15. Februar 2011

Über Zu-kurz-Springer

Politikseite, auch so etwas Überflüssiges, das niemand lesen muss, weil er am Vortag die Geschichten schon im Radio oder Fernseher vorgesetzt bekam. Für dieses Aufgewärmte verlangt die OZ jedoch Geld.

Und dann noch das:
Rösler sagt mehr Hilfe für pflegende Angehörige zu
Achja? Und worin besteht die Hilfe und worin die jetztige Hilfe?
Bundesgesundheitsminister: Es soll mehr Hilfen, Kuren und mehr Rente für pflegende Verwandte geben. ...
die gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung für die pflegenden Angehörigen sind dürftig. Viele arbeiten über ihre Grenzen hinaus und rund um die Uhr. ...
Aha.
Um die großen Belastungen der Pflegenden aufzufangen, schlägt der Minister etwa die Vergabe von Kuren nach dem Vorbild der Mutter-Kind-Kuren vor. Kinder, die tagein-tagaus etwa ihre Eltern pflegen, sollten wenigstens für ein paar Wochen von den physischen und psychischen Belastungen ausspannen können. ...
Das heißt doch wohl, dass die zu Pflegenden und die Pflegenden gemeinsam kuren sollen. Daran ist zu erkennen, dass Rösler keine Ahnung hat, was 24 Stunden-Pflege bedeutet oder keine Ahnung haben will. Beides ist zutiefst verwerflich und dient der Verblödung jener, die nicht oder noch nicht pflegen. Alle anderen wissen, dass eine Erholung vom Pflegen nur dann möglich ist, wenn möglichst lange ein möglichst großer Abstand zum Pflegenden geschaffen wird. Eine stundenweise Entlastung bringt nichts.

Dass Röslers Vorschläge, medial hervorragend inszeniert, von den Medien begierig aufgegriffen wurden ist klar, spielt doch das Thema Pflege sonst keine Rolle. Aber wenn Röslers Medientruppe zuschlägt, kann auch die OZ nicht umhin, den Quark weiterzugeben - gegen Geld. Immerhin hat ein Kommentator festgestellt:
Rösler springt viel zu kurz
Vorschläge für neue Pflegeleistungen sind nur Schnellreparatur.
Oho, und welche Vorschläge unterbreitet der Weitspringer?
Gebot aber wäre es, diesen Schäden vorzubeugen durch Schulung und umfangreiche Unterstützung pflegender Angehöriger. Auch wenn das heute teurer ist. 
Völlig richtig, und dann? Genau, dann müssten die Pflegenden Arbeitsverträge erhalten wie anderes Pflegepersonal. Sie würden in die Sozialkassen, z.B. Pflegekasse, Rentenkasse, einzahlen, würden bei anständigem Lohn Einkommensteuer zahlen und Rente erhalten. Das ist der richtige Weg, den der Kommentator nicht erkannt hat und damit selbst ein Zu-kurz-Springer ist. Arbeitsverträge würden richtig teuer, wären aber gerecht und nicht solch ein volksverblödendes Gewurstel, wie es der Gesundheitsminister mit Hilfe schwachbrüstiger Medien in Aussicht stellt.

Übrigens wüsste ich, woher das Geld für zusätzlichen Ausgaben kommen könnte, auch so etwas, auf das niemand in der OZ kommt.

1 Kommentar:

  1. Anonym15.2.11

    "Rösler sagt mehr Hilfe für pflegende Angehörige zu".

    Da er Mediziner ist, wird er sicherlich jetzt überall persönlich vorbeikommen und helfen, um dabei Kosten zu sparen.

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