14. Juli 2009

"Die Armutsindustrie"

Die OZ weigert sich standhaft, dort, wo sie zu Hause zu sein vorgibt, nachzuschauen, wie Leute zu Lasten der Steuerzahler ausgebeutet werden. Hier ein Hinweis auf einen Film, der beweist, wie schlimm die Situation inzwischen ist (hatte ich hier entdeckt, nicht in der OZ):

"Die Armutsindustrie"

Sie tauchen nicht in der Arbeitslosenstatistik auf, haben aber trotzdem nichts Sinnvolles zu tun: ein ARD-Film über das lukrative Geschäft mit der Arbeitslosigkeit. ...

Tief ist die Autorin eingetaucht in diese zweite Arbeitswelt. Sie hat mit sinnlos Beschäftigten gesprochen, mit Vertretern der Fortbildungseinrichtungen, sie war bei Beratungsgesprächen in der Arbeitsagentur dabei und hat einen Firmenchef gefragt, ob das denn in Ordnung ist, wenn etwa mit öffentlichen Geldern der Bau eines Trampolins subventioniert wird.

Sie tat alles das, was die OZ ihren Lesern zum Thema verweigert.

Der Chef bleibt die Antwort schuldig und wirkt in dieser Szene sogar ein bisschen verlegen. Es ist ein schöner Moment in der halbstündigen Reportage, weil für einen Augenblick eine gut geölte Beschäftigungsmaschine ins Stocken kommt, weil es plötzlich gar nicht mehr selbstverständlich erscheint, dass Ein-Euro-Jobber Arbeiten erledigen, die auch Vollzeitangestellte hinbekämen - wenn man sie denn ließe.

Immer wieder stellt die Autorin die ganz einfache Frage nach der Gemeinnützigkeit der Beschäftigungsmaßnahmen, und immer wieder geraten die Antworten so verwaschen, dass man sich schnell einen Reim darauf machen kann. Es sind journalistische Grundtugenden, die Müller pflegt, und sie und die Zuschauer werden dafür mit jeder Menge Erkenntnis belohnt. Es wird nämlich ganz offensichtlich gut verdient am Elend jener, die keinen Job haben und unbedingt einen brauchen. ...
Hervorhebung von mir.

ARD exclusiv - Die Armutsindustrie, ARD, 15. Juli, 21.45 Uhr

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