9. Januar 2012

Schöngeschrifteltes

Der Greifswalder Umstrukturierer übertreibt gern und oft und lässt sich dafür von Ihnen bezahlen. Deshalb verwundert es niemanden, dass er heute die Kirchenfusion schöner schrieb als sie ist:
... Denn die westdeutschen Verbündeten geben künftig knapp vier Prozent ihrer bisherigen Einnahmen an ihre Schwestern und Brüder im Osten ab. So ist es im Fusionsvertrag geregelt. ...
Da es dem Umstrukturierer noch nie so richtig darauf ankam, ob es die ganze Wahrheit ist, die er verkündigt, hat er einen Teil des Vertrages unterschlagen:
... Die 13 Kirchenkreise der gemeinsamen Kirche erhalten „drei Prozent der Schlüsselzuweisungen nach dem Bauvolumen denkmalgeschützter Gebäude. Danach werden 75 Prozent der Gelder nach der Gemeindegliederzahl und 25 Prozent der Gelder nach der Anzahl der Wohnbevölkerung an die Kirchenkreise verteilt“, erläutert Kirchenrat Mirgeler das weitere Verfahren der Finanzverteilung und ergänzt: „Diese Verteilkriterien helfen den tatsächlichen Aufgaben der Kirchenkreise und Kirchengemeinden gerecht zu werden.“ Auch im EKD-Finanzausgleich sei jüngst die Wohnbevölkerung in die Berechnung aufgenommen worden. ...
Dass die Heiden in Mecklenburg und Vorpommern in eindeutiger Überzahl sind (und deshalb fraglich bleibt, ob das Thema so breit ausgewalzt werden musste), hat auch der Umstrukturierer mitbekommen:
Nur noch 20 Prozent der Einwohner sind evangelisch, während in Schleswig-Holstein jeder zweite zur Kirche geht. 
Letzteres ist zu bezweifeln, denn nicht jeder, der Kirchenmitglied ist, geht in die Kirche. Wäre es so, wären sogar im überwiegend heidnischen Vorpommern zumindest sonntags die Kirchen voll.Hier ist gut zu erkennen, dass das mit den Transfers ganz einfach durch die Zahl der Kirchenmitglieder und auch durch die der Gesamtbevölkerung streng gedeckelt wurde.

Dann haut der Umstrukturierer dies raus, ganz der Schönschreiberei verfallen:
Aber auch hier gilt: Tendenz fallend. Mit diesem Problem haben die ostdeutschen Christen, eben bedingt durch ihre Geschichte, mehr Erfahrung. Das ist der Gewinn für die nordelbische Kirche und die Nordkirche nicht nur deshalb für beide Seiten ein Geschenk.
Ein Gewinn wäre es, wenn die Kirchenfürsten in M-V innerhalb von 20 Jahren erreicht hätten, dass die Zahl z.B. der Kirchensteuerzahler zunimmt und nicht abnimmt. Darüber habe ich aber nichts gehört. Wie die Verhältnisse zwischen den Nordelbischen und jenen in M-V sind und also die Geldtransfers beeinflussen, ist hier abzulesen, wobei sicherheitshalber ein Stand von 2006 angegeben wurde. Inzwischen dürfte es weiteren Schwund gegeben haben:

Aktuelle Zahlen finden Sie hier, nicht einmal gegen Geld in der OZ.

Kommentare:

  1. Manfred Peters11.1.12

    Das Orakel von Benz-Usedom hat auch wieder einmal gesprochen:
    http://www.ostsee-zeitung.de/leserbriefe/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=3338024

    Hoffentlich fühlt er sich noch wohl in dieser „unchristlichen Region"?
    Warum er so gerne die „wir" Form benutzt, bleibt sein Geheimnis.
    Für mich spricht er nicht!

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  2. Er spricht wohl für sich und Gott:

    "Vielleicht beflügelt der nordelbische Fusions-Schwung auch unseren eher trägen Bischof. Gott, möge ihm behilflich sein!"

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