15. Januar 2011

"Holland zieht deutsche Pflegefachkräfte an "

Kürzlich wurde per Medien gejammert, in D. fehlten Fachkräfte und es würde immer schlimmer. Kurz darauf wurde gejammert, es mangele an Pflegekräften in der alternden Gesellschaft.
Warum sie fehlen, lässt sich ganz einfach erklären. Hier ein Beispiel:

Job im Altenheim gefällig?
Holland zieht deutsche Pflegefachkräfte an
Die Landesgrenze zwischen Holland und Deutschland verläuft zwischen dem münsterländischen Suderwick und dem niederländischen Dinxperlo mitten durch die Dorfstraße. Jeden Tag überqueren rund 100 deutsche Altenpfleger, Krankenschwestern und Pflegehelfer den Grenzposten. Sie arbeiten lieber in Holland, denn dort werden sie besser bezahlt. ...

Und noch etwas:

„Während Holland versucht, die Fachkräfte mit guten Gehältern zu locken, hat Deutschland diese Chance verpasst“, kritisiert Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung in Köln. „Deutschland ist kein Einwanderungsland für Pflegekräfte.“ Skandale und schlechte Arbeitsbedingungen hätten zudem den Pflegeberuf in Verruf gebracht.

„Die Politik hat ignoriert, dass der Bedarf steigt“, sagt Isfort. Ausbildung nach Kassenlage und nicht nach Bedarfslage sei schuld am Personalmangel. Vor allem die grenznahen Länder wie die Niederlande profitierten von der Misere in Deutschland und griffen die besten Leute ab.  ...

5 Kommentare:

  1. Anonym15.1.11

    Im Grunde ein wunderschöner Beruf, doch in Deutschland, von dem was ich weiss, zum Verzweifeln.

    AntwortenLöschen
  2. Anonym16.1.11

    Leider ist Deutschland seit über 10 Jahren ein Lohnminus-Land geworden, Tendenz steigend.

    Mit Pflegeeinrichtungen lässt sich gut Gewinn machen, deshalb schießen sie auch seit Jahren wie Pilze aus dem Boden.

    AntwortenLöschen
  3. Anonym16.1.11

    Allein mit 10 dementen Menschen:

    Gegen 15:45 Uhr treffen wir im Altenheim ein. Eine Sozialarbeiterin setzt meinen Vater in einen Rolli ohne Fußhalter. Damit er sich nicht die Füße einklemmt, zieht sie ihn verkehrt herum zum Wohnbereich.

    Zum Abendbrot in der Küche sitzen acht demente Frauen. Keine sagt ein Wort, alle schauen wie ängstliche Vögelchen in die Luft. An einem Extratisch sitzen mein Vater und Herr B., allerdings so weit auseinander, dass sie sich nicht unterhalten können.

    Eine Altenpflegehelferin verteilt Käsebrote; eine Altenpflegeschülerin ist manchmal für einige Minuten im Raum, aber meist verschwunden. Keine Ahnung, wohin und warum. Dann verschwindet auch die Altenpflegehelferin, und ich bin zum ersten Mal im Leben allein mit zehn dementen Menschen. Da gibts viel für mich zu tun, vielleicht insgesamt eine Stunde lang bin ich nun unentgeltlicher Mitarbeiter des Altenheims.

    http://altenheim.twoday.net/stories/schwesternschuelerin-altenpflegehelferin/

    AntwortenLöschen
  4. Anonym16.1.11

    Deutschland hat den Trend nicht verpasst. Man lockt halt lieber Leute aus Osteuropa, die hier von dem Geld aber auch nicht leben können. Wer kann sollte das sinkende Schiff verlassen.

    AntwortenLöschen
  5. "Man lockt halt lieber Leute aus Osteuropa"

    ... die allerdings lieber in jenen Ländern arbeiten, in denen sie mehr verdienen können. Es werden also etliche nicht in D. arbeiten, was die Angelegenheit noch verschlimmert.

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.

Google