25. März 2011

“Das machen wir, damit die Arschlöcher, die so doof sind, noch Steuern zu zahlen, nichts merken”

Für den Fall, dass Wahlwillige immer noch nicht mitbekommen haben, wie sie verscheißert werden, hat die OZ heute zwei Beispiele parat:
Wahlkampf im Süden: Merkel macht den Norden mies
Jaund? Wenn in M-V Wahlkampf sein muss, wird sie hier erzählen, wie schwach die da unten in der deutschen Sprache sind. Jedem Wahlwilligen wird genau das erzählt und versprochen, was er hören will, worauf viele dann ihre Wahl treffen. Hintergrund, der diese Politbonzen entlarvt und die Gefahren aufzeigt,  in denen wir leben, wie er hier nachzulesen ist, vermisse ich in der OZ.

Merkel schor die Menschen im Norden über einen Kamm und machte sie mies. Sie verachtet uns alle. Sie tat genau das, was sie an Sarrazins Äußerungen einst kritisert hatte; fehlt nur noch das Dummheitsgen der Nordmenschen.
Kanzlerin: Baden-Württemberger sind intelligenter als Menschen in MV.
... Die CDU-Politikerin, die für den Wahlkreis Stralsund-Nordvorpommern-Rügen im Bundestag sitzt, betonte vor 5000 CDU-Anhängern, sie habe Baden-Württemberg so manches Mal besucht. Dann sagte sie: „Da muss man aufpassen, dass man nicht depressiv wird, wenn man aus dem Norden kommt, wenn man so sieht, worin ihr alles gut seid.“ Man frage sich: „Sind die intelligenter, sind die schlauer als wir da oben in Mecklenburg-Vorpommern?“ Das kam gut an im Saal, und die Kanzlerin fuhr fort: „Vielleicht ein kleines bisschen, ich geb‘s ja zu. Das, was Baden-Württemberg stark macht, ist die Kombination aus tollen Menschen und guter Regierung.“ ...
Nun regen sich alle möglichen Leute darüber auf, und die OZ käut es wieder, als wenn das irgendetwas ändern würde, als wenn die Leser nun schlauer gemacht würden. Ein Leser hatte mir schon gestern Abend einen Ausschnitt des schrottline gestellten Berichtes gesendet, mit dieser Begründung:

... da ich erstaunt bin über den Mut der OZ, habe ich sicherheitshalber einen SC gemacht, denn wer weiß, ob morgen nicht schon eine andere Wahrheit zu lesen ist ...

Was ist daran erstaunlicher Mut? Die OZ hat nur ihre Arbeit gemacht, (übrigens mit Hilfe der Nachrichtenagentur dapd, was in der Titelgeschichte verschwiegen wurde, denn die OZ verzichtet im Mantel nunmehr völlig auf eine Quellenangabe, täuscht aber die Leser wenigstens nicht mehr mit dem häufig verlogenen (OZ) in der Spitzmarke). Sie hat getan, was sie in wichtigen Informationsfeldern, die für uns alle tatsächlich von großer Bedeutung sind, systematisch versäumt. Insofern ist es nur scheinbar Mut.
Mutig wäre die Chefredaktion, richtete sie z.B. endlich eine Korrekturspalte ein.

Dann auch noch die offenen Worte Brüderles. Wer sich über dessen Geisteshaltung und die Gründe für das Moratoorium immer noch wunderte und erst durch Medien wie die OZ darauf hingewiesen werden musste, tut mir Leid. Für doof verkauft werden Wahlwillige ständig, auch dank vieler nachplappernder Medien, die Hintergrund für wichtige Probleme aussparen. Hier nannte ich ein paar Beispiele.
Am 14. März hatte ich zu dem Moratoriumsquatsch geschrieben:
Es geht um Wahlen, um sonst nichts.
Übrigens hinderte das alles die OZ nicht, die Leser heute mit einer überflüssigen, weil wertlosen, Blickpunktseite über die Landtagswahlen am Wochenden zu behelligen.

Hier ein herrlicher Kommentar dazu: 

Die Wahrheit ist ein Protokoll
Niemand, der sich nur ansatzweise ernsthaft mit Politik beschäftigt, konnte auf das illegale und fadenscheinige “Moratorium” hereinfallen. Niemand, der bei Verstand ist, lässt sich erklären, deutsche AKWe seien absolut sicher, das stehe zwar fest, werde jetzt aber überprüft. Niemand, der sich hat weismachen lassen, die Meiler könnten noch Jahre bis Jahrzehnte sicher laufen, kann sein Hirn derart würgen, dass er glaubt, sie müssten aus dringenden Sicherheitsgründen jetzt sofort abgeschaltet werden. Und niemand, der auf einem Wahlzettel mehr als drei Buchstaben erkennt, ist so kreuzdämlich, das nicht mit den 5 anstehenden Wahlen in den drei Monaten in Verbindung zu bringen. ...

Was Rainer Brüderle und die, die ihn stützen, nach dem Protokoll zu Protokoll geben, ist eine rüde Beleidigung. “Das machen wir, damit die Arschlöcher, die so doof sind, noch Steuern zu zahlen, nichts merken”, hat er inhaltlich gesagt. Es tut mir weh, in solche Niederungen abzudriften, aber da kommt mir jeglicher Feynsinn abhanden. 


Solche Kommentare wünschte ich den OZ-Lesern zuhauf und nicht das viel zu oft nur halbgare Tralala. Bliebe dann allerdings das Problem, den Lesern zu erklären, warum sie dennoch haufenweise Politquark statt Information vorgesetzt bekommen, wie. z.B auf der Blickpunktseite.

Kommentare:

  1. Manfred Peters25.3.11

    Zufall oder nicht der Bildredakteur der Druckausgabe hat das Bild von Merkel am Rednerpult so angeschnitten, dass dort „einsam für Baden-Württemberg“ steht. Am Sonntagabend werden wir es wissen, ob es in Zukunft einsam für Merkel in der CDU wird, denn viele Ihrer „Parteifreunde“ haben sicher die eine oder andere Rechnung offen.
    Übrigens, Merkel verwendet nur billige Stoiber-Plagiate aus dem Wahlkampf 2005. Merkel hat die Verachtung ihrer dummen „Kälber-Wähler“ nur von allen Ostdeutschen auf die Mecklenburg-Vorpommern fokussiert.
    Stoiber 2005: „Nur, meine Damen und Herren, wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern." Bayern ist spitze, überall: "
    Merkel 2011: „... Baden-Württemberg ist spitze, überall“

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  2. Anonym25.3.11

    Die Propagandalüge

    Ich habe hunderttausend Züge
    von denen jeder Euch gefällt,
    ich bin die Propagandalüge,
    die wahre Herrin dieser Welt.
    Ich bin schon hunderttausend Jahre,
    viel älter als der Pentateuch,
    und von der Wiege bis zur Bahre,
    bin ich auf Schritt und Tritt um Euch.

    Mir dient das Hirn von tausend Köpfen,
    mir dient der Forscher im Labor,
    und Dummheit kommt Millionen Tröpfen
    wenn ich es will, wie Weisheit vor.
    Doch dauernd ändert sich mein Name,
    ob es nun Frieden oder Krieg,
    ich heiße als Plakat Reklame
    und als Flugblatt Politik.

    Ich streue Gift in tausend Brunnen,
    an einem Tage tausend mal,
    den Deutschen macht ich heut zum Hunnen
    und morgen schon zum Parzival.
    Den Feigling mache ich zum Heros,
    den Helden aber feig und schlecht.
    Mir dient der Mensch, doch auch Gott Eros
    ist täglich tausendmal mein Knecht.

    Ich hetze jedes Volk zum Morden,
    auf´s Schlachtfeld, doch ich kann noch mehr:
    Ich mache aus vertierten Horden
    ein sittenstrenges Kreuzzugsheer.
    Ich bin die Propagandalüge,
    die jeder kaufen kann für´s Geld.
    Ich fälsche, lüge und betrüge,
    seit Anbeginn die ganze Welt!

    (Verfasser unbekannt)
    gefunden bei Hauptwort

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