28. Februar 2012

Insolvenz statt Weltbekanntheit

Wer sich in den OZ-Redaktionen nach dem Lesen dieser Meldung nicht an dieses und jenes erinnern konnte, tut mir nicht einmal mehr Leid:
Insolvenzantrag für Grand Hotel Heiligendamm

Das Grand Hotel Heiligendamm ist zahlungsunfähig. Vor dem Amtsgericht Aachen sind Insolvenzanträge für die Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. und die Grand Hotel Heiligendamm GmbH gestellt worden ... Der Hotelbetrieb laufe weiter, hieß es in der Mitteilung. Die Löhne der rund 300 Mitarbeiter seien für drei Monate durch das Insolvenzgeld abgesichert. ...
Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung fehlen dem „Fundus Fonds 34“, den Jagdfeld für die Entwicklung des ersten deutschen Seebades zur Nobelherberge aufgelegt hatte, 31 Millionen Euro. ...
Das Grand Hotel Heiligendamm war im Sommer 2007 bekannt geworden, als die Bundesregierung in dem Ostseebad den G-8-Gipfel ausrichtete. ... 
Tja, wie erstaunlich, dass sich nun doch nicht genügend Touristen fanden, die auf dem Klo sitzen wollten, in das sich einst Kriegstreiber Bush entleert hatte.
Es ist, wie ich immer wieder geschrieben habe: Das von der OZ in mehreren Fällen nachgeplapperte, verblödende Gewäsch ist ad absurdum geführt worden, nämlich, der Bekanntheitsgrad werde durch den Besuch von Staatsmännern/frauen/Schauspielern/Fernsehleuten ungemein erhöht und die Touristen würden nun in hellen Scharen die jeweils genannte Stätte besuchen. Von Imagetransfer war die Schreibe, einfach lächerlich.

Ein paar Beispiele:

Erinnern Sie sich noch an Trinwillershagen? Nicht? Das war die Sache mit dem Kriegshetzer Bush und dem verbrannten, zähen Wildschwein.
Sie haben doch nicht etwa vergessen, dass einst ein Spielfilm auf Usedom gedreht wurde und deshalb ein Mikrobonze in Verzückung geriet?
Selbst die Eröffnung einer Erdgasleitung sollte laut OZ-Chefredakteur das Land bekannter machen, auf dass es nicht länger Armenhaus D.s bleibe.
Jüngstes Beispiel ist der Quark mit der Fußball-EM, der Usedom noch mehr Urlauber bescheren soll.

Wenn die OZ auch zukünftig von Imagetransfer schwätzt und sich dafür bezahlen lässt, sollte aus der OZ ein PR-Büro gemacht werden.

Kommentare:

  1. Wobei das auch wieder etwas aus der Rubrik "Weil wir hier zu Hause sind" ist. Die lokalen Redaktionen haben das Thema offenbar total verschlafen und dürfen es jetzt aus den überregionalen Medien abschreiben...

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  2. Anonym10.3.12

    Eine typische Reaktion auf eine natürliche Möglichkeit aus seinen Schulden heraus zu kommen. Wie immer völlig unzureichend recherchiert, denn nicht das Hotel als Betrieb ist insolvent, sondern der Fonds, welcher das Ensemble wieder restauriert hat. Na und? Mir tun die Anleger nicht besonders Leid. Und dann heißt es ja "Immobilie", also keiner kann das Hotel wegtragen. Der nächste Inhaber muß sich mit dem Betreiber auseinandersetzen und wenn es klappt, so bleiben 300 Arbeitsplätze der Region erhalten. Doch was mich wieder OZ-mäßig nervt ist die dilletantische Bearbeitung. Keine Interviews, keine Hintergrundinformation, kein Anlegerkontakt, keine direkten Kontakte zum Insolventsverwalter...Was treiben die Journalisten den ganzen Tag?

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