9.11.09

Vorsicht, Märchenstunde

Was mag der Kommentator gedacht haben, als er das von sich gab:
G20-Finanzminister
Reform verschlafen
War da nicht was? Nämlich die Einsicht, dass der Glaube an die Selbstregulierung der Finanzmärkte ein Irrglaube ist. Daraus geboren wurde die fast schon heilige Pflicht, den Casino-Kapitalismus zu zügeln. Doch schaut man zurück, ist der Reformeifer der Politik rasch erlahmt. Aus den Fängen der Finanzmarktlobby hat sie sich nie wirklich befreien können oder wollen. ...
Nein, da war rein gar nichts!
Weder haben die G 20-Bonzen die Reform verschlafen, noch waren sie einsichtig. Auch wurde keine heilige und auch sonst keine Pflicht geboren, den Casino-Kapitalismus zu zügeln. Den Reformeifer hat es nur in den Märchen der Bonzen gegeben, die die OZ und viele andere Medien nachplapperten und die Sie gegen Bezahlung lesen durften. Da es diesen Eifer nicht gab, konnte er auch nicht erlahmen.
Einigermaßen richtig ist der letzte zitierte Satz, wobei das können überflüssig ist. Einigermaßen, weil sich die Bonzen gar nicht aus den Fängen befreien wollten.

Wer auch nur am Rande verfolgt, was in der sog. Finanzwirtschaft passiert, wird sofort merken, dass auch der Kommentator anfangs seines Kommentars ein Märchen präsentierte. Warum also sollte ich den Rest lesen? Mir ist nicht nach Märchen zumute.

Nochmals zu Afghanistan

Hier berichtete ich, wie die OZ Herrn Zu hofiert in Sachen Afghanistan. Dass es auch anders geht, lesen Sie in diesem Kommentar:

... Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Nato-Angriffs in Afghanistan gegen die Bundeswehr. "Support our troops" geht anders, oder?

Nach dem Zivilrecht wäre Oberst Klein hundertfachen Totschlags verdächtig. Die Bundesanwaltschaft prüft hingegen, ob nach dem Völkerrecht Anklage zu erheben ist. Dann handelte es sich nicht mehr um ein "robustes Mandat", sondern um einen "nicht internationalen bewaffneten Konflikt", vulgo: einen Bürgerkrieg.

Das brächte zwar Aussicht auf mildere Bewertung, Oberst Klein hätte dann sozusagen milieugerecht über 100 Tote auf dem Gewissen, wo jehobelt wird, jewissamaßen, hehe, meine Herren, schwere Zeit damals. Eine unvergessene deutsche Militäraktion in einem auswärtigen Bürgerkrieg war Hitlers "Legion Condor", die 36 Jahre Franco-Diktatur in Spanien herbeibombte. "Nicht internationaler bewaffneter Konflikt"?

Nach dem Völkerrecht hingegen wäre erst mal zu klären, was wir in einem "nicht internationalen bewaffneten Konflikt" zu suchen haben. Völkerrechtlich anerkannt? Oder ist der Konflikt sehr wohl international und also Krieg? Dann ist die Verfassung gebrochen. Der Krieg wäre, ebenfalls verfassungswidrig, nicht erklärt noch beschlossen.

Und schließlich - geht die Befehlsgewalt über die Bundeswehr im Kriegsfalle auf die Kanzlerin über, Guttenberg wäre raus. Nach Opel schon wieder Glück. Kollateralnutzen: verheerender Luftschlag gegen das Lügengebäude der Bundesregierung. Respekt, Kameraden. ...

Beweis für Einfallslosigkeit

Wenn Sie noch eines Beweises für die Einfallslosigkeit in der Mantelredaktion bedürfen (sie steht da vielen anderen nicht nach) - hier ist er, eine Seite voller Aussagen von Menschen, wie sie den 9. November vor 20 Jahren erlebten:
Mein 9. November
Es gibt sie, diese Tage, an denen Geschichte eins wird mit persönlichen Geschichten. Es sind Tage, von denen können wir noch Jahrzehnte später erzählen, was wir machten, was wir dachten, was wir fühlten. Zu ihnen zählen der 12. April 1961 (Juri Gagarin ist der erste Mensch im Weltall), der 21. Juli 1969 (mit Neil Armstrong betritt der erste Mensch den Mond) oder der 11. September 2001 (Terrorangriff auf die Türme des World Trade Center New York). ...
Natürlich musste auch ein Kommentar her:
Zum 20. Jahrestag des Falls der Mauer
Wir hatten großes Glück
Allein schon der Begriff Fall der Mauer ist Quatsch, denn sie fiel nicht am 9. November wie laut Bibel die Mauern von Jericho (was übrigens auch bezweifelt wird). Es wurden mehrere Grenzübergänge geöffnet - für mich ein großer Unterschied.
Der langweilige Kommentar endet so und da erwachte ich aus meinem Halbschlaf:
Jedoch, es fiel kein einziger Schuss. Und es wurde später auch kein einziger Funktionär gelyncht. Wir hatten großes Glück!
Es war eine echte Volksbewegung entstanden, ganz ohne Bonzen, die Leute zu irgendetwas angestachelt hätten. Ganz allein deshalb, weil sich die Menschenmassen nicht hineinreden ließen, weil sie keinen Ärger machen, sondern nur ihre Wünsche durchsetzen wollten, und weil sich anfangs viele kluge Leute und eben keine machtbesessenen Bonzen an die Spitze begaben, blieb alles friedlich. Und nicht zu vergessen, weil viele Offiziere und Soldaten, Polizisten im Geiste längst auf der Seite der Protestierenden standen. Das hat nichts mit Glückgehabt zu tun. Dass nicht gelyncht wurde, ist damit zu erklären, dass kein Bonze die Massen dazu aufhetzte. Die hatten sich verkrochen und warteten ab. Die Leute hätten sich auch nichts mehr von Bonzen sagen oder einreden lassen, sondern setzten einfach durch, was sie wollten.

Der Kommentator erweckt jedoch den Eindruck, als hätten die Massen Glück gehabt, obwohl ihnen keine Bonzen vorstanden. Dass die Bonzen dann aus ihren Löchern krochen, als alles klar war, das aufbegehrende Volk dann doch ausnutzen konnten und es (oder ihre Nachfolger) bis auf den heutigen Tag auch tun, zeigt nur, dass es sich, wie stets in der Geschichte Deutschlands, wenn überhaupt, um eine unvollendete Revolution handelte.
Die wenige Tage nach der Grenzöffnung in die DDR einfahrenden Lkw mit Bananen, Brühwürfeln und Zeitungen werfenden Leuten darauf, später das 100-Mark-Geschenk, lähmten schnell den Willen und lockten die Massen den Bonzen entgegen, zeigt aber sehr schön, dass die Massen seit der Antike allein mit Brot und Spielen beherrscht werden können.

Ich schlage Ihnen statt der Allerweltslangeweile vor, eine Glosse zu lesen, oder nachzulesen, wie groß die Unterschiede zwischen Ost und West immer noch sind.
Auch hier erfahren Sie eine Unmenge Interessantes.

Auch dies ist z.T. lesenswert:

20 Jahre Mauerfall
Der Ruf des Bankers nach Revolution

Edgar Most war Spitzenbanker in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland. Er kennt beide Systeme - und sagt, es sei Zeit für den nächsten Wechsel. ...

Ich stimme jedoch nicht allem zu, was Most äußert.

Was ist denn an den Unis los?

Was wissen Sie darüber aus der OZ?:


Bei einem Sternmarsch durch Wien protestieren 20.000 Menschen gegen die Bildungspolitik. Die Besetzungen der Universitäten dauern an, die Politik reagiert hilflos. ...
Studierende protestieren jetzt auch wieder in Deutschland: Am Freitag besetzten rund 300 Studierende die Akademie der bildenden Künste in München. In Heidelberg wurde am Dienstag ein Hörsaal in der Altstadt besetzt, seit Mittwoch halten Studierende in Potsdam das Audimax besetzt. Besetzungen gab es auch in Tübingen und Darmstadt. In Münster wurde am Mittwoch das Audimax besetzt, am Freitagmorgen räumte es die Polizei. Münsteraner Studierende rufen für Montag zu einer erneuten Besetzung auf. Die Studierenden in Deutschland solidarisieren sich mit der Bewegung in Österreich, sehen ihre Aktionen aber vor allem als Fortsetzung des bundesweiten Bildungsstreiks vom Sommer. ...

Über Zusammenhänge

Häufig werden Gegner von Industrieprojekten diffamiert als Fortschrittsverhinderer, als nicht ganz richtig im Kopf, natürlich als Beförderer von Arbeitslosigkeit, als ahnungslose Infragesteller behördlicher Entscheidungen. Wer die sog. Hochwert-sog. Berichterstattung der OZ in Sachen Giftschleuder am Bodden verfolgt hat, weiß, was gemeint ist. Nur selten ließen sich Redakteure dazu hinreißen, sachlich und fundiert über das Thema zu schreiben. Ich habe stets wiederholt: Wer sich auf Entscheidungen von Behörden verlässt, begeht einen Fehler.

Das Thema Asse 2, das für die OZ kein oder nur ein untergeordnetes ist, belegt, dass Entscheidungen grundsätzlich anzuzweifeln sind. Dass die OZ zu dem geplanten Kohlekraftwerk keine Verbindung herstellt, ist typisch für das Blatt.

Heute können Sie dies kostenlos lesen:

Untersuchungsausschuss Asse II
Endlagerpapst Kühn bereut

Der deutsche Endlagerpapst Klaus Kühn hat vor dem Asse-Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtages Auskunft über ein misslungenes Lebenswerk gegeben. Der 71-jährige Endlagerexperte, der drei Jahrzehnte in der und für die Asse geforscht hat, gestand am Donnerstagabend nach fünfstündiger Befragung ein: "Wenn ich nach heutigem Wissensstand noch einmal zu entscheiden hätte, würde ich keine radioaktiven Abfälle dort einlagern."

Dem 71-jährigen Bergbauingenieur waren gefährliche Schwachstellen des Salzbergwerks Asse II bereits in den Sechzigerjahren bekannt. Bei einer Untertagedeponie müsse zwischen dem umgebenden Gestein und dem Endlagerbergwerk "200 Meter Salz in alle Richtungen vorhanden sein". In der Asse waren es aber nur 20 Meter. "Das war die Schwachstelle der Asse, mit der wir von Anfang an zu leben hatten", meinte Kühn. ...

Auch Zahlen, falsch interpretiert, sind Schall und Rauch

Am Wochenende hatte die Greifswalder Zeitung gemeldet:
H1N1: Schon über 60 Fälle im Landkreis!
In Ostvorpommern gibt es seit gestern doppelt so viele Schweinegrippe-Fälle wie noch zu Wochenbeginn. "Wir haben aktuell 63 bestätigte Erkrankungen und 14 Verdachtsfälle", sagte Verwaltungssprecher Christoph Krohn auf OZ-Nachfrage. Auffällig: Der Landkreis hat in Vorpommern deutlich am stärksten mit Schweinegrippe zu tun. ...

Warum gerade in OVP ein relativ sprunghafter Anstieg erfolgt, können die Fachleute bislang nicht sagen. Außergewöhnliche Zentren der Ansteckungsgefahr gebe es jedenfalls nicht. ...
Und das macht auch niemanden stutzig, den Aufschreiber sowieso nicht, auch nicht den Kopierer in der Greifswalder Redaktion. Das Peinliche dieser Ahnungslosigkeit ist nur schwer zu überbieten.
Einen Erklärungsversuch finden Sie hier.

Ich verweise auf diesen hochwertigen Artikel, den Sie kostenlos lesen können:


Die Gesellschaft ist unfähig, mit Unsicherheit umzugehen. Dies trifft insbesondere beim Thema Schweinegrippe zu, findet Gerd Antes von der Ständigen Impfkommission. ...

Für Sammler von Beispielen, wie man Zahlen nicht interpretieren sollte, herrschen goldene Zeiten. Alles, wovor man Erstsemester warnt, wird geboten. Dabei sind die Regeln einfach. Grippetote oder Impfschäden einzeln zu zählen ist sinnlos, wenn nicht gesagt wird, wie viele Menschen infiziert oder geimpft wurden. Das ist der Nenner, auf den Fälle bezogen werden müssen. Absolute Anzahlen wecken Emotionen, für die Beschreibung von Risiken haben sie keine Bedeutung. Nutzen und Risiken werden mit Quotienten beschrieben! ...

Noch wichtiger ist: Risiken befinden sich immer im Wettstreit mit anderen Risiken. Ihre Bewertung bedeutet eine Abwägung. Hier gilt es, das Risiko durch Schweinegrippe gegen das Impfrisiko zu gewichten. Ob der Nutzen einer Impfung größer ist als die Risiken durch Infektion oder Nebenwirkung, muss im fairen Vergleich ermittelt werden. Die Methoden dafür sind klinische Studien und systematische Beobachtung der Praxis.

Was einfach klingt, ist es in der Realität leider nicht. Statt uns auf eine vertrauenswürdige Basis für eine Nutzen-Risiko-Abwägung stützen zu können, stehen wir vor einem erstaunlich großen Wissensloch. Sogar die einfache Frage, was ein milder Verlauf bedeutet und wie viele Infizierte nur einen solchen erfahren, findet noch keine empirische Antwort. Erstaunlich angesichts der Prognosen, dass die deutsche Wirtschaft durch Fehlzeiten schwer Schaden nehmen könnte. ...

Besonders irritierend für die Öffentlichkeit sind Aussagen zur Sicherheit des Impfstoffs. Den Impfstoff als sicher zu bezeichnen, ist falsch und wird durch regelmäßige Wiederholung durch die Präsidenten von Paul-Ehrlich-Institut und Robert-Koch-Institut nicht richtiger.

Genauso falsch ist es, den Impfstoff als unsicher zu bezeichnen, so oft Impfgegner das auch wiederholen. Das Wort "sicher" ist irreführend, da es die wünschenswerte Sicherheit nicht gibt und nicht geben kann. Das ist kein spezielles Problem dieses Impfstoffs, sondern gilt allgemein. ...

Im Gegensatz zu dem Käse in der Greifswalder Zeitung und dem bisherigen Quark aus der Mantelredaktion ist der Artikel absolut lesenswert, auch wenn ich auf Ähnliches bereits hinwies.

Vorsicht, Falschmeldung!

Ein Blogleser beschwerte sich bei mir wegen der Schlampigkeit und/oder Ahnungslosigkeit, die er mit diesem Beispiel erläutert (Danke!):
Das ist richtig.
Rudolf Dibbern wird neuer Superintendent der Pommerschen Evangelischen Kirche. Das ergab am Sonnabend die Tagung der 3. Kreissynode des Kirchenkreises Greifswald. ...
Genau das ergab die Tagung nicht! Es handelt sich um eine Falschmeldung!
Der Leser meinte dazu:

Das ist ziemlicher Mumpitz, denn Dibbern wird Superintendent des Kirchenkreises Greifswald. Der Pommerschen Evangelischen Kirche steht nämlich ein Bischof vor.
Das mag zwar kein so großer Lapsus sein, aber es zeigt wieder einmal, dass man bei der OZ offensichtlich nicht einmal Wert auf elementare Kenntnis der örtlichen Strukturen legt und dass es offensichtlich auch kein effektives Korrekturlesen der Beiträge vor ihrer Veröffentlichung gibt. Und ich wage die Prognose: Die OZ wird ihren Fehler gewiss nicht korrigieren. Offensichtlich auch nicht im Internet.

Da muss ich allerdings einschränken: Die OZ hat da so ihre Tricks beim Korrigieren.

Kleine Anfrage

Welchen Nutzen haben Sie als OZ-Leser, wenn sie für diesen Text (es ist nämlich keine Nachricht) aus der Greifswalder Ausgabe erfahren?:
Kreis-CDU rüstet sich für kommende Wahlen

8.11.09

Über Fassungslose

Tietelseite:
Messer-Attacke im Rügener Hartz-IV-Amt
Eine Messerattacke in der Hartz-IV-Behörde sorgte gestern in Bergen auf der Insel Rügen für Fassungslosigkeit. ...
Überhaupt nicht fassungslos war irgendjemand, natürlich auch kein Rügener OZ-Redakteur, als die Zeitung 100 Prozent kritikfrei berichtete, dass Arge-Mitarbeiter unangemeldet und damit gesetzwidrig die Wohnungen von Alg 2-Beziehern aufsuchten:
Die besonders geschulten Mitarbeiter werden Verdachtsmomenten nachgehen und dann auch schon einmal unangemeldet vor der Tür stehen, damit der Überraschungseffekt nicht verpufft.
Und noch etwas zum Bericht vom Wochenende: Erst im 7. Satz wird berichtet, dass der Tatverdächtige psychisch gestört ist. Dann wird mitgeteilt, in welchen Argen des Landes Mitarbeiter tätlich angegriffen wurden.
Erst im letzten Satz steht:
Michael Rüther von der Gewerkschaft Verdi Nord warnt aber davor, Hartz-IV- Empfänger als Tätergruppe zu diskriminieren. Rüther: „Gewalt kommt in allen Behörden vor. Zum Beispiel in der Krankenkasse, wenn ein Kurmittelantrag abgelehnt wird.“
Für mich ist das ein Fortsetzen der Berichterstattung von der Insel, wie sie 2005 begann. Davor ekelt es mich.

Wer einmal lügt, den les ich nicht

Landesseite:
"Meine intensivste Zeit"
Zwischen West-Fernsehen und Willy Brandt: Harald Ringstorff (SPD), Ex-Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, erinnert sich an den 9. November 1989 - und die Folgen. ...
Nun hätte ich ja lesen können, was der Urknaller über den Umsturz und die Zeit danach zu sagen hatte. Jedoch werde ich mich hüten, etwas von diesem Mann zu lesen, denn wer einmal lügt, dem glaub ich nicht, und wenn auch die Wahrheit spricht, erst recht nicht, wenn er Widerständler diffamierte.

Und noch eines: Mir ist völlig piepe, wann des Urknallers intensivste Zeit war (Was ist intensive Zeit?).

Spekulation über das Glück eines Hundes

Der jahrelang eingesperrte Hund muss der Greifswalder Redaktion ein überwichtiges Thema sein, sonst würde sie nicht schon wieder spekulieren versuchen zu berichten:


Wenn es nur den Anschein hat, der Hund sei glücklich wie noch nie in seinem Leben (Können Hunde glücklich sein?), konnte der Aufschreiber keinen Beleg dafür erbringen, sondern spekuliert und die OZ verlangt dafür Geld.

Natürlich habe ich mir den Artikel nicht angetan, wegen der Spekulation und weil ich weiß, dass es aus der Stadt Wichtiges zu berichten gäbe.

Lesermissachtung

Was steht online wo? Piepegal:


6.11.09

Nicht nur in eigener Sache

Morgen keine Einträge, auch nichts über die Wasserblase.

Einen habe ich aber noch. Wenn Sie neugierig sind und deshalb wissen möchten, wie die sanierte Greifswalder Stadthalle innen aussieht, finden Sie nichts in der OZ, wohl aber hier, natürlich kostenlos.

Wertloser, aber gefährlicher Spaltenfüller

Auf die Landesseite wurde Wertloses kopiert:
Pflegeheime erhalten gute bis sehr gute Noten
Die Pflegeheime und -dienste in Mecklenburg-Vorpommern haben bei einer ersten bundesweiten Qualitätsprüfung durch die Pflegekassen gute bis sehr gute Noten erhalten. ...
Und das bedeutet was? Nichts, denn es gibt seit Monaten ausreichend kostenlose Hinweise darauf, dass die Noten wenig über die tatsächlichen Zustände in den Heimen aussagen:

Das System ist natürlich nur der erste Aufschlag. Wir müssen es ausprobieren. Sollten wir erkennen, dass schlechte Einrichtungen zu gut abschneiden, müsste nachgebessert werden."

Hier noch ein kostenloses Beispiel:

Wenige Wochen vor der bundesweit geplanten Veröffentlichung erster Prüfergebnisse für Pflegeheime gibt es scharfe Kritik an dem Notensystem. Auch Pflegeeinrichtungen mit teils gravierenden Mängeln bekämen zu gute Noten, sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Diensts der Krankenversicherung (MDK) im Saarland, Jochen Messer ...

Wie die OZ berichtigt

Die Usedom-Peene-Zeitung hat sich berichtigt. Und das ging so:
Fehler eingeschlichen: Nicht Zloty sondern Euro
In der gestrigen Ausgabe ist uns im Beitrag "Grünes Licht für Bildungszentrum" auf Seite 12 ein Fehler unterlaufen. ...
Der erste Satz ist in Ordnung. Doch die Überschrift ist eine Verharmlosung, denn der Fehler hatte sich nicht eingeschlichen, sondern den Fehler hat ein Redakteur gemacht.

(eindringen, sich einschleusen, [her]einschmuggeln, sich hineinschleichen, sich hineinschmuggeln; (ugs.): sich reinschmuggeln.
© Duden - Das Synonymwörterbuch, 3. Aufl. Mannheim 2004 [CD-ROM])

Ich bleibe dabei: Wird etwas richtig gstellt, muss Richtigstellung oder Berichtigung darüber stehen. Alles andere ist Verniedlichung, die an Vertuschung grenzt.

Nackenschläge für Plätschern an der Oberfläche

Die OZ erhielt für ihre Impfpropaganda bildlich drei Nackenschläge per Leserbrief:
Bitte mehr Objektivität und weniger Panikmache
Zu "Impfung: Patienten stehen jetzt Schlange" (OZ, 5.11.): Es täte einer objektiven Darstellung der "Schweinegrippe" sehr gut, sich auch mal Hintergründe der Pandemie (unwissenschaftliches Nachweisverfahren des H1N1-Virus, wer verdient an der Impfung...) anzuschauen, anstatt ins allgemeine Panik-Horn zu tuten und die Menschen zur überflüssigen Impfung zu bekehren. Wenn die ganze Sache nicht Steuergelder verschlingen würde, könnte man darüber lachen, so bleibt es im Halse stecken. Ute Schmidt, Niepars
Als mündiger Bürger selber über Impfung entscheiden
Zu "Siebter Todesfall durch Schweinegrippe" (OZ vom 4.11.): Sieben Leute sind an Schweinegrippe gestorben bei 82 Millionen Bundesbürgern - in meinen Augen Hysterie. Medien und Gesundheitsbehörden lassen sich hier massiv von der Pharma-Industrie "impfen", es geht um viel Geld. Als mündiger Bürger sollte man selber entscheiden dürfen, ob man sich impfen lässt. Wie zuvor bei der "normalen" Grippe. Wie viele Menschen sterben an Klinik-Infektionen, Unfällen, Herzinfarkt usw.? Gerlinde Anders, Hamburg
Gute Frage, habe ich auch schon gestellt. Niemand sollte jedoch Antwort von der OZ erwarten und schon gar nicht das Darstellen von Zusammenhängen.
Schweinegrippe: Aufklärung über Impfung ist miserabel
Zu "Mediziner: Impfmüdigkeit wird nachlassen": Ich bin 30 Jahre alt, habe zwei Kinder, 11 und 4.Wie macht man es denn nun richtig? Ich würde uns gerne impfen lassen, aber es gibt niemanden, der richtig aufklärt, auch über die Nebenwirkungen. Ich habe beim Gesundheitsamt angerufen. Antwort: "Das müssen Sie entscheiden. Ich habe bei meiner Kinderärztin angerufen, Antwort: "Frau Doktor sagt dazu nichts." Wir als Eltern haben Angst, die falsche Entscheidung zu treffen! Ich finde die Aufklärung über diese Impfung miserabel. Holger Neudert, Rostock
Ich möchte im Zusammenhang damit auf diesen Eintrag verweisen, besonders auf den Kommentar, der zeigt, dass ein Verdacht auf Impfkomplikationen nicht gemeldet wurde - ein unverzeihliches Versäumnis.

Die OZ macht natürlich flott weiter mit oberflächlicher Propaganda Berichterstattung, Beispiel Greifswalder Ausgabe:
H1N1: Dem Amt geht der Impfstoff aus
Das Gesundheitsamt hatte gestern Vormittag keinen Impfstoff gegen die Schweinegrippe mehr vorrätig. ...
Nachdem bei einer Studentin die Schweinegrippe bestätigt worden sei, hätten sich viele ihrer Kommilitonen vorsichtshalber impfen lassen. ...
Dazu dies aus dem Paul-Ehrlich-Institut:

Ab wann würde die Impfung wirken?
Für eine vollständige Immunisierung sind zwei Impfdosen notwendig.
Der Mindestabstand zwischen diesen Impfungen sollte nach Einschätzung der Experten bei etwa zwei Wochen liegen.
Ein Immunschutz stellt sich zwischen der ersten und zweiten Impfung ein und ist etwa 10 Tage nach der zweiten Impfung komplett.

Reiche zahlen immer weniger Steuern, einige wehren sich dagegen

Was wissen Sie darüber aus der OZ?

"Ich zahle eben immer weniger Steuern"

Millionär Vollmer fordert eine Vermögensabgabe für Reiche

Die Steuersätze für reiche Menschen sind in der Vergangenheit immer weiter gesunken, stellt Peter Vollmer, Mitglied der Initiative "Appell für eine Vermögenssteuer", fest. Zusammen mit weiteren Millionären möchte er nun eine Vermögensabgabe für Reiche einführen. ...

Liminski: Herr Vollmer, ich vermute, Sie zahlen ordentlich Steuern. Warum wollen Sie noch mehr zahlen?

Vollmer: Ich zahle eben immer weniger Steuern. Das ist die Frage. Ich habe angefangen mit einer Einkommenssteuer von 56 Prozent. Die wurde dann runtergesetzt auf 53 Prozent, dann wurde sie runtergesetzt auf 48 Prozent, dann auf 45 Prozent und dann auf 42 Prozent. Jetzt sind noch mal wieder drei Prozent oben draufgekommen. Das heißt, die Versteuerung von hohen Einkommen wird immer mehr reduziert. Und nun ist jetzt noch oben draufgekommen seit 1. Januar dieses Jahres, dass im Falle von Einkommen aus fest verzinslichen Papieren oder aus Sparguthaben und so weiter eine einheitliche Steuer eingeführt worden ist von 25 Prozent. Das heißt, auf diesen Teil zahle ich nicht mal mehr 45 Prozent, sondern nur noch 25 Prozent. Das ist fast noch mal eine Steuersenkung von 50 Prozent. Insofern verstehe ich fast gar nicht die Frage, warum Deutschland ein Hochsteuerland sein sollte. Es ist in Wirklichkeit ein Niedersteuerland. ...

Über das Lesen

Die OZ hatte sich zurückgehalten, lang und breit in die Lobhudelei zur Merkel-Rede in Washington einzustimmen. Die Zeitung hatte nur gemeldet:
Opposition lobt die Kanzlerin:
Angela Merkel (CDU) hat für ihre Rede vor dem US-Kongress auch Lob von der Opposition erhalten. Die Bundeskanzlerin habe "ihre Chance genutzt", sagte SPD-Fraktions-Vize Gernot Erler. Sie habe glaubwürdig und authentisch über ihre eigene "Erfahrung der Unfreiheit" in der DDR gesprochen. Nach Ansicht des früheren deutschen Botschafters in Washington, Wolfgang Ischinger, hat die Kanzlerin "genau den richtigen Ton" getroffen. ...
Andere haben einfach das getan, was Journalisten tun. Sie haben die Rede kritisch gelesen und ihre Anmerkungen dazu veröffentlicht, z.B. hier:

"Das Gegenteil eines American Dream"

"Ich habe mich begeistert für den American Dream - die Möglichkeit für jeden, Erfolg zu haben, durch eigene Anstrengungen es zu etwas zu bringen." Bundeskanzlerin Merkel vor dem US-Kongress

Es fällt manchmal schwer sich von denen in der Realität eingeholten Plattitüden zu trennen. Der American Dream ist zur Farce verkommen! 7,2 Millionen offiziell verlorene Jobs seit Januar 2008 bis September 2009 und auch im Oktober wird der Stellenabbau, wie der morgige Arbeitsmarktbericht trotz Beschönigungen zeigen wird weitergangen sein! Welcher American Dream und vor allem für wen, werden sich auch die 46,3 Millionen US-Bürger ohne Krankenversicherung fragen! ...

Aktuell liefert das US-Landwirtschaftsministeriums (United States Department of Agriculture - USDA), mit seinen Daten zu den Beziehern von Lebensmittelmarken einen weiteren Beleg dafür, dass sich der American Dream in sein perfides Gegenteil verkehrt hat! Für den Monat August 2009 meldet das USDA ein neuen Rekord von 36,491920 Millionen US-Bürgern, welche Lebensmittel per Kreditkarte für durchschnittliche 132,99 Dollar pro Person auf Basis des Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP) bezogen. ...

Wenn Sie wissen wollen, was in den USA wirklich los ist, sollten Sie den Querschuss weiterlesen.

Ich finde es mutig, das Merkel-Gesülze zu lesen, weil es vergeudete Lebenszeit ist.
Ich halte es dagegen für unverantwortlich, über die Merkel-Rede Lobpreisungen zu veröffentlichen, ohne die Rede gelesen zu haben, sonst hätte zu Kritisierendes auffallen müssen.

Was die Greifswalder Zeitung weiterhin nicht meldet

Die Greifswalder Zeitung, die von sich behauptet, hier zu Hause zu sein, berichtet weiterhin nicht über dieses Thema. Ganz anders der Nordkurier, Ausgabe Anklam, der auch ohne solch eine Zu-Hause-Behauptung aus Greifswald berichtet und nur wenige zahlende Leser in der Stadt haben dürfte, greift das Thema erneut ausführlich auf:

Die Auseinandersetzungen zwischen rechts- und linksgerichteten politischen Gruppierungen in der Greifswalder Studentenschaft häufen sich. Anfang Oktober wurde ein Überfall auf das Quartier der Burschenschaft "Markomannia" einer linken Tätergruppe zugeordnet. Vor einigen Tagen kam es zu Ausschreitungen vor dem Haus des "Internationalen Kultur- und Wohnprojektes" (Ikuwo). Während die Polizei keine Angaben zur Tätergruppe machen kann, wird die Attacke vom Ikuwo-Trägerverein der rechtsorientierten Burschenschaft "Rugia" zugeordnet. Das Ikuwo gilt nicht zuletzt durch seinVeranstaltungangebote und Publikumszulauf als links. ...

Der gesamte Artikel kann nur heute kostenlos auf der Webseite des Verlages gelesen werden.

Kopieren, einfügen, Personenkult und eine vermeintliche Forderung

Der Umgang der Greifswalder Redaktion mit Pressemitteilungen ist vergleichbar mit dem eines Anzeigenblattes. Der Unterschied: Anzeigenblätter erhalten Sie kostenlos; die OZ behauptet, Hochwertiges an Sie zu verkaufen.

Heute - denn es ist Alltag in der Redaktion, Pressemitteilungen so zu verbraten - dies, von einem kritischen Leser (danke!) aufbereitet, dessen Überschrift ich auch noch übernommen habe:



5.11.09

Über Dankerei

Auch die Usedom-Redaktion hat ein Materialproblem und verwechselt Journalismus mit Seitenfüllerei. Sonst würde sie keine Danksagung in epischer Breite vervielfältigen und an alle zahlenden Leser verkaufen, sondern würde die Danksagende fragen, warum sie nicht persönlich oder mit einem Brief ihren Dank abstattet. Warum muss per Zeitung gedankt werden?
Dank an kompetente Akkordeonlehrerin
Anne Marie Reich will im Namen vieler Musikschüler Danke sagen: Zehn Jahre ist es nun her ...
Bis hierhin und nicht weiter. Danke!

Langweiligste Langweiler des Tages

Der Greifswalder Benjamin versuchte wieder einmal, aus einem Hinterwind einen Donnerschlag zu machen. Das misslang, musste misslingen, denn es fehlt jegliche Substanz:
Landes-CDU: Liskow kämpft um Einfluss
Die Greifswalder Christdemokraten bangen um ihren Einfluss in der Landes-CDU. Wie aus Parteikreisen verlautete, befürchten mehrere Mitglieder des Kreisverbandes, deutlich geschwächt aus dem Landesparteitag am 21. November hervorzugehen. Grund ist die Wahl des neuen Landesvorstands sowie der angekündigte Wechsel an der Parteispitze. Statt Wirtschaftsminister Jürgen Seidel soll künftig Innenminister Lorenz Caffier die Geschicke der Landesunion lenken (OZ berichtete). ...
Ein Mal wachte ich beim Lesen aus dem Halbschlaf auf:
Adam trat zur Bundestagswahl im September jedoch nicht mehr an, nachdem er über den CDU-Spendenskandal gestolpert war.
Da lag also dieser Skandal einfach so im Weg und hastdunichtgesehen, stolperte Kuli-Uli der Hansguckindieluft drüber. Was hat diese Verniedlichung mit Journalismus zu tun? War der Mann nicht verwickelt in den Skandal?

Nun ist es ja nicht so, dass es keine Themen gäbe. Nur kann ein Redakteur darüber nicht so einfach schwadronieren und spekulieren, sondern müsste recherchieren.
Ich erinnere an diesen Leserbrief vom 30. Oktober:
OZ meldete "Nur 2 % der Greifswalder nutzen den Stadtbusverkehr." Das wundert mich nicht. Als erwachsener Mensch nutzt man den Bus nicht zum Vergnügen, sondern um ein wichtiges Ziel zu erreichen. Das wird einem aber in jeder Hinsicht erschwert! Wenn man von der Innenstadt zum Elisenpark fahren will - dem einzigen Einkaufszentrum, das überhaupt mit dem Stadtbus zu erreichen ist - muss man erst zum Südbahnhof fahren und dann dort umsteigen, was angesichts der kurzen Fahrzeit einfach lächerlich ist. Auch wenn man von der Innenstadt zu Medigreif will, muss man entweder über Südbahnhof fahren oder an der Wolgaster Str. umsteigen. Wenn man von der Innenstadt zur neuen UB oder gar zum Klinikum will, hilft auch Umsteigen nicht mehr, da muss man ein ganzes Stück zu Fuß gehen. Aber wenn man schon ins Klinikum muss wegen irgendwelcher Beschwerden, kann das sehr belastend sein. Die Streckenführung der Busse haben sich offensichtlich Leute ausgedacht, die nicht zu den obengenannten 2% gehören, Leute, die nie Bus fahren. Nur nach Wieck kommt man von der Innenstadt aus direkt. Aber frische Luft allein hilft auch nicht, wenn man einen Arzt braucht.
Stimmt das überhaupt, was die Schreiberin kritisierte? Und wenn es stimmt, warum machte die OZ keine Geschichte oder gar mehrere daraus? Total uninteressantes Thema für Greifswalder Leser? Sind alle Autofahrer? Hochwertblatt?

Apropos Hochwertblatt. Es bot den Bunkerbewohnern und natürlich allen anderen OZ-Käufern noch einen Überlangweiler zum Kauf an:
Oktober war in diesem Jahr zu kalt, zu nass, zu trübe
Die Wetterdaten der Wetterwarte Greifswald für den Monat Oktober ergaben, dass der zweite Herbstmonat zu kalt und auch zu trübe war. ...
Und dann auch noch Schlagzeile und erster Satz mit demselben Inhalt - amateurhaft.

Nachtrag, 6. November: 

Die OZ hat den Busverkehr zum Thema gemacht:
Busverkehr will auf Bedarf reagieren
Natürlich wäre viel mehr möglich gewesen. Aber immerhin.

Was Ihnen die OZ als Überraschung verkauft

Auf der Tielseite dieser Blödsinn:
20 Zentimeter Schnee: Vorgeschmack auf den Winter
Eiskalte Überraschung entlang der Küste: Wintereinbruch am 4. November!
Überraschung? Nicht einmal die Bunkerbewohner unter den OZ-Lesern konnte der Wintereinbruch mit Schnee überraschen, denn alle Wetterberichte hatten Schnee angekündigt, müsste sogar in der OZ gestanden haben.
Wenn also ein Redakteur diesen Blödsinn von der Überraschung dennoch aufschrieb, sollte er nach Hause geschickt werden, wegen Berufsuntauglichkeit.

Kampfblatt manipuliert wieder

Die OZ, das Kampfblatt für Impfpropaganda, lässt nicht nach, die Angst zu schüren, hier in der Rostocker Ausgabe, aber auch auf der Titelseite:
Angst vor neuer Grippe: Impfstoff wurde knapp
(Der einfachste Verkaufstrick, klappt immer: Eine Verknappung herbeireden.)
auf der Landesseite:
Impfung: Patienten stehen jetzt Schlange
und anderen Lokalseiten.

Beispielhaft die Rostocker Ausgabe:
Mediziner: Impfmüdigkeit wird nachlassen
Es ist unverschämt und grundsätzlich falsch, von Impfmüdigkeit zu sprechen und das zu vervielfältigen. Von Impfmüdigkeit der Deutschen kann keine Rede sein. Ich erinnere an meinen Eintrag vom 8. September.
Weiter die Rostocker:
Die negative Haltung der Deutschen gegenüber der Schweinegrippe-Impfung wird nach Überzeugung des Rostocker Tropenmediziners Emil Reisinger schnell nachlassen.
Was heißt denn das nun wieder? Hat jemand, der begründete Bedenken gegen die Impfung hat, eine negative Haltung?
«Es wird kälter und es werden vermehrt Erkrankungsfälle auftreten», sagte Reisinger am Mittwoch der dpa. «Dann wird es leider auch zu Todesfällen kommen. Wenn es zu Todesfällen kommt, dann werden die Leute umdenken und sich plötzlich doch impfen lassen.» Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hatte am Dienstag ihr Unbehagen über die Impfmüdigkeit in vielen Ländern geäußert. Es bereite Sorge, wenn Menschen, die Zugang zu Impfstoffen haben, dieses Angebot nicht nutzten.
Von den inzwischen neun Toten hatten alle Vorerkrankungen!

Und als Hintergrund dies:

Offener Brief des Internisten Dr. med. Jürgen Seefeldt / Paderborn

Sehr geehrte Frau Dr. Stöcker,

Sie wurden im Westfalen-Blatt Nr. 230 vom 03.10.09 mit den Worten zitiert, "die Schutzimpfung gegen die Neue Grippe ist unbedenklich..."

Ich möchte Sie dringend ersuchen, diese infame Lüge zu unterlassen! Sie sind in dieser Aussage durch von mir unten genannte Medline-gelistete Aufsatz-Literatur inhaltlich damit einer Falschaussage überführt.

Alle deutschen Schweinegrippe-Impfstoffe, einschl. Pandemrix enthalten:
Squalen
Squalen, ist ein sehr gefährliches Adjuvans, zu dem der Vizepräsident der Bundesärztekammer Dr. Montgomery sagt, er wolle niemanden Angst machen, aber das Adjuvans sei nicht ausreichend getestet. Squalen kann Autoimmunität induzieren. Autoimmunkrankheiten von Organen wie Herz, Lunge, Nieren enden auch heute letztendlich immer tödlich, sie sind unheilbar. Squalen steht wissenschaftlich in dringendem Verdacht, Mitursache oder sogar Ursache des "Golf-Kriegs-Syndrom" zu sein. ...

Krieg in Afghanistan

Der Oberbevollmächtigte der Zivilkräfte in der Provinz Zabul, Afghanistan, Matthew P. Hoh, erklärte seinen Rücktritt. Das Rücktrittsschreiben ist sehr aufschlussreich und zeigt, was aus Sicht des Zurückgetretenen in Afghanistan passiert.

Während die OZ über das Wort Krieg und Herrn Zu schwadronierte und dafür Geld verlangte, haben andere Leute das Schreiben ins Deutsche übersetzt und ins böseböse Internet gestellt, wo Sie es kostenlos lesen können. Während die OZ Wertloses mit falsch gewählter Schlagzeile verkaufte, erhalten Sie hier wertvolle Informationen kostenlos.

... Während meines fünfmonatigen Dienstes in Afghanistan habe ich allerdings jegliches Verständnis und Vertrauen in die strategischen Ziele der US-amerikanischen Präsenz in Afghanistan verloren. ... Ich kann weder den Wert noch den Nutzen von immer weiteren amerikanischen Opfern und der anhaltenden Unterstützung für die afghanische Regierung in diesem Krieg erkennen, der in Wahrheit nichts anderes als ein nunmehr 35 Jahre anhaltender Bürgerkrieg ist. 

In diesem Herbst jährt sich der Beginn der amerikanischen Operationen in Afghanistan zum achten Mal. Im kommenden Herbst wird die US-Armee ebenso lange im Land stationiert sein wie einst die Rote Armee. Wie die Sowjets erhalten wir einen scheiternden Staat am Leben und propagieren eine Ideologie und ein Regierungssystem, das die Leute weder kennen noch wollen. ...

Die Versäumnisse der afghanischen Regierung, vor allem in Anbetracht der von amerikanischer Seite erbrachten Opfer an Menschenleben und Dollar, sind gewaltig und nehmen immer noch weiter zu:

- Offenkundige, unverfrorene Bestechung und Korruption

- Ein Präsident, zu dessen Vertrauten und engsten Beratern Drogenbarone und Kriegsverbrecher zählen, die sich über unser Rechtsstaatsprinzip und unsere Bemühungen in Sachen Drogenbekämpfung lustig machen

- Ein System aus Provinz- und Bezirks-Anführern, das sich aus politischen Strippenziehern, Opportunisten und Machthabern zusammensetzt, deren Zusammenarbeit allein auf unseren Verträgen zur Entwicklungs- und Wiederaufbauhilfe basiert und sich auf diese beschränkt und die keinerlei politisches oder ökonomisches Interesse an ernsthaften Versuchen zur Aussöhnung zu haben scheinen.

- Die jüngste, von Betrug bestimmte und von einer niedrigen Wahlbeteiligung korrumpierte Wahl, die unserem Feind einen enormen Sieg bereitet hat. Dieser ruft nun zu einem allgemeinen Boykott auf und stellt in der ganzen Welt die militärische, wirtschaftliche und diplomatische Unterstützung unserer Regierung für die handlungsunfähige und illegitime afghanische Regierung in Frage.

Unsere Unterstützung einer solchen Regierung in Verbindung mit einem mangelnden Verständnis der wahren Natur des Aufstandes, erinnert mich in erschreckender Weise an Süd-Vietnam, wo wir ebenfalls auf Kosten des inneren Friedens unseres Landes eine unbeliebte und korrupte Regierung gegen einen Aufstand unterstützten, dessen nationalistische Dimension wir in arroganter Weise missverstanden, da wir den Konflikt nur vor dem Hintergrund unserer Ideologie des Kalten Krieges begreifen konnten. ...

Nicht zu vergessen: Die deutsche Regierung kennt natürlich das alles schon lange und schickt dennoch Soldaten dorthin, die die afghanische Regierung unter Einsatz ihres Leben schützen. Hinzu kommen die verpulverten Steuermilliarden. Es ist bedrückend, das sich eine Mehrheit der Deutschen das immer noch gefallen lässt.

Beinahe noch vergessen: So und nicht wie Ihnen vom sog. Hochwertblatt untergejubelt werden sollte, liest es sich, wenn von Krieg geschrieben wurde:

Hier geht es vielmehr um einen Krieg auf den unsere Männer und Frauen von unserer militärischen, zivilen und politischen Führung nicht angemessen vorbereitet wurden.

Über Wählerverblödung, auch von Nichtwählern finanziert

Kaum der Erwähnung wert ist die Blickpunktseite der OZ über Opel, weil das massenhaft kostenlos im Internet nachzulesen ist.
Was die OZ in der Opel-Geschichte völlig aussparte, die Wählerverblödung, können Sie z.B. hier nachlesen:

... Noch am 10. September hatte sie (Merkel) persönlich auf einer Pressekonferenz in Berlin mitgeteilt, General Motors (GM) sei grundsätzlich bereit, Opel an den Zulieferer Magna zu verkaufen, und berief sich auf die Expertise des nach Berlin geeilten GM-Vizepräsidenten John Smith.

Das passierte gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl. Der Abstand zum Wahltermin geriet zu knapp, um höflich zu sein und den Eindruck von gezielter Wahlhilfe zu entkräften. Der Öffentlichkeit wurde suggeriert, es werde sicher auch unter Magna Entlassungen geben, aber die deutschen Standorte blieben alle erhalten. Dafür gab es Vorleistungen der Bundesregierung, die in der Krise ihresgleichen suchten und vor allem einen Eindruck nie ganz verwischen konnten: Hier geht eine Kanzlerin zu Werke, die sich ihre Wiederwahl vom Steuerzahler mit bezahlen lässt.
Wenn nach der jetzigen Entscheidung von Detroit, die für Magna geltenden Bürgschaften des Bundes von General Motors beansprucht werden, hat es im Sommer 2009 den kostspieligsten Wahlkampf der bundesdeutschen Geschichte gegeben. ...

Zitat des Tages

Hier gefunden, kostenlos gelesen:

Vor 20 Jahren wurde mit der Mauer das politische Weltexperiment „Sowjetkommunismus“ überwunden – ein effizienter, global entfesselter Kapitalismus verwertet nunmehr ungehemmt die Welt. Ein Beglückungs-Bedrückungs-System wurde abgelöst, aber ein zerstörerischer Zivilisationsweg nicht verlassen. Es war nur eine Wende, wo doch ein grundlegender Wandel angestanden hätte und weiter ansteht.

OZ hat sich online vermerkelt

Für jene, die nicht wissen, wie die Kanzlerin aussieht, hat die OZ online endlich hochwertige Klarheit geschaffen:


Themen, die nichts für OZ-Leser sind

Dieser Eintrag im Fleischervorstadtblog über die Tricks der Greifswalder Uni-Pressestelle im Umgang mit dem ZDF haben es bis ins Bildblog geschafft - in die Lokalzeitung nicht.

Auch ein Artikel aus dem Nordkurier war kein Anlass in der Redaktion, der Sache nachzugehen. Der Artikel, nicht mehr nachzulesen, aber eine Kopie können Interessenten von mir erhalten, beginnt so:

Preiswerter Wohnraum als Lockmittel

Die Diskussion um burschenschaftliche Aktivitäten an der Universität Greifswald hat neuen Zündstoff erhalten. Seit mit Christoph Böhm vor Kurzem ein Mitglied der „Markomannia“ als Nachrücker ins Studentenparlament gekommen ist, wird die Frage nach rechtsextremen Tendenzen in der hiesigen Studentschaft erneut gestellt. In den Räumen des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA) liegt ein Flyer aus, der das nationalstaatliche Verhältnis dieser Verbindung wiedergibt. Demnach ist es für das burschenschaftliche Selbstverständnis „grundlegend, dass keine Abtretung der deutschen Ostgebiete stattgefunden hat“. ...

Auch auf webMoritz.de hätte sich die OZ Anregungen für eine Recherche zu diesem Thema holen können.

Doch die haben so viel zu tun - mit kopieren, einfügen und löschen, oder mit dem Schreiben eines Artikels über einen Artikel, da bleibt für so etwas keine Zeit.

4.11.09

So wird schöngeschrieben

Die Usedom-Peene-Zeitung machte mit einem Porträt Reklame für einen privaten Arbeitsvermittler:
... Seit zweieinhalb Jahren widmet er sich intensiv der Personalvermittlung, hat sich umfassend informiert, Fachliteratur gelesen und auf zwei Branchenbereiche spezialisiert: zum einen die Hotellerie und Gastronomie, zum anderen die Pädagogik und Gesundheit. ...
Dass er inzwischen erfolgreich Fuß gefasst hat in der Branche, vor allem auf Usedom, aber auch schon auf Rügen,
Wie viele Personen hat er denn vermittelt in den zweieinhalb Jahren erfolgreicher(?) Tätigkeit? Die Leser können sich kein eigenes Urteil erlauben, denn die Zahl der Vermittelten suchen Sie in dem Artikel vergeblich.
verdankt er nicht zuletzt der guten Zusammenarbeit mit der Sozialagentur von Ostvorpommern. Denn hier hat er nicht nur persönliche Ansprechpartner, sondern werden auch im Vermittlungsfall die dafür verwendeten Gutscheine abgerechnet. ...
Genau hier wäre das Kuriosum - auch als Volksverblödung zu bezeichnen - zu nennen gewesen, dass die Arbeitslosen, die mit einem Vermittlungsgutschein zum privaten Vermittler gehen, nicht arbeitslos sind, obwohl sie gar keine Arbeit vermittelt bekamen. Einer der volksverblödenden Statistiktricks, mit denen Arbeitslose versteckt werden und über den die OZ neun Monate lang nicht berichtete, sondern Ihnen alle Monate wieder die verlogene Statistik gegen Geld servierte.
(Hat ja nun ein Mal in der OZ gestanden, dieser Trick. Damit ist es genug?)

Eine halbe Seite für eine Kurzmeldung

Was für OZ-Leser wichtig zu sein hat, bestimmen die Redaktionen. Was dabei heraus kommt, können Sie heute z.B. in der Usedom-Peene-Zeitung lesen. Meine Zusammenfassung:

Ein Polanski-Film, für den im Frühjahr einige Szenen im Norden der Insel mit vorpommerschen Statisten gedreht wurden, soll im Februar 2010 in deutschen Kinos gezeigt werden. 
Als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Insel (Natürlich gibt es Wichtigeres. Nur weiß die OZ nichts davon oder will es nicht wissen), verschwendet die Redaktion eine halbe Seite dafür - und Sie bezahlen für die halbe Seite, die keinen Nutzwert hat, jedoch Hochwert für die OZ ist:

Schlagzeile des Tages

Politikseite:
Guttenberg spricht jetzt von "Krieg"
Glauben Sie das etwa? Ich glaube grundsätzlich nichts von dem, was in der OZ steht.
Was hat Herr Zu denn tatsächlich gesagt?
... "In Teilen Afghanistans gibt es fraglos kriegsähnliche Zustände" ...
Ist ein kriegsähnlicher Zustand (oder meinetwegen auch mehrere Zustände, wie im Politikerdeutsch und nachgeplapperten Journalistendeutsch mehrere Wirklichkeiten existieren, die natürlich als Realitäten bezeichnet werden) ein Krieg? Natürlich nicht. Allerdings fragte niemand nach, was Herr Zu unter solch einem Zustand versteht. Der OZ ist solch eine Kleinigkeit sowieso egal. Sonst hätte es diese falsche Schlagzeile nicht geben dürfen.

Und sonst?
... reagiert er in dem Interview auf die Frage nach dem Begriff Krieg. Den vermeidet er zwar selbst, gibt sich aber gleichwohl als Klartext-Redner: "Ich verstehe jeden Soldaten, der sagt: In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausländischen Streitkräften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder getötet werde."
Er vermeidet den Begriff? Das ist doch wohl das Gegenteil von dem, was die OZ-Hochwert-Schlagzeile aussagt. Klartext ist es keinesfalls. Klartext wäre, er sagte: "Deutschland führt in Afghanistan einen Krieg."
Auch sagt er nur, er habe Verständnis dafür, wenn Soldaten das Geschehen als Krieg bezeichnen.

Und auch der Kommentator tut so, als habe er nur die falsche Schlagzeile gelesen und nicht den Text darunter:
Da hat es endlich einer gesagt. Es ist Krieg in Afghanistan. (Genau das hat er nicht gesagt!) Und die Bundeswehr steht mittendrin. Karl-Theodor zu Guttenberg nimmt auch im neuen Amt kein Blatt vor den Mund. Er spricht aus, wovor sich sein Vorgänger jahrelang drückte. ...
Nur so nebenbei: Gäbe es in der OZ Hochwert produzierende Journalisten, hätten sie wenigstens darauf verweisen, dass es mindestens einen handfesten Grund dafür gibt, dass Regierende die Ereignisse weiterhin umschreiben. Das ist doch genauso verlogen, wie das Geschwafel des vorigen Kriegsministers. Würden sie den Krieg Krieg nennen, wären die Steuerzahler wieder einmal an der Reihe, denn Lebensversicherer zahlen nicht, wenn Versicherte durch Kriegsereignisse sterben. Dann sind jene dran, die die Leute in den Tod schickten.

Es könnte sein, dass jene große Mehrheit meint, die gegen die deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan ist, dass die Beteiligung sofort beendet wird, denn sie, die Steuerzahler, haben keine Soldaten in den Krieg geschickt. Weder die Kanzlerin noch Herr Zu werden aus eigener Tasche für die Zahlungen an die Angehörigen der nächsten toten Soldaten aufkommen.

Wo Sie Hochwertiges lesen können

Einen komplett überflüssigen Artikel zu einem in der "Zeit" entstandenen Artikel hat der Greifswalder Lokalchef gestern veröffentlicht:
Greifswald-Osnabrück: die "Zeit" auf Zeitreise
"Die kleine Einheit" heißt ein Beitrag in der Wochenzeitung "Die Zeit", in dem am Beispiel Greifswalds und Osnabrücks aufgezeigt werden soll, was sich in den 20 Jahren nach dem Mauerfall in Ost und West, und vor allem miteinander, getan hat.
Was hat das in der OZ verloren? Es zeigt nur, dass das Hochwertblatt OZ nicht in der Lage ist, solch eine Idee zu haben, geschweige denn zu verwirklichen.
Es mag am Zeitungstitel liegen, denn offenbar haben Journalisten der "Zeit" viel Zeit, wenn sie durch die Lande reisen. Oder sie nehmen sie sich einfach, was Berufskollegen schon längst nicht mehr vergönnt ist. ...
Der blanke Neid liest sich aus diesen Zeilen. Es liest sich zudem wie die versteckte Bitte um Entschuldigung an die OZ-Leser, nur mit solch einer journalistischen (im OZ-Sprachgebrauch) Leistung aufwarten zu können. Was in der Greifswalder Zeitung als journalistische Leistung anerkannt wird - sonst würde sie nicht veröffentlicht - können Sie über 7000 Mal im diesem Blog nachlesen, z. B. hier und hier.

Der Lokalchef versuchte zusammenzufassen, was in dem Artikel steht. Der Hinweisgeber (Danke!) findet die Leistung armselig. Ich schließe mich der Meinung an.

Eine Selbstentlarvung ist der Schluss der OZ-Hochwertleistung:
Stellt sich aber doch noch eine Frage: Wie lebt diese Städtepartnerschaft 20 Jahre nach der Wende? Oder: Lebt sie überhaupt noch? Vielleicht findet die "Zeit" demnächst auch Zeit, darauf Antworten zu finden.
Wozu ist denn die OZ da, die sich auch noch als hier zu Hause ausgibt? Wäre es nicht nützlich, genau die gestellten Fragen in der OZ zu beantworten und die Gründe für den jetzigen Zustand zu schildern, egal wie er ist?

Selbstverständlich hat der Lokalchef keinen Link zu dem "Zeit"-Artikel veröffentlicht. Hier ist er. Dort können Sie kostenlos nachlesen, was der Lokalchef versuchte zusammenzufassen und was Ihnen die OZ verkaufte. Und hier etwas über den "Zeit"-Autor, auch kostenlos.

Aus meiner Sicht ist der OZ-Artikel über den "Zeit"-Artikel eine armselige Spaltenfüllung in Ermangelung von Material.

"14jähriges Mädchen stirbt nach Impfung mit GARDASIL"

Die hochgeschriebene sog. Schweinegerippe lässt Medien wie die OZ allzu gern vergessen, dass immer noch fleißig gegen HPV geimpft wird, auch dank der OZ-Propaganda. Völlig uninteressant ist dann natürlich, dass inzwischen das passierte:

Deutschland: 14jähriges Mädchen stirbt drei Tage nach Impfung mit GARDASIL

Vor wenigen Tagen aktualisierte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Online-Datenbank mit den Meldungen von (Verdachtsfällen auf) Impfkomplikationen. Demnach verstarb ein 14jähriges Mädchen im Juni 2009 drei Tage nach der Impfung mit GARDASIL. Symptome: Asthma, zerebrale Hypoxie (Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff), Bronchostenose (krankhafte Veränderung der Bronchien), Herzstillstand, Dyspnoe (erschwerte Atmung) , Mydriasis (starke Erweiterung der Pupille), Pupille fixiert, Kammerflimmern.

Die Datenbank enthält nun insgesamt sechs Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der GARDASIL-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bzw. das Humane Papillomavirus (HPV). Darunter befinden sich auch der aus Österreich gemeldete Todesfall einer 19jährigen und eine Fehlgeburt. Die anderen vier in Deutschland verstorbenen Mädchen bzw. junge Frauen waren zwischen 14 und 20 Jahre alt.

Wenn Sie Hochwertiges zur sog. Schweinegrippe lesen wollen, können Sie es u.a. hier:

"Das Virus ist bei weitem nicht so gefährlich ..."

Professor Michael Kochen und Kollegen lassen bundesweit in Arztpraxen Fakten sprechen: In einem Merkblatt informieren sie über die Schweinegrippe, den Impfstoff und Nebenwirkungen. Sie wollen den Patienten die Panik nehmen. Kochen hält die Gefahr einer Pandemie für übertrieben und kritisiert die Strategie der Impfung. ...

Wofür die OZ drei Journalisten zugleich braucht

Eine Blickpunktseite Beweihräucherung und Selbstbeweihräucherung. Dafür waren drei Redakteure und zwei Fotografen eingesetzt worden:

Das kam dabei heraus:
Loblied auf den Gründermut
Zum siebten Mal ehrte die OZ gestern junge Geschäftsleute für ihre innovativen Ideen. Die Firmengründer trafen Gäste aus Politik, Kultur und Wissenschaft. ...
Wenn die OZ doch so viele Leute zugleich für Themen einsetzte, die eine journalistische Leistung statt Öffentlichkeitsarbeit verlangten, lohnte es sich, Geld für die Zeitung auszugeben.

Schlampiges

Nach Auffassung der OZ-Onliner ist das ein typisches Wirtschaftsthema:


Auch das lesen Sie unter der Rubrik Wirtschaft:



Nach meiner Auffassung ist es Missachtung der Leser.

Hochwertiges nach Art des Hauses: kopieren, einfügen, löschen (2)

Kopieren, einfügen, löschen - die Greifswalder Redaktion liefert auch heute ein Musterbeispiel für Hochwertjounalismus nach dem Selbstverständnis der OZ. Ich halte es für eine Hochwertfrechheit, dafür Geld zu verlangen (Danke für die Arbeit!).
Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken! Die rot markierten Textteile sind die, die die OZ nicht wortgleich übernahm.




3.11.09

Hochwertiges nach Art des Hauses: kopieren, einfügen, löschen

Ein aufmerksamer Leser hat zusammengestellt, worin mitunter Hochwert-Journalismus besteht, heute in der Greifswalder Ausgabe (Danke!):

Kopieren, einfügen und löschen
In der linken Spalte die Pressemitteilung der Stadtverwaltung, blau die wortgleich übernommenen Passagen; rechts das knallhart nachrecherchierte Hochwertprodukt aus der Redaktion, für das Sie bezahlt haben:



Hochwert-Alltag online

Sie dürfen raten, wer auf dem Foto abgebildet ist, Schäuble oder Oettinger (Danke für den Hinweis!):


Klar, keiner von beiden, ist ja ein Auszug aus dem Hochwert-Onlineauftritt der OZ.

Hochschreiberei

Auf der Landesseite erklärte Ihnen ein Redakteur, was er unter rasant versteht:
Schweinegrippe erwischt in MV vor allem die Kinder
Die Ausbreitung der Schweinegrippe gewinnt in Mecklenburg-Vorpommern rasant an Fahrt. Bis Sonnabend waren landesweit 373 Personen an der neuen Grippe erkrankt - das sind 100 neue Fälle in einer Woche. ...
100 neue Fälle, wobei M-V immer noch 1,66 Millionen Einwohner hat.

Liebe Leser,
was der Redakteur Ihnen zu Beginn des Berichtes vermittelte (die rasante Ausbreitung), war keine Tatsache, sondern die Meinung des Redakteurs, könnte also mit der Überschrift "Kommentar" oder direkt auf der Meinungsseite veröffentlicht werden, hat jedoch in einem Bericht nichts verloren - Hochwertjournalismus nach Art der OZ. Was der Redakteur als rasant (auffallend schnell; den Eindruck von Schnelligkeit vermittelnd; stürmisch) ansieht, ist für manche Leser belanglos, also nicht einmal des Aufschreibens und schon gar nicht des Bezahlens wert.

Auch verbreitet die OZ, sozusagen ohne zu zucken, diese abenteuerliche Rechnung:
"Rein statistisch ist in Mecklenburg-Vorpommern mit Toten zu rechnen", sagte Emil Reisinger, Professor für Infektionskrankheiten von der Uni Rostock. Bei einem von 200 Fällen ende die Ansteckung tödlich, so Reisinger. Bundesweit starben allerdings erst sechs Menschen an der Schweinegrippe, bei fast 30 000 Infizierten.
Sechs von 30000 sind 0,02 Prozent. Das ist das bisherige Ergebnis; Reisingers 0,5 Prozent sind Kaffeesatzleserei und das 25-Fache.

Nicht nur nebenbei: Alle sechs Toten hatten Vorerkrankungen! Das führt mich zu dieser Unterstellung (Es geht um Todesfälle, die Ihnen die OZ vorenthält, nach Impfungen in anderen Staaten):

Wenn schwerkranke Menschen zusätzlich H1N1-positiv sind (was immer das auch heißen mag) und versterben, dann war es das böse Virus und nicht die schwere Vorerkrankung. Wenn dagegen ein schwerkranker Mensch gegen H1N1 mit Pandemrix geimpft wird und danach stirbt, dann war es nicht etwa die Impfung, sondern die schwere Vorerkrankung. Wenn ein Mensch kurz nach einer Impfung stirbt, dann hat es automatisch nix mit der Impfung zu tun, weil ja sowieso eine bestimmte Anzahl von Menschen dieses Alters jeden Tag stirbt und der zeitliche Zusammenhang somit Zufall sein muss. 

Kümmerte sich die OZ, statt etwas hochzuschreiben, doch um Themen, die wirklich von Belang sind, und das nicht erst seit 2009, informierte sie ihre Leser, wie viele Menschen in dem selben Zeitraum in Krankenhäusern an den Folgen mangelhafter Hygiene starben und was dagegen unternommen und unterlassen wird.

Im Übrigen erhalten Sie hier kostenlos tatsächlich hochwertigen Hintergrund statt Scheininformationen:

Schweinegrippe: Höchste Warnstufe

Die Angst vor der Schweinegrippe geht um - und beschert Pharmakonzernen Milliardenprofite. Viele Experten macht das skeptisch: Die Pandemiegefahr halten sie für eine Inszenierung der Industrie - und das Virus sogar für nützlich. ...

Verschärfung aus den Fingern gesogen

Die OZ verkaufte auf der Titelseite dieses Rätsel:
Kohlekraftwerk in Lubmin vor dem Aus?
Hätte noch gefehlt, die OZ hätte die Leser zu einer Online-Abstimmung aufgefordert. Selbstverständlich wird die Frage von der OZ nicht beantwortet. Wäre ja noch schöner, würde ja eine Information statt einer Rätselei sein.

Der Vorspann enthält eine Fehlinformation:
Der dänische Investor Dong Energy stellt den Bau des Kraftwerks Lubmin in Frage. Grund: Das Land verschärft die Genehmigungsauflagen.
Es wird nichts verschärft. Es wird nur gefordert, was ein Investor an Vorschriften zu erfüllen hat. Und es ist nun schon lange genug offensichtlich, dass das Unternehmen nicht in der Lage ist, genehmigungsfähige Unterlagen einzureichen. Das steht sinngemäß sogar im Artikel:
Eine Sprecherin von Minister Till Backhaus (SPD) sagte der OZ, die Qualität der von Dong eingereichten Unterlagen entspreche nicht immer den nötigen Anforderungen. ...
Und wenn sich aus den überverspätet eingereichten Unterlagen weitere Auflagen ergeben, ist das nicht eine Verschärfung durch die Genehmigungsbehörde. Die Behörde konnte keine Auflagen benennen, weil die Unterlagen entweder fehlerhaft waren, oder weil ständig nachgefordert wurden musste. Wie soll jemand Schlüsse aus etwas ziehen, was er nicht hat oder was fehlerhaft ist?

Verschärft hat die OZ etwas: den Kniefall vor Dong im Kohledreck, unternehmerfreundlich wie bisher.
Verschärft hat die OZ ihre Unfreundlichkeit zu den Lesern der gedruckten Ausgabe, die für die Fehlinformation auch noch Geld ausgegeben haben und so manipuliert wurden.
Verschärft hat die OZ ihre Verantwortungslosigkeit, indem sie den Behörden bildlich den Schwarzen Peter zuschiebt, der Dong gehört.

Für Bunkerbewohner und OZ-Leser

Die Greifswalder Redaktion verzichtete bisher darauf, über einen Angriff auf eine Jugendzentrum in Greifswald zu berichten.

Alles Interessante mit Links finden Sie kostenlos hier:


Die Ostsee Zeitung hat auch heute nicht eine Zeile zu den unerhörten Vorfällen des Wochenendes verloren. Das ist höchst bedauerlich, aber vermutlich gibt es derzeit einfach keinen Platz im Lokalblatt. Nebenbei bemerkt ist heute bereits der dritte Beitrag über das von Arik Platzek enthüllte Schicksal der eingepferchten Hündin Ira zu lesen. Alles eine Sache der Prioritäten.

Der webMoritz hat seinerseits bei der Polizei angerufen und sieht die bereits am Sonntag in einem Artikel veröffentlichten Schilderungen als bestätigt ...

Das ist die Meinung des Bloggers zur journalistischen Qualität in dieser Angelegenheit:

Gerade von der OZ via Twitter veröffentlicht:

    Alle wollen lesen, wie geht's weiter mit dem ärmsten Hund Greifswalds: http://tinyurl.com/yhfefuo Wir bleiben dran!

Scham. Schande. Scham. Schande!

Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

Über Bürgerpflicht

In Wien streiken seit elf Tagen Studenten. Was wissen Bunkerbewohner darüber?
Hier ein Bericht von vielen:

... Ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, an fast allen Unis in Österreich gibt es "befreite" Hörsäle. Befreit wurden sie von den starren Zeit- und Lehrplänen, welche deren Nutzung bisher vorgeschrieben haben. Mit dem Protest halten Kultur, Demokratie sowie selbstbestimmtes Leben und Lernen Einzug in die eroberten Räumlichkeiten. Allein an der Uni Wien organisieren sich die Leute in über hundert Arbeitsgruppen. Dieses erstaunliche Ausmaß an Aktivität wird möglich durch die Masse der Besetzer_innen. Zwischen ein paar hundert und mehreren tausend Menschen halten sich rund um die Uhr im Gebäude auf.

Nach den österreichweiten Großdemonstrationen am letzten Mittwoch mit zehntausenden Teilnehmer_innen wurde nun bereits die nächste Protestwelle für kommenden Donnerstag angekündigt. Kindergartenaufstand, Schüler_innenstreik, Sternmarsch der Studierenden, sie alle haben sich vorgenommen, gemeinsam mit Arbeitnehmer_innen und Lehrenden, die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. ...

Bock Asmussen darf weiter gärtnern

Mit Personalien, die nichts zu bedeuten haben (Wer hat welche Frisur?), jedoch einfach zu beschaffen und kopieren sind, ist die OZ nicht knauserig.
Dabei finden sich hochinteressante Personalien, von denen die Bunkerbewohner nichts wissen, hier wieder eine:

Berlin vertraulich!: Schäuble bringt einen Aufpasser mit

Eine der bemerkenswertesten Personalentscheidungen von Schwarz-Gelb: Der beamtete SPD-Staatssekretär Jörg Asmussen, bisher Peer Steinbrück zu Diensten und einst eng liiert mit SPD-"Sparhans" Eichel, wurde nicht gefeuert - sondern vom neuen Finanzminister Wolfgang Schäuble übernommen. Hintergrund: Die Entscheidung Schäubles folgt einem Herzenswunsch Angela Merkels. ...

Definition gesucht für "ausgelassen feiernde Kinder"

Ausgelassen feiernde Kinder - was stellen Sie sich darunter vor?
Was sich die Usedom-Peene-Redaktion darunter vorstellte, hat sie hier dargestellt:



In der gedruckten Ausgabe war zusätzlich diese Schar ausgelassen feiernder Kinder gegen Geld zu bestaunen:

Der Kanzlerin zu Füßen zu liegen, wird Mode

Der Kanzlerin bildlich zu Füßen zu liegen, wie es ein Oberredakteur getan hat, scheint Mode zu werden. Hier hat ein Blogger Ähnliches in größerem Umfang im SPIEGEL entdeckt.

2.11.09

Hier werden Sie welcomet

Usedom könnte die Insel der Begrüßungszentralen werden, denn die Usedom-Peene-Zeitung beglückt ihre Leser heute mit der Aussicht auf zwei. Zentren, das bedeutet ja wohl, dass Neuankömmlinge auf der Insel auch anderswo begrüßt werden können/dürfen.

Natürlich heißen diese Empfangszentren nicht so, sondern:
Noch drei Favoriten fürs Welcome-Center
Es gibt nicht mehr elf, sondern nur noch drei Standortempfehlungen für das in Vorplanung befindliche Usedomer Welcome-Center. Beim letzten Arbeits-Workshop vor der Abschlusspräsentation wurde am Freitag herausgearbeitet, dass Wolgast-Mahlzow, die Inselmitte (untersucht wurden die beiden Standorte in Koserow und Ückeritz) sowie die Stadt Usedom die günstigsten Voraussetzungen für eine solche Investition bzw. Ansiedlung bieten würden. ...
Witzig ist ja wohl, die Inselmitte als Ort der Begrüßung zu wählen, weil sie günstige Voraussetzungen bietet. Wenn die Urlauber über die halbe Insel gefahren sind, dann, ja erst dann, werden sie zentral begrüßt oder im Inseldeutsch welcomet. Ich pinkele gleich ein!

Und hier noch ein Empfangszentrum, in Peenemünde:
In Kooperation mit der Gemeinde soll ein Welcome-Center als neuer Eingangsbereich für das Museum entstehen.
Ich wundere mich natürlich nicht, dass das Blatt den Anglizismus kritikfrei übernimmt. Wer es schafft, zwei Jahre lang einen Anglizismus falsch zu schreiben, der darf auch den Quatsch vom Welcome Center nachplappern, aber wenn möglich (also gar nicht) innerhalb der nächsten zwei Jahre ohne Bindestrich.

Vom Umgang mit Lesern

Was, Sie kennen Oliver Vogt aus der Rostocker Redaktion nicht? Damit ist ab heute Schluss, denn online ist der Mann, der für die Rostocker Ausgabe den Guten Tag schrieb, zu besichtigen:


Ist gar kein Mann? Kommt es darauf an? Kommt es in der Zuordnung von Bildern in der Online-Ausgabe überhaupt auf etwas an? Mein Urteil: Nein!

In der gedruckten Ausgabe sieht die Sache natürlich anders aus:



Verstehen Sie nun, wie langweilig es für mich ist, immer die selben Fehler zu bemerken und zu zeigen, dass die OZ unfähig ist, ihre Arbeit zu verbessern. Sie zeigt damit, dass sie alles Mögliche ist, nur nicht leserfreundlich.

Für Ahnungs- und Hilflosigkeit bezahlt

Die weitgehende Ahnungs- und Hilflosigkeit der meisten Medien (die sie sich auch noch von ihren Nutzer bezahlen lassen) wird erkennbar, wenn so etwas passiert, wie kürzlich in Afghanistan:
Bericht zu Afghanistan-Luftschlag
Bohrende Fragen
Überzeugend ist das keineswegs, wie Generalinspekteur Schneiderhan den Nato-Untersuchungsbericht zum Luftschlag auf zwei Tanklaster in Afghanistan auslegte. Das ganze Prozedere, die Top-Secret-Studie bleibt unveröffentlicht und es durften keine Fragen gestellt werden, lässt den Verdacht aufkommen: Hier soll uns weisgemacht werden, dass der befehlshabende deutsche Oberst korrekt gehandelt hat, wovon dieser sicherlich überzeugt ist. Bohrende Fragen bleiben. ...
Die gestellten Fragen wurden natürlich nicht beantwortet.

Nun dies:
Nato-Bericht: Deutscher Oberst belastet
Die Nato-Untersuchung des folgenschweren Luftangriffs auf zwei Tanklastzüge in Afghanistan weist nach einem "Spiegel"-Bericht auf klare Fehler in der deutschen Operationsführung hin. ...
Ein Bröckchen aus dem Nato-Bericht, sonst nichts.
Solange der Bericht geheim gehalten wird, werden die Mediennutzer und natürlich die Bürger, unter ihnen Millionen Steuerzahler, die den Krieg in Afghanistan bezahlen, für dumm verkauft, für blöd erklärt. Das hat sie alles nichts anzugehen.

Solange sich die meisten Medien das bieten lassen und stattdessen lang und breit darüber berichten, wer in Thüringen nach wie vielen Abstimmungen gewählt wurde, sind sie weder hochwertig noch nützlich. Für schlichte Seitenfüllerei würde ich kein Geld ausgeben.

Wieder Berichtigung getarnt

Wieder hat ein Leser die Schlampigkeit einer OZ-Redaktion entdeckt. Wie die Zeitung diese geballte Ladung an Fehlern berichtigte, ist typisch für das Blatt, das sich selbst als hochwertig beschrieb, das jedoch weder das Wort Berichtigung noch das Wort Richtigstellung schreiben kann. Wieder wurde die Berichtigung als Leserbrief getarnt. Ich finde diese Art, mit Fehlern umzugehen, feige und arrogant:
"Oasis of the Seas" ist verwirrend groß
Schon diese Schlagzeile, die Richtigstellung (Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen. (Dazu müsste sie erst einmal ihre eigenen Fehler bemerken!)) lauten müsste, ist eine Frechheit, denn nicht das Schiff ist verwirrend groß, sondern die Zahlen, die die OZ veröffentlichte:
Zu "Neue Königin der Meere": Auf Seite 1 steht, dass das Schiff "Oasis of the Seas" 16 Decks hat. Auf Seite 8 steht 18 Decks. Kleiner Fehler, kann ja mal vorkommen. Aber es geht so weiter: Zuerst soll das Schiff 365 Meter lang sein, auf Seite 8 ist es fünf Meter geschrumpft. Bei der Kabinenzahl sind 2700 zu 2706. Die unterschiedliche Zahl der Passagiere müsste aber aufgefallen sein: Die erste Seite meldet 6360, auf Seite 8 sind es nur noch 6296. Ganz übel sieht es mit der Höhe aus: Einmal heißt es, das Schiff rage an der höchsten Stelle 65 Meter aus dem Wasser. Dann ist zu lesen, dass es vom Kiel bis zur Mastspitze 65 Meter hoch sei. Was ist denn nun richtig? Felix Zocher, per E-Mail

Anmerkung der Redaktion: Das sind die offiziellen Zahlen: Höhe 72 Meter (Kiel bis Mastspitze, 65 m ohne kompletten Schornstein), Breite: 47 m, Länge: 360,8 m, Kabinenzahl: 2700, Passagierzahl: 5400 bei Doppelbelegung, maximal 6296, Decks: 18, davon 16 Passagierdecks.

Was wichtig war

Die OZ nutzte die Blickpunktseite, um an drei alte Männer zu erinnern. Dabei hatte nur diese Textpassage Gewicht und zeigt, dass dieses Treffen völlig überflüssig war:
... Die Haupthelden sind für Gorbatschow jedoch die Ostdeutschen. Auch die DDR habe einen Beitrag zur deutsch-russischen Aussöhnung geleistet. Die Freiheitsliebe der Ostdeutschen habe schließlich zum Fall der Mauer geführt. "Wir drei wollen uns nicht Verdienste zuschreiben, die das Volk selbst erreicht hat", sagt Gorbatschow. Kohl nickt. Bei der Konrad-Adenauer-Stiftung ist die Leistung der Ostdeutschen dagegen kaum der Rede wert. ...
Die Ostdeutschen, die im Herbst 1989 den Umsturz einleiteten, waren jene, die etwas taten, ohne dass ihnen Regierende sagten, was zu tun ist. Regierende wie Kohl sprangen bildlich auf den fahrenden Zug, um die Kolonisierung der DDR vorzubereiten. Ob das gefeiert werden muss, bezweifle ich.
Im Übrigen zitierte Lother Merten in seinem Blog diese Passage:

"Ich kenne keine Regierung, die nicht darauf bedacht wäre, den Regierten zu erklären, wie gut sie es hätten und wie schwierig das Geschäft des Regierens wäre. Niemand hat die Regierenden in den Beruf hineingedrängt, aber alle möchten nachher für Leute gelten, die sich aufopferten, möchten, dass ihr Beruf als der wichtigste der Welt gelte."

Hinzu kam auf der Blickpunktseite ein Bericht, darüber, wie es Helmut Kohl geht. Kann ja sein, dass es jemand interessiert. Wenn ja, wüsste ich gern, warum.

Womit Zeit verplempert wird

Wenn das Thüringer Landesparlament eine Ministerpräsidentin wählt, ist es für Leser, die an der Küste zu Hause sind, von welcher Bedeutung, ob die Frau im ersten, dritten, oder 19. Wahlgang die nötige Mehrheit erhielt? Für mich ist es bedeutungslos, zeigt mir allerdings, womit Parlamentarier ihre Zeit vertrödeln.

Ein OZ-Oberredakteur ließ sich sogar zu einem Kommentar hinreißen und zeigte damit, womit er die Zeit vertrödelt:
Lieberknechts knappe Wahl
Die Richtige
und ließ sich auch noch hinreißen, die Kanzlerin bildlich über den grünen Klee zu loben:
... Frauen ist derzeit wohl (d.h: oder auch nicht) am ehesten zuzutrauen, dass sie das packen. Die Bundeskanzlerin ist dafür ja der beste Beweis.
Und dies ist der beste Beweis, ein Regierungsblättchen zu sein.

Nur nebenbei: Es wurde wieder einmal eine Frage nicht beantwortet:
Wurde Lieberknecht vom Althaus-Flügel abgestraft?
 Ist mir übrigens auch piepegal.
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