27. Februar 2012

"Der böse Gauck und das Netz"

Die OZ sieht sich bemüßigt, unsern Joochen vonne Küste in Schutz zu nehmen:
Die weißen Flecken des Joachim Gauck
In die Lobeshymnen für den künftigen Bundespräsidenten mischt sich Kritik: Er sei thematisch nicht breit genug aufgestellt, sagen seine Gegner. ...
Ob das alles Gegner sind, glaubt nur der Schlagzeilenschmied und glauben nun auch jene Leser, die sich ihr Bild über das, was in der Welt passiert sein soll (häufig noch nicht einmal das; oft könnte es passiert sein, könnte zukünftig passieren oder eben auch nicht), aus der OZ zusammenkaufen. Der Redakteur diskreditierte damit all jene als Gegner, die einfach nur Bedenken gegen die Kandidatur Gaucks äußern. (Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Der elende Spruch ist offenbar aus der DDR-Zeit in der OZ übrig geblieben.)

Leute, die Bedenken gegen Gaucks Kandidatur hegen und damit indirekt gegen die OZ-Jubelorgie, sagen und schreiben allerdings noch viel mehr. Aber da es um Inschutznahme geht, nunja.
Natürlich kommen die sog. Gegner auch aus dem bösenbösen Internet:
Bei aller Wertschätzung in den Parteien, die ihn auf den Schild gehoben haben, gibt es auch eine Menge heftiger Kritik. Vor allem im Internet kursieren Zitate aus Reden und Interviews, die Gauck eine gewisse Sympathie für die Migrations-Thesen des umstrittenen Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin unterstellen, oder auch Sympathie für die Vorratsdatenspeicherung.
Manche der Zitate sind stark verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen, was die Position auch schnell verfälschen kann. ... Die entscheidenden Zitat werden hier verschwiegen.
Sie können verfälschen, tun es aber selten, wie ich u.a. hier eingetragen hatte und wie auch hier im bösenbösen Internet nachgewiesen wurde - wieder eine dieser bösartigen Unterstellungen durch die OZ; ist ja auch Selbstverteidigung nach Jubeltexten, für die Sie Geld ausgaben.
Hier noch etwas kostenlos aus der FAZ zum Thema.

Richtig losgelegt, wie ein Verteidiger vor Gericht, hat der Kommentator, als könnte sich Gauck nicht selbst verteidigen:
... Die Schweiz freut sich auf den Nachbarn Gauck, in Österreich wird er geradezu herbeigesehnt, in Rom wünscht man ihm alles Gute. Und im Land, dessen Oberhaupt der Herr des zerknautschten Lächelns werden soll? In Deutschland wird parteiübergreifend gefragt: Was kann man gegen den Kandidaten in Stellung bringen? ...
Es mag sein, dass einige Leute sich und andere das fragen. Jene, deren Texte ich las, sind einfach der Meinung, dass der Mann der falsche Grüßaugust sein wird, wobei ich weder Gauck noch irgendjemanden als Grüßaugust benötige. (Die Sache als solche ist mir piepegal, nicht aber, wie die OZ Gauck bejubelt und kritischen Menschen niedere Beweggründe unterstellt.)
Der Kandidat wird in einen Prozess der Läuterung geschickt, welchen die Katholiken Fegefeuer nennen. ...
Das ist außergewöhnlich dummes Zeug.

Ich wiederhole mich:
Ein Mann, der sich nicht gegen den Krieg in Afghanistan ausspricht, kann nicht die Masse der Bürger vertreten, denn die ist gegen den Krieg. Das wird er auch nicht tun. Er wird der Präsident der steinernen Herzen werden, Präsident der Mächtigen und ihrer Polit-Marionetten. Er ist genau und einzig für sie da; er vertritt nur sie. Insofern ist er genau der richtige Kandidat. Wer glaubt, er vertrete uns alle, sollte noch einmal die Texte durchlesen, natürlich nicht die aus der OZ.

Kommentare:

  1. Anonym27.2.12

    Warum der Veldensteiner Kreis, dem Gauck angehört und der seit 1990 tagt oder rumquatscht, den Namen aus der Veldensteiner Burg für sich ableiteten, sollten sie oder Gauck erklären.
    Diese Burg gehörte auch dem Naziverbrecher Göring und wurde 1950 von Bayern unter Denkmalschutz gestellt.

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  2. Anonym27.2.12

    In Deutschland sind Hopfen und Malz verloren.

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  3. Anonym27.2.12

    Der Spruch*wer nicht für uns ist, ist gegen uns* stammt aus der Nazizeit.
    Ich kann mich nicht erinnern, diesen Satz jemals in der DDR gehört zu haben.

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    1. Anonym27.2.12

      Ich kann mich auch nicht daran erinnern.

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    2. Anonym27.2.12

      So direkt habe ich diesen Satz nicht in Erinnerung, aber ich kann mich an Diskussionen erinnern, in denen es um die Nichtexistenz der Neutralität ging und das wurde ungefähr so begründet: Wenn man sich für keine Seite entscheidet, gibt man automatisch dem Gegner seine Stimme oder man bestärkt dadurch die Gegenseite.

      G. Bieck

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  4. Anonym27.2.12

    wer nicht für uns ist, ist gegen uns

    G. Bush

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  5. Manfred Peters27.2.12

    „... Die Schweiz freut sich auf den Nachbarn Gauck, in Österreich wird er geradezu herbeigesehnt,...“   und Polen?
    Zitat Gauck: „Einheimischen wie Vertriebenen galt der Verlust der Heimat als grobes Unrecht, das die Kommunisten noch zementierten, als sie 1950 die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Staatsgrenze anerkannten.“
    Was will uns der gottgleiche Gauck damit sagen?
    Da darf man schon auf den ersten Besuch des zukünftigen Bundespräsidenten in Polen gespannt sein.

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  6. Manfred Peters29.2.12

    Müll und sogar Hundekot
    Der erste Kollateralschaden durch Gaucks Schwierigkeiten mit der Wahrheit!
    Wustrowerin wegen Verwechslung angegriffen
    Die Polizei riet der armen Frau an das Bundespräsidialamt einen Brief zu schreiben!?
    Ob die wohl kommen den Hundekot wegzuräumen?
    Warum der Beitrag heute nur kostenpflichtig im Lokalteil RDG erscheint, bleibt das Geheimnis des neuen „Geschäftsführenden Chefredakteurs“.

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  7. Anonym29.2.12

    Libertad meint:
    Nach "I like Lübke", folgt nun "I like Gauck."

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