1. Februar 2011

Vorteil für den Verlag, Nachteil für die Leser

Ein Leser (Danke!) wies mich auf diese Personalie hin:
Manfred von Thien (55), Chefredakteur der Lübecker Nachrichten (LN) und Redaktionsdirektor der OSTSEE-ZEITUNG, ist zum 1. März von der Mediengruppe Madsack (Hannover) zum Beauftragten des Verlegers und Redaktionskoordinator im Range eines Chefredakteurs berufen worden. Er soll die redaktionelle Zusammenarbeit und Vernetzung der zur Madsack-Gruppe gehörenden 17 Tageszeitungen koordinieren ...
 ... und machte sich diese Gedanken:

Da werden wir im Mantel dann noch mehr "Komprimate" * aus 17 Tageszeitungen zu lesen bekommen. Die Auswirkungen auf  Meinungsvielfalt und Arbeitsplätze lassen sich nicht nur ahnen.
Übrigens, wenn ich Mad-sack zurückübersetzte, komme ich auf „verrückter Rausschmiss"!
* Das waren die "schwer verdaulichen Überlebensmittel" der NVA 

In diesem Fall dürfte es ein Aufstieg sein, zum Vorteil für den Verlag, zum Nachteil für die Leserschaft.

Hier wurde die Personalie ausführlich aus der Sicht der Beschäftigten beschrieben:

Mega-Koordinator soll Madsacks Blätter auf Kooperations-Kurs bringen

Kommt nun die Kooperation im ganz großen Stil? Der Mann, der Ostsee-Zeitung und Lübecker Nachrichten so auf Einheitskurs trimmte, dass sie kaum mehr zu unterscheiden sind, ist vom Mutterkonzern Madsack nach Hannover berufen worden ...

Eine „Mega-RSG“ (die Redaktionsservicegesellschaft, bestehend aus ausgegliederten Redakteuren der Mantelredaktionen von OZ und Lübecker Nachrichten, produziert große Teile des Mantels für beide Blätter zugleich, was Geld spart aber die Vielfalt der Themen und das sog. Niederbrechen aufs Regionale weitgehend unterbindet), die zentral ganze Seiten für die Mediengruppe produziert, sehen Insider vorerst jedoch nicht. Eher einen konzernweiten Austausch von Inhalten, die dann jeweils den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden könnten. An den technischen Instrumenten („Berliner Datenbank“) wird eifrig gebastelt und mit dem vor einem Jahr installierten neuen, chicen Hauptstadt-Büro, in dem die Berlin-Korrespondenten der Madsack-Zeitungen zusammengeführt wurden, gibt es bereits eine Keimzelle für eine konzerneigene Nachrichtenagentur.

Selbst diese Variante wird absehbar einen Abbau von Arbeitsplätzen mit sich bringen - ob in Lübeck, auf dem „Mutterschiff“ Hannoversche Allgemeine oder der Leipziger Volkszeitung, die vor der Ostsee-Zeitung auflagenstärkstes Blatt des Konzerns ist. ...

Warum mich das mit dem Personalabbau wohl an diesen Eintrag über den Ersatz von Redakteuren durch Computer erinnert?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.

Google