18. August 2010

"Der deflationäre Aufschwung"

Hintergrund zur Krise finden Sie hier, kostenlos:

Der deflationäre Aufschwung

Der für den deutschen Rentenmarkt relevante Euro Bund Future erklimmt tagtäglich neue Rekorde und somit fallen die Renditen für Bundesanleihen. So rentierte die zehnjährige deutsche Bundesanleihe nur noch mit 2,33 Prozent. In den USA fiel die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf 2.57 Prozentpunkte und nähert sich damit dem Tiefststand im Krisenjahr 2008. Die deutsche Umlaufrendite fiel auf nunmehr 2,04 Prozent und befindet sich weiter im freien Fall. Ein Schelm, wer Böses denkt. ...

Zwar mögen einige Volkswirtschaftler (und die OZ) über den deutschen Konjunkturanstieg im 2. Quartal dieses Jahres jubeln, jedoch wird man selbst bei einem 2.5 Prozentanstieg in 2010 nochmals um den gleichen Betrag in 2011 zulegen müssen, um wieder auf den Stand von 2008 zu gelangen. Sehr bedenklich stimmt, dass ein Konjunkturanstieg eigentlich von steigenden Zinsen begleitet werden müsste, das Gegenteil ist jedoch aktuell der Fall. Somit könnte das Sommermärchen an den weltweiten Finanzmärkten bald ein jähes Ende nehmen. Wird der Zinsspread zwischen langfristigem und kurzfristigem Zins zukünftig sogar wieder negativ wie vor dem Krisenjahr 2008, lässt sowieso Crashonomics grüßen!

1 Kommentar:

  1. "Was sehr bedenklich stimmt ist, dass ein Konjunkturanstieg eigentlich mit steigenden Zinsen begleitet sein müsste, das Gegenteil ist jedoch aktuell der Fall."

    Sehr richtig bemerkt. Der Kapitalmarktzins kann nicht mehr steigen, denn dazu müsste eine umfassende Sachkapitalzerstörung (dritter Weltkrieg) für einen neuen Sachkapitalmangel sorgen:

    "Die Ursache für das Sinken des Zinsfußes wird vorzüglich darin gefunden, daß die besonders rentablen Kapitalanlagen großen Maßstabes heute erschöpft sind und nur Unternehmungen von geringer Ergiebigkeit übrig bleiben. ...Nur ein allgemeiner europäischer Krieg könnte dieser Entwicklung Halt gebieten durch die ungeheure Kapitalzerstörung, welche er bedeutet."

    (Aus der Zeitschrift des Sparkassenverbandes, 1891)

    Damals war man noch ehrlicher. Dafür ist man heute umso dümmer:

    http://www.deweles.de/files/armageddon.pdf

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