9. März 2012

Wider meine Natur: eine Stimme für den Schal

Nach 20 Jahren Wahlenthaltung werde ich am Sonntag zur Bürgermeisterwahl gehen, weil mich die OZ gestern mit diesem Schrottartikel allzu sehr provoziert hat:
Podiumsdiskussion in Bansiner Villen im Park: Bewerber-Check vor Heringsdorfer Wahl
Zwischen Spickzettel und Schweißperlen
OZ-Forum: Das Verhalten sagt viel über die Bürgermeister-Kandidaten aus. Oder nichts. ...
Häh? Die zeilenschindernde Wiederholung machte es auch nicht besser:
Mehr als nur Worte entscheiden, wenn die Wahl zum Bürgermeister ansteht. Die sechs Kandidaten, die in Heringsdorf Chef werden wollen, sagten beim Forum der OSTSEE-ZEITUNG in Bansin viel — auch durch ihr Verhalten. ...
Häh?
Gut gekleidet erscheinen sie zum Termin. Fünf im Anzug, das versteht sich von selbst (Achja?). Aus der Reihe tanzt Lars Petersen, der meint, ein lässiger Schal und Jeans würden für den Auftritt reichen. Ganz der Sportler. Aber Politiker? ...
Höhöh, Petersen traute sich, so gekleidet - unpassend gekleidet nach Meinung der Autorin des Schrottes - das OZ-Forum aufzusuchen. Das provozierte den Entschluss, nach 20 Jahren eine Stimme abzugeben, genau den Mann mit dem Schal zu wählen.
Nachdem ich den Entschluss überschlafen hatte, kam sogar noch ein Grund zu dem Schal dazu: Sowenig ich die Verhältnisse in Heringsdorf kenne (aus der OZ ist dazu nichts zu erfahren, eher etwas über Hoteleröffnungen und jammernde Touristiker), meine ich dennoch, Petersen ist der einzige Kandidat, der nicht kaiserbad-verfilzt ist.

Fast hätte ich mich heute anders entschieden, weil eine Inititative Primitiv-Reklame für das Wählen machen durfte:
70 Prozent Wahlbeteiligung: Die Initiative „Pro Demokratie“ hat ihr Ziel hoch gesteckt
Die OZ sprach mit Heinz-Egon Achterkerke über die Aktion zur Bürgermeisterwahl in Heringsdorf. ...
Das finde ich abstoßend.

So ermüdend gings in dem Verhaltensartikel vom Vortag weiter:
Die Herren nehmen Platz im Ledersessel, Johannes Tolxdorff und Petersen checken die Mikrofone. Noch ist nichts zu hören, aber sie gehen lieber auf Nummer sicher. Stille liegt ihm nicht, Petersen sucht sofort das Gespräch zu seinen Sitznachbarn, während Helmut Friedrich in einer dicken Mappe blättert. Nicht nur er hat Unterlagen auf dem Schoß, auch Kottwittenborg und Frank Lettner verstecken sich hinter Mappen. Petersen bleibt dezent: Ihm reicht ein klein gefalteter Spickzettel, auf dem er sich während der Diskussion Notizen macht.
Heilmann, wieder ganz der Helfer, öffnet dem Noch-Amtsinhaber die Wasserflasche. Der braucht auch dringend Abkühlung: Schon nach 20 Minuten ist seine Flasche leer.
...
Hier war für mich Feierabend. Sich mehr davon anzutun, wäre noch mehr vergeudete Lebenszeit gewesen.

Und am Sonntag eine Stimme für den Schal!

Kommentare:

  1. Auch meine Stimme für den Mann mit dem Schal! Haha, ich musste sehr lachen, Sie sprechen mir aus der Seele.
    Petersen ist der einzíge Kandidat, der nicht Kaiserbad-verfilzt ist, und deshalb der einzige, den ich zum Bürgermeister haben will!

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  2. Bansin10.3.12

    Filz??? das gibt es in Heringsdorf nicht, auch keinen Betrug, Vorteilsnahme und schon gar keine Wähler, die nicht ausschließlich nach eigenen Interessen wählen. Wir haben auch keine Gemeindevertreter, die sich nur aus Eigennutz einbringen...

    Und weil alles stimmt, wird bei uns nach Optik abgestimmt - mit Photoshop werden auf Plakaten Zähne geweisst und Pickel vesteckt - und Anzug, auch wenn es seit Jahren der gleiche ist - ist ein primäres Wahlkriterium - also nicht unterschätzen...

    KEINE Macht dem Schal.......

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    1. Ist das einfache oder doppelte Ironie?

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    2. Bansin10.3.12

      Ironie pur..... dachte das würde auch so verstanden...

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    3. Sicher ist sicher.

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  3. Anonym10.3.12

    Der unverfilzte Schal wird gewählt!
    Alle anderen haben sich in weiser Voraussicht schon die Ämter zugeschoben, in der positiven Annahme, einer von ihnen wird BM. Und die Frage ob Fun-Thomas, der ja schon herumposaunt, ab dem 31. 5. einen anderen Job zu haben und darum bis dahin mit dem Golfhotel fertig sein muss, wirklich in den Kaiserbädern jeden Abend sein nacktes Haupt zur Ruhe legt oder doch eher in Balm, hätten so Einige sicher gerne geklärt. Ansonsten erleben wir unser blaues Wunder!
    Dann kauf ich mir ein paar Schafe, für die Sicherung von Filzmaterial.....

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  4. Anonym11.3.12

    Das mit der OZ sitzt ja viel tiefer als gedacht... Da wird ein eiserner Nichtwähler so durch OZ Darstellungen provoziert, dass er doch an die Urne treten möchte... Man kann an dieser Stelle nur dankbar sein, dass der Mann mit dem Schal nicht von der NPD kam...

    M

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    1. Es gab zwei Gründe zu wählen, stehen beide im Eintrag.

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  5. Anonym12.3.12

    Und einen davon habe ich kommentiert.

    "werde ich am Sonntag zur Bürgermeisterwahl gehen, weil mich die OZ gestern mit diesem Schrottartikel allzu sehr provoziert hat"

    M

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