28. Juli 2009

Kommentar zum Kommentar

Es wäre nur halb so schlimm mit der Verbreitung von Mist (Kauflauneindex), würde er nicht auch noch zum Schwadronieren eingesetzt:
Verbraucher optimistisch
In Konsumlaune
Es ist schon erstaunlich: In der Industrie brechen die Aufträge in einem bisher nicht gekannten Ausmaß ein, die Kurzarbeit nimmt rasant zu - und die Bundesbürger lassen sich ihre Konsumlaune trotzdem nicht verderben.
Daran ist nichts erstaunlich, was hier und in Dutzenden Blogeinträgen bemerkt wurde, außer für Träger riesiger Scheuklappen, wie sie der Kommentator getragen haben muss.
Glaubt man den Konsumforschern, dann ist die Stimmung der Verbraucher sogar noch ein bisschen besser geworden.
Wer ist man, und warum sollte dieser Mann, der Kommentator(?), den Konsumforschern glauben, ohne zu wissen, wie die Daten zustande kommen, ohne sich auch nur einen Moment darum zu scheren? Ist ein Journalist gläubig, sollte er einpacken - Beruf verfehlt, denn Tatsachen sind keine Glaubenssache. Glauben ist Mangel an Wissen.
Die Bürger, denen oft Schwarzmalerei und ein Hang zum Jammern nachgesagt wird, trotzen der Krise und konsumieren.
Wer wirft ihnen das vor, und wer verbreitet das Geschwätz?
Eines der meistgeschundenen Wörter ist zur Zeit das Verb trotzen. Es ist zur Stanze verkommen, wegen seines gedankenlosen Missbrauches durch Leute wie den Kommentator. Offensichtlich fehlt es dem Mann an Phantasie sich vorzustellen, dass es in D Abermillionen Arme gibt, die jeden Cent in jedem Monat ausgeben, weil sie sonst Hunger leiden müssten. Ihm fehlt die Erkenntnis, dass auch jene, die etwas mehr Einkommen erhalten, wenig oder nichts sparen können. Sie trotzen nicht der Krise.

Wie sollten sie das auch anstellen? Und warum sollte irgendjemand der Krise trotzen. Was ist das für ein Unsinn? Sollten die Trotzer zukünftig keine Steuern zahlen, damit der Staat seine Kredite nicht zurückzahlen kann, Kredite, die er aufnahm, um Banken Geld zu verschaffen, damit er von den Banken Kredite erhalten kann?
Zum Glück. Denn bei zweistelligen Rückgängen im Export (-17,2%, 1.Qu. '09 zu 1. Qu. '08) würde ein rasanter Einbruch der Binnennachfrage die schwierige Wirtschaftslage noch verschärfen.
Aha, die Binnennachfrage, wie kann sie gestärkt werden? Z.B. wäre das durch Preissenkungen möglich, u.a. mit der Folge, dass die Einkommen sinken würden - Deflation.
Dass natürlich die Einkommen der Masse erhöht werden müssten, darauf kommt der Kommentator nicht, ist auch nicht möglich wegen der Scheuklappen.
Einfach mal dies bedenken:

Die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer gingen im Vorjahresvergleich (1.Qu. '09 zu 1. Qu. '08) nach Abzug der Entwicklung der Verbraucherpreise um 2,3 % zurück. Über den ganzen Zeitraum seit dem 1. Quartal 2000 sind die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer real um 6,0 % gesunken ...

Weiter mit dem Gesülze:
So weit ist es bisher nicht gekommen. Die Menschen haben Vertrauen darauf, dass die Talsohle bald durchschritten sein wird. ...
Wie ist das möglich, da das bildliche dicke Ende (Anstieg der Arbeitslosenquote mit der Folge weitere Einkommensverluste mit der Folge noch geringerer Binnennachfrage) erst noch kommt. Es ist möglich, weil den Bunkerbewohnern z.B. der Unsinn mit der Kauflaune vorgegaukelt wird, oder weil sie solch einen Kommentar bezahlen und ihn deshalb lesen.
Eine bildliche Hintertür ließ sich der Kommentator doch noch offen und damit ist der gesamte Kommentar überflüssig:
Sollte wider Erwarten die Konjunkturerholung im Herbst ausbleiben, dürfte der Optimismus der Verbraucher einen gehörigen Dämpfer bekommen.
Welcher Optimismus?

Wider Erwarten? Dann lesen dies:

Die Krise ist nicht vorbei
HISTORISCHE KRISE


Ob Finanzmärkte oder Firmenbosse: In der Wirtschaft wird an den nahenden Aufschwung geglaubt. Aber wo soll er herkommen? ...

woher sollte die Kraft für einen Aufschwung der deutschen Wirtschaft im nächsten Jahr kommen? Sicher nicht von den Unternehmen. Deren Gewinne sind in diesem Jahr dramatisch eingebrochen. Auch volle Lager und stillstehende moderne Maschinen haben noch keinen Unternehmer zum Investieren angeregt, selbst wenn die Zinsen niedrig sind.

Der private Verbrauch ist ebenfalls keine Stütze für die Wirtschaft. Gewaltige Kurzarbeit und drohende Arbeitslosigkeit sind nicht der Stoff, aus dem Konsumräusche gemacht sind. Zudem werden in vielen Unternehmen Arbeitszeit und Löhne gekürzt, um die Verluste klein zu halten. Das schwächt die Nachfrage weiter, weil die Arbeitnehmer nun weniger Geld zur Verfügung haben.

Es kommt ein gefährlicher Teufelskreis in Gang: Um ihre vollen Lager zu leeren, senken viele Unternehmen die Preise - was bei Konsumenten aber keinen Kaufrausch auslöst. Stattdessen warten sie darauf, dass die Preise noch weiter fallen. Eine solche Phase der Deflation droht jetzt in der Bundesrepublik. ...

Versuchen Sie doch mal, sich den Rest von der OZ erklären zu lassen.

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