21. März 2011

Heimatkunde sechs, Regierungsergebenheit eins

Obwohl Ruhetag, eine kleine Betrachtung, weil ein Leser mich darauf hinwies (Trotzdem danke!). Ein Stück auf der Titelseite und etwa ein Drittel der Politikseite wurden dem Langweiler Wahl in Sachsen-Anhalt gewidmet. Dabei hätte es ein wenig spaßig sein können. Laut dpa und OZ-schrottline hatte der ehemalige LPG-Vorsitzende Caffier das gesagt:

dpa vom 20.03.2011 19:28
Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landesvorsitzender Lorenz Caffier hat den Wahlsieg seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als Beleg für die solide Arbeit der großen Koalition in dem Nachbarland gewürdigt. ... Hervorhebung vom Leser
Wie uninteressiert der dpa-Korrespondent an dem war, was Caffier abließ, oder wie ahnunglos, zeigt, dass er nicht nachfragte, denn Sachsen-Anhalt hat keine Grenze mit M-V; immer ist Brandenburg dazwischen. Der Leser:
Jedenfalls liegen uns Niedersachsen und Polen näher als Sachsen-Anhalt.
Dass der Innenminister(!) nicht die Nachbarn M-Vs kennt, war dem Korrespondenten egal. Hauptsache, Caffier sagte irgendetwas.

Und nun kommt die OZ ins Spiel. In der Titelgeschichte war Caffiers an die Leser weiterverkauftes Gewäsch (und das anderer Politiker) nachzulesen:
Der CDU-Landesvorsitzende Lorenz Caffier wertete den Wahlsieg seiner Partei als Beleg für die solide Arbeit der Großen Koalition in dem Nachbarland. 
Nun mal ehrlich, liebe Abonnenten, was gibt es Ihnen, das zu wissen? Ich frage, weil Sie auch dafür bezahlt haben. Wäre ich wahlwillig, hätte mich allein die Heimatkundestunde des Atomkraftgegner-Diffamierers Caffiers, der dpa und der OZ interessiert. Sie sagt viel aus über die Kenntnisse Caffiers, darüber, wie eine Agentur einen 08/15-Text produzierte und wie der Blödsinn von der weiterverkaufenden Zeitung nicht einmal bemerkt wurde, was kein Wunder ist angesichts der Geographieschwäche in den Redaktionen.

Allesamt haben in Heimatkunde ein sechs verdient, dazu dpa und OZ eine sechs in Journalismus und natürlich eine eins in Regierungsergebenheit.

Kommentare:

  1. Anonym22.3.11

    Wie hoch war die Wahlbeteiligung?
    Sind nicht die Nichtwähler die grösste Gruppe?
    Caffier sollte sich zum Teufel schehrn!

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  2. Hier wurde es ausgerechnet, nicht von OZ-Redakteuren:
    http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/03/de-omnibus-dubitandum.html

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