30. September 2011

So, nun macht mal

Ein Stück über die Hilflosigkeit von Politikern lieferte die Usedomer Redaktion. Ob das mit dem Darstellen der Hilflosigkeit gewollt war, weiß ich nicht. Fragen Sie den Lokalchef.
„Wir müssen der NPD die Basis wegnehmen“
Vier Wochen nach der Landtagswahl herrscht in vielen Gemeinden auf der Insel noch Ratlosigkeit. ...
Nun ist es nicht das erste Mal, dass NPD-Leute in den Landtag gewählt wurden. Vor fünf Jahren mögen etliche Politiker genauso hilflos (bildlich) aus der Wäsche geguckt haben. Sie haben es weder in den vergangenen fünf Jahren vermocht, der NPD die Basis zu entziehen, noch werden sie es in den kommenden fünf Jahren schaffen, denn sie haben nach fünf Jahren immer noch keine Ahnung, wie das gehen soll.
Dass in seinem Ort überzeugte NPD-Wähler leben, daran glaubt Rainer Barthelmes nicht. „Die meisten sind Frustwähler, die unzufrieden mit der Politik sind“, sagt der Bürgermeister. „Es ist wichtig, dass wir in Peenemünde Investitionen tätigen, damit sich für die Menschen auch sichtbar etwas verändert. Wir müssen der NPD die Basis wegnehmen.“
Woher weiß der Bürgermeister, dass es vor allem sog. Frustwähler sind? Warum fragte die Redakteurin nicht nach? Und was nützt es sog. Frustwählern, wenn sie Hotels und Ferienhäuser hingesetzt bekommen?
In Usedom-Stadt gaben sogar 22,7 Prozent am 4. September der NPD ihr Kreuzchen.
Auch alles Frustwähler?
„Es gab schon Gespräche mit den demokratischen Parteien, aber bisher sind wir zu keinem Ergebnis gekommen, wie wir darauf reagieren können. Wir waren über das Wahlergebnis natürlich sehr enttäuscht“, räumt Bürgermeister Jochen Storrer ein. ...
Was war vor fünf Jahren? Warum gab es nun wieder Gespräche, die natürlich zu nichts führten?
auch Heringsdorfs Bürgermeister Klaus Kottwittenborg ist ratlos: „Bisher gibt es keine konkreten Ideen. Nach der Gemeindevertretersitzung wird es aber sicherlich Gespräche geben. Wir brauchen eine langfristige Strategie und müssen gemeinsam mit allen demokratischen Parteien eine Lösung finden.“ ...
Ratlosigkeit an allen Enden der Insel. Dass Wahlerfolge mit der Politik der vergangenen 20 Jahre zu tun haben könnten, mit dem Herunterwirtschaften zum Armenhaus D.s, mit dem Umstand, dass M-V innerhalb von 20 Jahren vor allem durch die Abwanderung (Warum wanderten so viele Menschen ab?) vom Land mit der jüngsten zum Land mit der ältesten Bevölkerung wurde, von all dem ist in dem Artikel nichts zu erfahren.

Dafür erhielten die Wahlwilligen bildlich noch eins auf die Nase:
„Nicht nur die Verwaltung und die Parteien sind zuständig. Ein Stück Verantwortung liegt auch immer vor Ort — bei jedem Einzelnen. Es reicht nicht bei der Wahl nur sein Kreuzchen zu setzen und dann darauf zu warten, dass die Parteien alles umsetzen“, sagt hingegen Annett Freier vom Demokratieladen Anklam. „Die NPD ist hier so stark, weil das Demokratieverständnis mangelhaft ist.“
Wenn Politiker mit ihrem von der OZ vervielfältigten Vorwahlgeqatsche den Eindruck erwecken, sie könnten die Welt verändern und alles Glück und allen Segen über die sie Wählenden bringen, muss sich niemand wundern, dass viele Wähler meinen: So, nun macht mal.

Wenn Bürgerinitiativen (Denken sie an die gegen die Giftschleuder am Bodden.) von Politikern als nicht ganz zurechnungsfähig dargestellt werden, wenn den Mitgliedern dieser Initiativen von Behörden und Politikern mit Hilfe von Medien wie der OZ das Wirken so schwer wie nur möglich gemacht wird, ist leicht zu verstehen, dass viele Leute meinen, sich so etwas nicht antun zu müssen und sich sagen: So, ihr Großkopfeten, nun macht mal.

Wenn Steuerzahler meinen, nun sollten jene, die einen Teil dieser Steuergelder erhalten, sich für das Geld anstrengen, wundert mich das nicht.

Aber immerhin: Noch nie habe ich erlebt, dass sich Lokalbonzen so offen deklassiert haben.
Ob das von der Redaktion so gewollt war, weiß nich nicht.

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