26. Mai 2011

Angstmacherei: Es geht schon wieder los

Angst schüren hat zwar nichts mit Journalismus zu tun, verkauft sich aber gut.
Wenn Leuten Angst gemacht werden soll, ist die OZ deshalb und aus Ahnungslosigkeit grundsätzlich dabei. Das war so mit der Vogelgrippe, vor dem G 8-Gipfel in Heiligendamm und erreichte seinen bisherigen elenden Höhepunkt in der Verbreitung der Schweinegrippe-Hysterie mit all der dazugehörigen Leserverblödung (bis auf die Leser, die sich nicht verblöden lassen). Aus all dem hat die OZ nichts gelernt, sondern veröffentlichte die Titelgeschichte zum Thema Ehec-Bakterien

und verkaufte auch noch eine überflüssige Blickpunktseite dazu:

Wenn der Chefredakteur es nicht nehmen ließ, einen Kommentar beizusteuern, herrschte entweder Personalnot oder er fand das Thema so bedeutend wie einst die Schweinegrippe:
EHEC macht uns Sorgen
Gruselkeime
Jaja, Gruselkeime, das ist das Mindeste, wobei mir nicht klar ist, ob sich die Keime vor dem Chefredakteur gruseln oder er sich vor den Keimen.
Und wer ist mit uns gemeint, die Redaktion, die Leser, wir alle? Was nimmt sich der Chefredakteur heraus, uns über einen Kamm zu scheren? Ich sitze mit dem Mann nicht in einem Boot. (Allerdings könnte das Gedankenspiel - er und ich in einem Boot - Stoff für ein Zwei-Personen-Stück schaffen.)

So wird Angst geschürt und von Wichtigerem abgelenkt:
Den vierten Tag in Folge dominiert der EHEC-Erreger die Titelseite der OZ. Während am Montag kritische Zeitungsleser noch geneigt waren, von Panikmache zu sprechen, hat sich die öffentliche Meinung im Verlauf der Woche rasch gedreht. Es gibt erste Tote, 140 schwer Erkrankte bundesweit, davon 10 in Mecklenburg-Vorpommern.
Da ist etwas Unheimliches unter uns, das wir nicht recht fassen können. Im Zeitalter modernster Medizin tauchen an sich bekannte Keime auf, die plötzlich lebensgefährlich werden. EHEC als Gruselbakterium, das sich auf geheimnisvolle Weise seinen Weg vom tierischen Gedärm zum Menschen bahnt. Rohmilch, Fleisch oder doch Gemüse als Infektionsquelle?
Gurken.

Schließlich noch diese Schwadroniererei, die mit Angstmacherei endet:
Immer neue Erreger und Krankheiten haben auch etwas mit unserem Lebensstil zu tun. Wir transportieren Nahrung um die ganze Welt, pumpen Nutztiere mit Antibiotika voll. Der Mensch, der das Fleisch isst, wird resistent. Experten sprechen vom „post-antibiotischen Zeitalter“ und forschen dagegen an. Hoffentlich verlieren sie den Wettlauf mit der Zeit nicht!

1 Kommentar:

  1. Anonym26.5.11

    Jaja, aus könnte sein, werden Tatsachen gemacht und das auf jeder Ebene.
    Kachelmann, der andere IWF-Heini, noch nichts bewiesen, aber schon verurteilt. Darin sind die medien große Klasse.
    Die Salatgurken, die es nun sein sollen, was aber auch noch nicht bewiesen ist oder doch, sollen aus Spanien kommen oder in zwei Tagen doch von woanders her.
    Bei Spanien fällt mir ein, das ist doch die Hochburg der Gentechnikgemüseanbausauerei.

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