18. Januar 2012

Wo bitte gehts nach Hartz 4?

Die Greifswalder OZ versuchte zu berichten:
Hartz IV: Kreistag entscheidet
Mit einer gemeinsamen Klausurtagung haben die Kreistagsfraktionen von CDU und SPD versucht, Klarheit über die Frage zu erlangen, ob es für den Kreis Vorpommern-Greifswald günstiger wäre, Hartz IV fortan mit Hilfe einer kreiseigenen Sozialagentur (Optionskommune) zu verwalten oder über das sogenannte Jobcenter im Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit. ...
Das diese Redaktion außerstande ist, Erhellendes über das Thema zu verbreiten, habe ich vielfach dargelegt. Heute ist es wie immer, denn was um alle Welt ist Hartz IV?
Der Kreistag soll über Hartz IV entscheiden?
Hartz IV soll verwaltet werden?
Besser kann die Redaktion nicht zeigen, dass sie vom Thema keine Ahnung haben will, wenn sie nicht einmal die Begriffsbedeutung interessiert und stattdessen irgendwelcher Müll aufgeschrieben wird.

Weder imstande noch willens ist die Redaktion, Hintergrund zum Thema aufzudecken, zu recherchieren, was sogar schon bildlich auf der Hand liegt. Ich meine, dass die Redaktion - und nicht nur diese - seit sechs Jahren parteiisch und vernebelnd über das Thema Sozialabbau berichtet. Deshalb fragte die OZ auch nicht, was die Grünenfraktion fragt:
... Ich vermisse im Interesse der Betroffenen die alles entscheidende Frage: Welches Modell nutzt den Menschen mehr? Dabei darf und muss berücksichtigt werden, dass selbstverständlich die Behörden ein schlechtes und völlig verfehltes Gesetz (Hartz IV) nicht besser machen können. Aber es muss geschaut werden, welche Ermessensspielräume und Auslegungsmöglichkeiten zugunsten der Betroffenen vorhanden sind und mit welchem Modell diese so genutzt werden können ... Hervorhebung von mir

Soweit die Fraktionen von CDU und SPD 'strategische Fragen' in den Mittelpunkt der Diskussion stellen, verlieren sie das Ziel, den Betroffenen zu helfen, aus den Augen. Strategische Überlegungen dürfen bei der Umsetzung von Sozialleistungssystemen keine Rolle spielen, sonst werden diese Fragen ohne Rücksicht auf die Betroffenen beantwortet. Neben der Integration in den ersten Arbeitsmarkt, wenn nicht sogar an erster Stelle, steht die soziale Sicherung im Vordergrund. Dem muss die Entscheidung über das künftige Modell Rechnung tragen. ...
Stellten Redakteure den Fraktionen diese Frage, könnten sie sofort erkennen, wem es um nichts als ums Geld-/Personalsparen und um Bequemlichkeit geht und wem um die Alg 2-Berechtigten. Nun sind Alg 2-Berechtigte nicht die Masse der OZ-Leser. Das dürfte die Redaktion jedoch nicht daran hindern, wenigstens alle anderen Leser aufzuklären, statt ihnen jahrelang sog. Hartz 4-Märchen aller Art zu verkaufen und Informationsnebel zu verbreiten.

Kommentare:

  1. Anonym18.1.12

    Oder Jens fährt Rad...

    LESENSWERT!

    http://www.rationalgalerie.de/archiv/index_1_500.html

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  2. Anonym19.1.12

    Hartz IV -gedankenlose Akzeptanz

    der mensch, eine frei verfügbare masse für politische und wirtschaftliche ziele, verliert seinen anspruch, als ein soziales wesen existieren zu dürfen.
    dafür werden menschen gezielt in die armut gedrückt.
    wer um seine tägliche existenz kämpfen muss, wird geschwächt und bleibt geschwächt.
    durch den entzug ausreichender nahrung sowie sozialer bindungen wird der mensch entkernt und zu einer beliebig formbaren masse neu herangezüchtet.
    wenn ich in einem gespräch auf meine situation als hartz IV -empfänger aufmerksam mache, stellt man mir meist zuerst die frage:
    *gibt es keine tafel in deiner stadt?*
    ist es nicht sehr beschämend, wenn wir die *tafeln* als eine normalität ansehen, als eine realität, die wir gedankenlos ekzeptieren?

    zu lesen unter "Freiblog"

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