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20. Januar 2012

Zack, und fertig ist der Lack

Landesseite:
Pestizide mit Clomazone wieder zugelassen
Mit Unverständnis hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband MV, auf die Meldung des Bundesamtes für Verbraucherschutz reagiert, mit der das Pflanzenschutzmittel mit dem umstrittenen Wirkstoff Clomazone wieder zugelassen wird. Im Sommer 2011 waren in MV gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Anwohnern von Agrarflächen aufgetreten, auf denen Clomazone ausgebracht wurde. Nutz- und Zierpflanzen in Gärten wiesen Schäden auf.
Zack, und fertig ist die OZ mit dem Thema. Gesundheitliche Beeinträchtigungen? Du meine Güte; fielen Traktoristen tot auf den Acker, wäre womöglich eine Blickpunktseite fällig. Aber so? Pflanzen mit Schäden? Die sollen sich man nicht so haben.

Der BUND M-V hat allerdings nicht nur mit Unverständnis reagiert, sondern Hintergrund in Massen geliefert, den die OZ den Lesern vorenthält, den Sie aber hier kostenlos nachlesen können und aus dem die OZ die paar Sätze kopierte.
Dazu gehört auch dieser Vorschlag:

Pestizide belasten Gewässer stärker als gedacht
Liste der zu kontrollierenden Chemikalien sollte zügig aktualisiert werden
Pestizide sind ein größeres Problem als lange angenommen. Das geht aus einer Studie hervor, für Daten zu 500 organischen Substanzen in den Einzugsgebieten von vier großen europäischen Flüssen ausgewertet wurden. Dabei zeigte sich, dass 38 Prozent dieser Chemikalien in Konzentrationen vorkommen, bei denen Wirkungen auf Organismen nicht auszuschließen sind. Dieses Ergebnis zeige klar, dass die Verschmutzung mit organischen Chemikalien ein europaweites Problem sei, schreiben Wissenschaftler im Fachmagazin "Science of the Total Environment". Die meisten der Substanzen, die in der in der Studie als Risiko für die Umwelt eingestuft wurden, waren Pestizide, deren Mehrzahl sich nicht auf der europäischen Liste prioritärer Stoffe findet, welche regelmäßig überwacht werden müssen. Deshalb sei eine Überarbeitung der Chemikalienliste, die die EU-Wasserrahmenrichtlinie den nationalen Behörden zur Beobachtung vorschreibt, dringend notwendig. ...
Und wenn ich schon dabei bin, noch etwas zu Roundup:
Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid, bekannt unter dem Namen Roundup von Monsanto. Seit 1996 wird glyphosatresistente Gensoja in großen Mengen in Europa als Futtermittel eingesetzt. Über Eier, Milch und Fleisch gelangt Glyphosat auf unsere Teller, ebenso wie der in Glyphosat-Mischungen enthaltene Zusatzstoff POEA sowie das Abbauprodukt AMPA. Letztere sind wesentlich giftiger als Glyphosat selbst.
- Zahlreiche Untersuchungen belegen die Giftigkeit für Menschen und Umwelt, schon in geringsten Dosierungen.- Pflanzen werden gegen Glyphosat resistent, immer mehr "Super-Unkräuter" entstehen. Die Folge: Noch mehr Pflanzengifte.- Durch den hohen Gifteinsatz treten in den Hauptanbaugebieten von Gensoja immer mehr Fehlgeburten und Missbildungen auf.- Auch die Krankheiten bei Tieren, die Roundup-Ready-Gensoja fressen, nehmen rasant zu. Damit steigt auch die Menge der Medikamente, die man den Tieren bis zur Schlachtreife verabreicht.- Dennoch werden importierte Futtermittel nicht auf ihre giftigen Rückstände kontrolliert. ...

18. Januar 2012

Kleine Erinnerung

Amflora-Gegner jubeln: BASF zieht mit Genkartoffeln in die USA
Umweltschützer in MV freuen sich. Forscher und Politiker dagegen sehen den Wissenschaftsstandort Europa in Gefahr. ...
... wohl eher die Forschungsmittel aus der Genindustrie.

Da fällt mir dies ein, schon lange kein Thema mehr für die OZ:
Pestizide: Zusatzstoffe verboten - Roundup weiter erlaubt
Auf anhaltende Kritik des Umweltinstitut München und anderen NGOs hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nun sechs Zusatzstoffe von Pestiziden verboten.
Es handelt sich dabei um POE-Tallowamine, die Pestiziden beigemischt werden, damit sie besser an der Pflanze haften bzw. in sie eindringen können. POE-Tallowamine sind wesentlich giftiger als das Pestizid selbst und erhöhen die Giftigkeit eines Pestizids zusätzlich. Zudem sind die Zusatzstoffe allein und in Kombination mit Pestiziden besonders gesundheitsschädlich.
Doch das Verbot der Zusatzstoffe ist nichts weiter als eine dreiste Augenwischerei des BVL: Obwohl die Behörde davon ausgeht, dass die Substanzen nicht sicher für Mensch und Umwelt sind, werden fertige Produkte, die die POE-Tallowamine enthalten - wie Roundup von Monsanto – nicht verboten!
Ein Skandal, der einmal mehr beweist, dass das Verbraucherschutzministerium die Interessen der Agrar-Lobby über den Schutz der Bürgerinnen und Bürger stellt.
Das lassen wir uns nicht gefallen! Unterstützen Sie unsere Aktion und fordern Sie Ministerin Ilse Aigner auf, das Pflanzengift Roundup endgültig zu verbieten!
Pressemitteilungen hier 

6. Juli 2011

Noch eine Roundup-Geschichte

Sie wissen es bereits: Roundup-Geschichten sind nichts für Bunkerbewohner, denn in Bunkern wächst kein Unkraut. Für alle anderen Leser habe ich diese interessante Geschichte gefunden:

Energiepflanzenanbau - das Ende der Bienen und der Menschen?
Bestäuber, Wildpflanzen und Nahrungspflanzen gehen verloren

Geht die Konzentration der Landwirtschaftschaft weiter wie bisher, droht "das Land" zu einer artenarmen, pestizidbelasteten Zone zu werden. Es klingt absurd: gerade die Städte werden dann die Rolle als Rückzugsort und Überlebensraum für viele Lebewesen übernehmen müssen. Gerade wurde ein Bericht aus der Uckermark, nordöstlich von Berlin, veröffentlicht. Eine Wasserprobe* eines Teiches der zwischen mit Roundup gespritzten Maisfeldern liegt, überstieg die zulässigen Höchstwerte für Pestizide um 5200 %. Die Region hat als Erbe aus DDR-Zeiten die Bewirtschaftung von Riesenfeldern erhalten, ideal für den agroindustriellen Energiepflanzenanbau. ...

Gibt es alles nicht in M-V, nicht einmal die großen Felder?

5. Juli 2011

Wie die OZ mit Themen umgeht

In der WDR-Sendung Markt war u.a. dies ein Thema:
markt-Scanner: Gentechnik 

Der Einsatz von gentechnisch veränderter Soja ist in der Futtermittelindustrie weit verbreitet. markt-Scanner zeigt die etwaigen Auswirkungen auf Umwelt und menschliche Gesundheit. ...

Der US-Konzern Monsanto entwickelte zu seinem Unkrautvernichter „Roundup“ das passende Saatgut. „Roundup“ enthält, wie auch andere Herbizide, den Wirkstoff Glyphosat. Glyphosat tötet das Unkraut ab, aber nicht die gentechnisch veränderte Pflanze. ...

Das Mittel können Sie überall kaufen, z.B. hier.

Laut ärztlicher Diagnose hat sich bei Magui das Gehirn nicht korrekt in zwei Hirnhälften ausgebildet. Kann Glyphosat wirklich die Ursache für Maguis Krankheit sein? Monsanto hält das nicht für möglich. Doch in Buenos Aires findet Prof. Andrés Carrasco bei seinen Arbeiten Parallelen. Er testete Glyphosat an Amphibien - und entdeckte unter anderem auch dort eine fehlerhafte Ausbildung der Hirnhälften. Seine Einschätzung: „Der solche Missbildungen hervorrufende Wirkungsmechanismus ist der von Glyphosat, denn das ist ein enzymatisches Gift.“

Uns verweigert der Konzern Monsanto, der das Gensoja in die Welt brachte, ein Interview. Als wir schriftlich unsere Recherchen präsentieren, bezweifelt Monsanto pauschal die Sorgfalt der Forschungen und schreibt: „Monsanto ist nicht nur von der Sicherheit seiner Produkte völlig überzeugt, sondern auch von dem Nutzen, den sie unseren Kunden bringen, sowie von dem Beitrag, den sie für nachhaltige Landwirtschaft leisten.“

Endgültige Beweise, dass „Roundup“ schwere Krankheiten verursacht, gibt es nicht. Dennoch: Die Sache lässt vielen Forschern keine Ruhe, so auch im französischen Caen. Seit über fünf Jahren untersucht man dort die Wirkung von Glyphosat auf menschliche Zellen. Prof. Gilles-Eric Séralini experimentierte mit kleinsten Mengen, mal pures Glyphosat, mal das ganze Monsanto-Produkt „Roundup“. Ein Ergebnis: Zelltod binnen 24 Stunden. Seine Einschätzung: „Glyphosat hat sich in zahlreichen Studien auf der ganzen Welt als giftig erwiesen. Für menschliche Zellen ist Glyphosat schon in sehr niedrigen Dosierungen giftig, viel niedriger als sie der Bauer auf seinem Feld anwendet. Das Mittel ‚Roundup‘ ist dabei noch giftiger als Glyphosat, denn Glyphosat ist nur eine von mehreren Substanzen in ‚Roundup‘.“

Monsanto hält solche Zellforschungen nicht für auf den Menschen übertragbar. „Roundup“ sei sicher, schreibt das Unternehmen.
Ih der OZ las ich bisher nichts darüber.
Zusammengefasst: 
Der Unkrautvernichter „Roundup“ wurde getestet an Amphibien und menschlichen Zellen. Dort verursachte das Mittel schwere Schäden. Menschen können nicht geschädigt werden, behauptet der Hersteller, denn das wurde nicht bewiesen.
Heute dies als Titelgeschichte in der OZ:
Hoffnung für Demenz-Kranke: Forscher aus MV entwickeln neue Medikamente. 
Forschern der Universität Rostock ist eine sensationelle Entdeckung gelungen: Sie fanden ein Gen, das bei der Entwicklung von Alzheimer — der häufigsten Form der Demenz — eine wichtige Rolle spielt. „Fehlt dieses Gen, etwa bei Mäusen, steigt die Menge des krankmachenden Alzheimer- Proteins auf das Zwölffache an und verursacht die Krankheit bei den Nagern viel früher“, erklärt Prof. Jens Pahnke (38). Durch die Erkenntnisse über das Gen werde es möglich, neue Alzheimer-Medikamente zu finden, sagt Pahnke. ...
Die Wissenschaftler arbeiten dabei mit genetisch veränderten Mäusen. Diese eignen sich besonders gut für die Forschung. „Wir können in ihren Gehirnen die Entwicklung der für Alzheimer typischen Ablagerungen im Laufe von ein bis zwei Jahren sehen“, sagt der Mediziner. Bei daran erkrankten Menschen würden diese Prozesse 60 bis 80 Jahre dauern. ...
Winter entwickelt aus den Daten mathematische Modelle. Die seien so weit gereift, dass die Rostocker Forscher den zeitlichen Verlauf der Eiweißablagerung vorhersagen können. „Wir haben eine neue Hypothese für das Entstehen von Alzheimer aufgestellt“, sagt er. ...
Zusammengefasst:
Bisher wurde das Gen in Mäusen gefunden. Es wurde eine Hypothese für die Entstehung von Alzheimer aufgestellt. (Eine Hypothese (altgriechisch ὑπόθεσις, hypóthesis = ‚Unterstellung‘, ‚Voraussetzung‘, ‚Grundlage‘) ist eine Aussage, der Gültigkeit unterstellt wird, die aber nicht bewiesen oder verifiziert ist. Für Hypothesen ist es üblich, dass die Bedingungen angegeben werden, unter denen sie gültig sein sollen.)

Schlussfolgerungen:
Werden Erkenntnisse über die Gefährlichkeit eines Mittels veröffentlicht, eines Mittels, das überall gekauft werden kann, ist das kein Thema, denn der Hersteller hält das Mittel für ungefährlich, ist ja nur an menschlichen Zellen und Amphibien erprobt worden. Das Kaufenkönnen ist das Problem für die Angsthasen (wegen evtl. Klagen) und Krämerseelen, also die kritischen Hochwertproduzenten in der OZ.

Finden jedoch Forscher ein Gen in Mäusen, nicht in Menschen, das verantwortlich für Alzheimer sein kann, ist das für OZ-Redakteure eine Sensation, die als Titelgeschichte verklärt wird und Hoffnungen weckt, die, wenn überhaupt, vielleicht in zehn Jahren erfüllt werden können.

14. Juni 2011

"Monsantos Roundup und Geburtsfehler"

Noch solch ein gemiedenes Thema:

Deutschland im Visier des Berichts

Industrieregulierungsbehörden sollen seit Jahren gewusst haben, dass Roundup, das weltweit meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel des Saatgutproduzenten Monsanto, zu Geburtsfehlern führen kann. Das zeigt ein nun veröffentlichter Bericht mit dem Titel „Roundup und Geburtsfehler. Wurde die Öffentlichkeit im Ungewissen gelassen?“. ...

29. April 2011

Übers Befüllen

Natürlich kann eine Zeitung mit Texten über einen Ausritt, schöngeschriebenen, geschönten Zahlen oder hierüber gefüllt werden:
Ackermann hat gut lachen: Deutsche Bank macht mehr Gewinn
Die Deutsche Bank ist dank glänzender Geschäfte zum Jahresauftakt für 2011 klar auf Rekordkurs. Bezahlt macht sich die Übernahme der Postbank ...
Bezahlt macht sich vor allem, dass ein ganzes Volk als Zahlgeisel genommen wurde.

Nützlich könnte dagegen dies sein:

Der Mörder ist immer der Gärtner?

Gartenhandel und Baumärkte werben aktiv für das Pflanzengift „Roundup unkrautfrei“. Doch die Produkte für den Haus- und Kleingartenbereich enthalten denselben Wirkstoff Glyphosat wie das umstrittene Roundup für die landwirtschaftliche Anwendung. Das Umweltinstitut München warnt vor dem Gebrauch.
Doch die Roundup-Produkte für den Haus- und Kleingartenbereich ... enthalten denselben Wirkstoff Glyphosat wie das umstrittene Roundup für die landwirtschaftliche Anwendung des Agrarkonzerns Monsanto. Das Pflanzengift vernichtet bei Blattkontakt alle Pflanzen, die nicht durch Genmanipulation angepasst wurden. Unabhängige Forschungsergebnisse und gravierende Vergiftungsfälle in Lateinamerika in Zusammenhang mit der Glyphosat-Ausbringung sind eindeutige Indizien für dessen Giftigkeit. Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Glyphosat konnten schon bei weit geringeren Konzentrationen als üblicherweise angewendet, beobachtet werden. Dokumentiert sind Schädigungen der menschlichen Zellen bis hin zu Krebserkrankungen. ...

Auch darüber (seit dem 24. April online) las ich nichts in der OZ (wohl aber eine Leserbeschimpfung zum Thema):

Neuer Personalausweis: Enttäuschung im Praxistest
Dritte Etappe im Schnelltest: Der neue Personalausweis soll zeigen, was die Online-Identifikation bringt und wie sie funktioniert. Gleich vorweg: Das Ergebnis ist eine große Enttäuschung. test.de schildert die Macken und Mankos. ...

27. April 2009

Offene Fragen zu Monsanto

Die OZ hatte ausführlich über das Genmais-Verbot geschrieben, immerhin. Einige Fragen zum Unternehmen Monsanto wurden dennoch nicht gestellt.
Eine Auswahl aus diesen Fragen:

... Würden den Zusehern nicht die Augen geöffnet für dieses hierzulande relativ unbekannte Unternehmen, welches für PBC- und Dioxin-Vergiftungen mit Todesfolgen verantwortlich war und ist? Wie würde die Öffentlichkeit reagieren, wenn ihr schlagartig und kollektiv klar würde, dass das von Monsanto entwickelte Unkrautvernichtungsmittel Roundup gar kein Unkraut vernichtet, sondern jede Form von pflanzlichen Leben, es sei denn, es wurde vorher gentechnisch eine Roundup-Immunität in die Pflanze gezüchtet? ... Könnte der Skandal um das Rinderwachstumshormon rBST, das unter dem Namen vertrieben wird, nicht ein objektiveres Bild auf das Unternehmen werfen? Wäre es nicht von beträchtlicher Bedeutung, wenn die Öffentlichkeit zur besten Sendezeit erführe, dass Monsanto über die schädliche Wirkung für Tier und Mensch, über die Häufung von Euterentzündungen und dadurch verstärktem Eitergehalt in der Milch, wußte, sich darüber aber nicht nur ausschwieg, sondern Studien kaufte, die das Gegenteil zu beweisen vorgaben? Wäre das nicht wichtig, obwohl PosilacrBST in Europa verboten ist, weil man damit die kriminelle Energie des Unternehmens nachzeichnen könnte? ... Empfände man es nicht als außerordentlich informativ, über die selbstmörderische Baumwollsaat zu berichten, die in Indien Hunderte und Tausende von Landwirten in den Selbstmord treibt, weil teueres Gensaatgut zur Verschuldung, Existenzverlust und, was in Indien noch möglich ist, direkt in Schuldknechtschaft führt? Wäre es nicht sinnvoll für den Informationsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, das Unternehmen Monsanto mit einem seiner Produkte in Verbindung zu bringen? Mit Agent Orange, welches Vietnamesen und US-Soldaten verseuchte? Und was ist mit der Monsanto-Strategie, sich eine Studie entwerfen zu lassen, die Agent Orange für vollkommen unschuldig an den Beschwerden der US-Soldaten erklärte? ...
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