4. März 2010

Öffentlichkeitsarbeit weitergereicht

Was verspricht diese Schlagzeile?:
Zu wenig Kunden? Marktkauf wird jetzt radikal umgebaut
Ich lese daraus, der Autor wird schildern, wie das Unternehmen mehr Kunden gewinnen will.
Sie erfahren jedoch aus der Greifswalder Zeitung in epischer Breite (z.Zt. nur vier festangestellte Redakteur und der Redaktionsbenjamin):
... Und das ändert sich: Die Fassade. ...
Ohja, dann werden die Kunden nicht mehr zu halten sein. Sie werden von überall herbeieilen, um die Fassade zu bestaunen, und wenn sie schon mal da sind, werden sie kaufen und kaufen, was die Portemonnaies hergeben (wobei das mit dem Hergeben wohl das wahre Kundenproblem sein dürfte).
... Der Innenbereich: Ist künftig ohne Seiten-Schlenker frontal durch das gläserne Hauptportal erreichbar. ...
Naklar, angewidert von dem Schlenker suchten potentielle Kunden scharenweise wieder das Weite. Jene, die sich jedoch mutig schlenkern ließen, verirrten sich wahrscheinlich, was nach dem Umbau nicht mehr passieren kann.
... Die Verkehrsführung: Wer das Marktkauf-Gelände in Neuenkirchen ansteuert, soll nicht mehr über einen „Hinterhof“ fahren müssen. ...
Angewidert von dem Hinterhof suchten potentielle Kunden scharenweise wieder das Weite. Jene, die sich dennoch über den Hinterhof trauten, verirrten sich wahrscheinlich und wurden nie wieder gesehen, was nach dem Umbau nicht mehr passieren kann.

Erst im letzten Absatz erfahren die Leser, die sich nicht im Text verirrten und deshalb aufgaben, das Hauptproblem für zu wenig Kundschaft:
Hauptproblem des Komplexes ist der ansteigende Leerstand in den übrigen Shops. ...
Hauptproblem des Redakteurs ist, dass er spaltenweise Reklame für den Markt gemacht hat. Oder glauben Sie, dass er sich an das Unternehmen wandte, um herauszufinden, wann der Markt endlich saniert wird? Ich weiß es nicht, gebe aber zu bedenken, dass sich wohl eher die PR-Abteilung in der Redaktion meldete: Wir haben da was ganz Tolles vor. Denn im Grunde soll nichts weiter passieren, als dass ein Supermarkt saniert wird. Nach fast zwei Jahrzehnten ununterbrochener Nutzung dürfte es dafür wohl höchste Zeit sein.

Für die Greifswalder Redaktion ist das jedoch die Titelgeschichte. Ich schätze, die Leser können sich auf allerhand gefasst machen.

1 Kommentar:

  1. Anonym4.3.10

    "Hauptproblem des Komplexes ist der ansteigende Leerstand in den übrigen Shops".

    Das Hauptproblem, der münduge Bürger hat immer weniger in der Tasche, (Lohndumping) und der "Marktkauf am Arm der Welt steht!

    Die Kunden haben ja auch eine römisch dekadente Lebensweise, dass wird man doch nochmal sagen dürfen.

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