20. Oktober 2011

Die Sache mit dem Presserat

Ein Greifswalder Redakteur hat nach Auffassung des Greifswalder Bloggers daburna gegen den Pressekodex verstoßen. Daburna hat sich deshalb beim Presserat beschwert. Die Umstände und die Begründung für die Beschwerde lesen Sie hier nach.

Ich beschwere mich dort nicht mehr, weil das Ergebnis den Aufwand in keinem Fall aufwiegt. Selbst wenn der Presserat eine öffentliche Rüge ausspräche, wie er es hier tat, würden sich die meisten Leser nach fast einem halben Jahr nicht mehr an den Artikel erinnern, auf den sich das Blatt in der winzigen Meldung bezöge. Missbilligungen und Hinweise brauchen den Lesern überhaupt nicht zur Kenntnis gebracht zu werden. Also, was solls? Erst wenn der Presserat nicht nur Feigenblatt der Verlage ist, sondern handfeste Sanktionen aussprechen darf, beschwere ich mich wieder.

Was nützte es daburna, wenn ihm der Presserat nach etlichen Monaten Recht gäbe? Er ist bildlich längst wie das Kind in den Brunnen gefallen. Dass sich die Redaktion mit der Handhabung des Hinweises einen schlechten Dienst erwiesen hat, steht außer Frage. Die Redakteure werden zukünftig noch weniger Information erhalten, abgesehen vom Gequake über Parteiquerelen und ähnlich belanglosem, weil für die Masse der Leser nutzlosem Käse, der dann in epischer Breite an Sie verkauft werden wird.

Im Übrigen ist immer zu befürchten, dass die Redaktionen mit Hinweisen Schindluder treiben.

Noch etwas: Ich halte den Artikel über die Moskitos für viel zu lang und aufgeschäumt. Ich erhielt vor 25 Jahren während des Durchquerens eines Waldstückes im Kaukasus mehr als 20 Moskitostiche. Manche meiner Begleiter erwischte es viel schlimmer. Niemand erkrankte an Malaria. Lassen Sie sich keine Angst einjagen.

Kommentare:

  1. Edward20.10.11

    boa, ich bin von den Socken. So ein sachlicher Eintrag! Bravo.

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  2. Ist halt meine erste Beschwerde beim Presserat und ich bin gespannt, wie so was abläuft. Dass es nicht von heute auf morgen geht, hatte ich mir schon gedacht.

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  3. Der Presserat tagt ein Mal im Quartal. Zuvor werden die Beschwerden ausgesondert, die von Vornherein als unberechtigt erscheinen; gelangen also gar nicht ins Gremium.
    Wird die Beschwerde als berechtigt angesehen, erhält sie der Verlag zur Stellungnahme. Danach wird sie im Presserat behandelt. Das alles wird mehrere Monate dauern.

    Richtig finde ich die Entscheidung, der Redaktion keine Hinweise mehr zu geben.

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