16. März 2011

Wurfgeschichte

Noch nachzutragen ist diese Leserbegrüßung in der Greifswalder Montagsausgabe, auf die mich ein Leser hinwies (Danke!):
Eine Frage der Reproduktion
Mein Freundeskreis wirft. Eine nach der anderen. Babies sprießen wie Pilze aus dem Boden und schwanger an der Uni zu sein ist dieser Tage die Dauerwelle der 80. Jeder hat sie oder will sie. Studium und Baby? Ich bin bekennender Nachtschwärmer, würde mein Erspartes lieber in eine Weltumrundung als einen Bausparvertrag investieren und finde die Babies fremder Leute nicht immer unbedingt habenswert. Sie quäken, sie quietschen, sie pupsen und rülpsen — und das im Hörsaal, während ich versuche minutiös mitzuschreiben. Als eine junge Mutter neulich vor dem Seminar ihre Brust auspackte und neben mir abstillte, wäre mein Vollkornbrötchen fast zur Todesfalle geworden. Ganz ehrlich — ich bin ein toleranter Mensch und mag Babies, wirklich. Aber der Bikinifigur eine lebenslange Absage erteilen, bevor man sie überhaupt erreicht hat? 18 Jahre Freiheitsentzug oder Cluburlaub? Pubertäten fremder Menschen mitmachen, obwohl ich selbst noch mittendrin stecke? Niemals! Meine Kinder werden nach dem Studium geboren! Irgendwann zwischen unbezahlten Praktika und einem stressigen Job... Mist. Am besten ich überlasse das einfach dem Baby.
*Catharina Tews (24) studiert Kommunikationswissenschaft, Publizistik und Spanisch an der FU Berlin und ist derzeit als Freie bei der OZ.
Hier der Kommentar des Lesers:

Mir hat die Lektüre die Beine weggehauen. Fassungslos habe ich ihn mehrmals gelesen. Ich will nicht glauben, dass so was Kommunikationswissenschaften studiert und als Freie arbeiten kann.

1 Kommentar:

  1. Manfred Peters16.3.11

    Nun wagt es die OZ endlich einmal eine etwas subtile Satire zu veröffentlichen, als solche habe ich den Beitrag verstanden, schon hagelt es auch wieder Kritik. Ich glaube schon, dass die „AUF DEM CAMPUS“ Sprache und Hintersinn verstanden haben.;-)
    Die Leserbegrüßung am Montag hat übrigens die „Society-Reporterin“ über die Handtasche des Mannes verfassst.

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.

Google