Kommentare:

  1. Manfred Peters25.2.12

    Wir kommen gegen die Maschinerie, die jetzt mit Volldampf alles Andersdenkende im Sinne Gaucks Wahl niederschreit und niederschreibt, nicht an!
    Wer am 24.02 bei Illner den Grünen Fraktionsvorsitzenden Trittin gesehen hat, wie er ohne sachlichen Beweis einen Gauck-Kritiker als „Schweine-Journalisten“ bezeichnete, muss doch schon Zweifel an Gutartigkeit der Mehrheit unserer politischen Klasse anmelden.
    Hier mein Kommentar dazu aus einem anderen Blog:
    „Nach dem Totalausfall der TAZ Chefredakteurin bei Illner am 24.02., die nicht in der Lage war dem „Schweine-Grünen“ und selbsternannten Gauck-Erfinder Trittin Paroli zu bieten, hat es wohl eine Palastrevolution in der TAZ-Redaktion gegeben.
    Man ist dort nicht mehr bereit sich „Die Wahrheit“ von den einstigen Bundeskommunistischen Freunden vorgeben zu lassen.“
    Die Zukunft Deutschlands hat wieder Priorität in der journalistischen Arbeit über die Bleisatz- Gauck-Apologeten erhalten. Eine Zeit, von der man einmal sagen wird:
    Nie war die Manipulation der Massen seit 1945 effektiver!“

    AntwortenLöschen
  2. Anonym26.2.12

    Gauck seine Söhne durften in den Westen? Gauck durfte auch rüber sie besuchen?
    Und das hat die Stasi und die DDR-Regierung ohne Gegenleistung geduldet?

    AntwortenLöschen
  3. Anonym27.2.12

    Auf diesen Leserbrief
    http://www.ostsee-zeitung.de/leserbriefe/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=3377942
    eines bekannten OZ-Leserbriefschreibers (bis zu 20000 klicks zu Zeiten der funktionierenden OZ-Klickmaschine) eine, meine Antwort. Natürlich auch über die OZ.
    Peinlich? wohl eher traurig,
    wenn ausgewiesene unkritische Gauck Befürworter, das darf doch eigentlich jeder selbst entscheiden oder?, beginnen Menschen mit anderer Meinung(Zur Bekräftigung dann sogar ganze Bundesländer "Nur die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern liegen wieder quer.") als alte Seilschaften zu beschimpfen(gewollt sicherlich als Beleidigung). Wahrscheinlich von der Hoffnung geprägt, ein bisschen wird schon hängen bleiben. Diese Totschlagelemente bedürfen dann keine Argumente mehr. Der aufrechte Stasi-Aufklärer musste sich wohl gerade arge Kritik aus der noch immer bestehende Institution anhören, von wirklich Verfolgten. Alles alte Seilschaften?

    hier ein Auszug aus einen Interview mit Tatjana Sterneberg (auf gleiche oder ähnliche greifen Sie doch sonst immer gerne zurück Herr Albers aus Benz)
    "http://tv-orange.de/2012/01/wieviel-stasi-darfs-denn-sein/
    ......
    TV-Orange: Wie empfinden Sie die Aussage von Joachim Gauck, dass sich mit der Versetzung von 45 früheren Stasi-Leuten die Gefühle der oft traumatisierten Opfer auch nicht änderten?
    Frau Sterneberg: Das ist eine ungeheuerliche Provokation. Hier hat der Verantwortliche für die Installierung ehemaliger Stasis in der Behörde die Opfer erneut geohrfeigt. Niemand hat behauptet, dass sich die Traumatisierung positiv ändere, wenn keine Stasi-Leute mehr in der Aufarbeitungsbehörde arbeiten. Aber Herr Gauck hat sträflich oder fahrlässig in Kauf genommen, dass sich die vorhandene Traumatisierung eher verschlimmerte und vertiefte. So hatten die Opfer überhaupt keine Chance, ihr Leid zu bessern.

    TV-Orange: Warum meinen Sie nimmt Joachim Gauck zu solch einer Erklärung Zuflucht?
    Frau Sterneberg: Nach einem leider immer noch geheim gehaltenen Gutachten, das der Bundestag in Auftrag gab, ist Herr Gauck für ungeheuerliche Vorgänge in den Anfangsjahren der Behörde verantwortlich. Da wurden Akten durch den Bundesgrenzschutz abtransportiert, Stasileute hatten unkontrollierten Zugang zu Täter-Akten usw. usw. Da bleibt nicht mehr viel Glamour für Joachim Gauck. Mit seiner Erklärung versucht Gauck, diese unschönen Seiten seiner Amtszeit, mit denen er seine Nachfolger erheblich belastet hat, zu vernebeln. Wenn Sie mich fragen: Joachim Gauck hat sich heute letztlich um seine Ambitionen in Bellevue, falls er diese ernsthaft hatte, gebracht. Er hat deutlich an Glaubwürdigkeit verloren.
    .......
    dazu die bekannten und begründeten Meinungen von Hans-Jochen Tschiche, von Schorlemmer, von P.-M. Diestel und, und ... Die Diskussion um "IM Larve" und das Terpe Papier(ich stelle mir bildlich die Diskussion vor, wenn dort steht statt Gauck, Gysi, Stolpe, Diestel und, und oder im besonderen "Benzerfall" auch Kassner stände) veröffentlicht in "Die Welt" am 23.04.1991.
    Wirklich, alles alte Seilschaften? Wen vertreten Sie im Kommentar Herr Albrecht aus Benz, die neuen Seilschaften, die deren Lebensläufe trotz höheren Alters(ausgewiesen im Bundestag, im Landestag und auch in nachgeordneten Parlamenten erst 1989 oder später beginnen. Und zur mathematischen Seite, letzte Umfragen Stern 46%, Deutschlandtrent 43% zeigen das es wohl sehr viele gibt die einen andere favorisieren, und das alles alte Seilschaften, deren Meinungsäußerung Sie diskreditieren möchten. Eigentliche wollte ich auf Ihren argumentlosen Beitrag nicht antworten aber einmal muss noch sein, wenn auch des Lesens wegen zu lang.
    Ist wahrscheinlich zu lang, die OZ scheint kein Interesse, es sei denn es Steht demnächst als Artikel in der OZ.

    AntwortenLöschen
  4. Anonym27.2.12

    *mein Politblog*

    Gauck und seine Nähe zur rechten Szene

    hochinteressant-Mitglied oder ehemals Roewer-ehemaliger thüringer Verfassungsschutzpräsident-heuerte Nazis als V-Leute an (eifriger Gönner und Förderer der Neonaziszene, in dessen Amtszeit die Terrorgruppe aufgebaut wurde und ihre Morde verüben konnte.

    Stichwort: *Veldensteiner Kreis*

    Unter dem Beitrag: *Das ist ein Riesenskandal! Bitte verbreitet deshalb den angehängten Bericht! Sprecht die Presse an, dass sie sich darüber informieren und berichten soll! Sprecht Abgeordnete an, dass sie dem Herrn Gauck unbequeme Fragen stellen!

    Im Veldensteiner Kreis mit dem NPD-Anhänger Bernd Rabehl

    Rabehl war Fluchthelfer und hatte deshalb Einreiseverbot in die DDR.

    Gegen Fluchthelfer habe ich nichts, aber gegen NPD-Anhänger.

    AntwortenLöschen
  5. Anonym27.2.12

    Sellering freut sich über Gauck.
    Himmel hilf!

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.

Google