6. März 2009

Kohlekraftwerk: Dong-Propaganda darf nicht fehlen

Heute berichtet die OZ, was gestern schon im Nordkurier zu lesen war:
Lubmin: Gegner sehen Kraftwerk vor dem Aus
Die EU greift in das Genehmigungsverfahren des Kraftwerks ein und fordert den Investor Dong Energy zu erheblicher Nacharbeit auf. Damit werden die Hürden für den Kohle-Meiler immer höher. ...
Märchenonkel Gedbjerg darf in dem Text nicht fehlen
(Bemerkenswert, dass hier darauf geachtet wurde, die Gegenseite zu befragen. Die OZ ist doch sonst nicht so zimperlich mit einseitiger Berichterstattung. Das darf dann sogar eine als Bekenntnis getarnte Märchenstunde sein):
„Viele Menschen sehen in dem Kraftwerksbau auch eine persönliche Chance und warten darauf, dass es losgeht“, sagte Projektleiter Peter Gedbjerg. Er sei überzeugt, dass die Region das Kraftwerk brauche. Bei Dong und der Arbeitsagentur seien mittlerweile mehr als 400 Bewerbungen eingegangen.
Wie viele Menschen sind das, die 400 Bewerber, von denen 30 gebraucht werden, plus ein paar Unternehmer in der Region?

Gedbjerg ist überzeugt, dass das Kraftwerk gebraucht wird. Belege für seine Überzeugung brauchte er nicht zu nennen. Er verwies natürlich nicht darauf, die OZ sowieso nicht, dass es Vorschläge gibt, nach denen auf dem Standort mit anderen Betrieben eine Vielfaches an Arbeitsplätzen geschaffen werden könnte.
Gedbjerg und natürlich auch die nachplappernde OZ verweisen nicht darauf, dass der Strom nicht in der Region gebraucht wird und dass schon gar nicht der Feinstaub, die Gifte, der erwärmte Bodden usw. in der Region gebraucht werden.

Ein weiteres Gedbjerg-Märchen hat ein Leser, nicht die OZ-Redaktion, aufgedeckt, hier nachzulesen.

Nachtrag, 14.25 Uhr:

Das halte ich für sehr wichtig. Versuchen sie, es in der OZ nachzulesen.

"Aus der Antwort der Europäischen Kommission wird deutlich, dass die Genehmigungsbehörden in Schwerin schlampig gearbeitet haben. Offensichtlich haben sie der Kommmission nicht alle Informationen zukommen lassen, so fehlten im Verfahren zum Beispiel die kritischen Anmerkungen der Umweltverbände bezüglich (Oha!) der Bedrohung des Europäischen Naturschutzgebietes Greifswalder Bodden", so die Grüne Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter.

Ich bezweifle die Schlampigkeit der Arbeit. Ich unterstelle Absicht, Trickserei.

"Die Stellungnahme der EU zeigt, dass sie einer nachhaltigen Beeinträchtigung des Ökosystems Greifswalder Bodden nicht zustimmen würde und sich das Projekt Kohlekraftwerk in Lubmin somit in einer Sackgasse befindet."

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