25. Juni 2009

Geophysikalisches halb erklärt und Thema verfehlt

Die Greifswalder Zeitung erklärte ein geophysikalisches Erkundungsverfahren:
Kanadier suchen Öl bei Lubmin
... Holzpflöcke mit gelben Bändern markieren Stellen, an denen demnächst geophysikalische Bodenuntersuchungen vorgenommen werden sollen. Die Central European Petroleum GmbH (CEP) mit Sitz in Berlin lässt nach Erdöl suchen. ...
... ganz bestimmt nicht durch Untersuchen des Bodens, weder im geologischen noch bodenkundlichen Sinne, sondern der Gesteinsschichten, in diesem Fall hauptsächlich Festgestein.
"In der DDR sind alle ostdeutschen Gebiete, in denen aufgrund der geologischen Gegebenheiten Erdöl vorhanden sein müsste, schon einmal vermessen worden" ...
Es wurde nicht nur geophysikalisch gemessen, sondern an vielen Stellen wurden auch Erkundungsbohrungen niedergebracht, von denen etliche fündig waren. Das ist nun sehr praktisch für die neurliche Erkundung, weil die Erkunder sehr genau ansetzen können.
Am 1. Juli, so Keppler, soll in Höhe Lubmin die erste Bodenuntersuchung vorgenommen werden. ...
Das wird ganz bestimmt nicht passieren, weil der Boden nicht Gegenstand der seismischen Messungen ist (s.o.)
Mit Hilfe spezieller Fahrzeuge sollen Schallwellen in den Untergrund geschickt werden.
Eine kurze Beschreibung des Verfahrens mit Fotos finden Sie kostenlos hier. Einen einfachen Überblick über Entstehung, Suche, Erkundung und Ausbeutung von Erdöl-Erdgas-Lagerstätten finden Sie hier kostenlos.
Die sogenannte Vibrationsseismik nutzt das physikalische Gesetz, dass Schallwellen sich von der Erdoberfläche in die Tiefe (bis zu 2000 Metern und mehr) fortpflanzen und von Gesteinsschichten reflektiert wieder an die Oberfläche gelangen.
2000 Meter und mehr bedeutet bis zu 6000 Meter.
Genauer wäre, dass die Schallwellen an den Gesteinsgrenzen reflektiert werden, also dort, wo Dichteunterschiede vorhanden sind, steht auch in der Broschüre nicht ganz genau.
So genannte Geophone, elektromagnetische Wandler, nehmen die reflektierten Bodenschwingungen auf und messen sie.
Geophone funktionieren wie Seismographen.
Mit Hilfe der Vibrationsseismik und des aus ihr resultierenden Modells können lediglich Hinweise auf mögliche Öllagerstätten erlangt werden.
Die seismischen Messungen tragen dazu bei, geologische Strukturen zu finden, die als Erdölfalle in Frage kommen. Erdöl/Erdgas ist fast nie im Entstehungsgestein zu finden, sondern wandert durch die Gesteinsschichten, bis es quasi gefangen wird, weil undurchlässige Schichten die Wanderung stoppen.
... Erst eine Bohrung gibt letztendlich Aufschluss über ein Ölvorkommen. ...
Schön wärs. Es sind zum einen mehrere Erkundungsbohrungen nötig und nicht die Bohrung gibt Aufschluss, sondern erst die Auswertung von Messungen in den Bohrlöchern gibt Auskunft, ob der Rohstoff überhaupt vorhanden ist und ob er das in förderfähiger Menge ist.

Das eigentliche Thema des Artikels wird mit dem letzten Satz abgetan:
"Wir würden den teuren Aufwand nicht betreiben, hätten wir nicht auch die Absicht, das Öl zu fördern, sofern es vorhanden ist", stellte der Chef der deutschen CEP, Jaap Bouwman, gestern klar.

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