2. Dezember 2007

Wie Merkels Aufschwung in M-V ankommt

Wer hat dem Merkel'schen Beitrag zur Volksverblödung: „Der Aufschwung kommt bei den Bürgern an“ widersprochen? Mir fallen nur wenige Medien ein. Ist die OZ dabei? Wer kann mir weiterhelfen?

Indirekt widerspricht aber das Statistische Landesamt M-V mit seinen monatlich herausgegebenen Zahlenspiegeln dem Ankommerei-Spruch.


Hier einige Beispiele aus der Landesstatistik, die Sie in diesem Zusammenhang nicht in der OZ lesen können:


Der Umsatz im Einzelhandel lag im September um 5,9 Pozent unter dem des Vorjahresmonates. Im Jahresdurchschnitt 2003 setzte der Einzelhandel pro Monat sieben Prozent mehr um, als im September 2007.
Liegt das daran, dass irgendetwas angekommen ist?


Im Handwerk wurde im September 1,9 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat und 0,4 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt 2003.
Es müsste also weniger angekommen sein, als vor einem Jahr.


Was schwungvoll angekommen ist, sind höhere Verbraucherpreise. Im November mussten die Kunden 3,8 Prozent mehr Geld ausgeben, um die gleiche Menge Waren zu erhalten als im November 2006. Der Verbraucherpreisindex lag im November zwölf Prozent höher als im Durchschnitt des Jahres 2000.
Für den Aufschwung sollten sich die Einwohner M-Vs bei der Kanzlerin bedanken, die behauptet, ihn maßgeblich ausgelöst zu haben.


Unablässig verlassen mehr Menschen das Land, als Leute zuziehen. Im Juli 2007 verlor M-V durch Wanderungen 1157 Menschen.
Ende 2004 hatte M-V noch 1719700 Einwohner, im Juli 2007 dagegen 1685700, ein Verlust von zwei Prozent in zweieinhalb Jahren.
Wieso stellt niemand den Zusammenhang zwischen Abwanderung (meist junger Menschen) und geringerer Arbeitslosigkeit im Land her?


Hinzu kommt der Verlust von 298 Menschen, weil weniger geboren wurden als starben. Die Zahlen stimmen mit denen des Jahres 2006 fast überein: Wanderungsverlust: 1252 Menschen
Überschuss Gestorbene: 283 Menschen
Der Aufschwung kommt an, besonders in M-V.

Dafür hat sich die Zahl der sozialversicherungpflichtig Beschäftigten verringert. Waren es am 31. März 2004 noch 504100 SV-Beschäftigte, wurden am 31. März 2007 noch 496400 gezählt, 1,5 Prozent weniger in drei Jahren. In fast dem selben Zeitraum hat jedoch die Zahl der arbeitsfähigen Einwohner, also jener, die Arbeit suchten, um rund 30000 abgenommen.
Bei solch einem rasanten Aufschwung kann einem schon schwindlig werden, sodass einem nicht mehr klar wird, wie verlogen die Merkelsche Aussage für M-V ist.


Kaufen die Bürger des Landes mehr oder weniger Autos? Hier die Zahlen:
Im vergangenen August wurden 3992 fabrikneue Pkw zugelassen, im Vorjahres-August waren es 4464 Pkw und im August 2005 immerhin 4607. Die Händler verkauften also 13 Prozent weniger Autos, als vor zwei Jahren.
Na, die Händler werden sich schwungvoll die Hände reiben; Zeit haben sie ja genug bei dem dürftigen Andrang.


Hat denn wenigstens die Zahl der Verbraucherinsolvenzen abgenommen? Da hat sich kaum etwas verändert. Im September 2007 mussten 171 Bürger ihre Pleite eingestehen, im September 2006 waren es 153, im September 2005 waren es 173.


Verdienen die Beschäftigten in M-V mehr als in den vergangenen Jahren? Ein Vergleich ist nicht mehr möglich, weil die Veränderungen durch das sog. Verdienststatistikgesetz einen unmittelbaren Vergleich nicht mehr zulassen. Damit ist die wichtigste Größe, an der ein ankommender Aufschwung gemessen werden könnte, nicht mehr verwendbar, so wie auch die Arbeitslosenzahlen des Jahres 2007 mit denen der Vorjahre nicht mehr vergleichbar sind und dennoch verglichen werden, z.B auch in der OZ.

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