19. Januar 2011

"Am Anfang einer alten, neuen Entwicklung"

Aufschlussreich und interessant, ausgenommen die Schlagzeile und nichts davon in der OZ; deshalb dieser Hinweis auf einen Kommentar:

Letzte Wehrpflichtige zur Bundeswehr eingezogen
... Lassen wir die Wortklauberei und sagen es klipp und klar: Die Wehrpflicht wurde abgeschafft. Was bisher als „Bürger in Uniform“ galt, also die breite Mittelschicht der deutschen Gesellschaft, wird die Uniform auf absehbare Zeit nicht mehr anziehen. Wohl aber die Unterschicht. Also gilt nicht mehr „Bürger in Uniform“, sondern „Prekarier in Uniform“. Gewiss, das ist überspitzt, aber im Kern richtig. Wohlgemerkt: „Unterschicht“ oder „Prekariat“ – das ist keine Bewertung, sondern eine Beschreibung des Sachverhalts. Ober- und Mittelschichten sind nicht besser, aber es geht ihnen besser als den Unterschichten. Jede Ober- und Mittelschicht, nicht nur die deutsche, ist meist besser ausgebildet als die Unterschicht. ...

SOLD

Die Bundeswehr will junge Menschen vor allem über einen attraktiven Sold anwerben. Wer sich zum freiwilligen Wehrdienst meldet, bekommt nach Angaben eines Sprechers vom ersten Monat an zwischen 777 und 1100 Euro im Monat, je nach Dauer der Verpflichtung.

Zum Vergleich: Die letzten Grundwehrdienstleistenden, die am Montag ihren Dienst angetreten haben, bekommen anfangs 282,30 Euro und am Ende der sechsmonatigen Dienstzeit 305,40 Euro.

WEHRPFLICHTIGE HALTEN

Die Bundeswehr wird versuchen, von den letzten Wehrpflichtigen so viele wie möglich zu halten. Deshalb bekommt jeder, der nach dem sechsmonatigen Wehrdienst bei der Bundeswehr bleibt, 100 Euro Prämie pro Monat Weiterverpflichtung zusätzlich zum neuen Sold für den freiwilligen Wehrdienst. Die Zusatzprämie erhöht sich für alle, die für mindestens zwei Jahre unterschreiben, auf 125 Euro pro Monat Weiterverpflichtung. ...

KOSTEN

Für die beschriebenen Maßnahmen zur Anwerbung von Freiwilligen stehen im laufenden Jahr laut Verteidigungsministerium rund 300 Millionen Euro zur Verfügung. ...
Je höher der Dienstgrad, desto weniger Ostdeutsche

Vor allem Unterschichten bedrückt die Wirklichkeit des Arbeitsmarktes. Trotz Aufschwung sind die Arbeitsmarktperspektiven im deutschen Osten schlechter als im Westen, und man nimmt, was man kriegt. Das bedeutet: In der Bundeswehr findet man überproportional viele Ostdeutsche. Rund ein Fünftel der Bundesbürger lebt im deutschen Osten, aber etwas mehr als ein Drittel des Bundeswehrpersonals stammt daher. Dabei gilt: Je höher Dienstgrad (und Gehalt), desto weniger Ostdeutsche. ...
Wie bisher seit der Wiedervereinigung wird auch die neue Bundeswehr eine Armee mit Soldaten aus dem Prekariat sein. „Weil du arm bist, musst du früher sterben.“ In der Gesundheitspolitik wollten wir genau das vermeiden. Haben wir es nun über die Sicherheitspolitik erreicht? ...

Wie in Wirtschaft und Gesellschaft, so gilt in der Bundeswehr und allen Berufsarmeen der westlichen Demokratien: Einheimische Arme oder „importierte“ Menschen erledigen niedere, wenig angesehene und schlecht bezahlte Arbeiten. Ist das menschlich? Wir stehen erst am Anfang einer alten, neuen Entwicklung.

4 Kommentare:

  1. Anonym19.1.11

    Das hat der Adelsmensch so gelernt mit seinen globalistischen Seilschaften,
    der Zögling der amerikanischen Elite, vor der es mir schaudert,
    der junge Führer-die Atlantik Brücke und ihr Young-Leaders-Programm
    Guttenberg-das Pferdchen aus dem Rennstall CFR und weiss der Teufel, wo dieser Schauspieler noch mitspielt.
    Nur zu blöd, dass die Gutmenschen der Grünen nie darüber aufklären, sitzen doch C.Özdemir und K."Göring"-Eckardt auch in dem feinen Verein Atlantik Brücke.
    Kein Wörtchen, kein Satz, keine Erwähnung ist es wert.
    Fahrradwege und Kleinkramblabla, na gut, Atomstreit ist zur Zeit angesagt, viel mehr Wichtiges eher nicht.

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  2. Anonym20.1.11

    In M/V Regio steht ein kurzer Artikel:
    "Streitkräfte Bundeswehr erkennt Fälle der Posttraumatischen Belastungsstörung nur schleppend an"
    Ein Leserbriefschreiber machte darauf hin auf ein im März 2011 erscheinendes Buch aufmerksam und schreibt dazu:
    Dieser Roman zeigt unverblümt, wie die Afghanistan-Lüge Deutschland in einen ungewinnbaren Krieg gedrängt hat und wie unfähig die Politiker unsere Soldaten nicht nur unzureichend ausgerüstet haben, sondern nicht einmal dafür sorgen, dass die jungen Männer, die ihre Gesundheit verloren haben, finanziell abgesichert werden. Oft gehen sie in die Verelendung und nicht selten begehen sie Selbstmord, weil sie keinen Ausweg sehen.
    Der Artikel in M/V regio zeigt eindeutig, dass es nur um´s Geld geht und wie die Jungen Männer, die ihre Gesundheit aufs Spiel setzten, hängen gelassen werden.
    So schäbig werden sie in Deutschland behandelt, weil sie die "grosse Sicherheit" verteidigen.
    Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit mit dem Sohn eines Mannes zu reden, der schon öfter in Afghanistan war.
    Es war sehr bitter, was er zu berichten hatte, vor allem über die Todesfälle, von denen die verblödenden Massenmedien nichts berichten.

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  3. Anonym20.1.11

    Ich habe noch ein wenig gestöbert und weiss, dass der Leserbriefschreiber der Autor selbst ist:
    George Tenner und schreibt auf seiner Homepage
    unter anderem
    "Ich zürne den Politikern...
    weil sie sich in einen ungewinnbaren Krieg haben hineinziehen lassen usw.
    weil die Heimatfront mit Desinformationen still gehalten wird,
    vor allem aber ärgere ich mich aber auch über diejenigen Journalisten, die die Finger nicht auf die Wunde legen, sondern zu verschleiern versuchen....
    Ist der Schriftsteller Usedomer?
    Vielleicht weiss der Blogger dazu etwas.

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  4. Über den umtriebigen Autor Tenner können Sie hier nachlesen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/George_Tenner

    Er hat zwei Krimis geschrieben, die auf der Insel Usedom spielen, für die die Usedom-OZ ausführlichst Reklame machte.

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