16. April 2012

Zitat des Tages

... Die Printmedien sind boulevardesk geworden. Sie deuten ihre sinkenden Auflagen als Müdigkeit an detailliertem, aufgeklärtem Reportagejournalismus. Ihre Kommentatoren melden sich erst, wenn sie - wie in den Fällen Wulff und Grass - auf kollektive Zustimmung hoffen können. Und dann bringen sie tausendfach die Hymne (Gauck) oder den gesenkten Daumen (Wulff). Redakteure möchten bei den Lesern, Inserenten und Eigentümern nicht anecken. Der Preis dafür ist eine weitgehend herdenkonforme Berichterstattung, in der die investigative Reportage eine seltene Ausnahmeerscheinung darstellt. 
Ich habe in der OZ nicht einmal die Ausnahme gefunden.
Anders in den Öffentlich-Rechtlichen ...

Nachzulesen auf Telepolis.

Kommentare:

  1. Anonym16.4.12

    Auch das wird man in der OZ nicht lesen:

    Gazprom – das unheimliche Imperium. Wie wir Verbraucher betrogen und Staaten erpresst werden

    National wie international ist der Name Gazprom mit Korruption, Erpressung, Geldwäsche und Kapitalsteuerflucht verbunden. Kein anderes Unternehmen hat weltweit so viel Macht und Einfluss, auch dank gewisser „Freunde“ des mächtigsten Mannes Russlands, Wladimir Putin. Doch welche Rolle spielt Putin genau? Wer sind die Drahtzieher bei Gazprom, und welche Verbindungen haben sie nach Europa und Deutschland? Welche Netzwerke beherrschen Gazprom, und warum kuschen die europäischen Regierungen? Jürgen Roth deckt die Verbindungen auf und zeigt, dass sich hinter dem Imperium insbesondere Schweizer Unternehmen verbergen und wie Altbundeskanzler Gerhard Schröder mit einigen Parteifreunden weltweit Politik macht im Sinne seines Freundes Putin, den er einst zum „lupenreinen Demokraten“ kürte. Jürgen Roth hat Insider getroffen, die erstmals bereit sind, über die Machenschaften des Imperiums auszupacken. Denn es ist auch mitverantwortlich dafür, dass Meinungsfreiheit in Russland unterdrückt wird und es dort keine demokratische Kultur gibt. Das stört anscheinend weder Geschäftspartner noch Regierungen, schließlich kann das Imperium uns alle erpressen: Denn wer nicht spurt, dem wird der Gashahn zugedreht.

    Über den Autor

    Jürgen Roth, Jahrgang 1945, ist einer der bekanntesten investigativen Journalisten in Deutschland. Seit 1971 veröffentlichte er erfolgreiche Fernsehdokumentationen und Bücher über Korruption und Organisierte Kriminalität. Zuletzt erschienen seine Bestseller Mafialand Deutschland (2009), Gangsterwirtschaft (2010) und Unfair Play (2011).

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    1. Edward16.4.12

      das mag vom Thema her zwar stimmen, aber Buchbesprechungen gibt es doch. Übrigens, dein Eintrag ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Du guttenbergst hier den Verlag, der das Buch herausgibt in einer Art und Weise, die nicht mehr mit dem Zitatrecht gedeckt sein dürfte. Offenbar war das deine Quelle Warum wohl wurde der Fimbeitrag von ttt hineinkopiert? gibt es eine bessere Werbung?

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  2. Anonym16.4.12

    In der Greifswalder Stadtbibliothek kann man die "Junge Welt" nicht mehr lesen. Man erklärte mir auf Nachfrage: Es gäbe inzwischen verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Zeitung und würde sie deshalb nicht mehr zur Verfügung stellen wollen.

    Irgendwie erinnerte mich das an die Zensur in DDR, in der ich dreißig Jahre leben durfte!

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  3. Anonym16.4.12

    Es gäbe verfassungsrechtliche Bedenken, soso. Gibt es auch Beweise für diese Bedenken?
    Den Verfassungsschutz halte ich allein schon für sehr bedenklich, sogar für sehr gefährlich für die Verfassung.

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  4. Anonym16.4.12

    Immerhin hätte man ja jahrelang die Zeitung dort lesen können, aber jetzt sei sie nicht mehr gewollt, auch weil Leser sich beschwert haben sollen.

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  5. Edward16.4.12

    ist zwar fein beobachtet von Alexander Dill, folgt dem "Hordenjournalismus" von Günter Grass. Aber er unterschlägt einen gravierenden Fakt. Welcher Zeitungsverlag kann es sich leisten, Redakteure wochenlang auf ein einziges Thema anzusetzen? Dass können nur die gebührenbezahlten Öffentlich-rechtlichen. Und welcher Redakteur im Tagesgeschäft kann ein und dasselbe Thema mehrere Tage verfolgen? Nicht umsonst ist das investigative Geschäft einiger überregionaler(!) Zeitungen in gesonderten Abteilungen (z.B. Leyendecker bei der Süddeutschen) angesiedelt. Aber vielleicht wird bei der OZ das die Aufgabe des neuen "geschäftsführenden Redakteurs"? ;-)

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    1. Vielleicht, aber eher nicht.

      Da es ist, wie es ist, und sich höchstens im Detail ändern wird, ist zumindest der OZ-Mantel überflüssig. Jeder, der einen Internetanschluss besitzt, kann den Polit-Quark hundertfach und immer noch kostenlos nachlesen.

      Was das Regionale und Lokale betrifft überlebt die Masse der Einwohner im OZ-Verbreitungsgebiet auch ohne die sog. Heimatzeitung.
      Einfache Schlussfolgerung: Abo überflüssig.

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