22. Dezember 2010

Gute Gegenfrage

Statt diese Reklame zu veröffentlichen:
... Damit Usedoms Gäste optimal über die Möglichkeiten eines barrierefreien Urlaubs informiert werden, hat die UTG jetzt eine entsprechende Broschüre herausgebracht. Darin präsentieren 20 Gastgeber ihre Angebote. ...
sollten Redakteure einfach einmal erleben, wie sich Rollstuhlfahrer z.Zt. durch Heringsdorf quälen müssen, die Gemeindeverwaltung befragen, wie sie dazu steht und alles aufschreiben. Vorgestern versuchte eine Frau, mit ihrem Mann im Rollstuhl eine dieser scheingeräumten Straßen zu überqueren. Fast auf der Mitte der Straße angelangt, versagten ihr die Kräfte. Sie blieb für eine Pause einfach stehen, um sich dann weiterzuquälen. Die Bürgersteige sahen jedoch noch schlimmer aus als die Straße.

Da kommt mir in den Sinn, dass ich vor ein paar Jahren einen Rettungsschwimmer in einem nördlicheren Ort der Insel fragte, warum der Strandzugang so bequem für Behinderte sei, in Heringsdorf dagegen weit weniger gut. Er antwortete mit der Gegenfrage: Wollen die das in Heringsdorf überhaupt?

Kommentare:

  1. Edward22.12.10

    nun, wenn ich die Ankündigung richtig verstehe, geht es ja auch nur um das Angebot von 20 Gastgebern, nicht das der Gemeinden der Insel.
    Allerdings hast du natürlich recht, dass man vom Redakteur erwarten darf, dass er zumindest einen Satz auf Unzulänglichkeiten im öffentlichen Raum hinweist.
    Außerdem ist das Foto sowas von Scheiße. Die Reklame wird nicht einmal ansatzweise verschleiert.

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  2. "... geht es ja auch nur um das Angebot von 20 Gastgebern, nicht das der Gemeinden der Insel."

    Vor allem geht es darum, dass es sich die Redaktion so bequem wie möglich macht und die Spalten lieber mit Werbekram, für wen auch immer, füllt und sich dafür von den Lesern bezahlen lässt, als unbequeme Themen aufzugreifen. Letzteres können die nicht, also auch nicht ein Thema fortzuführen. Das aber ist der Unterschied zwischen Aufschreiberei und Journalismus.

    Richtig schlimm wird es zwischen Weihnachten und Neujahr werden. Am besten, ich schaue dann gar nicht erst hin, um nicht an Langeweile zu sterben.

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