22. Januar 2012

"Leute wie Schlecker haften niemals"

Titelgeschichte am Sonnabend:
Schlecker pleite: 1000 Mitarbeiter in MV bangen um ihre Jobs
Was sind das für Jobs? Hat die OZ berichtet, wie Schlecker nicht nur die Beschäftigten ausbeutet, sondern auch mit einem miesen Trick Steuergeld kassierte?
... Bundesweit zittern nun mehr als 30 000 Beschäftigte um ihre Jobs, in Mecklenburg-Vorpommern sind es etwa 1000 ...
Zwar ist der Norden von der Ausdünnung des Filialnetzes nicht so betroffen wie Süddeutschland. Dafür würden Mitarbeiter in MV kaum neue Jobs finden und arbeitslos werden, so Gewerkschafterin Conny Töpfer. ...
Seltsam, dazu gab es keinen Kommentar, dafür einen darüber, was für ein toller Kerl doch der Blender Zu ist.
Anderswo gab es Kommentare zur Schleckerpleite, die manch einem nicht gefallen werden, deshalb auch ungewohnt für OZ-Leser wären; abgesehen davon, dass OZ-Redakteure, unternehmerfreundlich, nie auf diese Gedanken gekommen wären:
... Will man hingegen eine Gesellschaft, in der nicht die Massen für eine kleine Oberschicht Arbeiten, sondern allen die Luft zum Atmen bleibt, sorgt man sich nicht um die eine oder andere Pleite. Schon gar nicht versucht man, sie durch Lohndrückerei zu ‘verhindern’. Ein System, in dem die Früchte der Produktivkraft des Volkes einigermaßen gerecht verteilt werden, kann solche Veränderungen nur als Fortschritt begreifen. Denn nur eines kann Arbeitsplätze auf Dauer wirklich “vernichten”: Dass man dasselbe mit weniger Aufwand haben kann. Wo dieser Zuwachs allen gehört, ist er ein Segen und kein Fluch. In einer solchen Gesellschaft hätte es „Schlecker“ nie gegeben. ...
Und:
Schlecker ist pleite und was lernen wir daraus?
Mit wir kann nicht die OZ gemeint sein.
Es reicht eben nicht mit bis aufs Blut ausgebeuteten Mitarbeitern in unordentlichen und schmutzigen Winzläden, unübersichtlich überteuerte Produkte anzubieten. Es reicht nicht einmal, wenn man die Verkäuferinnen alleine in so einen Laden stellt und ihnen sogar den Gang zur Toilette verwehrt und das noch von sogenannter Security überprüfen lässt. Wobei man sagen muss, dass es heute nicht mehr reicht. Die Familie Schlecker hat mit diesen Methoden ein riesiges Vermögen gemacht.
Ach ja, was wir auch lernen werden. Das Vermögen der Schleckers ist sicher. Ihr Unvermögen trotz massivster Ausbeutung ihren Laden profitabel zu machen wir ihnen nicht schaden. Den 47.000 Mitarbeitern oder besser Opfern von Schlecker im In- und Ausland wird die Unfähigkeit der Schleckers im Zweifelsfall den Job kosten, mit Sicherheit aber werden sich ihre miesen Arbeitsbedingungen noch weiter verschlechtern, wenn die Konzernreste nach Insolvenz weiter existieren.
Vermutlich wird sich Anton Schlecker eine Demenz nehmen, wie es auch Ernst Albrecht der Vater von Ursula von der Leyen tat, um nicht für Gorleben und andere Dinge haftbar gemacht werden zu können. Wie Ursula von der Leyen werden die Schlecker Kinder unschuldig tun, und natürlich jede Verantwortung weit von sich weisen. Die Arbeitsämter werden Konkursausfall- und Insolvenzgelder bezahlen. Die arbeitenden Menschen in Deutschland haften ja immer, im Zweifelsfall über höhere Beiträge. Leute wie Schlecker haften niemals. ...
Gerade im Fall der Ausbeuterfamilie Schlecker müsste es aber ein Recht geben, dass es erlaubt zunächst einmal für die eh schon betrogenen Arbeitnehmer eine Sicherheit zu schaffen. Lange bevor alle anderen an die Reihe kommen. Denn diejenigen die sich von Schlecker auf Hartz IV Niveau ausbeuten lassen mussten, verdienen eine, wenn auch späte Würdigung ihrer Arbeit.Die Banken und Lieferanten, die in Wirklichkeit aber die Restmasse bekommen werden verdienen eigentlich nichts. Wer Schlecker belieferte oder Schlecker Kredite gab, hat das System Schlecker gut geheißen und sich damit mitschuldig gemacht. Mit schuldig gemacht an der Misere haben sich auch die Arbeitsämter die Menschen zu Schlecker getrieben haben und sie mit Entzug von Arbeitslosengeld oder gar Hunger bei teilweisem Entzug von Hartz IV bedroht haben. Mit schuldig gemacht haben sich auch die Gewerkschaften, die das System Schlecker als Tarifpartner anerkannt haben, anstatt Schlecker weg zu streiken.
Es gibt viele Schuldige. Bestraft werden wie immer die Unschuldigen.

Kommentare:

  1. Anonym23.1.12

    Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. Anonym23.1.12

      Privateigentum kommt übrigens von: privare = rauben

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    2. So war das mit den Links nicht gemeint. Der Link führte zu einer Reklameseite.

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  2. Anonym23.1.12

    zu einer Reklameseite? versteh ich nicht, vielleicht vertippt

    nochmal eben so

    You Tube

    8.12.2011 Roland Düringer bei Dorfers Donnerstalk-Wutbürger

    läuft kurzm um die 5 Minuten

    ab 1:48

    ich konnte keine reklame entdecken

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    1. Edward23.1.12

      Da werde ich mal etwas helfen:
      Das ist der Link zur Satiresendung im ORF
      was das mit Schlecker zu tun hat, weiß ich aber nicht
      Auch so ist mir diese satirische Wutrede zu anstrengend

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  3. Anonym23.1.12

    Was das mit Schlecker zu tun hat?...die Rede eben nicht angehört. Leute wie Schlecker,und von den Leuten gibt´s noch mehr, haften eben niemals.

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