28. März 2008

Noch ein Schritt zum Regierungsblättchen

Wirtschaftsminister Seidel, jaja, jener, der das Wort Steinkohlekraftwerk meidet, wie der Teufel das Weihwasser und nur von Industrieansiedlung in Lubmin spricht, der Seidel also darf in der OZ eine Halbwahrheit verbreiten und kein Redakteur findet etwas bedenklich daran.
Seidel: Demografischer Wandel hat Lehrstellenmarkt erreicht
Der demografische Wandel hat nach Worten von Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) den Lehrstellenmarkt in Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Im Jahr 2010 würden Prognosen zufolge nur noch 10 300 Jugendliche die allgemeinbildenden Schulen verlassen. 1996 waren es noch 30 000. ...
Ich habe keine Lust nachzurechnen, wie viele Schüler mehr im Land wären, wenn nicht zehntausende Familien aus dem Land getrieben worden wären, weil es hier zu wenig Arbeit gibt.
Es liegt also auch oder vor allem am Abwandern und wahrscheinlich weniger am Wandel.
Ich habe mehrfach Zahlen des Statistischen Landesamtes dazu veröffentlicht.
Der Demographische Wandel beschreibt die Unterschreitung der Sterberate durch die Geburtenrate seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Dadurch verlieren Staaten, Länder oder Kommunen an Bevölkerung. ... Der Begriff "Demographischer Wandel" ist sehr stark auf die jüngeren Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung festgelegt (insbesondere natürliche Schrumpfung der Bevölkerung bei relativ starker demographischer Alterung).
(Hervorhebung von mir)

Von 1998 bis 2007 betrug der Wanderungsverlust in M-V 34017 Menschen.
Allein im 3. Quartal 2007 wanderten 602 Jugendliche (15 bis 20 Jahre alt) mehr ab als zu. Das hat nichts mit natürlicher Schrumpfung zu tun.
Warum macht die OZ kein Thema daraus? Das Statistische Landesamt hat alle Zahlen, die belegen, wie hoch der Verlust an jungen Leuten durch Wanderung ist, die jetzt in M-V in die Lehre gehen könnten.

Doch in der OZ darf Seidel vom demografischen Faktor quaken, vertuschen, verbrämen - eine reine Volksverdummung durch einen Minister, und somit eine journalistische Fehlleistung.

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