13. April 2012

Salbungsvolles Geschwätz statt Information

Neuerdings machen Zeitungen selbst die Geschichten, die sie dann ausschlachten; heute diese, die mich an die sog. Würdigungen von Kollektiven der sozialistischen Arbeit in der DDR-Presse, OZ inkl., erinnerte. Etwa ein Drittel der Landesseite wurde so befüllt:

Am schlimmsten fand ich diese Passage der OZ als SPD-Diener:
... Helga Bauer und ihre Kollegen haben „in einem so dünn besiedelten Land wie Mecklenburg-Vorpommern keine leichte Ausgabe“, sagt Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Oft müssten die Nachrichten in entfernte Dörfer, zu abgelegenen Höfen gebracht werden. Doch der Aufwand lohne sich. Man erlebe Sachen, „die man nicht vergisst“. Auch er sei mal Zeitungsjunge gewesen. „Als Fünfjähriger habe ich meiner Oma beim Zeitungsaustragen geholfen“, erzählt Sellering. Noch gut könne er an den kleinen Dackel erinnern, der mit großem Gebell an die Tür gesprungen sei. „Und ich hatte tierische Angst“, gibt der Ministerpräsident zu. Als er aber nach den Touren mit seiner Oma auf der Bank saß, „habe ich mich gefreut über das tolle Gefühl nach getaner Arbeit“. ...

Kommentare:

  1. Manfred Peters13.4.12

    Aller Jahre wieder:
    Sellering, der Oma-Schreck
    Und die Story mit dem Dackel ging im letzten Jahr so:
    „... Was die Zusteller nicht wussten: Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ist einer von ihnen. Als Fünfjähriger habe er seiner Großmutter häufig beim Austragen der Kirchenzeitung geholfen, gemeinsam mit seinem damals sechsjährigen Bruder. „Als wir zur Schule kamen, ging es dann nicht mehr so oft“, erzählte der Regierungschef. ...“

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    1. Ich staune über die Kenntnis der OZ von vor einem Jahr. Ich könnte mir so etwas einfach nicht merken. Deshalb besonderen Dank für den Kommentar.

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  2. Anonym14.4.12

    Hach, was für eine schöne Geschichte! Ich hab vor Rührung sogar ein bischen geweint, schon als Bub war er so fleissig!

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    1. Der Hammer aber ist ja wohl, dass die OZ die Geschichte schon einmal nachplapperte - bei dem Archiv kein Wunder.

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