14. März 2008

Kohlekraftwerk: Ringstorff gab Umweltbelastung zu

Da ich nicht weiß, ob diese Online-Artikel der OZ von gestern und heute gedruckt erscheinen, warte ich nicht weiter ab.

Gestern:
Ringstorff: Ordnungsgemäßes Genehmigungsverfahren für Lubmin
Ringstorff darf wieder öffentlich schwafeln, ohne dass eine Journalist nachgehakt hätte:
Für den Kraftwerksbau in Lubmin solle laut Ringstorff die beste verfügbare Technik eingesetzt werden, die Kraftwerken bekannter Bauart deutlich überlegen sei. So untersuche der Betreiber Dong Energy die Machbarkeit zur Errichtung einer Demonstrationsanlage zur Kohlendioxid-Abscheidung. Eine Fläche sei bereits für eine solche Anlage reserviert.
Was heißt deutlich überlegen? Nchts! Wo ist der Beleg?

Zur CO2-Verpressung wurde bereits alles geschrieben. Ich füge dies noch hinzu. Ringstorffs Geschwafel ist Beschwichtigung Unkundiger. Meint Ringstorff, im Winter ist der Pommer noch dümmer als im Sommer? Wenn er sich da mal nicht irrt.
Wer etwas testen will, tut es noch lange nicht und wenn er es täte, heißt es nicht, dass es als Methode eingeführt wird (Wann?). Die Norweger probierten es bereits und lassen es ein. Andere sagen, vor 2020 wird die Methode nicht anwendbar sein. Doch das ficht unseren Mini-Präsidenten nicht an, die OZ sowieso nicht.
Das Steinkohlekraftwerk könne einen Beitrag zum EU-Ziel leisten, bis 2020 die CO2-Menge um 20 Prozent zu reduzieren, wenn dafür veraltete Kraftwerke mit hohem CO2-Ausstoß abgeschaltet würden.
"könnte" ist Möglichkeitsform! Im Gegensatz dazu gibt es die Wirklichkeitsform.
Wo steht geschrieben, welche Kraftwerke für das zu bauende abgeschaltet werden? Weder Dong noch Ringstorff können das beeinflussen, doch sein Quatsch wird verbreitet.

Heute nun Online:
Ringstorff: Lubmin wird kein Bitterfeld
Die Emissions-Belastungen des Kohle-Meilers in Lubmin entsprächen etwa der eines Kraftwerkes in halber Größe, so Ringstorff in der heutigen Ausgabe der "Schweriner Volkszeitung".
Und die OZ kopiert es in den Online-Auftritt, als hätte Moses aus den zehn Geboten zitiert.
Ringstorff versicherte, dass mit Erteilen der Baugenehmigung die modernste Technologie an den Bodden käme. "Ein Bitterfeld wird es nicht geben", sagte er. Seinen Angaben zufolge zeichnet sich anhand der eingereichten Unterlagen des Investors nicht ab, dass Umwelt und Tourismus in der Region aufs Spiel gesetzt würden.
Achja, Ringstorff, der Auskenner!
Darf ich Sie daran erinnern, was in Brunsbüttel geschah, als das Atomkraftwerk stand? Es kam die sog. schmutzige Industrie. Die kann auch Ringstorff nicht weglügen. Doch so etwas könne bei Lubmin nicht passieren, wo die dreckige Industrie - oder werden Luft, Wasser und Boden besser durch das Kohlekraftwerk - von Regierenden, 200 Unternehmern und Frau Strock auf Knien herbeigesehnt wird? Das soll rational sein?

In der Debatte um die geplante Investition warf Ringstorff einem Teil der Kraftwerksgegner vor, "sehr aus dem Bauch heraus zu diskutieren" und durch "Überzeichnungen der Umweltbelastungen" Ängste zu schüren.
Sicher werden die Kraftwerksgegner die Angaben des Investors über die Umweltbelastungen nicht unterbieten. Außerdem tut Ringstorff weiterhin so, als gäbe es kein Gegengutachten des WWF zum Planungsvorhaben und als sei der Träger des alternativen Nobelpreises jemand, der aus dem Bauch heraus Umweltbelastungen überzeichne.
Im Übrigen muss Ringstorff zugeben, dass die Umwelt belastet wird. Das lesen ich von ihm zum ersten Mal. Es wäre eine Schlagzeile wert gewesen.

Doch auch hier gab es keinerlei Nachfragen von Journalisten. Langsam wird es peinlich für die OZ, wie sie zum Regierungsblättchen heranwächst.

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