3. Januar 2012

Es bleibt bei 08/15

Eine ganze Seite lang zieht sich die OZ am Grüßaugust der Nation hoch, garniert mit einem stinklangweiligen Kommentar aus dem chicen Hauptstadtbüro. Nichts ist zu erfahren, was nicht auch seit gestern hundertfach kostenlos im bösenbösen Internet nachgelesen werden könnte. Wie wäre es mit einem anderen Aspekt gewesen, einem, der über die gewohnte Nachplapperei hinausreichte? Zwei Beispiele:
Wulff und die "Bild"-ZeitungDas Band ist zerschnitten
Der Bundespräsident spricht dem "Bild"-Chef erzürnt auf die Mailbox, der Anruf wird durch andere Medien bekannt. Der sonderbare Vorgang markiert das Ende einer Symbiose, die lange bestens funktioniert hat: "Bild" bekam die schönsten Geschichten von Wulff, Wulff die schönsten Geschichten von "Bild". ...

Und:
Gewitter im Aufzug bei Christian Wulff
... Bundespräsident Christian Wulff hat einen Tag, bevor "Bild" seinen umstrittenen Privatkredit öffentlich gemacht hat, bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann angerufen und dessen Mailbox anvertraut, dass er einen "endgültigen Bruch" mit dem Springer-Verlag vollziehen würde, falls diese "unglaubliche" Geschichte erscheine. Das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland sprach vom "Krieg führen" und die etwas angestaubte Redensart vom Überschreiten des Rubikons ist seit heute wieder in aller Munde.
Um zu verstehen, was in diesem Moment endgültig zu Bruch gehen sollte, muss man ein wenig zurückgehen in der Geschichte und sich ansehen, wie eng das Verhältnis zwischen "Bild" und Wulff etwa war, als dessen erste Ehe nach 18 Jahren in die Brüche ging und die Zeitung den reibungslosen Übergang in eine neue Beziehung dokumentierte.
Lesen Sie also noch einmal, wie gemütlich es damals war im Aufzug von "Bild" und "Bild am Sonntag" ...
Nicht zu vergessen, versucht es die OZ mit einer ihrer unsäglichen, nichtssagenden Umfragen:

Wozu muss ich einem Grüßaugust vertrauen? Sollte ich Bedenken haben, dass er die falsche Hand zum Gruße reicht, belanglose Reden verwechselt oder sich vor den Kameres besäuft, gemeinsam mit einem Scheich(!)?

Dass Medien wie die OZ mit der überdimensionierten Schreiberei über den Grüßaugust von eigenem Unvermögen ablenken, wichtige Geschichten zu produzieren, sei nur kurz erwähnt:

Vorzugskredite für Banken. Über das wahre Ausmaß der Freunderlwirtschaft
Während sich die Kleinkrämer unter den Kommentatoren noch darüber aufregen, dass sich die Adabeis der Gesellschaft zinsgünstige Kredite sichern, klotzt die EZB mal eben eine halbe Billion Euro zu Vorzugskonditionen in den Markt. ...

Kommentare:

  1. Mafred Peters3.1.12

    Gerade neu reingekommen,"Der AB von Diekmann":
    http://soundcloud.com/malotki/dieckmanns-ab

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  2. Edward3.1.12

    @ Manfred
    Ich hoffe, du hast es mitbekommen. Der "Mitschnitt" im WDR5 ist ein Fake: "Wir haben mal nachgestellt, wie wir uns die AB- Aufnahmen vorstellen". Sollte man bei einem Link darauf hinweisen.

    Was mich aber an der ganzen Sache überhaupt interessiert: Wer hat warum ein Interesse, den Wulff zu zerlegen? Und schreckt nicht vor dem Amt des Bundespräsidenten zurück? (Im Strafgesetzbuch gibt es einen Extraparagrafen zu Verunglimpfung des Bundespräsidenten, Wullf wendet ihn gerade gegen einen kleinen Facebooker an.) Bisher geht es ja "nur" um moralische Verfehlungen. Oder sollte die Ursache tatsächlich die "dünne Informationslage" sein, die der Eckard von der FAZ am Sonntag auf dem AB von Diekmann beklagt?
    Warum kommt jetzt die Meldung über eine Telefonat vom 12.12., dazu ist der AB bei der BILD, die Meldung aber kam von der FAZ (und der SZ)? das fragt keiner.

    @lupe
    bei der Gelegenheit: wo ist denn der Twitterer Kai der Chef gelieben? ;-)

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  3. @ Edward

    Wer hat warum Interesse? Keine Ahnung. Aber warum wird erst jetzt mit dem Telefonkram herausgerückt? Weil jetzt Saure-Gurken-Zeit ist, schlimmer als das Sommerloch.
    Im Übrigen ist es jämmerlich von der OZ, sich daran seitenweise hochzuziehen. Wenn die OZ doch so viel Platz mit Geschichten füllte, die den Lesern auch etwas bringen, weil es sie etwas angeht. Wen interessiert schon ein Grüßaugust?
    Die OZ macht sich andererseits lächerlich mit der sog. Berichterstattung, wo sie doch ansonsten Diener, Sprachrohr, Nachplapperer und Vervielfältiger von Bonzenquark ist.

    kaiderchef? Ich weiß nicht, woher er kam und wohin er ging.

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  4. Manfred Peters3.1.12

    @ Edward
    1. "mitbekommen" - als zurückgebliebener Mecklenburger in Vorpommern, natürlich nicht!!!
    Aber den Lesern hier habe ich schon zugetraut, dass sie die Satire erkennen.
    2. Warum lassen sich FAZ ( der traue ich jede Schweinerei zu), aber auch SZ, zum Erfüllungsgehilfen der Bild machen? Ich bin zumindest für die SZ schockiert.

    3.Ansonsten, "Wir brauchen das Amt nicht!"
    http://blog.gruene-greifswald.de/2012/01/03/wir-brauchen-das-amt-nicht/

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  5. Anonym4.1.12

    Libertad meint.
    a, warum ist die BlödZeitung nun böse? Eventuell nicht genug verdient?
    Aber wie dem auch sei.
    Als Bundespräsident hat Wulff über den Dingen zu stehen, was ihm leider nicht möglich war.


    Wir brauchen wirklich keinen überzahlten Grüßaugust. Den Posten könnte man an Jemanden der noch weiß was Ehre ist, Ehrenamtlich gegen Honorar vergeben.
    Zu Wulff.
    Er gehört zu denen aus Niedersachesen,zB Schröder. Auch Hartz machte seine Hartz IV Pläne in einem Hannoverschen Bordell, bei Gratisnummern, die der Steuerzahler zahlte. Alle haben die gleichen Freunde und das selbe Benehmen. Hannoversche Bordellpolitik.
    Die "Grünen" mit Ötzdemir? Nein Danke.
    Deutschland hatten schon einmal einen Hergekommenen zum Staatsoberhaupt. Was das brachte, wissen wir alle.
    Ob er wirklich geht? Daran zweifel ich, denn bei einem seiner letzten Reden machte er wie schon so oft sie Kanzlerin des Freimaurerzeichen des "Allsehende Auge". Er wird wie die Kanzlerin, versuchen, peinliche Situationen auszusitzen.

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  6. Anonym4.1.12

    Das gesuchte Frssen ist gefunden, um Wulff zu entsorgen.
    Die Vorwürfe gegen Wulff sind berechtigt, obwohl, welcher Politiker hat heute eine saubere Weste?
    Der Kriegsminister und der Sachsensumpf...

    Ein Interview in der Zeit könnte möglicherweise selbst der Kanzlerin nicht in den Kram passen.
    *Etwas ist aus den Fugen geraten
    Bundespräsident Christian Wulff beklagt die Entmachtung der Parlamente, fordert einen Beitrag der Banken in der Griechenland-Krise und kritisiert Berlins Alleingang in der Libyen-Frage*

    Die Entmachtung der Parlamente läuft in eine Diktatur und nichts anderes ist das Ziel der Eurokraten, die sehr sorgfältig ausgewählt werden.
    Günstige Kredite, Freundschaften zu fiesen Knochen wie Maschmeyer usw. sind gewiss nicht die Gründe für die vorbereitete Entsorgung Wulffs, ich glaube sie nicht.
    Da steckt etwas dahinter, was den Weltfaschisten, den Raubtierkapitalisten aufstösst.

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  7. Anonym4.1.12

    Noch etwas

    *auch der Islam gehört inzwischen zu Deutschland* sagte Wulff irgendwann mal

    Ja, wie das denn, wenn aus dem Islam die nötigen Terroristen gezaubert werden, um sich das Öl unter den Nagel zu reissen?!

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